Alden Bell

 3.5 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Nach dem Ende, The Reapers are the Angels und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alden Bell

Alden Bell studierte Englisch und Kreatives Schreiben in Berkeley, bevor er an die New York University wechselte, um dort seinen Master zu machen. Er unterrichtet Englisch an einer New Yorker Privatschule und lehrt als außerordentlicher Professor für Literatur an der New School. Sein Roman „Nach dem Ende“ begeisterte in den USA Kritiker und Publikum gleichermaßen. Der Autor lebt mit seiner Frau in New York.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alden Bell

Cover des Buches Nach dem Ende (ISBN:9783453528338)

Nach dem Ende

 (32)
Erschienen am 11.07.2011
Cover des Buches Nach dem Ende (ISBN:9783641057220)

Nach dem Ende

 (0)
Erschienen am 18.07.2011
Cover des Buches The Reapers are the Angels (ISBN:9780330518963)

The Reapers are the Angels

 (1)
Erschienen am 18.08.2011
Cover des Buches Exit Kingdom (ISBN:9780230766747)

Exit Kingdom

 (0)
Erschienen am 08.11.2012
Cover des Buches The Reapers Are the Angels (ISBN:9781441766007)

The Reapers Are the Angels

 (0)
Erschienen am 03.08.2010

Neue Rezensionen zu Alden Bell

Neu

Rezension zu "The Reapers are the Angels" von Alden Bell

Die Anmut von Anpassungsfähigkeit
Wortmagievor 4 Monaten

Werden Autor_innen postapokalyptischer Literatur nach dem Reiz des Genres gefragt, geben sie oft unspezifische Antworten, die sich auf die Faszination der Angst und der Abgründe des menschlichen Wesens beziehen. Deshalb war ich positiv überrascht, als ich Alden Bells Antwort auf diese Frage in einem Interview las. Er glaubt, dass hinter der Leidenschaft für düstere Zukunftsvisionen eine konkrete Freiheitssehnsucht steckt. Seiner Meinung nach werden moderne Menschen im Alltag von so vielen Zwängen beherrscht, dass ihnen die Idee einer zerstörten Welt, in der keine Regeln mehr existieren und in der sie zu den wenigen Überlebenden zählen, die Hoffnung vermittelt, sich selbst neuerfinden zu können. Ich finde, das ist ein interessanter Ansatz, der viel Wahrheit enthält. Auch ich frage mich während der Lektüre von Postapokalypsen häufig, wie ich mich verhalten würde. Ob ich wohl ebenso mutig wäre wie Temple, die Protagonistin in Bells Roman „The Reapers are the Angels“?

Temple wurde in eine Welt geboren, die dem Untergang geweiht ist. Sie weiß nichts von der Zivilisation, wie sie einst war. Sie kann weder lesen noch schreiben. Aber sie versteht sich darauf, zu überleben. Allein streift sie durch das Land, ohne Herkunft und ohne Ziel. Die Untoten schrecken sie nicht. Vielmehr muss sie sich vor den Menschen in Acht nehmen. Ein Killer ist ihr auf den Fersen, weil Temple ihm etwas nahm, das ihm viel bedeutete. Sie muss fliehen, doch auf ihrer Flucht begegnet ihr der schutzlose Maury. Ihm zu helfen könnte Temples Weg zur Erlösung sein, um all das Schlechte wiedergutzumachen, das sie getan hat. Denn eines ist gewiss: in dieser neuen Welt sind nicht die Untoten die Monster.

