Alberto Angela

 4.5 Sterne bei 43 Bewertungen

Lebenslauf von Alberto Angela

Alberto Angela, geboren im April 1962 in Paris, ist ein italienischer Paläontologe und Autor. Er studierte Stammesgeschichte des Menschen in Harvard, Wirtschaftswissenschaften an der Columbia und Psychologie an der University of California in Los Angeles. Er machte einen naturwissenschaftlichen Abschluss an der Universität in Rom und veröffentlicht seitdem wissenschaftliche Bücher. Angela moderiert außerdem eine italienische Wissenschaftssendung im Fernsehen.

Alle Bücher von Alberto Angela

Cover des Buches Ein Tag im Alten Rom (ISBN: 9783442156382)

Ein Tag im Alten Rom

 (15)
Erschienen am 14.02.2011
Cover des Buches Pompeji - Die größte Tragödie der Antike (ISBN: 9783442314270)

Pompeji - Die größte Tragödie der Antike

 (16)
Erschienen am 28.11.2016
Cover des Buches Liebe und Sex im Alten Rom (ISBN: 9783641134112)

Liebe und Sex im Alten Rom

 (5)
Erschienen am 21.04.2014
Cover des Buches Antonius und Cleopatra (ISBN: 9783959673181)

Antonius und Cleopatra

 (0)
Erschienen am 03.06.2019

Neue Rezensionen zu Alberto Angela

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Rezension zu "Pompeji - Die größte Tragödie der Antike" von Alberto Angela

Lebendige Geschichte
Igelmanu66vor 5 Monaten

»Wer überlebt hat, wird von der Stille berichten, in der sich all diese Ereignisse zutrugen. Und seine Augen werden leer werden dabei, als suchte er immer noch nach einem Grund für das Geschehene.«

 

Im Jahr 79 n. Chr. zerstörte ein gewaltiger Ausbruch des Vesuvs die Städte Pompeji, Herculaneum, Oplontis, Boscoreale, Terzigno und Stabiae und tötete ca. 5.000 Menschen. Praktisch jeden, der es nicht geschafft hatte, frühzeitig zu fliehen.

 

Alberto Angela studierte Naturwissenschaften und nahm als Paläontologe an zahlreichen Ausgrabungsprojekten teil. In diesem Buch erzählt er auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse von den letzten Tagen von Pompeji und den anderen Städten. Die Fakten werden dabei in eine lebendige Schilderung, wie eine Geschichte, eingebettet. Es gab einige wenige Überlebende, von denen man heute sicher weiß und auch zu einigen Opfern gibt es mittlerweile Erkenntnisse. Diese historisch belegten Personen begleitet man als Leser durch die Tage und Stunden vor und während des Ausbruchs.

Was ist damals genau geschehen? Wie haben die Bewohner der Stadt die letzten Tage und die Katastrophe erlebt? Wie lebten und arbeiteten sie überhaupt? Wie sahen ihre Häuser aus, wie waren sie eingerichtet? Wie verlief ein ganz normaler Tag? Wie arbeiteten Handwerker? Welche Vorzeichen kündigten den Ausbruch an und wie verlief er? Alberto Angela bezeichnet dies als „faktenorientierte Rekonstruktion“.

»In jede einzelne Zeile dieses Buches sind die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen eingegangen, welche die Archäologen aus ihren Ausgrabungen gezogen haben, damit sie eintauchen können in das Leben jener Zeit. … Forschungsergebnisse von Vulkanologen, Historikern, Botanikern, Anthropologen und Forensikern vervollständigen das Bild.«

 

Die Schilderung beginnt wie ein Countdown 53 Stunden vor dem Ausbruch und endet einige Tage danach. Die einzelnen Stunden des Ausbruchs werden detailliert beschrieben.

Gerade dieser Countdown macht alles sehr spannend und dramatisch. Als Leser weiß man natürlich, was passieren wird und erkennt die Vorzeichen für das nahende Unglück. Und nun begleitet man auch noch bestimmte Personen durch diese Stunden! Ständig fragte ich mich, ob diese spezielle Frau, dieser Mann oder diese Familie überleben werden. Warum überhaupt sind nur so wenige geflohen?

