Alena Graedon Das letzte Wort: Roman - diezukunft.de-Edition

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Inhaltsangabe zu „Das letzte Wort: Roman - diezukunft.de-Edition“ von Alena Graedon

Die nahe Zukunft: Bücher, Zeitungen und Zeitschriften sind so gut wie ausgestorben – die Smartphones, genannt Mems, übernehmen für die Menschen jegliche Form der Kommunikation. Als Synchronic Inc., ein riesiger Computerkonzern, mittels einer Wörter- App die Sprache selbst monopolisieren will, kommt es zur globalen Katastrophe: Die App setzt einen Virus frei, der den Menschen das Sprachvermögen raubt – völliges Verstummen und im schlimmsten Fall der Tod sind die Folge. Einzig ein Geheimbund aus Linguisten und Lexikografen versucht, Synchronic Inc. aufzuhalten. »Ein düsterer und innovativer Thriller über die Gefahren moderner Technologie.« Kirkus Reviews

Gute Idee, aber verwirrend und nicht sehr spannend umgesetzt.

— gorgophol
gorgophol

Gute Idee, kongenial in die nahe Zukunft umgesetzt, leider im Wortmeer 'ersoffen'

— rallus
rallus

Gute Idee, leider durch Logikfehler und Ausschweifungen etwas anstrengend....

— Sandra1978
Sandra1978

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  • Die Wortgrippe

    Das letzte Wort: Roman - diezukunft.de-Edition
    dominona

    dominona

    07. June 2016 um 22:40

    Das sollte die Whatts-ap-Generation erschaudern lassen: Maschinen, die unsere Kommunikation mehr und mehr übernehmen und dann von einem Virus infiziert werden, der, auf den Menschen übertragen, zum Tod führen kann.Die Idee ist gold wert, aber leider hakelt es an der Umsetzung. Es ist auf jeden Fall ein Buch, bei dem man sich konzentrieren muss, um folgen zu können und von Hegel sollte man auch mal etwas gehört haben. Am besten, man liebt einfach Sprache, dann macht das Buch auch richtig Spaß.

