Alberto Manguel

 4,2 Sterne bei 157 Bewertungen
Autor von Eine Geschichte des Lesens, Die Bibliothek bei Nacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alberto Manguel

Alberto Manguel, 1948 in Buenos Aires geboren, wuchs in Israel und Argentinien auf und ist kanadischer Staatsbürger. Als polyglotter Kosmopolit hat er als Kritiker, Lektor und Übersetzer gearbeitet. Er ist Schriftsteller und leidenschaftlicher Büchersammler und -leser. Sein in alle Weltsprachen übersetztes Buch ›Eine Geschichte des Lesens‹ wurde 1998 mit dem Prix Médicis ausgezeichnet. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt Alberto Manguel 2008 den Mainzer Gutenberg-Preis. In Lissabon wird in einem Palast in der Altstadt seine legendäre Bibliothek zugänglich sowie ein Studienzentrum für die Geschichte des Lesens eingerichtet.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Fabelhafte Wesen (ISBN: 9783257072112)

Fabelhafte Wesen

 (1)
Neu erschienen am 28.09.2022 als Gebundenes Buch bei Diogenes.

Alle Bücher von Alberto Manguel

Cover des Buches Eine Geschichte des Lesens (ISBN: 9783596175154)

Eine Geschichte des Lesens

 (50)
Erschienen am 23.08.2012
Cover des Buches Die Bibliothek bei Nacht (ISBN: 9783596159444)

Die Bibliothek bei Nacht

 (37)
Erschienen am 01.10.2009
Cover des Buches Tagebuch eines Lesers (ISBN: 9783596159437)

Tagebuch eines Lesers

 (31)
Erschienen am 01.10.2007
Cover des Buches Die unendliche Bibliothek (ISBN: 9783596905324)

Die unendliche Bibliothek

 (8)
Erschienen am 16.05.2013
Cover des Buches Die verborgene Bibliothek (ISBN: 9783103973693)

Die verborgene Bibliothek

 (4)
Erschienen am 22.02.2018
Cover des Buches Alle Menschen lügen (ISBN: 9783100487575)

Alle Menschen lügen

 (2)
Erschienen am 12.08.2010
Cover des Buches Im siebten Kreis (ISBN: 9783596175147)

Im siebten Kreis

 (2)
Erschienen am 01.12.2009

Neue Rezensionen zu Alberto Manguel

Cover des Buches Die verborgene Bibliothek (ISBN: 9783103973693)
Dajobamas avatar

Rezension zu "Die verborgene Bibliothek" von Alberto Manguel

"Ich glaube, dass meine Bibliothek am besten erklären kann, wer ich bin oder einmal war." Zitat
Dajobamavor 4 Jahren


"Denn wenn jede Bibliothek eine Autobiographie ist, dann ist das Wegräumen der Bücher, als würde man seine eigene Todesanzeige verfassen." Seite 62

 

Viele Bibliotheken hat er schon aufgebaut und besessen. In Paris, London und Tahiti, viele weitere hat er besucht, die argentinische Nationalbibliothek in Buenos Aires leitet Alberto Manguel seit 2016.

Aus verschiedenen Gründen musste er immer wieder seine Zelte abbrechen, die jeweilige Bibliothek in Kisten verpacken und darauf hoffen, seine Schätze eines Tages an einem anderen Ort wieder auszupacken. An einen ebensolchen Umzug erinnert sich Manguel in diesem Buch. Er verpackt und schweift dabei immer wieder ab, in die Geschichte des Buches und der Literatur, in verschiedene Werke und die Erinnerungen, die er damit verbindet.

 

Der Leser spürt richtiggehend die Liebe, die der Autor seinen Büchern und der Literatur im Allgemeinen entgegenbringt und den Glauben, dass jedes Buch seine eigene Seele hat.

 

Buchliebhaber werden sich sehr oft selbst wiedererkennen. Wie gut kennen wir den Drang, zu sammeln und zu ordnen, zu sortieren und zu horten.

