Alberto Manguel

 4.3 Sterne bei 142 Bewertungen
Autor von Eine Geschichte des Lesens, Die Bibliothek bei Nacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alberto Manguel

Alberto Manguel, 1948 in Buenos Aires geboren, wuchs in Israel und Argentinien auf und ist kanadischer Staatsbürger. In mehreren Sprachen zu Hause, wirkte er u. a. in Buenos Aires, Paris, Mailand, London und Toronto als Verlagslektor, Literaturdozent und Übersetzer. Sein in alle Weltsprachen übersetztes Buch ›Eine Geschichte des Lesens‹ wurde 1998 mit dem Prix Medicis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die zwei Kurzromane ›Zwei Liebhaber des Schattens‹ (2013). Im Fischer Taschenbuch lieferbar: ›Tagebuch eines Lesers‹ (Bd. 15943), ›Die Bibliothek bei Nacht‹ (Bd. 15944), ›Im Siebten Kreis‹ (Bd. 17514), ›Eine Geschichte des Lesens‹ (Bd.17515), ›Eine Stadt aus Worten‹ (Bd. 18429).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alberto Manguel

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Eine Geschichte des Lesens9783596175154

Eine Geschichte des Lesens

 (49)
Erschienen am 23.08.2012
Cover des Buches Die Bibliothek bei Nacht9783596159444

Die Bibliothek bei Nacht

 (36)
Erschienen am 01.10.2009
Cover des Buches Tagebuch eines Lesers9783596159437

Tagebuch eines Lesers

 (31)
Erschienen am 01.10.2007
Cover des Buches Alle Menschen lügen9783100487575

Alle Menschen lügen

 (2)
Erschienen am 12.08.2010
Cover des Buches Zwei Liebhaber des Schattens9783100487551

Zwei Liebhaber des Schattens

 (2)
Erschienen am 21.02.2013
Cover des Buches Die verborgene Bibliothek9783103973693

Die verborgene Bibliothek

 (2)
Erschienen am 22.02.2018
Cover des Buches Stevenson unter Palmen9783100477507

Stevenson unter Palmen

 (2)
Erschienen am 20.02.2003

Neue Rezensionen zu Alberto Manguel

Neu

Rezension zu "Die verborgene Bibliothek" von Alberto Manguel

"Ich glaube, dass meine Bibliothek am besten erklären kann, wer ich bin oder einmal war." Zitat
Dajobamavor einem Jahr


"Denn wenn jede Bibliothek eine Autobiographie ist, dann ist das Wegräumen der Bücher, als würde man seine eigene Todesanzeige verfassen." Seite 62

 

Viele Bibliotheken hat er schon aufgebaut und besessen. In Paris, London und Tahiti, viele weitere hat er besucht, die argentinische Nationalbibliothek in Buenos Aires leitet Alberto Manguel seit 2016.

Aus verschiedenen Gründen musste er immer wieder seine Zelte abbrechen, die jeweilige Bibliothek in Kisten verpacken und darauf hoffen, seine Schätze eines Tages an einem anderen Ort wieder auszupacken. An einen ebensolchen Umzug erinnert sich Manguel in diesem Buch. Er verpackt und schweift dabei immer wieder ab, in die Geschichte des Buches und der Literatur, in verschiedene Werke und die Erinnerungen, die er damit verbindet.

 

Der Leser spürt richtiggehend die Liebe, die der Autor seinen Büchern und der Literatur im Allgemeinen entgegenbringt und den Glauben, dass jedes Buch seine eigene Seele hat.

 

Buchliebhaber werden sich sehr oft selbst wiedererkennen. Wie gut kennen wir den Drang, zu sammeln und zu ordnen, zu sortieren und zu horten.

Manguel entführt uns nun in die großen und berühmten Bibliotheken der Welt. Alexandria darf nicht fehlen, sogar Kapitän Nemos Bibliothek auf der Nautilus wird erwähnt. 

 

Sehr gelehrt und oft poetisch führt der Autor querbeet durch Wissenswertes aus der Welt der Bücher. Das Wunderbare daran ist der eingängige und angenehme Schreibstil. Ein Muss für alle Bibliophilen! Dabei ist Manguel kein Unbekannter in diesem Genre. Bekannt wurde er bereits mit „Eine Geschichte des Lesens“. Logisch, dass dieses Buch nun auch auf meiner Wunschliste steht.

 

Kommentare: 1
17
Teilen

Rezension zu "Die Bibliothek bei Nacht" von Alberto Manguel

Das eigene Bücherzimmer oder vom „Wohlbefinden der Seele“
Beustvor einem Jahr

Es gibt diese Bücher, die bei der Lektüre ein warmes Licht ausstrahlen, den Rest der Welt in schläfrige Dunkelheit versinken lassen und um sich und ihren Leser herum eine behagliche Atmosphäre intimer Lektüre verbreiten. Das sind Bücher, die in sich die Geborgenheit der Bibliothek tragen – nicht jeder Bücherei, versteht sich, sondern der Bücherstube der Gelehrten, die ihre Bücherregale geschmackvoll mit Bildern und Erinnerungsstücken abwechseln und einen Raum als Rückzugsort kreieren, der die Sicherheit des Mutterleibs verströmt.

Alberto Manguels „Bibliothek bei Nacht“ ist ein solches Buch, das den Leser schon im Titel auf die Stimmung einstellt, die es vermitteln wird. Manguel erzählt eine ganz persönliche, bisweilen intime Kulturgeschichte der Bibliothek und verbindet seine herumschweifenden Gedanken und Anekdoten mit seinen eigenen Erfahrungen im Umgang mit seinen Büchern. Manguel geht es nicht um das Buch oder das Lesen – denen widmet er sich in anderen Texten. Hier geht es um den Raum, in dem die Bücher versammelt werden. Um das Wie, Warum, Womit, Wie lange und Für Wen.

