Alessandro Baricco

 4.1 Sterne bei 850 Bewertungen
Autor von Seide, Novecento und weiteren Büchern.
Alessandro Baricco

Lebenslauf von Alessandro Baricco

Musikkritiker - Universitätsprofessor - Schriftsteller: Alessandro Baricco wurde 1958 in Turin geboren. Er studierte Philosophie und Musikwissenschaften und schrieb anschließend Musikkritiken für einige der größten italienischen Tageszeitungen und Magazine. Inzwischen ist er Mitherausgeber diverser Literaturzeitschriften und Mitarbeiter von „La Repubblica“. Des Weiteren stellte Baricco in der italienischen Fernsehsendung „Pickwick“ Bücher vor. 1994 gründete der Autor zusammen mit Freunden die „Scuola Holden“, eine Privatuniversität, an der er als Dozent für Kreatives Schreiben tätig ist. Alessandro Baricco hat neben seinen Romanen zahlreiche Essays, Erzählungen sowie ein Theaterstück verfasst. Einige seiner Bücher wurden bereits verfilmt, darunter "Seide", das 2007 auf der Kinoleinwand zu sehen war. Für seine Werke wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, beispielsweise 1993 mit dem Premio Viareggio für „Oceano Mare".

Alle Bücher von Alessandro Baricco

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Seide

Seide

 (372)
Erschienen am 17.03.2017
Novecento

Novecento

 (149)
Erschienen am 20.02.2018
Oceano Mare

Oceano Mare

 (68)
Erschienen am 14.05.2016
Land aus Glas

Land aus Glas

 (54)
Erschienen am 27.07.2009
Mr Gwyn

Mr Gwyn

 (49)
Erschienen am 17.03.2017
Ohne Blut

Ohne Blut

 (35)
Erschienen am 17.02.2017
Diese Geschichte

Diese Geschichte

 (17)
Erschienen am 17.02.2017
City

City

 (17)
Erschienen am 17.03.2017

Neue Rezensionen zu Alessandro Baricco

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Rezension zu "Die Barbaren" von Alessandro Baricco

Muss man nicht lesen
sternchennagelvor 4 Monaten

Wenn Alessandro Baricco, einer meiner liebsten Autoren, ein Buch über Kultur schreibt, muss ich es einfach lesen. Der Inhalt dieses Essaybandes, setzt sich aus zusammenhängenden Artikeln zusammen, die er 2006 in einer Italienischen Zeitung veröffentlichte. Geschrieben wurde es also für ein breites Publikum, mit nicht unbedingt literarischen Ansprüchen. Es geht um unsere Gesellschaft und anhand von verschiedenen Themenbereichen, möchte er hier aufzeigen wie sie sich verändert. Am präsentesten sind die Themen Wein, Fussball, Bücher und Google. Es folgen viele weitere, kleinere Themen. Ein roter Faden geht trotz rück- und vorgriffen leider völlig in seinen ins leere führenden und viel zu langen Ausführungen, verloren. Nicht selten habe ich mich gefragt was er damit bezwecken will und ob er überhaupt weiß wovon er da redet. Stellenweise noch ganz unterhaltsam, auch vor allem aufgrund des Stils, war es doch insgesamt wenig Zielführend. im Epilog wurde mir dann klar was er eigentlich sagen wollte.: „Was auch immer mit uns gerade geschieht, die Strategie für die wir uns entschieden haben, war der Bau einer Großen Mauer. Die Wahrheit ist jedoch, dass wir keine Grenze verteidigen - wir erfinden sie.“(S.214). Trotz unterhaltsamer Passagen fand ich dieses Werk doch eher überflüssig. Keine Empfehlung meinerseits, nur etwas für harte Baricco Fans, die jeden seiner Ergüsse lesen wollen.