Manguel entführt uns nun in die großen und berühmten Bibliotheken der Welt. Alexandria darf nicht fehlen, sogar Kapitän Nemos Bibliothek auf der Nautilus wird erwähnt. 

 

Sehr gelehrt und oft poetisch führt der Autor querbeet durch Wissenswertes aus der Welt der Bücher. Das Wunderbare daran ist der eingängige und angenehme Schreibstil. Ein Muss für alle Bibliophilen! Dabei ist Manguel kein Unbekannter in diesem Genre. Bekannt wurde er bereits mit „Eine Geschichte des Lesens“. Logisch, dass dieses Buch nun auch auf meiner Wunschliste steht.

 

Kommentare: 1
Teilen
Cover des Buches Die Bibliothek bei Nacht (ISBN: 9783596159444)
Beusts avatar

Rezension zu "Die Bibliothek bei Nacht" von Alberto Manguel

Das eigene Bücherzimmer oder vom „Wohlbefinden der Seele“
Beustvor 4 Jahren

Es gibt diese Bücher, die bei der Lektüre ein warmes Licht ausstrahlen, den Rest der Welt in schläfrige Dunkelheit versinken lassen und um sich und ihren Leser herum eine behagliche Atmosphäre intimer Lektüre verbreiten. Das sind Bücher, die in sich die Geborgenheit der Bibliothek tragen – nicht jeder Bücherei, versteht sich, sondern der Bücherstube der Gelehrten, die ihre Bücherregale geschmackvoll mit Bildern und Erinnerungsstücken abwechseln und einen Raum als Rückzugsort kreieren, der die Sicherheit des Mutterleibs verströmt.

Alberto Manguels „Bibliothek bei Nacht“ ist ein solches Buch, das den Leser schon im Titel auf die Stimmung einstellt, die es vermitteln wird. Manguel erzählt eine ganz persönliche, bisweilen intime Kulturgeschichte der Bibliothek und verbindet seine herumschweifenden Gedanken und Anekdoten mit seinen eigenen Erfahrungen im Umgang mit seinen Büchern. Manguel geht es nicht um das Buch oder das Lesen – denen widmet er sich in anderen Texten. Hier geht es um den Raum, in dem die Bücher versammelt werden. Um das Wie, Warum, Womit, Wie lange und Für Wen.

Beeindruckend ist der breite Blickwinkel, mit dem Manguel durch die Landschaft seines Sujets schreitet, sich hier von einer Idee ablenken und dort von einer Anekdote locken lässt. Seine Bibliothek ist eine polyglotte Völkerverbinderin, die zu allen Zeiten, seit es Bücher gibt, und an allen Orten alle Menschen verbindet, die man als Leser bezeichnen kann. Alle Zeloten, Eiferer und Fanatiker, die womöglich aus dem Buch ihre zerstörerische Weltanschauung schöpfen, schließt Manguel aus, denn gelehrte Leser, die um des Lesens willen lesen, werden nicht fanatisch. Ihr Wahnsinn liegt allein in der Sucht, Bücher auf Bücher häufen zu wollen.

Der Text ist nicht in Bibliotheken der Religionen, Epochen, Nationen oder Sprachen gegliedert, sondern in Gedankenbahnen: Bibliothek als Mythos, als Ordnung, als Form, als Insel, als Identität und einige mehr. Manche der Bahnen beschreitet Manguel mit großer Sicherheit und lässt die Strecke wie ein weiches Sofa wirken – die Blibiothek als Ordnung, als Raum oder als Zuhause sind absolut zauberhafte Texte voller intimer Wärme, bibliophiler Begeisterung und wissenswerter Geschichten. Andere lassen bisweilen Details vermissen, die ich gern gelesen hätte: In der Bibliothek als Zufall hätte ich gern auch über die Einzigartigkeit jeder Bibliothek gelesen, weil sie nicht nur durch das Sammlerinteresse, sondern auch durch Zufall und Gelegenheit zu einem Gebilde gewachsen sind, das es so nur ein einziges Mal auf der Welt (und in der Zeit!) gibt. Manguel beschreibt mehr, wie das Schicksal der Welt viele Bibliotheken und Werke hat abhanden kommen lassen, so dass der Zufall bestimmt, was noch übrig ist – oder wie der Altgermanist Burkhart Wachinger ausgerufen hat: „Alle Überlieferung ist zufällig!“ Nicht ganz stimmig ist etwa die Bibliothek als Macht, in der Andrew Carnegie seinen paternalistischen Auftritt hat, weil die hier präzisierten Überlegungen nicht in das Grundkonzept des Buches zu passen scheinen.

