Aleksandar Tisma Die wir lieben

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Inhaltsangabe zu „Die wir lieben“ von Aleksandar Tisma

Ein Roman über die Prostituierten in Tismas Heimatstadt. Scharfsichtig, lakonisch und ohne Zweideutigkeiten beschreibt er das Geschäft mit der Liebe. Die wir lieben - das sind die Prostituierten und Gelegenheitshuren der Stadt, die Kupplerinnen und Schulmädchen in den Armenvierteln. Der Autor bleibt ... auf Distanz zu ihnen, ein Erzähler in altmodischer Manier. Es reicht ihm schon, wenn die Männer, die Schüchternen und die Lüsternen, den Mädchen zu nahe rücken. Das ist von großer Tristesse durchdrungen - und durch immer wieder aufblitzenden Witz meisterhaft aufgehellt ... Volker Hage in "Der Spiegel"

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  • Rezension zu "Die wir lieben" von Aleksandar Tisma

    Die wir lieben
    emeraldeye

    emeraldeye

    04. June 2012 um 15:10

    "Die wir lieben" von Aleksander Tisma handelt vom Überleben, insbesondere der Frauen, in der Kleinstadt Novi Sad nach dem 2. Weltkrieg. Es beschreibt in lose miteinander verknüpften Momentaufnahmen, wie Frauen versuchen, sich nach Kriegsende ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Viele von ihnen werden zu Gelegenheitsprostituierten, weil sie kaum eine andere Wahl haben. Es gibt keine ausreichend bezahlte andere Arbeit, alle müssen sie nach Auswegen suchen, um sich und oft auch noch ihre Familien durchzubringen. Da die Prostitution offiziell verboten ist, müssen die Frauen ständig auf der Hut sein und sind oft völlig abhängig von den wenigen Kupplerinnen, die die Stadt in Reviere und unter sich aufgeteilt haben und darüber entscheiden, welche Frau sich wann und wo mit einem "Interessenten" treffen darf. All dies findet auf Umwegen statt, nie wird direkt "darüber" gesprochen und verhandelt. Alle tun so, Recht und Gesetz eingeschlossen, als würde es diese besondere Form einer Schattenwirtschaft nicht geben. Denn alle verdienen daran. Die Polizei, weil sie wegsieht, die Kupplerinnen, weil sie ihre Beziehungen und ihre Wohnungen zur Verfügung stellen und die Frauen, weil sie ihre Körper hergeben. Doch auch wenn diese Geschäfte selbstverständlich erscheinen und von Tisma fast beiläufig in einer äußerst sachlichen Sprache geschildert werden, hinterlassen sie doch Spuren, die sich nie mehr tilgen lassen. Ungewollte Schwangerschaften, Krankheiten, blaue Flecken und auch mal eine Gefängnisstrafe. Doch die Frauen sind zutiefst entschlossen, zu überleben und irgendwann auch wieder ein besseres Leben zu haben. Und deshalb machen sie weiter. Unvorstellbar, dass Frauen nach dem 2. Weltkrieg gezwungen waren, so zu leben, um zu überleben. Inzwischen gibt es aber immer mehr Informationen zu diesem Tabuthema. Am bekanntesten ist wohl "Eine Frau in Berlin" von Anonyma. Es ist zutiefst tragisch und bitter, dass es auch heute noch, z.B. in Asien und Osteuropa, für viele Frauen kaum andere Möglichkeiten gibt, genug zum leben zu verdienen. Er könne, hat Tisma einmal gesagt, am Verhalten der Menschen nichts ändern, er könne nur beschreiben, woher es kommt. Diese Aussage ist im Hinblick auf die Situation vieler Frauen heutzutage auch im 21. Jahrhundert noch absolut gültig.

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