Beeindruckend ist der breite Blickwinkel, mit dem Manguel durch die Landschaft seines Sujets schreitet, sich hier von einer Idee ablenken und dort von einer Anekdote locken lässt. Seine Bibliothek ist eine polyglotte Völkerverbinderin, die zu allen Zeiten, seit es Bücher gibt, und an allen Orten alle Menschen verbindet, die man als Leser bezeichnen kann. Alle Zeloten, Eiferer und Fanatiker, die womöglich aus dem Buch ihre zerstörerische Weltanschauung schöpfen, schließt Manguel aus, denn gelehrte Leser, die um des Lesens willen lesen, werden nicht fanatisch. Ihr Wahnsinn liegt allein in der Sucht, Bücher auf Bücher häufen zu wollen.

Der Text ist nicht in Bibliotheken der Religionen, Epochen, Nationen oder Sprachen gegliedert, sondern in Gedankenbahnen: Bibliothek als Mythos, als Ordnung, als Form, als Insel, als Identität und einige mehr. Manche der Bahnen beschreitet Manguel mit großer Sicherheit und lässt die Strecke wie ein weiches Sofa wirken – die Blibiothek als Ordnung, als Raum oder als Zuhause sind absolut zauberhafte Texte voller intimer Wärme, bibliophiler Begeisterung und wissenswerter Geschichten. Andere lassen bisweilen Details vermissen, die ich gern gelesen hätte: In der Bibliothek als Zufall hätte ich gern auch über die Einzigartigkeit jeder Bibliothek gelesen, weil sie nicht nur durch das Sammlerinteresse, sondern auch durch Zufall und Gelegenheit zu einem Gebilde gewachsen sind, das es so nur ein einziges Mal auf der Welt (und in der Zeit!) gibt. Manguel beschreibt mehr, wie das Schicksal der Welt viele Bibliotheken und Werke hat abhanden kommen lassen, so dass der Zufall bestimmt, was noch übrig ist – oder wie der Altgermanist Burkhart Wachinger ausgerufen hat: „Alle Überlieferung ist zufällig!“ Nicht ganz stimmig ist etwa die Bibliothek als Macht, in der Andrew Carnegie seinen paternalistischen Auftritt hat, weil die hier präzisierten Überlegungen nicht in das Grundkonzept des Buches zu passen scheinen.

Völlig im Fluss und regelrecht mitreißend sind Manguels Gedanken über die Bibliothek als Werkstatt oder als Zuhause, in denen der völkerverbindende, die Zeiten überdauernde Gemeinschaftssinn der Buchmenschen erklingt, ob es verständige Mullahs in der Wüste der Pilger, Betreiber von Eselsbibliotheken in den Anden oder reumütige Inquisitoren sind. Sie alle lädt Manguel wispernd in seine eigene Bibliothek und als Nachbarn in die Heimat der Lesenden, in die Mitte der angenehmen Lektüreerfahrung seines gelehrten Werkes.

Was andere kritisieren – die vereinbarte Wohligkeit der Schilderungen in diesem Buch – halte ich für seine Stärke: eine ganz wunderbare Schatzsuche vom heimatlichen Leseort aus.

Kommentieren0
50
Teilen

Rezension zu "Die Bibliothek bei Nacht" von Alberto Manguel

Bibliotheken
Arunvor 6 Jahren

Klappentext:
Alberto Manguel, erzählt in seinem neuen Buch von seiner eigenen Bibliothek. Aber jedes Buch, das er in die Hand nimmt, entführt ihn in eine andere Bibliothek und so weitet sich sein Buch zu einer Geschichte der Bibliotheken zwischen Alexandria und Babel liegt die Bibliothek Aby Warburgs, deren Anordnung den Atlas seiner Gedanken wiederspiegeln sollte, die geheime Bibliothek aus zerlesenen Bänden, die heimlich in einer KZ-Baracke kursierten, die Bibliothek der zensierten, offiziellen, verbotenen, vergessenen Bücher.

Meine Meinung:
Würde dieses Werk als Sachbuch bezeichnen, hier lernen wir die Welt der Bücher und ihrer Aufbewahrungsorte kennen.
Der meiner Meinung sehr belesene Autor nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der Bibliotheken.
Alberto Manguel schildert aus vielen verschiedenen Sichtweisen und Blickwinkeln auf welche Art Bücher gelagert, geordnet, katalogisiert und aufbewahrt werden. Auch bedeutende Sammler und Buchliebhaber werden vorgestellt. Viele Hintergrundinformationen z.B. über Bücherverbrennungen und Zensur werden eingeflochten und dargestellt.
Ergänzt und Aufgelockert wird das Buch durch viele Zeichnungen, Skizzen, Bilder und Fotos zu den fünfzehn Kapiteln. Auch einige Zitate fanden ihren Platz wobei mir folgendes am besten gefallen hat:
Wir lesen beid' die Schrift mit Fleiß
doch du liest schwarz, wo ich les' weiß
William Blake

Mir hat das Buch gut gefallen, innerhalb von zwei Tagen gelesen!
Es brachte mir einige neue Erkenntnisse im Bezug auf Bibliotheken.

Möchte mich noch bei Magda-Nicole bedanken welche mir dieses Buch als Geschenk überlassen hat.

Kommentare: 1
40
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Alberto Manguel im Netz:

Community-Statistik

in 267 Bibliotheken

auf 92 Wunschlisten

von 4 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks