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Rezension zu "Eifel" von Alessandra Barabaschi

Herzschlag der Erde
Thomas_Lawallvor einem Jahr

Zwischen Aachen, Koblenz, Cochem und Trier gibt es viel zu entdecken. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn für den Rezensenten bedeutet dieses Gebiet, insbesondere die Regionen diesseits und jenseits der belgischen und luxemburgischen Grenzen, unbekanntes Land. Wahrhaftiges Neuland also, welches in der Vergangenheit eine bislang ebenso undefinierbare wie unerwiderte Anziehungskraft ausübte. Doch wo soll man anfangen, wenn dereinst im Hunsrück stets irgendwie Ende der Reise war, eine Grenze, die bis heute nicht überschritten wurde. 

Alessandra Barabaschi & Axel Schwalm kontern mit einem breiten Angebot, denn immerhin bieten sie mit ihrem Reiseführer und den darin enthaltenen 88 Zielen nicht gerade bescheidene Auswahlmöglichkeiten an. Jetzt hat man lediglich noch die Qual der Wahl, denn was sie auf 187 Seiten anbieten, bestätigt einen Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist: Urlaub im eigenen Land. Weshalb also permanent in die Ferne jetten, wenn man noch nicht einmal das eigene Land erkundet hat.

Den überraschend schlichten Thron Karls des Großen im Aachener Dom sollte man ebenso gesehen haben wie das LVR-Museum in Kommern, oder das Karmelitenkloster Springiersbach in Bengel, und wenn man schon letzteres besucht, die nicht weit davon entfernte, von einem findigen Landwirt betriebene Straußenfarm, wo es neben "Creative Farming" noch andere kulturelle Veranstaltungen zu erleben gilt.

Eine Reise in die Eifel verspricht also einen längeren Aufenthalt. Doch wo sollte man einkehren? Das Angebot ist groß, aber Autorin und Autor haben eine exklusive Vorauswahl getroffen, die ausgesprochen einladend wirkt. Den Luxus, mit einem alten Steinofen aus dem 19. Jahrhundert zu backen, erlaubt sich eine Bäckerei in Kempenich, und alles frisch vom Feld erhält man in einem "Kaffee" in Zülpich-Rövenich. Ein Restaurant in Walporzheim heißt nicht nur Gäste wie David Coulthard oder Otto Waalkes willkommen, und warum es seit Generationen den Schweinen in Wittlich jedes Jahr in der dritten Augustwoche schlecht ergeht, erfährt man ebenfalls.

Durchaus spektakulär wird es, wenn man eine Greifvogelstation entdeckt, wo sich dereinst Ronald Reagan mit zwei Weißkopfseeadlern anfreundete, eine Kunstschmiede besucht, die eine Auswahl an Damastmessern anbietet, die in bis zu 400 Lagen geschmiedet wurden, oder auf dem Römerkanal-Wanderweg von Nettersheim nach Köln an eine von den Römern erbaute 95 Kilometer lange Wasserleitung erinnert wird.

Erwähnenswert ist der locker unverbindliche und nicht selten humorvolle Stil und Ausdruck des Buches, für den hauptamtlich Alessandra Barabaschi verantwortlich sein dürfte. Alle Register zieht sie beispielsweise, wenn sie uns verrät, weshalb so viele Chinesen nach Trier kommen, wenn sie eine Nachricht an "Captain Kirk" verfasst oder uns in fast lyrischen Momenten in einer Schlucht den "Herzschlag der Erde" hören lässt.

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