Die junge Braut

von Alessandro Baricco 
2,9 Sterne bei7 Bewertungen
Die junge Braut
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Positiv (2):
Alanda_Veras avatar

Herrlich! Eine gute Geschichte, poetisch aber auch locker erzählt, skurrile Figuren, ein wunderbares Leseerlebnis.

Kritisch (4):
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Inhalt und Verpackung bilden leider keine Einheit.

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Inhaltsangabe zu "Die junge Braut"

Eine anarchische Hymne auf das Schreiben, das Leben und die Liebe

Eine Familie in einem alten Gutshaus: Da ist der Vater, der gar nicht der Vater ist. Da ist die bizarr schöne Mutter. Der Onkel, der ununterbrochen schläft. Die hinkende Tochter. Und eines Tages steht die junge Braut in der Tür, die sich dem Sohn versprochen hat – der unauffindbar ist.
Sie bleibt bei der Familie und lernt, was es heißt, das eigene Schicksal zu bestimmen. Als sie genau darin die Katastrophe erkennt, rettet sie sich in die Liebe zu dem abwesenden Sohn und in das stoische Warten auf ihn. Doch eines Tages muss sie einsehen, dass sie nicht mehr warten kann.
Alessandro Baricco führt uns in eine Welt, die zusammengesetzt ist aus Schicksalen, Geheimnissen, Erwartungen. Es ist ein Experiment: Was, wenn alles immer nur ein und dieselbe Geschichte ist, aus wechselnden Perspektiven erzählt, von verschiedenen Sehnsüchten geprägt, von unterschiedlichen Menschen gelebt?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455405781
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum:16.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    michael_lehmann-papevor 6 Monaten
    Das leichte Leben mit dramatischen Hintergründen

    Das leichte Leben mit dramatischen Hintergründen

    Vielleicht hält man sich als Leser dieses sprachlich opulenten Romans zunächst und immer wieder einmal an der Seite von Modeste, dem Diener der alteingesessenen Industriellen-Familie, die mit Webstühlen, Stoffen und Tuch reich geworden ist.

    Ein Diener, der die Kunst perfektioniert hat, durch die verschiedensten Formen von „Kehlkopf-Geräuschen“ Situationen zusammenzufassen, Nachricht zu geben, Stimmungen zu klären, Vorsicht zu gebieten.

    Denn, und es spricht für die Kunst Bariccos zur fugenhaften Gestaltung dieses Romans, das das „Ich“ im Roman, die subjektive Perspektive, fließend zwischen der überschaubaren Zahl an Personen, die den Roman bevölkern, wechselt. Teils mitten im Satz vollzieht sich die Erzählung in dritter oder erster Person, was nicht immer ganz einfach zu entwirren ist, aber für ein intensives und flüssiges Leseerlebnis sorgt, in dem alle Facetten zu einem komplexen Ganzen zusammenfinden.

    Ohne großartige Namensgebung (bis auf den Diener und den Mann für die „Ausführungen“ privater Angelegenheiten), werden Figuren in ihrer „familiären Funktion“ benannt.

    Der Vater. Die Mutter. Der Sohn. Der Onkel. Die Braut.

    Was dabei zunächst als opulente Poesie und teils fast zu gewollte Bildkraft wirkt in den einzelnen, überaus kunstvoll gestalteten Satzkonstruktionen, erweist sich auf den zweiten Blick als eine faszinierende Präzision der Beschreibung. Von Stimmungen, Atmosphären, Erlebniswelten und Beziehungsgeflechten.

    „Verhangene Sonne, leichte Brise. So wird es sein“.

    Wird er sein. Der Tag, der kommt. Den der Diener jeden Morgen zu beginnen hat. Und ohne diese konkrete Beschreibung des Tages, der ansteht, dürfte er die „Herrschaften“ gar nicht wecken. Die allesamt eines vor allem verbindet: Die Nacht zu überstehen. Denn in dieser Familie der zunächst scheinbar wohltemperierten Gefühle und hedonistischen Lebensweise wird „immer nur nachts gestorben“. Und das ist mit das Wichtigste, was es zu vermeiden gilt.

    Dass die dabei „vorherrschende Temperatur“ der Gefühle und Leidenschaften nicht ganz stimmig ist, dass dies in Teilen zudem fast „Lethargie“ zu nennen wäre statt „Haltung“, das erschließt sich erst aus dem Fortlauf der Geschichte. Die traumwandlerisch sicher zupackt (und dennoch einige Längen und Unklarheiten aufweist, die hier und da ein Zurückblättern wohl erforderlich machen, um auf der Höhe der Entwicklungen zu bleiben).