Völlig im Fluss und regelrecht mitreißend sind Manguels Gedanken über die Bibliothek als Werkstatt oder als Zuhause, in denen der völkerverbindende, die Zeiten überdauernde Gemeinschaftssinn der Buchmenschen erklingt, ob es verständige Mullahs in der Wüste der Pilger, Betreiber von Eselsbibliotheken in den Anden oder reumütige Inquisitoren sind. Sie alle lädt Manguel wispernd in seine eigene Bibliothek und als Nachbarn in die Heimat der Lesenden, in die Mitte der angenehmen Lektüreerfahrung seines gelehrten Werkes.

Was andere kritisieren – die vereinbarte Wohligkeit der Schilderungen in diesem Buch – halte ich für seine Stärke: eine ganz wunderbare Schatzsuche vom heimatlichen Leseort aus.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Die unendliche Bibliothek (ISBN: 9783596511587)
annlus avatar

Rezension zu "Die unendliche Bibliothek" von Jorge Luis Borges

allerlei Werke von Jorge Luis Borges
annluvor 6 Jahren

Das Licht dringt ein, und ich steige schwerfällig von den Träumen auf zum gemeinsamen Traum

Die unendliche Bibliothek vermischt Poesie, Erzählungen und Essay aus der Feder von Jorge Luis Borges und ist eine Auswahl seiner Werke aus der 20-bändigen Ausgabe des Verlages.

Den Einstieg machen einige Gedichte um dann zur ersten Erzählung überzugehen. Diese beschäftigt sich mit einem Kriminellen am Mississippi und ist eher ein Bericht als eine Erzählung. Sehr nüchtern geschrieben fand ich sie noch recht interessant. Ihr folgen einige Literaturkritiken und Auseinandersetzungen mit bekannten (und weniger bekannten) Autoren und Werken, die an wissenschaftliche Abhandlungen erinnern, wenn sie der Autor auch manchmal mit kurzen Anekdoten aus seinem Leben versieht. Leider handelt es sich dabei meist nur um eine kurze Erläuterung, wie er auf die Werke aufmerksam wurde.

Das erste Mal hellhörig wurde ich bei einer Erzählung über eine Geheimgesellschaft, die einen fiktiven Planeten erfunden hat. Nur leider ging der Autor hier in Details der Philosophie und Mathematik dieses Planeten, wo mich Vieles anderes interessiert hätte. Als wieder Literaturkritiken folgten, hatte ich die Hoffnung noch Geschmack an dieser Sammlung zu finden, schon fast aufgegeben.

Dem Buch noch eine Chance gebend, wurde ich mit sehr interessanten Erzählungen belohnt – seien es solche um die Macht eines Zauberers, als auch Kriminalkurzgeschichten. Sie alle wurden schonungslos erzählt, waren mitunter auch blutig und endeten nicht immer so, wie vielleicht erwartet. Gerade deshalb haben sie mir gut gefallen.

Zum Ende hin waren wieder ein paar Werke der Poesie eingestreut.

Fazit: Alles in allem fand ich Borges doch sehr nüchternen Schreibstil sehr gut. Die Literaturkritiken und die Poesie haben mir persönlich aber nicht zugesagt – die Erzählungen waren dafür umso besser und konnten mit überraschenden Enden aufwarten. Meine Bewertung von drei Sternen ergibt sich somit aus einem Durchschnitt (2 Sterne für die Poesie, 1 für die Literaturkritiken und 5 für die Erzählungen)

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Alberto Manguel im Netz:

Community-Statistik

in 296 Bibliotheken

von 31 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks