Alessandro Baricco Emmaus

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Inhaltsangabe zu „Emmaus“ von Alessandro Baricco

Die schöne Andre bricht in das Leben von vier Freunden ein und verändert es für immer. Im Turin der 1970er Jahre wachsen Bobby, Luca, Santo und der namenlose Erzähler im katholisch-kleinbürgerlichen Milieu auf. Fromm und verklemmt wie ihre Eltern gehen die jungen Männer in die Kirche und halten sich von Frauen fern. Bis die verführerische Andre auftaucht, die sich nicht schämt, ihren Reichtum und ihre Sexualität zu zeigen. Einen nach dem anderen zieht sie in ihren Bann, und Religion und Moral verlieren im Nu an Bedeutung. Alessandro Baricco, eine der großen Figuren der Literatur in Italien, zeichnet das Porträt einer Generation, die an Gott und der Tradition zweifelt, vor allem aber an sich selbst.

Typisch Baricco... Wortspektakel, Gedankenfluten und tiefe Einsichten! Ein Muss - nicht nur für Fans des Autors von "Seide"...

— Mr. Rail
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  • Eine Gesellschaftskritik - über das Leben zwischen Freiheit und fesselnden Traditionen

    Emmaus
    Eltragalibros

    Eltragalibros

    05. August 2013 um 14:02

    Inhalt: Das katholische Spanien. Familien, die einer einzigen Tradition folgen, von einem rituellen Alltag vereinnahmt sind und vier 16-jährige Jungen, die diesem Weg entgegenstreben und doch merken, wie gefangen und unglücklich ihre Eltern in ihrer eigens geschaffenen Welt sind. Meinung: Ich, Bobby, der Santo und Luca. Vier Jungen, von denen die Geschichte handelt – erzählt von einem der vier Freunde. Alle vier sind anders, kümmern sich nicht um ihre Kleidung, stammen aus eher ärmlichen, katholischen Familien, gehören nicht zur „In-Gruppe“, gehen in die Kirche und helfen im Krankenhaus den alten Vergessenen und Bettlägerigen. Und dann wäre da noch Andre. Ein Mädchen aus der Nachbarschaft, reiche Eltern, gutaussehend, schlank, unnahbar und faszinierend. Für sie schwärmen alle Jungen und wenn man zum ersten Mal von ijr liest, meint man sie müsse eine Heilige sein. Bis man als Leser erkennt, dass auch sie eigentlich ein ganz normales Mädchen ist, aber ein Mädchen, das sich den Regeln widersetzt. Sie ist nicht eine derjenigen, die einen Freund hat, aber dennoch jungfräulich in die Ehe gehen will, sie tut das was sie will und jede möchte so sein wie sie. Und doch hat auch Andre eine traurige Seite. Sie hat versucht sich umzubringen, so wird zumindest gemunkelt. Die Freundschaft der vier Jungen verändert sich mit dem Beginn der Geschichte. Jeder geht seinen Weg. Es gibt Enttäuschungen, es gibt Überraschungen, Unglauben, Tragik, schlichtweg das Leben. Aber es wäre zu einfach, zu behaupten, Baricco schriebe lediglich über die Pubertät, über jugendliche Gedanken und Rebellion gegen die Eltern. Emmaus ist weit mehr. Es handelt von der Gesellschaft – nicht nur der spanisch-katholischen – und von dem, was für die Normalität und vice versa gehalten wird. Es gehört zur gesellschaftlichen Struktur, dass bestimmte Ritual und Traditionen innerhalb der Familien oder der umfassenden Gemeinschaft weitergegeben werden, aber was, wenn diese Verhaltensmuster zu starren Fesseln werden, gegen die man sich nicht mehr erwehren kann? Was, wenn die Familien von den alltäglichen immerwährenden Mustern geblendet sind, ihr Unglück hinnehmen, ohne die Möglichkeit zu besitzen, darüber zu reflektieren? Dies schildert der italienische Autor in Emmaus aus der Perspektive des 16-jährigen Ichs. Er ist ein verunsicherter Jugendlicher, der eigentlich den Halt, dem ihm seine Freunde geben, benötigt. Er erkennt aber auch das