Kettenreaktion

von Alesia Fridman 
4,4 Sterne bei45 Bewertungen
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (42):
Emys_bunte_Welts avatar

Von Klappentext her habe ich mir das Buch anders vorgestellt, es war aber dennoch gut.

Kritisch (1):
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Ich stehe zu meiner Kurzmeinung und finde das Buch einfach schlecht geschrieben! Begründungen in der Rezi.

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783947651139
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:406 Seiten
Verlag:M. Schmidt
Erscheinungsdatum:02.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Emys_bunte_Welts avatar
    Emys_bunte_Weltvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Von Klappentext her habe ich mir das Buch anders vorgestellt, es war aber dennoch gut.
    Ein Buch dessen Thema ich erstmal verdauen musste

    Kettenreaktion

    von Alesia Fridman

    Worum geht es im Buch:

    Der dreiundzwanzig Jährige Matteo Valluzzi muss für zwei Jahre ins Gefängnis und lernt schnell, das dort andere Gesetze herrschen, als draußen. Wer sich nicht von vornherein behaupten kann, wird versklavt. So ergeht es auch Matteo, er ist nicht besonders groß und auch nicht stark, der perfekte „Fisch“, wie die Frischlinge genannt werden für einige Alteingesessenen, einige wollen gerne mal Naschen, aber letztlich ist es ein Russe namens Sergej der ihn für sich beschlagnahmt.
    Schlimm erweise ergeht es ihm noch gut, den ein anderer der kurz nach ihm kommt, hat es noch schlimmer erwischt, sein Besitzer ist brutal und verkauft ihn an interessierte.
    Matteo sucht sich im Gefängnis eine Arbeit und etwas Geld zu haben und die Zeit tot zu schlagen, später reicht ihm das aber nicht mehr und er fängt an wieder an Medizin zu Studieren, auch als er später wieder raus ist, verfolgt er weiter sein Ziel und will neu anfangen, vergessen, nach vorne schauen … aber Sergej meldet sich wieder …

    Meine Meinung:
    Die Geschichte wird schonungslos erzählt, dennoch wird mit den Themen sensibel umgegangen.
    Ich fand es schön, das Matteo sein Studium weiter verfolgt und er auch viel Unterstützung von dem Psychiater, der an der Uni  arbeitet bekommt , dennoch fand ich, dass es zu geballt war und damit zeitweise etwas langatmig. Es hat der Geschichte aber keinen Abbruch getan. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass er sich seiner Traumata hätte stellen können und eine Therapie gemacht hätte, anstatt durch Arbeit zu verdrängen. Aber auch solche Menschen gibt es, sie halten nur meist nicht lange durch.

    Das Buch ist 400 Seiten lang.

    Zur Autorin: Alesia Fridman arbeitet in einem medizinischen Beruf. Wo sie immer wieder auf Menschen in schwierigen Lebenssituationen stößt, manche Geschichten gehen ihr nie wieder aus dem Kopf. Mit der Bandbreite menschlicher Emotionen, die ihr durch ihren Beruf begegnen, nutzt Sie zum erzählt ihrer Geschichten.
    Es sind Menschen, deren Leben eine unerwartete Wendung nimmt, die Liebe finden, wo sie gar keine erwartet haben, oder die Wege einschlagen, von denen sie nicht absehen können, wohin sie führen.

    Folgende Bücher sind von der Autorin bislang erschienen:
    Portugiesische Assemblage
    Mutterland – In der Hitze Afrikas
    Die Traumtaucher
    Seifenblasen
    Kettenreaktion

    Fazit: Ein gutes Buch, mit schweren Themen. Es ist nichts für schwache Nerven und als Opfer von Sexueller Gewalt sollte man das Buch mit Vorsicht genießen.

