Aleida Assmann

 4,3 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor*in von Der lange Schatten der Vergangenheit, Erinnerungsräume und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Aleida Assmann ist Professorin em. für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (mit Jan Assmann, 2018).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Gemeinsinn (ISBN: 9783406850851)

Gemeinsinn

(1)
Neu erschienen am 09.07.2026 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Aleida Assmann

Cover des Buches Der lange Schatten der Vergangenheit (ISBN: 9783406666506)

Der lange Schatten der Vergangenheit

(6)
Erschienen am 20.06.2014
Cover des Buches Erinnerungsräume (ISBN: 9783406729904)

Erinnerungsräume

(4)
Erschienen am 28.08.2018
Cover des Buches Geschichte im Gedächtnis (ISBN: 9783406663468)

Geschichte im Gedächtnis

(4)
Erschienen am 06.08.2014
Cover des Buches Ist die Zeit aus den Fugen? (ISBN: 9783446243422)

Ist die Zeit aus den Fugen?

(1)
Erschienen am 30.09.2013
Cover des Buches Vergangenheit, die nicht vergeht (ISBN: 9783711730312)

Vergangenheit, die nicht vergeht

(1)
Erschienen am 25.10.2023
Cover des Buches Gemeinsinn (ISBN: 9783406850851)

Gemeinsinn

(1)
Erschienen am 09.07.2026
Cover des Buches Im Dickicht der Zeichen (ISBN: 9783518296790)

Im Dickicht der Zeichen

(1)
Erschienen am 08.02.2015

Neue Rezensionen zu Aleida Assmann

Cover des Buches Gemeinsinn (ISBN: 9783406821868)
admits avatar

Rezension zu "Gemeinsinn" von Aleida Assmann

admit
Gegen die Einbuße von Zusammenhalt

Das Unbehagen an der Demokratie und den Politikern ist als Gegenstand der Diskussion nicht neu. Dennoch besteht die Herausforderung darin, ihre tieferen Ursachen zu untersuchen und daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen. Das haben die Kulturwissenschaftler und Friedenspreisträger Aleida und Jan Assmann, der voriges Jahr verstorben ist, in diesem Buch versucht. Es zu lesen bedeutet große Konzentration. Wir befinden uns weithin in einem Zustand der Krise der modernen, liberalen Demokratien. Die feindlichen politischen Lager, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten gebildet haben, wollen beide davon profitieren:: die einen, die von dieser Krise profitieren wollen, um eine pseudodemokratische autoritäre Ordnung zu etablieren, und die anderen, die sie verteidigen. Letztere sind mit dem Umstand konfrontiert, dass die unbestreitbaren Vorzüge einer offenen, stabilen, liberalen Ordnung für so selbstverständlich genommen werden, dass man sie gar nicht bemerkt. Die positive Erinnerung könnte dabei also das Nachsehen haben. Wenn die schleichende Untergrabung der Demokratie entsprechend weit fortgeschritten ist, lässt sich die Entwicklung nur mehr mühsam umkehren.

 Philosophie muss kein trockener Stoff sein, hier begegnen einem top-aktuelle Themen, die sehr direkt mit unserem Alltag und mit unserer Demokratie zu tun haben. Klare Leseempfehlung!

Cover des Buches Vergangenheit, die nicht vergeht (ISBN: 9783711730312)
✗

Rezension zu "Vergangenheit, die nicht vergeht" von Aleida Assmann

Ein LovelyBooks-Nutzer
Aussagekräftig

Bisher kannte ich die Autorin noch nicht. Mir hat dieses Buch mit seinen gerade mal 54 Seiten sehr gefallen. Die Autorin stößt Gedanken an zum Thema wie wir uns selbst im geschichtlichen Kontext wahrnehmen, und wie sich wiederum andere, die vielleicht besiegt oder verdrängt wurden wahrnehmen. Es gilt einen gemeinsamen Weg zu finden. Die Vergangenheit, so Assmann ist nicht veränderbar. Jedoch der Blick auf die Zukunft. Hierbei geht Aleida Assmann auch auf die Migration ein und wie sie eine Gesellschaft verändern kann. Es liegt an uns allen ob wir hinschauen, zuhören und einen gemeinsamen Weg beschreiten.
Ein wichtiges Buch welches Gesellschaftsthemen beleuchtet. Im Anhang gibt es ein Interview in dem nochmals Fragen zu verschiedenen Punkten gestellt werden.
Die wenigen Zitate geben dem Text noch mehr Bedeutungskraft.
Leseempfehlung!