Schicksal, das ihm und seinen Freunden blüht, wenn sie sich nicht gegen ihre Familien auflehnen und doch fehlt ihnen der Mut dazu. Deshalb bewundern sie wohl Andre, die so anders ist als die restlichen Mädchen, die sich keinen Normen unterordnet, die nicht in die Kirche geht oder das tut, was von ihr erwartet wird, sondern mit diesen Erwartungen spielt und damit auch dem Erzähler ein um‘s andere Mal vor den Kopf stößt. Es scheint, dass die einzige Perspektive, die dem Leser präsentiert wird, vom Ich-Erzähler kommt. Doch dem ist nicht wirklich so, denn sie zeigt auf, dass man als Mensch – eingebunden in der Gesellschaft – nur bedingt hinter deren Kulissen blicken kann. Manchmal täuscht man sich, in dem was man zu erkennen glaubt, im Gegensatz zu allen anderen, die dafür blind sind. Manchmal liegt man richtig und sieht den unweigerlichen Weg, der vor einem liegt mit nur einem einzigen Ziel, in diesen Gesellschaftsstrukturen verankert zu sein. Manchmal sieht man Auswege und manchmal muss man erkennen, dass einige von uns auf brutale Weise mit dieser Gesellschaft brechen müssen, weil sie keinen „einfachen“ Weg finden, sich von ihr zu lösen. Jeder kämpft dabei auf eigenem Posten und für jeden endet dieser Weg anders, so auch für die vier Freunde … Alessandro Baricco ist mein Lieblingsautor und zwar wegen seines wundervollen Sprachstils und weil er es jedes Mal schafft – egal über welches Thema er schreibt – mich zu fesseln und am Ende mit einem verblüffenden Gefühl zurückzulassen. Auch wenn sich Emmaus deutlich von seinen anderen Werken abhebt, ist er auch hier wieder eine geballte Sprachpower vorhanden. Konzis formulierte Sätze, die im ersten Moment eher unscheinbar und gewöhnlich wirken, werden aber zu aussagekräftigen Ladungen. In jedem dieser Sätze schwingt eine Unabänderlichkeit mit, die nicht nur das Leben in einem katholischen spanischen Dorf beschreiben, sondern das Funktionieren der Welt und unser eigenes Verhaftetsein in dieser wiedergeben. Der Roman beschreibt anhand des Katholizismus und einer jugendlichen Freundesgruppe, wie schwer es ist, aus bereits bestehenden Gesellschaftsstrukturen auszubrechen, die schon vor unserer Geburt da waren, denen jeder im Umfeld folgt, obwohl sie unglücklich machen. Der Roman zeigt nicht nur, welchen Weg die vier Jugendlichen für sich suchen oder gezwungen sind zu beschreiten und lässt dabei immer seine Reflexivität auf den Leser wirken. Denn in den kleinen unbedeutenden Sätzen sammelt Baricco bedeutungstragende Zwischenräume, die zum wiederholten Lesen einladen. Fazit: Emmaus ist nicht vergleichbar mit Bariccos vorangegangenen Werken. Es ist weniger poetisch geschrieben, aber auch hier besticht der italienische Autor mit seiner Sprache – nur auf andere Art und Weise. Kurze und prägnante Sätze, die auf den ersten Blick so einfach gestrickt sind, dass sie nichts Besonders zu sein scheinen und doch schwingt in jedem dieser Sätze eine eigenartige unweigerliche Faktizität mit, die einen ins Gesicht schlägt und dem Leser vor Augen führt wie leicht er selbst auch in den Zwängen der Gesellschaft verankert ist. Inhalt: Das katholische Spanien. Familien, die einer einzigen Tradition folgen, von einem rituellen Alltag vereinnahmt sind und vier 16-jährige Jungen, die diesem Weg entgegenstreben und doch merken, wie gefangen und unglücklich ihre Eltern in ihrer eigens geschaffenen Welt sind. Meinung: Ich, Bobby, der Santo und Luca. Vier Jungen, von denen die Geschichte handelt – erzählt von einem der vier Freunde. Alle vier sind anders, kümmern sich nicht um ihre Kleidung, stammen aus eher ärmlichen, katholischen Familien, gehören nicht zur „In-Gruppe“, gehen in die Kirche und helfen im Krankenhaus den alten Vergessenen und Bettlägerigen. Und dann wäre da noch Andre. Ein Mädchen aus der Nachbarschaft, reiche Eltern, gutaussehend, schlank, unnahbar und faszinierend. Für sie schwärmen alle Jungen und wenn man zum ersten Mal von ijr liest, meint man sie müsse eine Heilige sein. Bis man als Leser erkennt, dass auch sie eigentlich ein ganz normales Mädchen ist, aber ein Mädchen, das sich den Regeln widersetzt. Sie ist nicht eine derjenigen, die einen Freund hat, aber dennoch jungfräulich in die Ehe gehen will, sie tut das was sie will und jede möchte so sein wie sie. Und doch hat auch Andre eine traurige Seite. Sie hat versucht sich umzubringen, so wird zumindest gemunkelt. Die Freundschaft der vier Jungen verändert sich mit dem Beginn der Geschichte. Jeder geht seinen Weg. Es gibt Enttäuschungen, es gibt Überraschungen, Unglauben, Tragik, schlichtweg das Leben. Aber es wäre zu einfach, zu behaupten, Baricco schriebe lediglich über die Pubertät, über jugendliche Gedanken und Rebellion gegen die Eltern. Emmaus ist weit mehr. Es handelt von der Gesellschaft – nicht nur der spanisch-katholischen – und von dem, was für die Normalität und vice versa gehalten wird. Es gehört zur gesellschaftlichen Struktur, dass bestimmte Ritual und Traditionen innerhalb der Familien oder der umfassenden Gemeinschaft weitergegeben werden, aber was, wenn diese Verhaltensmuster zu starren Fesseln werden, gegen die man sich nicht mehr erwehren kann? Was, wenn die Familien von den alltäglichen immerwährenden Mustern geblendet sind, ihr Unglück hinnehmen, ohne die Möglichkeit zu besitzen, darüber zu reflektieren? Dies schildert der italienische Autor in Emmaus aus der Perspektive des 16-jährigen Ichs. Er ist ein verunsicherter Jugendlicher, der eigentlich den Halt, dem ihm seine Freunde geben, benötigt. Er erkennt aber auch das Schicksal, das ihm und seinen Freunden blüht, wenn sie sich nicht gegen ihre Familien auflehnen und doch fehlt ihnen der Mut dazu. Deshalb bewundern sie wohl Andre, die so anders ist als die restlichen Mädchen, die sich keinen Normen unterordnet, die nicht in die Kirche geht oder das tut, was von ihr erwartet wird, sondern mit diesen Erwartungen spielt und damit auch dem Erzähler ein um‘s andere Mal vor den Kopf stößt. Es scheint, dass die einzige Perspektive, die dem Leser präsentiert wird, vom Ich-Erzähler kommt. Doch dem ist nicht wirklich so, denn sie zeigt auf, dass man als Mensch – eingebunden in der Gesellschaft – nur bedingt hinter deren Kulissen blicken kann. Manchmal täuscht man sich, in dem was man zu erkennen glaubt, im Gegensatz zu allen anderen, die dafür blind sind. Manchmal liegt man richtig und sieht den unweigerlichen Weg, der vor einem liegt mit nur einem einzigen Ziel, in diesen Gesellschaftsstrukturen verankert zu sein. Manchmal sieht man Auswege und manchmal muss man erkennen, dass einige von uns auf brutale Weise mit dieser Gesellschaft brechen müssen, weil sie keinen „einfachen“ Weg finden, sich von ihr zu lösen. Jeder kämpft dabei auf eigenem Posten und für jeden endet dieser Weg anders, so auch für die vier Freunde … Alessandro Baricco ist mein Lieblingsautor und zwar wegen seines wundervollen Sprachstils und weil er es jedes Mal schafft – egal über welches Thema er schreibt – mich zu fesseln und am Ende mit einem verblüffenden Gefühl zurückzulassen. Auch wenn sich Emmaus deutlich von seinen anderen Werken abhebt, ist er auch hier wieder eine geballte Sprachpower vorhanden. Konzis formulierte Sätze, die im ersten Moment eher unscheinbar und gewöhnlich wirken, werden aber zu aussagekräftigen