Alberto Angela

 4,5 Sterne bei 47 Bewertungen

Lebenslauf von Alberto Angela

Alberto Angela, geboren im April 1962 in Paris, ist ein italienischer Paläontologe und Autor. Er studierte Stammesgeschichte des Menschen in Harvard, Wirtschaftswissenschaften an der Columbia und Psychologie an der University of California in Los Angeles. Er machte einen naturwissenschaftlichen Abschluss an der Universität in Rom und veröffentlicht seitdem wissenschaftliche Bücher. Angela moderiert außerdem eine italienische Wissenschaftssendung im Fernsehen.

Alle Bücher von Alberto Angela

Cover des Buches Pompeji - Die größte Tragödie der Antike (ISBN: 9783442314270)

Pompeji - Die größte Tragödie der Antike

 (19)
Erschienen am 28.11.2016
Cover des Buches Ein Tag im Alten Rom (ISBN: 9783442156382)

Ein Tag im Alten Rom

 (15)
Erschienen am 14.02.2011
Cover des Buches Liebe und Sex im Alten Rom (ISBN: 9783442158218)

Liebe und Sex im Alten Rom

 (5)
Erschienen am 21.04.2014

Neue Rezensionen zu Alberto Angela

Cover des Buches Pompeji - Die größte Tragödie der Antike (ISBN: 9783442314270)S

Rezension zu "Pompeji - Die größte Tragödie der Antike" von Alberto Angela

Gebannt, Gefesselt, beeindruckt
Scillavor 8 Monaten


Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, war da eine Leere des fassungslosen Staunens, die ich lange nicht mehr empfand.

Die ich übrigens nie zuvor nach der Lektüre eines vermeintlich drögen Sachbuches empfunden hatte, sondern früher nach dem Lesen bestimmter Romane.

Die Leere nach einer beeindruckenden Lektüre.

Ich weiß nicht, ob ich formulieren kann, wie ich das meine, aber ich versuche es.

Es gibt, auch jetzt, eine Reihe Bücher, die mich fesseln, die ich verschlinge, und die ich mit mir herumschleppe, um sie in jeder freien Minute weiterlesen zu können. 

Sie alle machen Spaß, verursachen etwas anderes, manchmal Lachen, mitunter Trauer oder Nachdenklichkeit, aber was auch immer es ist; es macht Freude, die Bücher zu lesen.

Ab und zu war jedoch ein Buch dabei, das mich mitnahm in eine andere Zeit.

Meistens waren es historische Romane, weshalb ich das hier in der Vergangenheitsform schreibe, denn in den letzten Jahrzehnten ist mir kein solcher mehr unterkommen. Und dass es jetzt ausgerechnet ein Sachtext ist, hat mich umgehauen.

Für Gisbert Haefs "Hannibal" las ich bis morgens um vier, nahm in Kauf, nur 3 Stunden zu schlafen, und als es vorbei war, stand ich in den Trümmern Karthagos.

Mit Hannibal, den die punische Oberschicht alleine ließ, und dessen Truppen sie von jedem Nachschub abschnitten. Der am Ende nur eins war mit seiner Einsamkeit.

Mit dem ich allein auf dem geschliffenen Felsen am Meer saß, dessen Hand ich nahm, und in dessen einem verbliebenen Auge ich ertrank.

Es gab ein "Troja", völlig ohne Helena und Paris. Nur das, was der Krieg wirklich gewesen war. Ein Handelskrieg um die Dardanellen-Route, nach dessen Schluss ich ratlos durch ein verbranntes Land stakste, wissend, dass eine Ära zu Ende gegangen, und etwas unwiederbringlich verloren war.

Das haben sie gemein: Am Ende war etwas zerstört, und es war so gut geschrieben, dass ich die Zerstörung mit all meinen Sinnen erfasste. Mit vor Staunen leicht geöffneten Mund, einer Gänsehaut und mit einem Herzen voller Trauer, wissend, dass stets etwas Neues entsteht, wenn etwas Großes zu Ende geht.

Nicht immer war das Neue besser, insofern ist das selten ein Trost.

Liebesgeschichten kamen in diesen Büchern nie vor.