„The Reapers are the Angels“ gefiel mir viel besser, als ich erwartet hatte. Ich habe das Buch 2016 gekauft, als ich Dystopien und Postapokalypsen in rauen Massen verschlang. Drei Jahre später hat sich mein Geschmack verfeinert, sodass mich längst nicht mehr jede zombiebevölkerte Zukunftsvision in Begeisterungsstürme versetzt. Ich erkannte, dass dieses Genre, wie jedes andere auch, permanent von Durchschnittlichkeit bedroht ist. „The Reapers are the Angels“ ist keinesfalls durchschnittlich und das liegt meiner Meinung nach maßgeblich an der Protagonistin Temple, deren Perspektive zu den spannendsten zählt, die ich je in der postapokalyptischen Literatur einnehmen durfte. Ich habe bisher wenige Hauptfiguren getroffen, die so sehr im Hier und Jetzt ihrer Gegenwart leben wie Temple. Anfangs erschien sie mir sehr jung, unschuldig und naiv, denn das Buch beginnt auf einer kleinen Insel, auf der Temple sich in einem alten Leuchtturm ein Heim einrichtete. Leider kann sie dort nicht bleiben. Sobald sie gezwungen ist, mit ihrer postapokalyptischen Umwelt zu interagieren, offenbarte sich ihr harter Charakter. Ich möchte betonen, dass ich „hart“ völlig wertungsfrei verwende. Temple muss hart sein. Sie ist brutal unabhängig, beinahe schmerzhaft selbstständig und das alles im zarten Alter von etwa 15 Jahren. Sie nimmt die verwüstete Welt, wie sie ist, erkennt ihre Schönheit, vermisst oder betrauert nichts und reagiert pragmatisch auf jede Herausforderung, die ihr begegnet. Schlagartig wirkte sie deutlich älter, taff und abgebrüht. Nachträglich glaube ich, dass diese Diskrepanz darauf zurückzuführen ist, dass Temple im Schutz der Isolation ihrer Insel den Luxus genoss, nicht erwachsen sein zu müssen und sich deshalb einer Kindheit annäherte, die sie eigentlich nie hatte. Zurück in den Überresten der Zivilisation verkörpert sie eine neue Generation – Menschen, geformt von der Zombie-Apokalypse, die alles tun würden, um zu überleben und sich dessen nicht schämen, weil sie nichts anderes kennen. Bell konfrontiert seine Protagonistin immer wieder mit den Grenzen des Akzeptablen und erforscht, wie weit sie zu gehen bereit ist. Folglich ist die Handlung von „The Reapers are the Angels“ zwar sehr blutig und gewaltgeprägt, vermittelt aber trotzdem eine tiefsinnige, feinfühlige und fast sanfte Ausstrahlung, fern von reißerischer Hysterie. Leise, reflektierte Momente wiegen schwerer als wilde Action und selbst die Zombies spielen nur eine untergeordnete Rolle. In Temples Wahrnehmung sind Zombies gefährliche Tiere, denen sie wann immer möglich einfach aus dem Weg geht. Sie verteidigt sich ausschließlich, wenn ihr keine andere Wahl bleibt und empfindet keine Freude daran, Zombies zu töten. Mich überraschte es dementsprechend nicht, dass Ursache und Auslöser der Zombieplage nie geklärt werden. Bell erläutert nur, was für Temple von Bedeutung ist und das ist tatsächlich nicht viel: das Verhalten der Zombies, ihre Fähigkeiten und wie die Infektion übertragen wird. Alles andere kümmert sie nicht. Braucht es auch nicht, denn schließlich sind die Zombies nicht diejenigen, die sie fürchten muss.

Mit „The Reapers are the Angels” verfolgte Alden Bell meiner Ansicht nach das Ziel, das Potential der Zerstörung zu untersuchen. Er konzipierte einen Neuanfang für die Welt und erkundete, welches Leben aus der Asche einer glorreichen Vergangenheit hervorgehen könnte. Dazu bediente er sich einer Protagonistin, die in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist und sich hervorragend dazu eignet, die Erwartungshaltung seiner Leser_innen durcheinanderzuwirbeln. Temple ist keine stereotype Heldin, sondern ein echtes Unikat. Ich bin ein riesiger Fan von ihr, weil sie zahlreiche paradoxe Eigenschaften vereint und dennoch glaubwürdig erscheint. Ihre Geschichte berührte und begeisterte mich, denn für mich personifiziert sie die Anmut von Anpassungsfähigkeit. Temple ist, wer sie ist – ein Kind der Postapokalypse, die Zukunft der Menschheit. Ihre bloße Existenz stellt ein literarisches Ausrufezeichen dar. Die lose Fortsetzung „Exit Kingdom“ ist meinem Empfinden nach daher überflüssig. Ich glaube nicht, dass ich sie lesen werde. Manche Geschichten sollten einfach so stehen bleiben, wie sie sind.

Kommentare: 1
1
Teilen

Rezension zu "Nach dem Ende" von Alden Bell

Rezension "Nach dem Ende" von Alden Bell
secretworldofbooksvor 3 Jahren

Deckblatt:
Die Zeit der Menschen ist vorbei... Die 15-jährige Temple lebt in einer Welt, in der nur eine einzige Regel gilt: Fressen oder gefressen werden. Denn seit fünfundzwanzig Jahren ist das Angesicht der Erde nicht mehr dasselbe: Menschen leben in abgeschotteten Enklaven, umgeben von einer tödlichen Gefahr. Doch auch im Inneren der Siedlungen lauern Brutalität, Gewalt und Ruchlosigkeit. Als Temple in Notwehr einen Mann tötet, muss sie fliehen. Gejagt von ihrer Vergangenheit und ihren eigenen Dämonen begibt sie sich auf eine Reise in der verzweifelten Hoffnung auf Erlösung ...