Europa Tag für Tag

*Das Buch möchte zum Flanieren durch einen europäischen Bilderkosmos einladen.*



Anlässlich der deutschen EU Ratspräsidentschaft wurden 183 Werke aus der Deutschen Nationalbibliothek in dieser Publikation vereint um eine Komposition zum Thema Europa zu zeigen. Dabei steht Europa nicht für einen geografischen Raum, sondern für eine Wertegemeinschaft, die sich hier in den Themen Reisen und Grenzen, Nachbarschaft, Mythos und Macht aber auch Krieg und Frieden wiederfindet.



Die Deutsche Nationalbibliothek verfügt über einen Gesamtbestand von über 40 Millionen Medienwerken, sodass die hier gezeigte Auswahl von 183 Werken sehr klein scheint. Neben vielen Bildern finden sich auch Gedanken zu Europa (in deutscher und englischer Sprache). Der Bildband zeigt eine Mischung aus Fotografien, Zeichnungen und Kartenmaterial. Diese reichen von historisch bis zeitgenössisch. Manchmal sind es kleine Details, die darauf hinweisen, wo in Europa wir uns gerade befinden, ein anderes Mal fällt die geografische aber auch die zeitliche Einordnung leichter.

Nicht nur das historische Bildmaterial bedient sich einiger Klischees. Da musste ich mich fragen, ob wir so Europa und seine Einwohner sehen. Habe ich beim eindeutig historischem Titelbild der „Vollständigen Völkergalerie, Band III Europa“ noch schmunzeln müssen, finden sich bildnerische Typisierungen von Völkergruppen besonders in den bebilderten Karten wieder.

Besonders interessant fand ich neben dem Kartenmaterial - das von detailreich beschriftetem über bebilderte Europakarten reicht – die Fotografien, die sich mit dem Thema Grenzen und Migration auseinandersetzen. Allerdings sind dies nicht die einzigen Themen, die aus der Zusammenstellung herausgelesen werden können. Ohne viele Worte folgen die Bilder aufeinander und rufen bestimmte Assoziationen hervor. Vom Buchdruck über die Post und Telegrafie zeigt sich auch ein Wandel in der Welt der Kommunikation. Ausgeschlossen wird auch der Krieg nicht, der in einigen historischen Bildern auftritt.

Bei einigen der Bilder – besonders denen, die Porträts zeigten – habe ich mich mit dem Zusammenhang etwas schwer getan. Gerade hier – aber auch bei einer Vielzahl an anderen Werken – hätte ich mir einen kurzen Text zur Erläuterung gewünscht. So blieb das Herstellen von Zusammenhängen und die Einordnung der Bilder ganz in der Hand des Betrachters. Dadurch kam ich zu der Einschätzung, dass das Buch mit seinen Werken wohl auf jeden unterschiedlich wirkt.



Den Abschluss bilden „Stimmen zu Europa“ - eine Auswahl an Essays (immer in deutscher und englischer Sprache) die sich dem Thema widmen. Alberto Manguel zieht einen Bogen von der mythologischen Europa bis heute. Aleida Assmann führt durch ihre drei Europas führt und wirft damit einen Blick auf die letzten Jahrzehnte wirft. Der Kinderbuchillustrator Axel Scheffler macht sich Gedanken zum Brexit macht. Die ehemalige Generaldirektortin der deutschen Nationalbibliothek Elisabeth Niggemann spricht über die Digitalisierung der Bestände. Grant G. Harris wirft einen Blick von außen auf das europäische kulturelle und intellektuelle Schaffen. Gunther Hirschfelder macht sich hingegen Gedanken über die kulinarische Vielfalt Europas. Karin Bojs sucht das Verbindende in der Musik. Madeleina Key sucht das Flickwerk, das Europa zusammenhält und Simon Strauß findet es in der Kultur. Yasmin Ouirhane setzt sich für die „vergessenen Europäer“ (die Söhne und Töchter eingewanderter EuropäerInnen) ein.

Sehr gut gestaltet empfand ich die Bild- und Quellenangabe, die hier mit den Bildern der Publikationen versehen ist.



Fazit: Ein spezieller Blick auf Europa, der sich nicht der Geografie sondern vielmehr den gemeinsamen Werten und der gemeinsamen Geschichte widmet. Da Vielfalt groß geschrieben wird, fand ich es auch passend, dass jeder die Bilderkomposition selbst interpretieren muss – wobei für mich die Frage im Raum steht, ob jeder darin Europa wiederfinden wird.

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