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    Sakle88s avatar
    Sakle88vor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Laut der Beschreibung in der Leserunde habe ich was anderes erwatet, wurde aber dennoch nicht enttäuscht.
    Kettenreaktion

    Inhalt:
    Matteo kommt für zwei Jahre ins Gefängnis. Dort trifft er nicht nur auf Insassen die es auf ihn abgesehen haben sondern auch auf Wärter die mehr durchgehen lassen als sie sollten. Der Russe Sergej ist ein berüchtigter Mithäftling und eben dieser nimmt Matteo wann und wie er will. Matteo wird dadurch zu seinem Leigeigenen. Was ihm zwar den Schutz vor den anderen bringt aber nicht den Schutz vor dem Missbrauch und den Vergewaltigungen durch Sergej.

    Aber es geht auch schlimmer, denn Toni hat es noch schwerer als Matteo. Auch Toni ist ein Leibeigener und was er alles durchmachen muss ist deutlich schlimmer als Matteos Schicksal. Und somit versucht Matteo ihm zu helfen.
    Doch auch nach seiner Haftentlassung macht sich eine Abhängigkeit in Matteo breit. Denn er vermisst Sergej und weiß so gar nicht wie er das einordnen soll.

    Meine Meinung:
    Das Cover finde ich sehr schön. Irgendwie passt es für mich zur Geschichte. Es spiegelt eine Zerissenheit wieder die man auch in Matteo wieder findet.
    Der Schreibstil von Alesia Fridman konnte mich wirklich begeistern und mitnehmen. Er ist leicht und flüssig zu lesen, wenn auch an manchen Stellen sehr bildlich.
    Wir lesen die Geschichte aus Matteos Sicht, aber es gibt auch verschiedene Kapitel aus anderer Sicht.
    Was mir immer sehr gut gefällt. Ich mag diese Perspektiv wechsel gern.
    Die Charaktere empfinde ich sehr gut dargestellt. Ich habe regelrecht mitgefühlt und es hat mich zum Teil erschüttert was Matteo aber vor allem Toni durchmachen mussten. Ich musste schwer schlucken und die Tränen zurückhalten als ich das Kapitel aus der Sicht von Tonis Schwiegermutter in Spe gelesen habe. Das war wirklich hart.

    Besonders gut gefällt mir auch das Matteo schon während seiner Haft an seine Zukunft denkt und daran wie es weiter gehen soll wenn er Entlassen wird. Hier finden wir auch Menschen die ihm wirklich eine Chance geben wollen. Wodurch wir den Glauben an die Menschheit nicht verlieren.

    Ja, ich habe eigentlich erwartet das man hier näher auf das Stockholm-Syndrom eingeht und das es vielleicht sogar wissenschaftlicher wird. Aber trotzdem wurde ich nicht enttäuscht. Ich habe das Buch geradezu an einem Tag verschlungen.

    Fazit:
    Eine tiefgründige und berührende Geschichte die einen zum nachdenken bringt. Mich hat sie mitgenommen, begeistert und auch aufgewühlt. Von mir gibt es vier Sterne und eine klare Leseempfehlung :)

    Vielen Dank an Alesia Fridman für das Exemplar, im Rahmen einer Leserunde.
    Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche und persönliche Meinung!

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    L
    Lesenettivor einem Monat
    Kurzmeinung: Bewegend & sensibel geschrieben. Ein textlich sehr gut zu lesendes Buch, das wirklich eine Kettenreaktion an Spannung auslöst.
    Ein tolles Buch!!!