    Eine Art des Lebens, aber auch der umschreibenden Methode, mit der Baricco sich diesem Konglomerat an Figuren nähert, die in der Person des „Onkels“ wie stellvertretend gesetzt ist.

    Einer, der die Kunst des „ständigen Schlafens“ perfektioniert hat (und dabei ein gefülltes Champagnerglas ohne Weiteres balanciert). Einer, der dennoch alles mitbekommt. Der, in den meist wenigen Pausen seines Schlafs sofort auf der Höhe des Geschehens ist und mit großer Klarheit seine Einsichten benennt. Um umgehend wieder „weg zu gleiten“.

    Aber auch hier trügt der Anschein. Sowohl, was den Verwandtschaftsgrad des Mannes angeht, als auch sein „Weggleiten“. Denn die „junge Braut“ wird ihn eines Tages „nicht weggleiten lassen“ und damit einen Wendepunkt in dieser Geschichte erzwingen.

    In der „der Sohn“, der Verlobte, lange Zeit durch Abwesenheit glänzt. Schlicht vergessen zu haben scheint man im mondänen Haushalt, dass drei Jahre vergangen sind und die ehemals 15jährige Braut nun volljährig zur verabredeten Hochzeit vor der Tür steht.

    Wie das passieren konnte, wo der Sohn ist, was es mit den morgendlichen Telegrammen des Sohnes auf sich hat, warum eine Weile lang ständig ominöse Gegenstände von ihm aus dem fernen England ins Haus gesendet werden (man versteht es im Haus zunächst als „Rückkehr auf Raten), was ein „beweglicher Unterleib“ alles in Gang setzen kann du warum dies folgerichtig zum letzten „Haus“ führt, das im Buch erwähnt wird, das alles erfährt der Leser in diesem verschachtelten Roman emotional und in den Fakten erst langsam, dafür aber von allen nur denkbaren Seiten in vielfachen Geschichten aller Beteiligten.

    Poetisch, nicht immer einfach, auf jeden Fall ein Erlebnis, aber auch teils zäh zu lesen.

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    raven1711s avatar
    raven1711vor 10 Monaten
    Nicht das, was ich erwartet habe

    Rezension Alessandro Baricco - Die junge Braut

    Klappentext:
    Eine anarchische Hymne auf das Schreiben, das Leben und die Liebe Eine Familie in einem alten Gutshaus: Da ist der Vater, der gar nicht der Vater ist. Da ist die bizarr schöne Mutter. Der Onkel, der ununterbrochen schläft. Die hinkende Tochter. Und eines Tages steht die junge Braut in der Tür, die sich dem Sohn versprochen hat – der unauffindbar ist. Sie bleibt bei der Familie und lernt, was es heißt, das eigene Schicksal zu bestimmen. Als sie genau darin die Katastrophe erkennt, rettet sie sich in die Liebe zu dem abwesenden Sohn und in das stoische Warten auf ihn. Doch eines Tages muss sie einsehen, dass sie nicht mehr warten kann. Alessandro Baricco führt uns in eine Welt, die zusammengesetzt ist aus Schicksalen, Geheimnissen, Erwartungen. Es ist ein Experiment: Was, wenn alles immer nur ein und dieselbe Geschichte ist, aus wechselnden Perspektiven erzählt, von verschiedenen Sehnsüchten geprägt, von unterschiedlichen Menschen gelebt?

    Meinung:
    Halte ich Bücher von Alessandro Baricco in der Hand, erwarte ich etwas Besonderes, Unerwartetes in seinen Romanen zu finden. Dementsprechend groß war meine Erwartungshaltung, als ich an seinen neuen Roman Die junge Braut heranging.
    Diesmal wird die Geschichte einer Familie erzählt, die auf den ersten Blick sehr wunderlich erscheint. Diese steht nie auf, bevor nicht die Sonne ihre Licht durch die Fenster wirft, hält ewig lange Frühstück, geht über den Tag verschiedenen Pflichten nach, um dann für die Nacht sich in die jeweiligen Schlafräume zurückzuziehen und darauf zu warten, das die Nacht vorbei geht. Doch als eines Tages die junge Braut vor der Tür steht, wird die Familie aus ihrer Routine gerissen. Denn zum einen fehlt der Bräutigam noch, der Sohn der Familie, zum anderen setzt die Ankunft der Braut Ereignisse in Gang, die das Leben der Familie verändern wird.
    Wie ich es von Alessandro Baricco erwartet hatte, wirkt die Sprache im ersten Moment ein wenig sperrig, sehr verspielt und verschachtelt. Doch schnell fand ich meinen Rhythmus und konnte mich an seinen doch so schönen poetischen Worten erfreuen.
    Weniger erfreuen konnte mich aber die Geschichte selber, die zwar einige unerwartete Wendungen und Geheimnisse mit sich brachte, mir insgesamt aber zu sehr ins erotische ging und meinem persönlichen Lesegeschmack nicht ganz traf. Baricco findet zwar sehr viele schöne Worte für seine Handlung, wirklich angesprochen fühlte ich mich dadurch leider nicht.
    Und so sank recht schnell die Motivation für dieses Buch, die Hintergründe der Figuren berührte mich immer weniger und die eigentlich wenigen Seiten von etwas über 200 zogen sich streckenweise sehr immens, so dass ich am Ende doch erleichtert war, den Roman beenden zu können.