Ladungen. In jedem dieser Sätze schwingt eine Unabänderlichkeit mit, die nicht nur das Leben in einem katholischen spanischen Dorf beschreiben, sondern das Funktionieren der Welt und unser eigenes Verhaftetsein in dieser wiedergeben. Der Roman beschreibt anhand des Katholizismus und einer jugendlichen Freundesgruppe, wie schwer es ist, aus bereits bestehenden Gesellschaftsstrukturen auszubrechen, die schon vor unserer Geburt da waren, denen jeder im Umfeld folgt, obwohl sie unglücklich machen. Der Roman zeigt nicht nur, welchen Weg die vier Jugendlichen für sich suchen oder gezwungen sind zu beschreiten und lässt dabei immer seine Reflexivität auf den Leser wirken. Denn in den kleinen unbedeutenden Sätzen sammelt Baricco bedeutungstragende Zwischenräume, die zum wiederholten Lesen einladen. Fazit: Emmaus ist nicht vergleichbar mit Bariccos vorangegangenen Werken. Es ist weniger poetisch geschrieben, aber auch hier besticht der italienische Autor mit seiner Sprache – nur auf andere Art und Weise. Kurze und prägnante Sätze, die auf den ersten Blick so einfach gestrickt sind, dass sie nichts Besonders zu sein scheinen und doch schwingt in jedem dieser Sätze eine eigenartige unweigerliche Faktizität mit, die einen ins Gesicht schlägt und dem Leser vor Augen führt wie leicht er selbst auch in den Zwängen der Gesellschaft verankert ist. - See more at: http://www.eltragalibros.de/?p=6861#sthash.DYBs8ep4.dpufInhalt: Das katholische Spanien. Familien, die einer einzigen Tradition folgen, von einem rituellen Alltag vereinnahmt sind und vier 16-jährige Jungen, die diesem Weg entgegenstreben und doch merken, wie gefangen und unglücklich ihre Eltern in ihrer eigens geschaffenen Welt sind. Meinung: Ich, Bobby, der Santo und Luca. Vier Jungen, von denen die Geschichte handelt – erzählt von einem der vier Freunde. Alle vier sind anders, kümmern sich nicht um ihre Kleidung, stammen aus eher ärmlichen, katholischen Familien, gehören nicht zur „In-Gruppe“, gehen in die Kirche und helfen im Krankenhaus den alten Vergessenen und Bettlägerigen. Und dann wäre da noch Andre. Ein Mädchen aus der Nachbarschaft, reiche Eltern, gutaussehend, schlank, unnahbar und faszinierend. Für sie schwärmen alle Jungen und wenn man zum ersten Mal von ijr liest, meint man sie müsse eine Heilige sein. Bis man als Leser erkennt, dass auch sie eigentlich ein ganz normales Mädchen ist, aber ein Mädchen, das sich den Regeln widersetzt. Sie ist nicht eine derjenigen, die einen Freund hat, aber dennoch jungfräulich in die Ehe gehen will, sie tut das was sie will und jede möchte so sein wie sie. Und doch hat auch Andre eine traurige Seite. Sie hat versucht sich umzubringen, so wird zumindest gemunkelt. Die Freundschaft der vier Jungen verändert sich mit dem Beginn der Geschichte. Jeder geht seinen Weg. Es gibt Enttäuschungen, es gibt Überraschungen, Unglauben, Tragik, schlichtweg das Leben. Aber es wäre zu einfach, zu behaupten, Baricco schriebe lediglich über die Pubertät, über jugendliche Gedanken und Rebellion gegen die Eltern. Emmaus ist weit mehr. Es handelt von der Gesellschaft – nicht nur der spanisch-katholischen – und von dem, was für die Normalität und vice versa gehalten wird. Es gehört zur gesellschaftlichen Struktur, dass bestimmte Ritual und Traditionen innerhalb der Familien oder der umfassenden Gemeinschaft weitergegeben werden, aber was, wenn diese Verhaltensmuster zu starren Fesseln werden, gegen die man sich nicht mehr erwehren kann? Was, wenn die Familien von den alltäglichen immerwährenden Mustern geblendet sind, ihr Unglück hinnehmen, ohne die Möglichkeit zu besitzen, darüber zu