    Ein wahnsinnig tolles Buch, was keine Wünsche offen lässt.
    Ich hatte wirklich viel Freude & Spannung dabei, so dass ich es kaum zur Seite legen konnte & am liebsten sofort alles durchgelesen hätte.
    Es geht um einen liebenswerten, jungen Mann, der nach seiner Straftat ins Gefängnis kommt & dort vom Mithäftling Sergej abhängig ist, also durch den er geschützt wird, aber zugleich auch regelmäßig missbraucht wird. Auch nach seiner Entlassung, verbunden mit einem neuen Job & einer schwierigen Liebe, kommt er nicht von Sergej los.
    Ein sehr schöner leicht zu lesender Text in markantem Schreibstil, der sich superfließend lesen lässt & den man auch ganz einfach versteht.
    Zudem mangelt es kaum an Spannung & die einzelnen Szenarien sind nicht zu lang gestaltet & werden dadurch keineswegs langweilig. Einfach top & ein auf jeden Fall zu empfehlendes Buch!!! 

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    B
    bgruentervor einem Monat
    Kurzmeinung: Jeder hat eine 2. Chance verdient
    eine 2. Chance

    ein sehr tiefgründiges und bewegtes Buch.
    Hier zeigt sich, dass man fast alles erreichen kann, wenn man seine Chancen nutzt. Egal
    ob bein ersten oder zweiten Mal.
    Die Geschichte über Matteos Leben, wie er eine Gefängnisstrafe doch noch sein Leben in den Griff bekommt und meistert, ist sehr bewegend.
    Da dieses Buch nicht meinen sonstiges Lesegenre entspricht, fand ich es sehr bewegend und interessant. Es hat mich sofort in seinen Bann gezogen, obwohl ich zu gebe, dass ich sehr skeptisch war, ob ich es überhaupt schaffe zu ende zu lesen.Doch ich war sehr gespannt wie Matteo umgeht
    und ob er es schafft die Chance zu nutzen.
    Danke liebe Alesia Fridmann für dieses aussergewöhnliche Lesevergnügen

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    Nyanshas avatar
    Nyanshavor einem Monat
    Kurzmeinung: Leider irreführender Klappentext: Im Grunde ein Ärzteroman.
    Leider irreführender Klappentext

    „Kettenreaktion“ von Alesia Fridman erschien im Juli 2018 und umfasst 398 Seiten. Das Buch ist self published.

    Bewertung

    Erwartet habe ich anhand des Klappentextes eine Geschichte, die sich um das Stockholm-Syndrom drehen wird und sich bestenfalls kritisch mit diesem doch sehr interessanten Thema auseinandersetzt. Ich erhoffte mir eine interessante und teilweise natürlich auch schonungslose Darstellung des Gefängnisalltags, genauso wie eine eben sehr problematische Beziehung zwischen zwei Häftlingen, die durch Abhängigkeit, Grausamkeit, aber auch Zuneigung geprägt sein würde. Was ich bekam, war etwas ganz Anderes. Die Zeit, die der Protagonist im Gefängnis verbringt, ist spannend geschildert, während dieser Seiten war das Buch für mich ein klarer Pageturner. Die Begegnungen mit Sergej, dem Häftling, der Matteo beschützt, ihn aber auch vergewaltigt, waren intensiv und haben die Thematik des Stockholm-Syndroms zumindest eingeführt. Befremdlich war dagegen, dass diese Momente sehr kurz waren und die beiden im Grunde kaum Zeit miteinander verbracht haben. Stattdessen konzentriert die Autorin sich sehr schnell auf einen anderen Häftling, dessen Geschichte nicht nur düsterer, sondern auch spannender als Matteos ist, allerdings nichts mit dem Stockholm-Syndrom zu tun hat. Hier ging es klar nur um die Vergewaltigungen, die viele Häftlinge in Gefängnissen erdulden müssen und die ziemlich eindeutig zu Selbstmordtendenzen führen können. Es wird treffend und realistisch beschrieben, wie Tonis Zeit außerhalb des Gefängnisses trotzdem eine Höllenqual darstellt, weil er sich den Geschehnissen nicht entziehen kann und natürlich auch mit körperlichen Nahwirkungen zu kämpfen hat. Seine Rückkehr ins Leben, die er nicht zuletzt einigen starken Personen verlangt, die ihn auffangen, hat mich sehr berührt.