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Rezension zu "So sprach Achill" von Alessandro Baricco

Die Illias auf das Wesentliche reduziert
sternchennagelvor 4 Monaten

Wenn ich mich zwischen der Illias und der Odyssee entscheiden muss, finde ich die Odyssee mit Abstand unterhaltsamer. Das einer meiner liebsten Autoren auf die Idee kam die Illias noch einmal neu aufzuschreiben machte mich dann aber doch sehr neugierig. Wie er in seinem Vorwort verrät, war die ursprüngliche Idee die Illias vorlesen zu lasen und sie zu diesem Zweck zu komprimieren. Wie ich finde eine großartige Idee, denn nichts anderen haben die Antiken Autoren vermutlich selbst getan. Natürlich ist man immer ein wenig skeptisch. Wird es nun eine Neuerzählung? Wird er es einfach kopieren? Was soll das ganze? Was wir hier bekommen ist die Illias in gekürzter Form. Weggelassen wurden die ewig langweiligen passagen in denen die Kriegsparteien aufgezählt wurde, aber auch die Götter wurden außen vor gelassen. Hä?! Wie soll denn das gehen? Vielleicht fragt ihr euch das ebenso wie ich, aber ich hatte die Erkenntnis das es immer noch die gleiche Geschichte bleibt. Ein paar eigene Gedanken hat Baricco auch beigefügten, welche die Geschichte aber nicht grundlegend verändert und wohl kaum auffallen wenn man nicht gleichzeitig ins „Original“ schaut. Was er hier geschrieben hat ist also keine Neuerzählung und doch hat er es geschafft sie in ein modernes Gewand zu packen ohne sie zu verkleiden. Besonders gefallen hat es mir, das er die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählte, aus der Sicht von Akteuren aber auch Beobachtern. Das hat die Spannung deutlich erhöht. Für meinen Geschmack hätte er gerne mehr von sich hineinpacken können, denn seine schöne poetische Sprache fehlte mir etwas. Ich kann es wirklich jedem empfehlen der schon immer mal die Illias lesen wollte und nicht den Anspruch hat sich durch das Original zu kämpfen. Wobei es ja Leute geben soll die es lieben😀 für fans von Baricco ist es nur eingeschränkt zu empfehlen, da man hier nicht seine gewohnte und geschätzte Schreibe findet

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M

Rezension zu "Die Barbaren" von Alessandro Baricco

Ganz eigene, sehr schön zu lesende „Spurensuche“ nach den Ursachen der Veränderungen in der modernen
michael_lehmann-papevor 4 Monaten

Ganz eigene, sehr schön zu lesende „Spurensuche“ nach den Ursachen der Veränderungen in der modernen Welt

Es ist der „amerikanische Wein“ und es ist der Fußball, der Baricco mit auf die Spur führt und mittels derer Beispiele er dem Leser in aller Ruhe, griffig und überzeugend, zum einen darzustellen vermag, dass sich etwas Wesentliches im kulturell-sozialen Leben verändert hat und, zum anderen, wo genau eigentlich die Ursachen für diese Veränderungen zu lokalisieren wären (jene Barbaren eben, die das Gewohnte unterwandern, ersetzten, okkupieren und der Welt nun umfassend ihre Prägung angedeihen lassen).

Dabei greift Baricco eben nicht zu kurz, lässt sich nicht ein auf rein plakative Vorwürfe gegen einen grassierende Kapitalismus ein (immer schon wollten Menschen Gewinne machen) und auch nicht gegen eine „Verrohung der Sitten“ durch Migration oder digitale Techniken.

Baricco gelingt es tatsächlich, zurückhaltend und ohne erhobenen Zeigefinger, tiefer zu blicken.

„Hier aber schienen die Angreifer etwas viel Radikaleres, Grundlegenderes zu tun: Sie verändern die Landkarte. Es waren Mutanten, die eine Landschaft durch eine andere ersetzten und dort ihre Lebenswelt gründeten“.