Kein holde Maiden, Gottseidank, denn die Frauenfiguren aktueller sog. historischer Figuren gehen mir auf den Zeiger.
Sie waren wie der Film Master and Commander pure Männersache. Ohne schmalziges Gesülze ein Kampf mit aufschäumender Gischt und rasendem Puls. Momenten der Ausweglosigkeit, die Augenblicke der Hoffnung ablösten.

Die Konsequenzen dieser beeindruckend gut recherchierten Bücher waren bemerkenswert: Ich fuchste mich danach stets in die Themen hinein, was leicht war, weil ich damals noch Geschichte studierte.

Und doch schwer, weil es das Internet in der heutigen Form nicht gab.

Nach der Lektüre eines solchen Buches blieb stets eine innerer Leere zurück, die nur imstande war, auszufüllen, was wenigstens ebenso gut war. Und das war verzwickt.

Jedes Buch danach hatte miserable Chancen. Es musste sich mit etwas Gewaltigem messen lassen.

Was zur Folge hatte, dass mich vermutlich recht gute Bücher in einen entnervten halb-komatösen Zustand verfallen ließen.

Daneben gab es andere und es gibt sie noch: Schöne, spannende, unterhaltsame, ja -auch romantische. Gute und richtig gute.

Aber die, die mein Innerstes nach außen kehrten, waren immer irgendwie historisch, frauenfrei und meist in der Antike spielend.

Sie waren immer ganze Filme in meinem Kopf. Sie waren beispiellos und es gibt sie nicht mehr. Keiner der historischen Romane der letzten 20 Jahre hat dies geschafft. Historische Romane sind banaler Unsinn geworden, bei dem man sich nur noch die Haarre raufen kann, wenn man liest, was im Allgemeinen für authentisch gehalten wird. Was gut recherchiert genannt wird.
Und dann kommt dieses Sachbuch daher und zieht mich in einen vergessenen Sog. 

Und daher danke ich Alberto Angela, Mitarbeiter des Istituto di Paleontologia in Rom, dass er es vermochte, mich vermittels eines Sachbuchs in diesen Zustand der lang vermissten Begeisterung zurückzuwerfen.

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Cover des Buches Pompeji - Die größte Tragödie der Antike (ISBN: 9783442314270)I

Rezension zu "Pompeji - Die größte Tragödie der Antike" von Alberto Angela

Pompeji
IreneMagusvor einem Jahr

Gutes Buch, das die Tragödie vom Pompeji einem sehr anschaulich nahebringt. Während der Anfang und die Mitte sehr detailreich beschrieben wird ist das Ende sehr kurz gehalten und wirkt überhastet. An manchen Stellen fehlen Informationen, die man sich gerne gewünscht hätte. Andere Stellen werden geradezu totgeschwiegen. Insbesondre die Abläufe der Eruption wurden nur oberflächlich beschrieben. Trotz der Erklärungsversuche konnte der Autor einem den Unterschied zwischen z.B. einer Surge 1 und einer Surge 2 nicht erklären. 

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Cover des Buches Pompeji - Die größte Tragödie der Antike (ISBN: 9783442314270)I

Rezension zu "Pompeji - Die größte Tragödie der Antike" von Alberto Angela

Lebendige Geschichte
Igelmanu66vor 2 Jahren

»Wer überlebt hat, wird von der Stille berichten, in der sich all diese Ereignisse zutrugen. Und seine Augen werden leer werden dabei, als suchte er immer noch nach einem Grund für das Geschehene.«

 

Im Jahr 79 n. Chr. zerstörte ein gewaltiger Ausbruch des Vesuvs die Städte Pompeji, Herculaneum, Oplontis, Boscoreale, Terzigno und Stabiae und tötete ca. 5.000 Menschen. Praktisch jeden, der es nicht geschafft hatte, frühzeitig zu fliehen.

 

Alberto Angela studierte Naturwissenschaften und nahm als Paläontologe an zahlreichen Ausgrabungsprojekten teil. In diesem Buch erzählt er auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse von den letzten Tagen von Pompeji und den anderen Städten. Die Fakten werden dabei in eine lebendige Schilderung, wie eine Geschichte, eingebettet. Es gab einige wenige Überlebende, von denen man heute sicher weiß und auch zu einigen Opfern gibt es mittlerweile Erkenntnisse. Diese historisch belegten Personen begleitet man als Leser durch die Tage und Stunden vor und während des Ausbruchs.