    Mit Matteos Geschichte – man bedenke, er sollte wohl der Protagonist sein – ging es dagegen für mich immer weiter bergab. Sein Leben außerhalb des Gefängnisses drehte sich fast ausschließlich um sein Medizinstudium. Nicht uninteressant, aber hätte ich einen Roman über Medizin lesen wollen, hätte ich wohl ein anderes Buch gewählt. Dennoch geht es kaum noch um etwas anderes, Studieninhalte, Operationen und Ähnliches werden bis ins kleinste Detail beschrieben. Auch eine Auseinandersetzung mit dem im Gefängnis Erlebten fehlt beinahe gänzlich, Matteo verdrängt die Geschehnisse und will nur noch ein normales Leben führen. Bianca, eine unglaublich anbiedernde und berechnende Mitstudentin, redet ihm daraufhin bis zum Erbrechen ein, dass sie ihn unbedingt will und Normalität darstellt. Darauf steht ja auch jeder Mann: Die Beute, die sich ihm direkt vor die Füße wirft und mit dem Schwanz wedelt. Ein sehr wunderlicher Frauentyp, von dem Matteo selbst unzählige Male behauptet, dass er da mal so gar nicht drauf steht und sich deswegen bei ihm auch gar nichts regt. Dumm nur, dass er sich aus Mitleid/Verwirrung/Erschöpfung dann doch einmal auf sie einlässt. Ganz „zufällig“ wird Bianca natürlich schwanger und Matteo heiratet sie aufgrund des Kindes. Baby trapping at its finest.

    Wo Sergej und das doch angepriesene Thema des Stockholm-Syndroms dabei bleiben, fragt man sich wohl nicht zu Unrecht. Nun, ein paar Seiten, in denen Sergej aus dem Nichts auftaucht, ein paar Mal Sex mit Matteo hat und dann wieder eingebuchtet wird gibt es genauso wie den seltsamen Rat des Akademikers, dass dieser Akt, der im Grunde nach wie vor eine Vergewaltigung darstellt „nicht gut ist“.

    Da sich natürlich die Frage ergibt, ob eine Beziehung zwischen Matteo und Sergej hätte funktionieren können: Ich denke nicht. Das war auch nicht mein Gedanke hinter der Verärgerung, die ich empfand, als eine der beiden Personen, um die es ja laut des Klappentextes gehen sollte, im Grunde nicht mal vorkam. Ich finde es allerdings sehr fragwürdig, dass die Lösung für Matteos Traumata eine Beziehung zu irgendeiner Fremden sein soll, die er weder attraktiv findet, noch liebt. Einfach, weil es ja „normal“ ist, dass ein Mann eine Frau haben muss, wie ihm ja auch seine Familie ständig einredet? Falscher Ansatz, finde zumindest ich. Ich hätte mir stattdessen gewünscht, dass wir nicht nur eine glaubwürdige Entwicklung der seltsamen Verbindung von Matteo und Sergej erleben, die letztendlich in einer intensiven und interessanten Auseinandersetzung mit dem Thema des Stockholm-Syndroms mündet. Was versprochen wird, sollte im Buch zumindest mehr als auf ca. 20 Seiten vorkommen. Die Autorin hat es doch vielversprechend begonnen, was sie dann geritten hat, das Ganze in einen Ärzteroman und in eine an den Haaren herbeigezogene „Lovestory“ (ohne Love) mit irgendeiner Studentin zu verwandeln, erschließt sich mir nach wie vor nicht. Es ist kein schlechter Roman, aber meiner Ansicht nach wurde deutlich am versprochenen Thema vorbei geschrieben.

    Kritische und gelungene Auseinandersetzung mit den Folgen von Gefängnisvergewaltigungen?
    Teilweise, aber nicht beim Protagonisten.

    Nachvollziehbarer Aufbau der Abhängigkeitsbeziehung zwischen Matteo und Sergej?
    Weit gefehlt.