Inhalt:
Wir begleiten die junge Temple, die mir anscheinend mehr eine Kämpferin als Mädchen ist, auf ihren endlosen Weg. Sie ist auf der Suche nach einem sicheren Platz vor den Fleischsäcken. So kommt sie an immer neue Orte und lernt andere Überlebende kennen. Die hegen manchmal keine guten Absichten. So muss Temple sich nicht nur vor den Zombies in Acht nehmen,sondern auch vor den Menschen. Als sie in Bedrängnis gerät und aus Notwehr einen Mann umbringt muss Temple flüchten. Moses ,der Bruder des Ermordeten hat Rache geschworen. Wird er Temple auf ihrer Flucht einholen können ?


Meinung:
Thema Zombie hin oder her, dieser Teil ist gut gelungen. Auch der Leseeinstieg geling mir leicht. Die Lust am Lesen hörte bei mir an der Stelle auf, als die menschlichen Mutanten (oder lieber mutantische Menschen? )Temple's Weg kreuzten. Das war mir persöhnlich zu viel.
Deswegen nur 3 Sterne von mir.

Kommentieren0
60
Teilen

Rezension zu "Nach dem Ende" von Alden Bell

Die Zeit der Menschen ist vorbei
Egerlaendervor 5 Jahren

"Nach dem Ende" gehört neben Justin Cronins - Der Übergang und Cormac McCarthys - Die Straße zu den großen postapokalyptischen Romanen unserer Zeit. So steht es jedenfalls in der Kurzzusammenfassung des Buches. Die "Straße" ist ein Meilenstein und wird wohl so schnell nicht wieder erreicht werden. Auch nicht von Alden Bell! Die düstere intensive apokalyptische Endzeit Atmosphäre von Cormac sucht man hier leider vergebens. Vielleicht ähnelt es ja mehr dem Buch von J. Cronins. Da ich dieses nicht gelesen habe kann ich dazu nichts weiter sagen.

Die Welt ist Fünfundzwanzig Jahre nach Ausbruch der Seuche eine völlig andere und sie wird nie wieder so werden wie in der guten alten Zeit. Es ist Vorbei mit Wohlstand und Sicherheit. Technische Errungenschaften wie Handys oder Internet gehören der Vergangenheit an. Die Reste der einst stolzen Menschheit haben sich in kleinen Enklaven verschanzt. Fleischsäcke, Schaben, Kriecher beherrschen die Welt. Das Wort Zombie fällt im gesamten Roman glaube ich nur einmal. Das wichtigste ist zu überleben und eine nähere Begegnung mit den Fleischsäcken zu vermeiden, diese bewegen sich zwar nur langsam aber zielstrebig. Eine Erklärung woher die Seuche kommt gibt es nicht und braucht man auch nicht unbedingt. Nur eins ist klar, wird man gebissen dann kann man sich schon mal von Gott und der Welt verabschieden. Die Geschichte wird flott erzählt, Langeweile beim lesen kommt nicht auf. Es gibt einige nette Actionszenen, welche die Handlung immer wieder auflockern. Dumpfe Gewaltdarstellung steht allerdings nicht im Vordergrund. In erster Linie geht es um das 15-jähriges Mädchen Temple und ihren Verfolger. Dieser macht sie für den Tot seines Bruders verantwortlich. Obwohl er weiß das sie in Notwehr gehandelt hat, schwört er Rache und will sie töten. Es entwickelt sich eine recht merkwürdige Beziehung zwischen den beiden.
Der Roman ist eigentlich nicht schlecht, jedenfalls ist er gut geschrieben. Aber es gibt doch einiges was mich gestört hat. Wieso gibt es nach 25 Jahren in Supermärkten noch nicht geplünderte Lebensmittel, die genießbar sind?
Strom kommt aus der Steckdose, Wasser aus dem Wasserhahn, Autos bleiben funktionstüchtig, usw.
So stelle ich mir eigentlich nicht den Untergang der Zivilisation vor.
Es sind immerhin viele Jahre ins Land gegangen. Da müsste ja eigentlich alles zusammengebrochen sein. Mit Erklärungen hält sich der Autor jedenfalls nicht auf und macht es sich meiner Meinung nach manchmal zu einfach.
Mal von solchen Ungereimtheiten abgesehen ist das Buch schon unterhaltsam, daher knappe 4 Sterne

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 59 Bibliotheken

auf 10 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks