Aleksandar Tisma

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Autor von Das Buch Blam, Der Gebrauch des Menschen und weiteren Büchern.

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Das Buch Blam

Das Buch Blam

 (9)
Erschienen am 01.08.1997
Der Gebrauch des Menschen

Der Gebrauch des Menschen

 (8)
Erschienen am 01.12.1994
Treue und Verrat

Treue und Verrat

 (7)
Erschienen am 01.02.2001
Kapo

Kapo

 (5)
Erschienen am 01.11.1999
Ohne einen Schrei

Ohne einen Schrei

 (3)
Erschienen am 01.02.2006
Die wir lieben

Die wir lieben

 (3)
Erschienen am 01.04.1999
Der Gebrauch des Menschen

Der Gebrauch des Menschen

 (1)
Erschienen am 01.10.2015
Reise in mein vergessenes Ich

Reise in mein vergessenes Ich

 (0)
Erschienen am 01.01.2008

Neue Rezensionen zu Aleksandar Tisma

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Rezension zu "Die wir lieben" von Aleksandar Tisma

Rezension zu "Die wir lieben" von Aleksandar Tisma
emeraldeyevor 6 Jahren

"Die wir lieben" von Aleksander Tisma handelt vom Überleben, insbesondere der Frauen, in der Kleinstadt Novi Sad nach dem 2. Weltkrieg.
Es beschreibt in lose miteinander verknüpften Momentaufnahmen, wie Frauen versuchen, sich nach Kriegsende ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Viele von ihnen werden zu Gelegenheitsprostituierten, weil sie kaum eine andere Wahl haben. Es gibt keine ausreichend bezahlte andere Arbeit, alle müssen sie nach Auswegen suchen, um sich und oft auch noch ihre Familien durchzubringen.
Da die Prostitution offiziell verboten ist, müssen die Frauen ständig auf der Hut sein und sind oft völlig abhängig von den wenigen Kupplerinnen, die die Stadt in Reviere und unter sich aufgeteilt haben und darüber entscheiden, welche Frau sich wann und wo mit einem "Interessenten" treffen darf. All dies findet auf Umwegen statt, nie wird direkt "darüber" gesprochen und verhandelt. Alle tun so, Recht und Gesetz eingeschlossen, als würde es diese besondere Form einer Schattenwirtschaft nicht geben. Denn alle verdienen daran. Die Polizei, weil sie wegsieht, die Kupplerinnen, weil sie ihre Beziehungen und ihre Wohnungen zur Verfügung stellen und die Frauen, weil sie ihre Körper hergeben.
Doch auch wenn diese Geschäfte selbstverständlich erscheinen und von Tisma fast beiläufig in einer äußerst sachlichen Sprache geschildert werden, hinterlassen sie doch Spuren, die sich nie mehr tilgen lassen. Ungewollte Schwangerschaften, Krankheiten, blaue Flecken und auch mal eine Gefängnisstrafe.
Doch die Frauen sind zutiefst entschlossen, zu überleben und irgendwann auch wieder ein besseres Leben zu haben. Und deshalb machen sie weiter.
Unvorstellbar, dass Frauen nach dem 2. Weltkrieg gezwungen waren, so zu leben, um zu überleben. Inzwischen gibt es aber immer mehr Informationen zu diesem Tabuthema. Am bekanntesten ist wohl "Eine Frau in Berlin" von Anonyma.
Es ist zutiefst tragisch und bitter, dass es auch heute noch, z.B. in Asien und Osteuropa, für viele Frauen kaum andere Möglichkeiten gibt, genug zum leben zu verdienen.
Er könne, hat Tisma einmal gesagt, am Verhalten der Menschen nichts ändern, er könne nur beschreiben, woher es kommt. Diese Aussage ist im Hinblick auf die Situation vieler Frauen heutzutage auch im 21. Jahrhundert noch absolut gültig.