    Darstellung des Stockholm-Syndroms in ausreichendem Maße?
    Absolut nicht.

    Ein guter Roman?
    Mit einem anderen Klappentext vielleicht.

    Fazit

    Da ich gerne bekomme, was auf dem Klappentext versprochen wird, kann ich den Roman leider nicht besser als mit 3/5 Sternen bewerten. Der Anfang war grandios, die Zeit, die Matteo im Gefängnis verbracht hat, wurde intensiv und spannend beschrieben, da hätte man noch so viel mehr herausholen können. Gerade die Bindung Matteo/Sergej hatte so viel Potential, dass es wirklich schade ist, wie der Roman stattdessen verlaufen ist. Rausgerissen hat es für mich Tonis Geschichte, die wenigstens ansatzweise etwas mit dem erwähnten Thema zu tun hatte.

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    S
    susi78vor einem Monat
    sehr berührende Geschichte

    Kettenreaktion von Alesia Fridman:

    Ich war von der ersten Seite an dabei und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
    In erster Linie geht es im Buch um den 23-jährigen Matteo, der 2 Jahre ins Gefängnis muss. Dort stellt er fest, dass es im Gefängnis eigene Regeln gibt, ihm keiner helfen kann und auch die Gefängniswärter gern mal ihre Augen verschließen. Matteo erlebt schlimme Dinge, steht jedoch unter dem Schutz des Russen Sergej. Von diesem wird Matteo aber regelmäßig vergewaltigt. Auch nach seiner Entlassung befindet sich Matteo in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Sergej. Warum das so ist kann er sich selbst nicht erklären.
    Im Knast lernt Matteo Toni kennen. Toni ist jünger als Matteo und steht in der Rangordnung ganz unten. Da Toni noch Schlimmeres durchstehen muss als er selbst, möchte Matteo ihm helfen und tut dies auch.
    Im Knast kämpft Matteo für sich und seine Zukunft. Er hat Glück, denn einige Menschen erkennen sein Potential und unterstützen ihn dabei.

    Die Geschichte wurde weitgehend aus der Sicht von Matteo erzählt. Einige Kapitel sind aber auch aus der Sicht von Toni und anderen wichtigen Charakteren geschrieben.
    Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr angenehm. Einmal angefangen zu lesen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichten von Matteo und auch von Toni haben mich sehr berührt.

    Bei diesem Buch handelt es sich um kein leichtes Buch, aber ich empfehle es zu lesen.

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    StephaniePs avatar
    StephaniePvor einem Monat
    Kettenreaktion

    Matteo betreibt Geldwäsche für die Mafia und wird daraufhin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Im Gefängnis wird er schnell von Sergej unter dessen Fittiche genommen. Sergej schützt Matteo vor den anderen Insassen und missbraucht diesen regelmäßig. Matteo wird schnell von Sergej abhängig. Auch nach seiner Gefängniszeit ist diese Abhängigkeit deutlich spürbar.

     

    Alesia Fridmans Schreibstil konnte mich von der ersten Seite an begeistern. Die Handlung ist einerseits fesselnd aber andererseits auch sehr bedrückend. Mir persönlich haben der Anfang und das Ende des Buches sehr gut gefallen und es wurde Matteos Abhängigkeit und der Gefängnisalltag sehr gelungen beschrieben. Allerdings gab es für mich im Mittelteil zu viele Längen, wodurch sich die Handlung etwas zog.

     

    Die einzelnen Protagonisten sind unglaublich authentisch und glaubwürdig. Sie haben alle sowohl Stärken als auch Schwächen und Ängste, wodurch sie sehr menschlich wirken. Vor allem Matteo wirkte aufgrund seiner liebenswerten und verletzlichen Art, seiner Abhängigkeit, den psychischen Problemen und seinen Wünschen äußerst authentisch. Die Autorin konnte die Gefühle der einzelnen Charaktere sehr gelungen transportieren.