reflektieren? Dies schildert der italienische Autor in Emmaus aus der Perspektive des 16-jährigen Ichs. Er ist ein verunsicherter Jugendlicher, der eigentlich den Halt, dem ihm seine Freunde geben, benötigt. Er erkennt aber auch das Schicksal, das ihm und seinen Freunden blüht, wenn sie sich nicht gegen ihre Familien auflehnen und doch fehlt ihnen der Mut dazu. Deshalb bewundern sie wohl Andre, die so anders ist als die restlichen Mädchen, die sich keinen Normen unterordnet, die nicht in die Kirche geht oder das tut, was von ihr erwartet wird, sondern mit diesen Erwartungen spielt und damit auch dem Erzähler ein um‘s andere Mal vor den Kopf stößt. Es scheint, dass die einzige Perspektive, die dem Leser präsentiert wird, vom Ich-Erzähler kommt. Doch dem ist nicht wirklich so, denn sie zeigt auf, dass man als Mensch – eingebunden in der Gesellschaft – nur bedingt hinter deren Kulissen blicken kann. Manchmal täuscht man sich, in dem was man zu erkennen glaubt, im Gegensatz zu allen anderen, die dafür blind sind. Manchmal liegt man richtig und sieht den unweigerlichen Weg, der vor einem liegt mit nur einem einzigen Ziel, in diesen Gesellschaftsstrukturen verankert zu sein. Manchmal sieht man Auswege und manchmal muss man erkennen, dass einige von uns auf brutale Weise mit dieser Gesellschaft brechen müssen, weil sie keinen „einfachen“ Weg finden, sich von ihr zu lösen. Jeder kämpft dabei auf eigenem Posten und für jeden endet dieser Weg anders, so auch für die vier Freunde … Alessandro Baricco ist mein Lieblingsautor und zwar wegen seines wundervollen Sprachstils und weil er es jedes Mal schafft – egal über welches Thema er schreibt – mich zu fesseln und am Ende mit einem verblüffenden Gefühl zurückzulassen. Auch wenn sich Emmaus deutlich von seinen anderen Werken abhebt, ist er auch hier wieder eine geballte Sprachpower vorhanden. Konzis formulierte Sätze, die im ersten Moment eher unscheinbar und gewöhnlich wirken, werden aber zu aussagekräftigen Ladungen. In jedem dieser Sätze schwingt eine Unabänderlichkeit mit, die nicht nur das Leben in einem katholischen spanischen Dorf beschreiben, sondern das Funktionieren der Welt und unser eigenes Verhaftetsein in dieser wiedergeben. Der Roman beschreibt anhand des Katholizismus und einer jugendlichen Freundesgruppe, wie schwer es ist, aus bereits bestehenden Gesellschaftsstrukturen auszubrechen, die schon vor unserer Geburt da waren, denen jeder im Umfeld folgt, obwohl sie unglücklich machen. Der Roman zeigt nicht nur, welchen Weg die vier Jugendlichen für sich suchen oder gezwungen sind zu beschreiten und lässt dabei immer seine Reflexivität auf den Leser wirken. Denn in den kleinen unbedeutenden Sätzen sammelt Baricco bedeutungstragende Zwischenräume, die zum wiederholten Lesen einladen. Fazit: Emmaus ist nicht vergleichbar mit Bariccos vorangegangenen Werken. Es ist weniger poetisch geschrieben, aber auch hier besticht der italienische Autor mit seiner Sprache – nur auf andere Art und Weise. Kurze und prägnante Sätze, die auf den ersten Blick so einfach gestrickt sind, dass sie nichts Besonders zu sein scheinen und doch schwingt in jedem dieser Sätze eine eigenartige unweigerliche Faktizität mit, die einen ins Gesicht schlägt und dem Leser vor Augen führt wie leicht er selbst auch in den Zwängen der Gesellschaft verankert ist.Inhalt: Das katholische Spanien. Familien, die einer einzigen Tradition folgen, von einem rituellen Alltag vereinnahmt sind und vier 16-jährige Jungen, die diesem Weg entgegenstreben und doch merken, wie gefangen und unglücklich ihre Eltern in ihrer eigens geschaffenen Welt sind. Meinung: Ich, Bobby, der Santo