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Rezension zu "Kapo" von Aleksandar Tisma

Rezension zu "Kapo" von Aleksandar Tisma
MartinaBookaholicvor 7 Jahren

Handlung:
Die Geschichte handelt von einem verfolgten Juden, der der sich im Lager als Kapo auf die Seite der Nazis schlägt, um sich selber am Leben zu erhalten. In dieser Zeit wechselt er von der Rolle des Opfers und wird selber zum Täter, indem er sich eine Frau mit Hilfe seiner Macht als Kapo sexuell gefügig macht. Noch Jahre nach dem Krieg verfolgt ihm diese Schuld....
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Meine Gedanken zum Buch:
Sehr eindringliche Geschichte, die einem oft den Atem vor Entsetzen und Erstaunen raubt und man sich unweigerlich selbst fragt, wie man in dieser Situation handeln würde..
Oft ist man verleitet sich selber "heraus zu nehmen", über sich selber besser zu denken und zu glauben, man könnte in einer ähnlichen Situation mitfühlender handeln und nicht die gleichen schrecklichen Dinge tun - aber im Endeffekt kann das niemand von uns wirklich beantworten, bevor man sich nicht selber in solch einer Situation befunden hat. Und ich denke mir, wenn es um das nackte Überleben geht, tun einige (wenn nicht die meisten Menschen) Dinge, die einem vorher dem Atem stocken ließen. Ich glaube wir alle tragen in uns etwas Böses, wie auch Gutes und es ist jeden Tag an uns die gute Seite zu stärken und uns davor zu bewahren auf dem dunklen Abgrund zu zuschlittern... um uns vor bösen und schlechten Entscheidungen und Taten zu schützen, die ansonsten in einer Notsituation eventuell zu Tage treten könnten...
Tismas zeigt auf eindringliche Weise wie schnell man sich vom Opfer zum Mörder/ Täter verwandeln kann, wenn man genug Schlimmes mit ansehen muss und um sein eigenes Überleben in einer erbitterten Welt kämpft.
Sehr dramatisch zu lesen und das Schlimmste ist, das diese Geschichte keine Fiktion ist, sondern es wirklich (wahrscheinlich auch öfter) im zweiten Weltkrieg passiert ist. Die Menschen können die grausamsten und abscheulichsten "Tiere" auf dieser Welt sein!
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Cover:
Passend zum Thema, aber trotzdem nicht eines, dass einem sofort in das Auge springt... aber es lässt einem die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit spüren.
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Fazit:
Ein atemberaubender Roman, der einem nicht nur einmal das Blut in den Adern gefrieren lässt und den Leser zwingt sich und seine eigenen Handlungen zu überdenken.

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Rezension zu "Der Gebrauch des Menschen" von Aleksandar Tisma

Rezension zu "Der Gebrauch des Menschen" von Aleksandar Tisma
Hallogenvor 8 Jahren

Grausam, brutal, unerträglich. Was der serbische Schriftsteller da schildert, ist keineswegs leichte Kost. Gezeigt wird das Leben dreier Personen im serbischen Novi Sad: Vera, die jüdische Frau, die im Zweiten Weltkrieg schlimmste Qualen erleiden muss und danach erneut zum Opfer wird, weil sie das Mitleid kaum ertragen kann. Sredoje, der serbische Sexsüchtige, der im Zweiten Weltkrieg zum Kollaborateur wird und dann eine ungewöhnliche Wandlung durchmacht, und die Deutschlehrerin Anna, die an ihrem Weltschmerz leidet, während in ihr eine echte Krankheit schlummert. Drei Schicksale, die nicht miteinander vergleichbar sind, drei Lebenswege, die sich kreuzen und wieder trennen. Und über allem schwebt ein ungewöhnliches Tagebuch.

Ein sperriger Roman, aber äußerst durchdacht und geschickt konstruiert. Die Schrecken, die die einzelnen Personen erleiden, machen einem erneut klar, das die Schilderung eines Einzelfalls oft mehr aussagt, als Zahlenreihen von Opfern. Ein wichtiges und großes Buch, bei dem man mitdenken muss, um alles zu verstehen. Manche der Gewaltexzesse sind nichts für schwache Nerven, und nur mit dem Wort 'ekelhaft' zu beschreiben. Nur sind sie leider allesamt nah an der Wahrheit. Überzeugend ist vor allem die Figurenzeichnung, die keinerlei Schwarz-Weiß-Färberei zulässt. Hier gibt es schlicht keine Helden, und genau daraus entstehen starke Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten.

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