     

    Die Autorin hat ein breitgefächertes und fundiertes Wissen rund um Medizin. Diese Kenntnisse lässt sie geschickt in die Handlung einfließen wodurch sie sehr authentisch erscheint. Allerdings gewinnen diese medizinischen Beschreibungen leider immer wieder etwas an Überhand, wodurch die eigentliche Geschichte rund um Matteo und Sergej etwas in den Hintergrund gerät und Längen entstehen. Die Autorin scheint sehr gut zum Thema Stockholmsyndrom recherchiert zu haben, da alles Geschriebene Hand und Fuß hat.

     

    FAZIT:
    „Kettenreaktion“ ist ein lesenswerter Roman, der die Themen Missbrauch und Stockholmsyndrom gelungen aufgreift. Die Thematik ist zum Teil etwas bedrückend aber sehr glaubwürdig. Für mich persönlich hat sich die Handlung im Mittelteil etwas in die Länge gezogen, weshalb ich 4 Sterne vergebe!  

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    S
    SofieWaldenvor einem Monat
    Ein gewaltiges Stück Leben, außergewöhnlich und sehr echt.

    Matteo will auf eigenen Füßen stehen und nach dem Abbruch seines Medizinstudiums beginnt er als Geldwäscher für die Mafia zu arbeiten, sehr zum Entsetzen seiner Eltern, die in Boston ein gutgehendes Restaurant führen. Seine kriminellen Aktivitäten führen schließlich zu seiner Verhaftung und er muss für zwei Jahre ins Gefängnis.Dort tut sich ihm ein ganz eigener Kosmos auf. Der Stärkere bestimmt und die ultimative Welt hinter den Gefängnismauern wird für Matteo zum Alptraum, bis sich der Russe Sergej seiner 'bedient' und ihn im Gegenzug vor den anderen 'Interessenten' beschützt. Als er den Knast endlich hinter sich lassen kann, ist er ein anderer und voller Pläne für das Leben danach. Und dann trifft er erneut auf diesen Mann; Sergej, und beide merken, da ist noch etwas, was sie miteinander verbindet.

    Ein ungeheuer intensives, abseits des Mainstreams anzusiedelndes Buch, echt, schonungslos und tief hineinblickend in die Urgefühle des menschlichen Seins, dann, wenn die Welt da draußen wegfällt und alles auf das beengte Beieinanderleben einer Gruppe Männer hinausläuft, deren moralische Grenzen sich weitgehend aufgelöst haben. Sehr zu empfehlen für alle, die es zulassen, sich den moralischen Abgründen, die uns hier 'zugemutet' werden, zu stellen. 

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    DianaEs avatar
    DianaEvor einem Monat
    Kurzmeinung: düster, beklemmender Schicksalsroman.
    Alesia Fridman – Kettenreaktion

    Alesia Fridman – Kettenreaktion


    Normalerweise würde an dieser Stelle eine kurze Inhaltsangabe von mir kommen, doch ich verweise diesmal auf den Klappentext, da die Story viel zu komplex ist, um sie mit vier Sätzen abzuhandeln:

    Matteo wird wegen Geldwäscherei verurteilt und schon die ersten Stunden im Gefängnis werden für ihn zur Hölle, da diese von Angst, Frust und Gefahren zwischen den Schwerstverbrechern geprägt ist. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen und Übergriffen, bis sich Sergej seiner annimmt und dafür „Gefälligkeiten“ fordert. Woraus diese bestehen, wird dem Leser recht schnell klar.


    Ich kenne bereits „Die Traumtaucher“ von der Autorin, und so war mir klar, dass es es sich bei ihrem neuem Buch „Kettenreaktion“ höchstwahrscheinlich wieder um seine sehr komplexe, vielschichtige Story handelt.