    Fazit:
    Scheinbar hatte ich andere Vorstellungen von der jungen Braut, denn meine Erwartungen wurden hier nicht erfüllt. Zu erotisch und etwas verworren erzählt, das sorgte dafür, dass mein Interesse am Roman zu schnell abflaute. Schade, beim nächsten Baricco wird es bestimmt wieder besser für mich.
    Von mir gibt es 2 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an den Hoffmann & Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    seschats avatar
    seschatvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Inhalt und Verpackung bilden leider keine Einheit.
    Anders als erwartet

    Das minimalistisch gestaltete Buchcover und der spannende Klappentext haben mich zu Alessandro Bariccos neuestem Roman greifen lassen. 

    Doch im Laufe der Handlung hatte die Geschichte schnell alles Magische und Geheimnisvolle abgestreift und offenbarte nichts als unpassende bis skurrile Wendungen und Geschehnisse. 

    Das Warten auf den Verlobten, der auf unbestimmte Zeit in England weilt, wird für die junge Braut und den Leser gleichermaßen zur Geduldsprobe. Zudem ist die ach so heile Familienbande alles außer normal - ein Konstrukt aus Neurosen und Lügen. Erst gegen Ende des Plots zeigt sich die Fragilität dieser Familie, die nichts anderes als eine Zweckgemeinschaft darstellt, in der man nebenher statt miteinander lebt. Allein das ist schon traurig und stimmt nachdenklich. Aber es kommt noch besser, die Braut wird ein Teil dieser Familie und wohnt im Schloss der Schwiegereltern in Argentinien. 

    Mit den Figuren konnte ich nur bedingt etwas anfangen, weil alle irgendwie psychische Krankheiten bzw. Störungen besaßen. Da ist zum einen die ungemein schöne wie eigenwillige Mutter und zum anderen ein stiller, einsilbiger Vater; von der hinkenden Tochter und dem ständig schlafenden Onkel einmal abgesehen. Kurzum, diese Familie ist speziell und dadurch auf den ersten Blick auch spannend. Aber mit jeder Buchseite ebbte die Spannung ab und wandelte sich in Zähheit und Ödnis. Nach dem verlorenen Sohn, dem Verlobten der jungen Braut, wird gar nicht erst gesucht. Einsam und selbstbezogen scheint jede Figur sein (Lebens-)Schicksal hinzunehmen. Dass sich die Frauen der Familie auf besondere Weise der jungen Braut annahmen, machte die Lektüre dann noch schwerer, so dass ich einige Male das Buch fast schon abbrechen wollte.

    Der Handlungsort, der Familiensitz in Argentinien, nutzte sich mit der Zeit wie die Figuren ab. Hier hätte ich mir mehr Abwechselung, also Ortswechsel, gewünscht.

    Alessandro Bariccos abgehackter und monotoner Erzählstil konnte mich absolut nicht überzeugen. Es fehlte an Emotionen, Witz und Realität. Die Story plätscherte vor sich und als Leser war man froh, als man die letzte Seite mit dem hier unpassenden Happyend hinter sich gebracht hatte.

    FAZIT
    Inhalt und Verpackung bilden leider keine Einheit. Wer auf eine spannende Handlung spekuliert hat, wird von dem monotonen bis schwachen Roman enttäuscht sein. 

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    Alanda_Veras avatar
    Alanda_Veravor einem Jahr
    Kurzmeinung: Herrlich! Eine gute Geschichte, poetisch aber auch locker erzählt, skurrile Figuren, ein wunderbares Leseerlebnis.
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    Binea_Literatwos avatar
    Binea_Literatwovor einem Jahr
    Kurzmeinung: 2000 Eindrücke auf 200 Seiten - ein starkes Buch mit einigen erotischen Zügen. Literarisch, unvorhersehbar und vielseitig überraschend.
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    SteffiWausLs avatar
    SteffiWausLvor 3 Monaten
    JoBerlins avatar
    JoBerlinvor einem Jahr

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