Aleksandr Voinov Risikokapital

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Inhaltsangabe zu „Risikokapital“ von Aleksandr Voinov

Martin David, ein fleißiger aber unerfahrener Finanzanalyst, ist das neue Mitglied des Investment-Teams von Skeiron Capital Partners in London. Sein Boss ist ein erklärtes Finanzgenie, aber er ist auch anmaßend und anstrengend. Trotz dessen sprunghaften Verhaltens kann Martin nicht anders, als sich beruflich und persönlich von ihm angezogen zu fühlen. Zu schade, dass sein Boss das offenbar nicht erwidert. In einer Firma, wo Herkunft und Verbindungen viel mehr wert sind als Martins nagelneuer Wirtschaftsabschluss, fühlt er sich extrem unzulänglich – zumindest, bis er den rätselhaften Investmentmanager Alec Berger trifft, der ihm verspricht, ihm dabei zu helfen, sich in der Finanzwelt zu etablieren. Martin ist von Alecs Kultiviertheit und Esprit so bezaubert, dass er ihm Informationen gibt, die besser vertraulich geblieben wären. Dann schlägt die Finanzkrise zu – Banken brennen, Unternehmen befinden sich am Rande einer Katastrophe. Martin gerät mitten in den Kampf um Skeiron – gegen die abrutschende Wirtschaft und einen rücksichtslosen Feind, der aus dem Schatten getreten ist, um die Beute zu kassieren. Risikokapital ist der neue schwule Finanzthriller von EPIC-Preis-Gewinner und Finalist im Lambda-Wettbewerb Aleksandr Voinov.
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  • Diese Investition hat sich definitiv rentiert

    Risikokapital

    BarbaraDrucker

    30. October 2017 um 20:20

    Ein faszinierender Mann ist dabei, sich das Leben zu nehmen. Er benutzt seinen edlen Brieföffner, inszeniert seinen Abgang stilvoll und kultiviert. "Risikokapital" beginnt mit einem fesselnden Prolog, der höchst neugierig auf Francis de Bracy macht. Ab Kapitel 1 wechselt die Perspektive zu Martin David, einem unerfahrenen, aber aufstrebenden Investmentbanker, und doch konnte ich diesen Prolog nicht vergessen, fragte mich ständig, ob Francis stirbt oder gerettet wird."Risikokapital" spielt in der Hochfinanz, der vorranginge Grund, warum ich das Buch kaufte. Der Autor packte mich jedoch nicht nur mit dem Setting. Beeindruckt hat er mich durch die Art und Weise, wie er meine Sympathien lenkte, wie er mich hineinzog in das Spiel von Manipulation und Verführung. Der Originaltitel "Return on Investment" trifft ins Schwarze. Alles in diesem Geflecht ist Investition. Nicht nur die Kapitalbeteiligung an angeschlagenen Unternehmen muss Rendite abwerfen, sondern auch Beziehungen. Sie sind nicht romantisch, sondern triebgesteuert. Sie dienen der Kontaktpflege und dem Aufbau strategischer Allianzen. Doch letztendlich zeigt sich im Anlagestil auch der Charakter der verschiedenen Spieler. Stünden am Anfang nicht Francis' Vorbereitungen für den Selbstmord, würde man auch als Leser gnadenlos auf seinen nicht minder faszinierenden Gegenspieler Alec hereinfallen. Charismatisch, charmant, ein Mann, dem sogar ich geneigt war, seinen Übergriff zu Beginn zu verzeihen, nimmt er doch Martin später unter seine Fittiche, wird sein erster Mentor und treibt Martins Karriere voran. Die zahlreichen Sexszenen zwischen den beiden gehören zum Besten, was ich bisher in Sachen schwuler Sex gelesen habe. Nie pornografisch, kaum voyeuristisch, sondern mit jeder Faser fühlbar. Normalerweise habe ich mit Sexszenen aus der Feder männlicher Autoren meine Probleme, weil sie für mich als Frau meist unappetitlich und in ihrer Fixierung auf die Körpersäfte frustrierend sind, ich die emotionale Komponente vermisse. Hier jedoch passt alles: die Körperlichkeit und das Gefühlsleben, diese Szenen sind wahrhaft sinnlich.Diese Sinnlichkeit fehlt Francis. Er wird zwar als physisch attraktiv und charismatisch beschrieben, doch das ist für mich nicht fühlbar. Er ist unnahbar, gibt nichts preis und es knistert nichts. Und doch schafft es der Autor, meine Sympathien ab der Hälfte des Buches auf ihn zu verlagern, und Francis wird mein Held. Das ist die Meisterleistung in diesem Roman. Die Handlung ist gut und schlüssig erdacht, leider nicht immer plausibel umgesetzt. Ich kaufe dem Autor zwar Alecs Ende ab, jedoch nicht in der dargestellten Geschwindigkeit. So stark die Verführung durch Alec geschrieben ist, so unglaubwürdig sind die anderen sexuellen Begegnungen in meinen Augen. So naiv sind die Mitspieler nicht. Auch manche Handlungsfäden verlieren sich im luftleeren Raum, zum Beispiel, was Alec mit den ihm von Martin übergebenen Daten macht. Mir fehlten die Konsequenzen dieser Betriebsspionage, auch und vor allem für das Vertrauensverhältnis von Martin und Francis.Ich schwankte, ob diese stellenweise fehlende Plausibilität den fünften Stern kosten muss. Dennoch vergebe ich ihn, weil sie letztendlich nicht wichtig war für meinen Lesegenuss. Weil ich in der ersten Hälfte selbst Alecs Charme erlag und während der letzten 35 % den E-Reader einfach nicht mehr zur Seite legen konnte. Weil leider nur sehr wenige Bücher es schaffen, mich tief in die Story zu ziehen und mit den Figuren mitzufiebern. Ein Buch, bei dem ich voll auf meine Kosten kam. Tolles Setting, niveauvolle und souveräne Sprache, großartige Beziehungsgeflechte, sinnlich und spannend. Unbedingt zu empfehlen!

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