 

Zahlreiche Erdstöße, ein kochender See, der nach Schwefel und faulen Eiern stinkt, verstummte Vögel, eine ganze Weide voller verendeter Schafe… Wir zählen da heute ganz schnell eins und eins zusammen. Die Menschen damals jedoch lebten ihren Alltag weiter. Sie waren vielleicht beunruhigt, befürchteten aber „höchstens“ Erdbeben, von denen es ja viele gab und an die sie in gewisser Weise gewöhnt waren. Hinzu kommt, dass der Vesuv, wie wir ihn heute kennen, nicht viel mit dem Berg gemein hatte, den die Bewohner damals sahen und kannten. Die meisten hielten ihn für einen ganz normalen Berg mit einer fruchtbaren Umgebung. Der Autor fordert nicht zu Unrecht den Leser auf, mal darüber nachzudenken, was man selber tun würde. Flucht bedeutet schließlich, viel oder gar alles zurückzulassen: Besitztümer, das Haus/Geschäft, das man sich erarbeitet hat, seine Tiere, nicht so mobile Angehörige… Und alles wegen einer nicht einschätzbaren Bedrohung? Vielleicht würde ja gar nichts wirklich Schlimmes passieren?

 

Dem Autor gelingt hier der perfekte Mix. Er vermittelt zahlreiche hochinteressante Fakten und Infos, erklärt auch Fachliches sehr gut verständlich und schafft es gleichzeitig, dass man sich mitten im Geschehen fühlt. Dadurch entsteht zwangsläufig Betroffenheit und Mitgefühl mit den Menschen, einige Schilderungen gingen mir sehr nah. Angelo kritisiert das Verhalten vieler Besucher der heutigen Ausgrabungsstätten und fordert dazu auf, den Opfern dort Respekt entgegenzubringen. Sollte ich irgendwann einmal dorthin kommen, werde ich vermutlich ständig einen Kloß im Hals haben, weil ich an das denken werde, was ich hier gelesen habe.

 

Neben zwei großen Karten der Ausgrabungsstätte von Pompeji und der ganzen Region finden sich im Buch weitere Karten und erläuternde Skizzen. Außerdem gibt es zwei beeindruckende Bildteile mit farbigen und großformatigen Abbildungen und Fotos. Im Anhang setzt sich Angela noch detailliert mit der „Sommer- bzw. Herbstthese“ auseinander, präzise mit der Frage, ob der Ausbruch im August oder im Oktober stattfand.

 

Fazit: Hier wird Geschichte lebendig. Hochdramatisch, mitreißend und informativ zugleich.

Kommentare: 16
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T

Rezension zu "Liebe und Sex im Alten Rom" von Alberto Angela

Das Liebesleben der Alten Römer!
Thunderdreamervor 8 Monaten

Es gibt Themen, die findet man so in keinem Geschichtsbuch ... auch wenn sie durchaus interessant sind ;) Und Alberto Angelo nimmt sich ihrer an.
Die Fresken, Mosaike und gewöhlichen Wandkritzeleien in Pompeji lassen es erahnen, manche Monumentalfilme der letzten Jahre vermitteln es sehr anschaulich, wenn auch historisch wenig belegt: Die "Alten Römer" besaßen eine durchaus andere Einstellung zur Sexualität, als die Menschen des christlich geprägten Abendlandes. Alberto Angela thematisiert dies in seinem Buch, räumt zugleich mit einigen Vorurteilen und Fehldeutungen auf und vermittelt uns in einer leicht zu lesenden Sprache, wie es damals so zuging ... zu Caesars, Ciceros und Neros Zeiten. Auch diesmal begleitet der Leser ihn auf einen Streifzug durch die Gesellschaft Roms, im Jahre 115 nach Christus. Man besucht Marktplätze, Thermen, Bankette der gehobenen Gesellschaft, Bordelle oder die Wohnungen der einfachen Leute. Hauptthema stets: Wie hielten es die Römer mit Liebe und Sex. Unterhaltsam, flüssig zu lesen, durch Zitate, zeitgenössische Texte und Gedichte belegt, einfach klasse. Empfehlenswert!

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T

Rezension zu "Ein Tag im Alten Rom" von Alberto Angela

Der Alltag im "alten" Rom
Thunderdreamervor 9 Monaten

Das ist mal ein völlig anderer Blick auf die Geschichte! Unterhaltsam erzählt Alberto Angela etwas über das normale Altagsleben im antiken Rom. Abseits der großen, geschichtlich bedeutsamen Ereignisse taucht der Leser in den Alltag der römischen Bürger des Jahres 115 nach Christus ein. Man ist dabei, wenn der Dominus (Herr) eines reichen Hauses erwacht, geht über den morgendlichen Viehmarkt, besucht Menschen in einfachen Mietskasernen und beobachtet religiöse Zeremonien. Genau so, wie das ein Bürger der damaligen Zeit erlebt hätte. Dabei hat der Autor durchaus gut recherchiert, immer wieder fließen Kommentare zum Zeitgeschehen und Erklärungen ein. Super gemacht, sehr unterhaltsam geschrieben und flüssig zu lesen. Bestimmt hätte sogar ein Geschichtsmuffel Freude daran. Empfehlenswert!

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Alberto Angela wurde am 08. April 1962 in Paris (Frankreich) geboren.

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