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  • Ertrunken im Wortmeer

    Das letzte Wort: Roman - diezukunft.de-Edition
    rallus

    rallus

    12. May 2016 um 09:34

    Wer kennt das nicht? Mitten im Gespräch, mitten im Satz, stockt man, da einem das passende Wort nicht einfällt. Es liegt einem auf der Zunge, aber von dort will es einfach nicht weg. In Zeiten der schnellen Internetverfügbarkeit hat man das Wort schnell, nach einer Suche auf seinem Smartphone, gefunden. Auch strittige Gespräche oder fehlende Informationen können so schnell bereinigt bzw. ergänzt werden. Doch diese Wortfindung hat auch ihre Tücken. In vielen Nachrichtensystemen wie SMS oder Whatsapp werden automatische Vorschläge schneller geladen als es einem lieb ist. So entstehen manchmal witzige und falsche Wörter in einer digitalen Konversation. Doch was ist, ein paar Jahre, Jahrzehnte weiter gesponnen, wenn die Systeme mit dem Gehirn verbunden sind und automatische Wortergänzungen einem blitzschnell über seine MEM in den Mund gelegt werden. Wäre das nicht sensationell? Eine Revolution. Auch wenn man ein paar Cent dafür bezahlen würde, automatisch abgebucht, würde es einen doch nicht arm machen. Den Einzelnen nicht arm, aber den Konzern der dieses verkauft, sehr reich. Ausserdem lauern noch andere Gefahren. „So ist es zu unserer gegenwärtigen Krise gekommen: Unser Sprachvermögen – und vielleicht auch Denkvermögen – wird so ernsthaft beschädigt, dass selbst für so simple Dinge wie das Lesen von Schlagzeilen, das Erzählen von Gutenachtgeschichten oder ein Gruß an die Familie zu Thanksgiving diese Woche die Unterstützung eines technischen Geräts notwendig ist.“ Heutige Internetkonzerne bedienen sich beim Kunden schon aufgrund ihrer Monopolrolle. Google, Facebook, Ebay, Amazon um nur ein paar zu nennen, verändern das Bild der Welt, die Gesellschaft und auch die Wirtschaft rasch. Dadurch werden diese Konzerne zu den Hauptakteuren und können die Preise in ihren Segmenten bestimmen. In der nahen Zukunft, im vorliegenden Roman, ist es der Konzern Synchronic, der das sogenannte MEM herausbringt. Mit dem Gehirn verbunden, ahnt es blitzschnell, was seinem Benutzer gut tut. Die richtige Musik wird automatisch zu Hause aufgelegt, ein Taxi herbeigerufen, ohne dass man daran denken oder sich irgendeiner Art der Kommunikation bedienen muss. Praktisch, oder? Doch was bleibt auf der Strecke? „Seit Bücher nicht mehr gedruckt werden und wir statt zu lesen nur noch Datenstreams konsumieren und uns eher simsen als schreiben – seit Mems die Könige wurden – hat der Durchschnittsbenutzer sehr viel weniger Bedarf an echten Bedeutungen.“ Worte sind wichtig für die Kommunikation. Worte haben Bedeutung und können nicht so einfach ausgetauscht werden. Selbst neue Wörter die aus dem Leben, aus der Gesellschaft entstehen, geben Auskunft über eine veränderte Welt wieder, in der die alten Wörter nicht richtig greifen. „Worte sind Flaschenzüge durch die Zeit, wie ich gelernt habe. Portale in fremde Gedanken. Seltsame Riten. Verschandelte Herzen. Ohne Worte sind wir Waisen der Geschichte – unsere Leben und Gedanken ausgelöscht.“ Alena Graedon geht sogar noch weiter: „Vermutlich will ich nur sagen, dass Sprache zwar groß, sperrig und in ständiger Veränderung begriffen ist – mit anderen Worten, Sprache ist wie die Liebe -, doch im Gegensatz zu Dr. D. denke ich nicht, dass sie größer ist als wir. Ich glaube, es ist unsere Pflicht, sie zur Geschlossenheit zu zähmen, die unruhigeren Tendenzen zu unterdrücken, ihre Bedeutung zu verifizieren und – vor allem – ihre Effizienz, ihr Potenzial zur Überbrückung von Subjektivität zu testen. (Wir sollten Sprache wirklich wie Liebe behandeln).“ Doch das soll jetzt keine philosophisch wissenschaftliche Abhandlung über Wörter, Bücher oder Kommunikation werden, zurück zum Buch. Ana und ihr Vater Doug Johnson arbeiten an der Auflage eines der letzten Bücher, ein Lexikon. Die gedruckte Auflage ist höchstens dreistellig, Bücher sind ein aussterbendes Produkt, kaum jemand liest sie noch, die MEM von Synchronic beherrscht den Markt. Doug Johnson verschwindet plötzlich von der Bildfläche ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Zeitgleich bringt Synchronic eine Weiterentwicklung der MEM, den Nautilus auf den Markt. Ein Apparat der über die DNA mit dem Körper verbunden ist. Ana sucht verzweifelt ihren Vater und kommt einer Geheimverschwörung auf die Spur. Durch den Nautilus und den Wortaustausch, will Synchronic den kompletten Markt beherrschen und ihr Vater hat das herausgefunden. Zeitgleich wird bei manchen Menschen eine Aphasie, ja sogar eine sogenannte ‚Wortgrippe‘ mit Fieberschüben, Wortaussetzern, die bis zum Tode führen, festgestellt. Der Virus breitet sich schnell über die ganze Welt aus. Hat Nautilus etwas damit zu tun? „Der Trick, die Bedeutungen von Wörtern zu vertauschen, ist einer der ältesten. Man denke nur an Freiheit und Demokratie. …Letztendlich ist es ein Problem der Kurzsichtigkeit. Eine Abhängigkeit von dem, was als Nächstes kommt. Die Menschen sind so besessen von der Zukunft, dass sie sie erfinden, dass sie die Nachrichten erschaffen, ihre eigene Auswertung erdichten. Wir tun das bereits seit Jahren.“ Der Roman wird immer gut wenn die Charaktere ihre philosophische Sicht der Dinge erzählen. Gedanken zu Wörtern, der Gesellschaft: „Durch Zufall hat das gedruckte Buch uns anhaltende Konzentration, abstraktes Denken und Logik gelehrt. Unsere natürliche Tendenz ist, der Ablenkung nachzugehen – den Horizont beständig nach Angreifern abzusuchen und neue Wege einzuschlagen, Bücher brachten uns dazu, dies Aufmerksamkeit nach innen zu richten, immer prächtigere Schlösser in dem stillen Königreich unseres Geistes zu erbauen. Durch diesen Prozess der Reflexion und des tiefgründigen Denkens haben wir uns weiterentwickelt.“ Doch passiert dies leider viel zu wenig. Die Geschichte wird aus der Sicht von Ana, eine Frau Ende zwanzig erzählt, die gerade ihren Freund verlor und dem Leser hysterisch und schwafelnd die Suche nach ihrem Vater erzählt, sich dabei viel zu oft in unwichtigen Dingen verliert. Manche Kapitel sind aus der Sicht ihres Kollegen erzählt, der in Ana verliebt ist, aber durch die Wortgrippe verliert er seine Fähigkeit sinnvolle Sätze zu schreiben. Manche Logiklöcher tun sich munter in der Erzählung auf und so wird die ganze gute Idee langsam und wortgewaltig im Wortmeer begraben. Alleine die Idee bewahrt die Geschichte noch vor dem Ertrinken und am Ende schafft es Alena Graedon trotzdem noch, das Buch ins Trockene zu bringen. „Worte funktionieren nicht immer. Manchmal kommen sie schlecht weg. Gespräche können zu Konflikten führen. Diplomatie kann scheitern. Manche Unterschiede bleiben trotz aller Gespräche unvereinbar. Menschen machen leere Versprechungen, halten ihr Wort nicht, sagen Dinge, die sie nicht glauben. Doch Verbindung mit uns selbst und anderen ist der einzige Weg, wie wir leben können.“ Ein paar gute Ideen sind zu verzeichnen, aber das alleine macht noch keinen guten Science Fiction Roman aus. Diese Autorin sollte man trotzdem im Auge behalten, sie wird bestimmt noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.