    Der Schreibstil ist flüssig und modern, die Kapitel sind aus der Sicht verschiedener Charaktere dargestellt, teilweise später auch in der ich-Perspektive, weswegen ich anfänglich Schwierigkeiten hatte, die Vielzahl der Figuren zu trennen und sie auseinander zu halten. Nach etwa einem Drittel des Buches verläuft sich das dann, und mir fiel es deutlich leichter, weiter zu lesen. Aufgrund der vielen Schicksale der Figuren musste ich das Buch öfter zur Seite legen, da ich die Geschichte sehr düster, beklemmend und teilweise auch als erdrückend empfunden habe.

    Die Autorin lockert zwar immer wieder die Stimmung mit lockeren Sprüchen oder einer kleinen positiven Überraschung auf, aber schnell wurde ich in die trostlose, regelrecht triste Szenerie eingezogen.

    Wer diesen Roman zur Hand nimmt sollte sich bewußt sein, dass es sich hier nicht um einen genretypischen Thriller oder eine Romanze handelt, sondern das der Schwerpunkt hier eher auf Matteo liegt, der mit den Folgen seiner Geldwäscherei zu kämpfen hat, und wir in menschliche Abgründe blicken, die erdrückend und beängstigend sind. Das Stockholmsyndrom wird dem Leser mit all seinen Facetten etwas näher gebracht, erschreckend, traurig und doch interessant zu gleich.

    Der Autorin ist es sehr gut gelungen diese Emotionen zu transportieren. Oft war mir nach dem Lesen das Herz schwer, weil sich die Story so realistisch anfühlte. Hier kommt es weniger zu Effekthascherei, sondern geht einfach mit der Tiefe der Emotionen an die Substanz. Zumindest ging es mir so.


    Die Charaktere werden hier facettenreich dargestellt, egal ob es sich um Sergej oder Matteo handelt, egal ob Toni oder Bianca gerade in den Fokus rückt, wichtig ist, dass jeder dieser Figuren seine Eigenheiten hat, jeder seine Lebensgeschichte, jeder lebendig und realitätsnah dargestellt wird.

    Ich will gar nicht näher auf die Figuren eingehen, denn gerade die Entwicklung die zum Beispiel Matteo macht, sollte man lesen und sich selbst erarbeiten, das macht den Reiz des Buches aus, mitzuerleben, wie Matteo sich freizukämpfen versucht, wie die Dynamik der verschiedenen Figuren zueinander ist, wie jeder einen Platz in dieser Geschichte findet.


    Auch die Schauplätze sind gut beschrieben, detailliert und bildhaft konnte ich mich so in der Geschichte besser zurecht finden.


    Das Cover ist interessant, hat mich neugierig werden lassen, zeigt viele kleine Details in dem großen Gesicht.


    Fazit: düster, beklemmender Schicksalsroman. Knappe 4 Sterne.

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    Kaddiesbuchwelts avatar
    Kaddiesbuchweltvor einem Monat
    Kurzmeinung: Abgründig und für jeden anders: tolles Buch!
    Mitreißend

    Der Schreibstil ist detailreich und schnell weg zu lesen. Man ist sofort in der Geschichte drin und verliert sich auch fast in den Erzählungen des 23 jährigen Matteo. Mir gefallen die Nebencharaktere aus dem Johnsons sehr gut, allen voran Toni.

    Die Autorin schafft es sehr gut einen Einblick in die glaubwürdige Entwicklung des Stockholm Syndom zu geben und die Abhängigkeit der beiden Männer zu einander. 

    Im späteren Verlauf der Geschichte, stellt man sich schon die Frage, ob es wirklich Liebe sein kann. Matteo gibt dazu später eine Antwort. Bei Sergej ist dies offen. Aber sicher ist, dass zwischen den beiden Männern etwas ist.