und Luca. Vier Jungen, von denen die Geschichte handelt – erzählt von einem der vier Freunde. Alle vier sind anders, kümmern sich nicht um ihre Kleidung, stammen aus eher ärmlichen, katholischen Familien, gehören nicht zur „In-Gruppe“, gehen in die Kirche und helfen im Krankenhaus den alten Vergessenen und Bettlägerigen. Und dann wäre da noch Andre. Ein Mädchen aus der Nachbarschaft, reiche Eltern, gutaussehend, schlank, unnahbar und faszinierend. Für sie schwärmen alle Jungen und wenn man zum ersten Mal von ijr liest, meint man sie müsse eine Heilige sein. Bis man als Leser erkennt, dass auch sie eigentlich ein ganz normales Mädchen ist, aber ein Mädchen, das sich den Regeln widersetzt. Sie ist nicht eine derjenigen, die einen Freund hat, aber dennoch jungfräulich in die Ehe gehen will, sie tut das was sie will und jede möchte so sein wie sie. Und doch hat auch Andre eine traurige Seite. Sie hat versucht sich umzubringen, so wird zumindest gemunkelt. Die Freundschaft der vier Jungen verändert sich mit dem Beginn der Geschichte. Jeder geht seinen Weg. Es gibt Enttäuschungen, es gibt Überraschungen, Unglauben, Tragik, schlichtweg das Leben. Aber es wäre zu einfach, zu behaupten, Baricco schriebe lediglich über die Pubertät, über jugendliche Gedanken und Rebellion gegen die Eltern. Emmaus ist weit mehr. Es handelt von der Gesellschaft – nicht nur der spanisch-katholischen – und von dem, was für die Normalität und vice versa gehalten wird. Es gehört zur gesellschaftlichen Struktur, dass bestimmte Ritual und Traditionen innerhalb der Familien oder der umfassenden Gemeinschaft weitergegeben werden, aber was, wenn diese Verhaltensmuster zu starren Fesseln werden, gegen die man sich nicht mehr erwehren kann? Was, wenn die Familien von den alltäglichen immerwährenden Mustern geblendet sind, ihr Unglück hinnehmen, ohne die Möglichkeit zu besitzen, darüber zu reflektieren? Dies schildert der italienische Autor in Emmaus aus der Perspektive des 16-jährigen Ichs. Er ist ein verunsicherter Jugendlicher, der eigentlich den Halt, dem ihm seine Freunde geben, benötigt. Er erkennt aber auch das Schicksal, das ihm und seinen Freunden blüht, wenn sie sich nicht gegen ihre Familien auflehnen und doch fehlt ihnen der Mut dazu. Deshalb bewundern sie wohl Andre, die so anders ist als die restlichen Mädchen, die sich keinen Normen unterordnet, die nicht in die Kirche geht oder das tut, was von ihr erwartet wird, sondern mit diesen Erwartungen spielt und damit auch dem Erzähler ein um‘s andere Mal vor den Kopf stößt. Es scheint, dass die einzige Perspektive, die dem Leser präsentiert wird, vom Ich-Erzähler kommt. Doch dem ist nicht wirklich so, denn sie zeigt auf, dass man als Mensch – eingebunden in der Gesellschaft – nur bedingt hinter deren Kulissen blicken kann. Manchmal täuscht man sich, in dem was man zu erkennen glaubt, im Gegensatz zu allen anderen, die dafür blind sind. Manchmal liegt man richtig und sieht den unweigerlichen Weg, der vor einem liegt mit nur einem einzigen Ziel, in diesen Gesellschaftsstrukturen verankert zu sein. Manchmal sieht man Auswege und manchmal muss man erkennen, dass einige von uns auf brutale Weise mit dieser Gesellschaft brechen müssen, weil sie keinen „einfachen“ Weg finden, sich von ihr zu lösen. Jeder kämpft dabei auf eigenem Posten und für jeden endet dieser Weg anders, so auch für die vier Freunde … Alessandro Baricco ist mein Lieblingsautor und zwar wegen seines wundervollen Sprachstils und weil er es jedes Mal schafft – egal über welches Thema er schreibt – mich zu fesseln und am Ende mit einem verblüffenden Gefühl zurückzulassen. Auch wenn sich