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  • Macht nachdenklich - leider nichts für den ungeübten Leser

    Das letzte Wort: Roman - diezukunft.de-Edition
    Sandra1978

    Sandra1978

    Rezension zu „das letzte Wort“ von Alena Graedeon Inhalt : Irgendwann in der näheren Zukunft. Das geschriebene Wort ist fast ausgestorben – die Menschen sind abhängig von den sogenannten Mems ( so eine Art weiterentwickelte Tablets ). Die Mems sind so intelligent, dass sie unaufgefordert agieren und zum Beispiel Taxis rufen oder Wörter vorschlagen, wenn sie merken, dass dem Besitzer im Gespräch ein Wort nicht einfällt – der sogenannte Wortaustausch. Die Firma Synchronic Inc., die die Mems vertreibt, plant eine Weiterentwicklung auf den Markt zu bringen – das Nautilus, das direkt auf die Haut aufgebracht wird und optimalerweise mit einem implantierten Mikrochip interagiert. Eine neue App soll die Markteinführung begleiten und alle User zum mitmachen animieren : Sie können die Wörter zu festgelegten Bedeutungen neu erfinden und Geld gewinnen. Doch Synchronic Inc. hat etwas teuflisches mit in die App programmiert : Ein Virus, die sogenannte Wortgrippe, greift um sich. Menschen vergessen zunehmend Wörter und der Wortaustausch, eine weit verbreitete App auf den Mems, die jeder bei sich trägt, liefert den Usern die von den Spielern gespeicherten falschen Wörter aus dem Gewinnspiel.  Dies führt dazu, dass die Menschen sich nicht mehr verständigen können, da keiner die neuen Wörter kennt. Zudem gibt es körperliche Symptome ähnlich einer Grippe, die Todesfälle nehmen zu. Ana und Doug Johnson arbeiten für das letzte Lexikon, das noch als Printausgabe herausgebracht wird. Kurz vor der Veröffentlichung verschwindet Doug, Anas Vater. Hat Synchronic Inc. etwas damit zu tun ? Eine unglaubliche Suche beginnt, und Ana lernt die Gegenbewegung Diachronic Society kennen, die die Aufrechterhaltung des geschriebenen Worts verfechten und versuchen, Synchronic Inc. zu stoppen und Anas Vater zu retten……. Meine Meinung : Eigentlich spannend – leider „verliert“ man vor allem in der ersten Hälfte des Buches durch sehr ausschweifende philosophische Betrachtungen in Form des Tagebuchs von Anas heimlichem Verehrer sehr oft den Faden und der Spannungsbogen wird unterbrochen. Weiterhin schwächelt die Story in der Logik : Wie soll ein Computervirus bzw. Sprachprobleme tödlich verlaufende Grippeerkrankungen hervorrufen ? Die „logische“ Erklärung, die dem Leser hier Aufschluß gibt, fehlt. Zumindest der Handlungsverlauf wird in der zweiten Buchhälfte flüssiger, wodurch das Lesen dann zunehmend Spaß macht, während die letzten 50 Seiten dann wieder sehr ausschweifend und philosophisch werden. Eigentlich schade, aus den 570 Seiten hätte man definitiv mehr rausholen können, denn der grundlegende Gedanke ist nicht schlecht und wie Romane wie z.B. „der Circle“ von Dave Eggers bewiesen haben, der sich ja mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt, kann das Thema auch sehr viel atemberaubender angegangen werden. Fazit :   Gerne lesen – macht auf jeden Fall nachdenklich und ich kann die Moral aus der Geschichte nur unterstützen in der heutigen Zeit, in der immer mehr „Nichtleser“ und „Fernsehjunkies“ groß werden :  Vergesst das geschriebene Wort nicht – lest Bücher, Zeitschriften, schreibt selber !!!  Lesen bildet ! Aber : Wer auf seichte Unterhaltung aus ist, sollte sich für ein anderes Buch entscheiden – hier muss mitgedacht werden.  

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