    Ich möchte an dieser Stelle von dem Buch auch gar nicht viel vorweg nehmen. Denn diese Geschichte genießt man ab besten ohne großes Vorwissen. Jeder macht sich daraus ein eigenes Bild, nach eigenen Wertvorstellungen und genau das macht das Buch so besonders.

    Gegen Mitte des Buches kommt etwas Langeweile auf - was aber so nicht weiter schlimm ist, nur das Buch zieht sich etwas. Und die verschiedenen Perspektiven verwirren beim Lesen. Daher kann ich keine volle Bewertung geben, auch wenn das Buch sie verdient hätte. Ich habe so mit Matteo gelitten, mit ihm gehofft, gebangt und seine Geschichte und die der Anderen einfach genossen.

    Bewertung:

    "Kettenreaktion" ist ein wunderbar vielschichtiges Buch und es fällt schwer, sich aus den Buchseiten wieder zu lösen, hat man einmal begonnen es zu lesen. Leider hat der Perspektivenwechsel mich oftmals verwirrt, daher kann ich keine volle Punktzahl geben. Dennoch kann ich das Buch weiter empfehlen und würde es selbst noch einmal lesen.

    Deswegen gebe ich dem Buch 4,5 von 5 Sternen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    »Kettenreaktion« von Alesia Fridman

    Das psychologische Phänomen, bei dem die Opfer einer Entführung ein emotionales Verhältnis zu den Tätern aufbauen, wird seit einer Geiselnahme 1973 in der schwedischen Hauptstadt als Stockholm-Syndrom bezeichnet. Dieses Phänomen wurde auch bei anderen Gewalttaten beobachtet. Kann aus einer solchen Beziehung Liebe werden?
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    Autoren oder Titel-Cover
    Zwei Jahre Haft lautet das Urteil für Matteo Valluzzi, der in Boston Geld für die italienische Mafia gewaschen hat. Matteo ist jung, weiß und zart gebaut. Damit wird er zum Spielball der zumeist schwarzen Insassen des Staatsgefängnisses, bis der Russe Sergej ihn unter seine Fittiche nimmt. Sergej schützt Matteo zwar vor den Übergriffen der anderen Gefangenen, doch dafür missbraucht er ihn sexuell. Unter Sergejs Schutz übersteht Matteo die Zeit im Gefängnis weitgehend unbeschadet. Es gelingt ihm sogar, noch im Gefängnis die Weichen für seine berufliche Zukunft zu stellen.

    Auch nach der Entlassung aus der Haft kann sich Matteo nicht aus der Beziehung zu Sergej befreien. Er kämpft darum, sich ein neues Leben aufzubauen, doch seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein.



    Autoren oder Titel-Cover
    In ihrem Leben außerhalb des Schreibens arbeitet Alesia Fridman in einem medizinischen Beruf. Dort trifft sie immer wieder auf Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die ihrem Schicksal auf unterschiedliche Weise begegnen. Manche Geschichten gehen ihr nie wieder aus dem Kopf. Es ist die Bandbreite menschlicher Emotionen, die die Autorin fasziniert und mit denen sie ihre Leser berührt. Sie erzählt Geschichten von Menschen, deren Leben eine unerwartete Wendung nimmt, die Liebe finden, wo sie sie gar nicht gesucht haben, oder die Wege einschlagen, von denen sie nicht absehen können, wohin sie führen.

    Obwohl es in ihren Romanen Elemente gibt, die verschiedenen Genres wie Reiseroman, romantischer Thriller oder erotischer Roman zugeordnet werden können, handelt es sich bei allen Geschichten der Autorin um Entwicklungsromane.

    „Mutterland – In der Hitze Afrikas“, das zweite Buch der Autorin, befand sich monatelang an der Spitze der Amazon E-Book-Charts in der Kategorie Afrikaromane. Der romantische Australienthriller „Die Traumtaucher“ wurde für den Kindle Storyteller Deal 2016 ausgewählt als eines der fünfzig beliebtesten unter den E-Books.

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