Eine Welt, das arbeitet Baricco wunderbar getroffen heraus, die ihre Zielrichtung nicht mehr auf „Qualität“ im kreativen, individuellen, tieferen Sinne ausrichtet, nicht mehr auf Spezialisten, traditionell erworbene hohe, individuelle Fertigkeiten, sondern nurmehr auf eine Breite abzielt.
Jeder soll alles können um umfassend und effektiv einsetzbar zu sein, alles soll allen munden um umfassend und weitgehend „an den Mann“ gebracht werden zu können.

Das Erlebnis eines „Weines mit Charakter“, an den man sich erst einmal gewöhnen muss, der individuelle Klasse durch jahrhundertalte Erfahrungen in sich trägt, für den man bereit sein muss und Wissen benötigt. Oder eben die „moderne Welt“, in der vielfach Menschen Wein trinken, der allerdings industriell erzeugt, austauschbar im Charakter und auf Breite statt auf kunstvolle Tiefe hin erzeugt wird.

Oder der Moment, als Roberto Baggio auf der Ersatzbank zu sitzen begann. Weil der einzelne Kreative, das Genie auf dem Platz, der Raum und Zeit benötigt für den einen oder den anderen Geistesblitz mit dem Ball, nicht mehr in den modernen Fußball der „Breite“ passt, in der alle zugleich alles bearbeiten, Verteidigen und Stürmen, Räume eng machen und umgehend nach vorne dann stürmen.

Es ist der Kommerz, ja, einerseits, aber eben auch eine „Mutation“.

„Wenn eine Sportart sich aus vielen Gründen so verändert, dass es sinnvoll wird, ihre Spitze (das Talent, den Künstler, das Außergewöhnliche, die Unvernunft) nicht aufs Feld zu lassen, dann ist etwas passiert“.

Fernsehgerecht, schnell, kollektiv, das sind die modernen Werte des Fußballs, weil eine Gruppe Zutritt genommen hat, die vorher nicht maßgeblich bestimmend war. Wie das auch auf dem Feld des Weinbaus und der Literatur geschehen ist). Mit hohem, kommerziellen Erfolg (dem inzwischen alles untergeordnet wird und zwar nicht von Wirtschaftsführern und Politikern, sondern von „der Gesellschaft“, die gerne den neuen Regeln zu folgen scheint).

Unter „Verlust der Seele“, wie es Baricco melancholisch formuliert.

„Die Barbaren neigen dazu, die Heiligkeit der Traditionen, die sie angreifen, zu zerstören und sie durch ein scheinbar weltlicheres Konsumverhalten zu ersetzten. Sie zerlegen das Totem auf dem Feld der Erfahrungen“.

Ein ruhiger, stringenter Aufbau ist es, dem Baricco folgt, mit dem er zunächst die Veränderungen verortet, Deutungswerkzeuge formuliert um dann jene „mutierten Barbaren“ konkret ausfindig zu machen und damit die rasanten Veränderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der kulturellen Werte dem Leser vor Augen zu führen. Mit Bedauern, sicherlich, aber ohne Verbitterung oder Panik. Auch wenn man, natürlich, das Bedauern über den „Sieg der Mittelmäßigkeit“ aus jeder Zeile herauslesen kann.

„Mittelmäßigkeit ist ein Bauwerk ohne Ecken und Kanten, in das die größte Anzahl Traditionen hineinpasst“. Um den Preis, dass Qualität verloren geht und nur mehr eine Ahnung der alten Traditionen rein äußerlich erhalten bleibt.

Was der einzelne für sich dagegen tun kann, auch davon wird Baricco am Ende sprechen, ohne damit zu behaupten, die „alte Welt“ zurückholen zu können.

Ein ruhiger, tiefschürfender, philosophischer Ansatz der Erklärung der modernen Welt und der vielfachen, erschütternden und überaus schnellen Veränderungen im alltäglichen Leben, das den Leser sehr nachdenklich und um einiges klüger zurücklässt. Mit einer Sehnsucht, die nun eindeutig formuliert werden kann.

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Zusätzliche Informationen

Alessandro Baricco wurde am 25. Januar 1958 in Turin (Italien) geboren.

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