Aleksandar Hemon Das Buch meiner Leben

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Inhaltsangabe zu „Das Buch meiner Leben“ von Aleksandar Hemon

Aleksandar Hemon gehört zu den wichtigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Die Erfahrungen seines Lebens, das geprägt ist von einer Kindheit im bosnischen Sarajewo, vom Verlust dieser Wurzeln und von einem zweiten Leben in der Neuen Welt, hat er nun in autobiographischen Erzählungen verarbeitet. Sie lassen ahnen, welche Bedeutung das eigene Erleben für seine Imagination spielt. An keiner Stelle verhehlt der Autor, dass Leidenschaft, Trauer oder Zorn die Motoren seines Schreibens sind; doch diese Gefühle sind immer gefiltert durch profundes Mitgefühl und scharfe Intelligenz.§§

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    Das Buch meiner Leben

    michael_lehmann-pape

    16. October 2013 um 15:12

      Schriftsteller ist Aleksandar Hemon, seinen Lebensmittelpunkt hat er in den USA, Englisch ist seine „Literatursprache“. Geboren aber wurde Hemon in Sarajevo, in den USA lebt er erst seit dem Krieg ins einer Heimat.   Es sind also durchaus verschiedene „Leben“, die seine Biographie ausmachen. Erlebnisse, die er in diesem Buch literarisch verdichtet und in autobiographischen Erzählungen vorlegt. Erinnerungen an die Jugend, das Aufwachsen, die alte Heimat („In den glücklichen Tagen meiner fast unbeschwerten Jugend...“), die gerahmte und sichere Lebensweise i festen Tagesablauf korrespondieren in den Texten des Buches so vor allem mit der kulturellen Anpassung, dem „ins Fremde“ geworfen werden, das Hemon erlebt hat.   In klarer, direkter, frischerund offener Sprache reflektiert Hemon seinen Weg, der für ihn stark vom Verlust geprägt ist. Verlust der Heimat, der unbeschwerten Tage, der Sicherheit des Lebens (innerlich und äußerlich), aber auch der tragische, persönliche Verlust seiner kleinen Tochter, das sind die Momente, denen er schreibend begegnet.   So ist dieser Erzählband über seine Erlebnisse auch eine tiefe Erläuterung an den Leser, wie sehr sich das „wirkliche“ Leben immer wieder im Schreiben niederschlägt, verarbeitet wird, die „Figuren der Fantasie“ Stellvertreter für Erlittenes und Erlebtes sind, an deren Ergehen sich Hemon dann wiederum selber aufzurichten vermag.   Trotz des teils trockenen und ironischen Humors („Für einen Amerika Aufenthalt überhaupt in Betracht gezogen zu werden war natürlich schmeichelhaft, weil man schon taubstumm und blind und komatös sein musste, um im damaligen Sarajevo nichts von amerikanischer Kultur mitzubekommen“).   Ein kultureller Austausch führt ihn in die USA, die politische Lage macht ihn zum Flüchtling, ein neues Leben in Amerika, in Chicago, beginnt. Mit vielen Volten, kulturellen Befremdungen, durchaus auch nicht einfachen Wegen, von denen Hemon immer wieder in Ausschnitten und konkreten Schwerpunkten erzählt.   Geschichten, die oft und oft um andere „Wesensverwandte“ mitkreisen, die ebenfalls ihren Platz im Gefüge suchen. Die nach jener „Patina“ (wie Hemon sie nennt) suchen, um einen nicht nur „äußeren Fluchtpunkt“ zu erlangen, sondern eine neue „innere Heimat“ zu finden. Wie „German“, der Händler oder „Lido“, der in den fünfziger Jahren bereits aus Italien nach Amerika gekommen war. Das ist eine der Stärken dieses schnörkellosen Erzählbandes, zu verdeutlichen, wie wichtig echte Wurzeln sind (nicht nur für bosnische Schriftsteller im fremden Land).   Auch wenn sich die vielen kleinen Begebenheiten der „Akklimation“ in sich vielfach mit Witz und teils auch Skurrilität darstellen, immer wieder lässt Hemon den „Ernst des Lebens“ und das Ringen um eine neue, eigene, Identität durchscheinen. Bis hin zum Drama seines „neuen und alten“ Lebens,  der tödlichen Erkrankung seiner kleinen Tochter mit seiner „neuen“ amerikanischen Frau. Die in lehrt, dass das Leben brüchig ist, dass auch ein vermeintlich fester Stand immer wieder den Unwägbarkeiten des Lebens ausgesetzt ist. Die verarbeitet werden wollen. Was Hemon literarisch immer wieder wie den Sauerstoff des Lebens betrachtet und auch in diesem Buch mitreißend und berührend umsetzt.

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