Was ist damals genau geschehen? Wie haben die Bewohner der Stadt die letzten Tage und die Katastrophe erlebt? Wie lebten und arbeiteten sie überhaupt? Wie sahen ihre Häuser aus, wie waren sie eingerichtet? Wie verlief ein ganz normaler Tag? Wie arbeiteten Handwerker? Welche Vorzeichen kündigten den Ausbruch an und wie verlief er? Alberto Angela bezeichnet dies als „faktenorientierte Rekonstruktion“.

»In jede einzelne Zeile dieses Buches sind die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen eingegangen, welche die Archäologen aus ihren Ausgrabungen gezogen haben, damit sie eintauchen können in das Leben jener Zeit. … Forschungsergebnisse von Vulkanologen, Historikern, Botanikern, Anthropologen und Forensikern vervollständigen das Bild.«

 

Die Schilderung beginnt wie ein Countdown 53 Stunden vor dem Ausbruch und endet einige Tage danach. Die einzelnen Stunden des Ausbruchs werden detailliert beschrieben.

Gerade dieser Countdown macht alles sehr spannend und dramatisch. Als Leser weiß man natürlich, was passieren wird und erkennt die Vorzeichen für das nahende Unglück. Und nun begleitet man auch noch bestimmte Personen durch diese Stunden! Ständig fragte ich mich, ob diese spezielle Frau, dieser Mann oder diese Familie überleben werden. Warum überhaupt sind nur so wenige geflohen?

 

Zahlreiche Erdstöße, ein kochender See, der nach Schwefel und faulen Eiern stinkt, verstummte Vögel, eine ganze Weide voller verendeter Schafe… Wir zählen da heute ganz schnell eins und eins zusammen. Die Menschen damals jedoch lebten ihren Alltag weiter. Sie waren vielleicht beunruhigt, befürchteten aber „höchstens“ Erdbeben, von denen es ja viele gab und an die sie in gewisser Weise gewöhnt waren. Hinzu kommt, dass der Vesuv, wie wir ihn heute kennen, nicht viel mit dem Berg gemein hatte, den die Bewohner damals sahen und kannten. Die meisten hielten ihn für einen ganz normalen Berg mit einer fruchtbaren Umgebung. Der Autor fordert nicht zu Unrecht den Leser auf, mal darüber nachzudenken, was man selber tun würde. Flucht bedeutet schließlich, viel oder gar alles zurückzulassen: Besitztümer, das Haus/Geschäft, das man sich erarbeitet hat, seine Tiere, nicht so mobile Angehörige… Und alles wegen einer nicht einschätzbaren Bedrohung? Vielleicht würde ja gar nichts wirklich Schlimmes passieren?

 

Dem Autor gelingt hier der perfekte Mix. Er vermittelt zahlreiche hochinteressante Fakten und Infos, erklärt auch Fachliches sehr gut verständlich und schafft es gleichzeitig, dass man sich mitten im Geschehen fühlt. Dadurch entsteht zwangsläufig Betroffenheit und Mitgefühl mit den Menschen, einige Schilderungen gingen mir sehr nah. Angelo kritisiert das Verhalten vieler Besucher der heutigen Ausgrabungsstätten und fordert dazu auf, den Opfern dort Respekt entgegenzubringen. Sollte ich irgendwann einmal dorthin kommen, werde ich vermutlich ständig einen Kloß im Hals haben, weil ich an das denken werde, was ich hier gelesen habe.

 

Neben zwei großen Karten der Ausgrabungsstätte von Pompeji und der ganzen Region finden sich im Buch weitere Karten und erläuternde Skizzen. Außerdem gibt es zwei beeindruckende Bildteile mit farbigen und großformatigen Abbildungen und Fotos. Im Anhang setzt sich Angela noch detailliert mit der „Sommer- bzw. Herbstthese“ auseinander, präzise mit der Frage, ob der Ausbruch im August oder im Oktober stattfand.

 

Fazit: Hier wird Geschichte lebendig. Hochdramatisch, mitreißend und informativ zugleich.

Kommentare: 16
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Zusätzliche Informationen

Alberto Angela wurde am 08. April 1962 in Paris (Frankreich) geboren.

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