Emmaus deutlich von seinen anderen Werken abhebt, ist er auch hier wieder eine geballte Sprachpower vorhanden. Konzis formulierte Sätze, die im ersten Moment eher unscheinbar und gewöhnlich wirken, werden aber zu aussagekräftigen Ladungen. In jedem dieser Sätze schwingt eine Unabänderlichkeit mit, die nicht nur das Leben in einem katholischen spanischen Dorf beschreiben, sondern das Funktionieren der Welt und unser eigenes Verhaftetsein in dieser wiedergeben. Der Roman beschreibt anhand des Katholizismus und einer jugendlichen Freundesgruppe, wie schwer es ist, aus bereits bestehenden Gesellschaftsstrukturen auszubrechen, die schon vor unserer Geburt da waren, denen jeder im Umfeld folgt, obwohl sie unglücklich machen. Der Roman zeigt nicht nur, welchen Weg die vier Jugendlichen für sich suchen oder gezwungen sind zu beschreiten und lässt dabei immer seine Reflexivität auf den Leser wirken. Denn in den kleinen unbedeutenden Sätzen sammelt Baricco bedeutungstragende Zwischenräume, die zum wiederholten Lesen einladen. Fazit: Emmaus ist nicht vergleichbar mit Bariccos vorangegangenen Werken. Es ist weniger poetisch geschrieben, aber auch hier besticht der italienische Autor mit seiner Sprache – nur auf andere Art und Weise. Kurze und prägnante Sätze, die auf den ersten Blick so einfach gestrickt sind, dass sie nichts Besonders zu sein scheinen und doch schwingt in jedem dieser Sätze eine eigenartige unweigerliche Faktizität mit, die einen ins Gesicht schlägt und dem Leser vor Augen führt wie leicht er selbst auch in den Zwängen der Gesellschaft verankert ist. - See more at: http://www.eltragalibros.de/?p=6861#sthash.DYBs8ep4.dpuf

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  • Lesemarathon zum Welttag des Buches! (27.&28.04.)

    litschi

    litschi

    Hallo ihr Lieben! Der Welttag des Buches ist der Feiertag für alle Bücherfreunde und solche, die es werden wollen. Um die Welt mit ihrer Begeisterung für Bücher anzustecken, haben sich die Bloggerinnen Dagmar und Christina eine ganz besondere Aktion überlegt: „Blogger schenken Lesefreude!“. Sie haben etliche Blogger zusammengetrommelt, die am Welttag des Buches (23.04.) Bücher verschenken wollen. Mehr Informationen gibts im passenden Streamthema. Wir finden: eine tolle Idee! Und die perfekte Möglichkeit sich noch einmal mit Büchern zu versorgen vor unserem großen Lesemarathon, den wir am Wochende nach dem Welttag des Buches starten!  Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind was ihr so lest, haben wir uns auch ein paar Aufgaben ausgedacht, die ihr lösen könnt. Wir starten am Samstag, dem 27.04. um 09 Uhr und posten hier alle 2 Stunden eine neue Aufgabe. Reinschauen lohnt sich also :) Enden wird der Lesemarathon nach 24 Stunden, also am Sonntag, dem 28.04. um 09 Uhr.  Unter allen Teilnehmern, verlosen wir ein tolles Buchpaket! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Was werdet ihr so lesen? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt? Warum nehmt ihr teil und wart ihr bereits dabei? :) Aufgabenübersicht: 1. Aufgabe - 9 Uhr: Welches Buch liest du denn gerade und wie gefällt dir das Cover?  2. Aufgabe - 11 Uhr: Aus welchem Genre stammt das Buch, das du gerade liest? Liest du öfter Bücher aus diesem Genre? Wenn ja, was reizt dich besonders daran? Hast du vielleicht sogar besondere Empfehlungen aus diesem Genre für uns?  3. Aufgabe - 13 Uhr: Wir sind unheimlich neugierig… verrate uns doch bitte den 3. Satz auf deiner aktuellen Seite. 4. Aufgabe -15 Uhr: Hast du dich schon mal gefragt wie viele Leute eigentlich gerade das Gleiche lesen wie du? Schau gleich mal auf LovelyBooks nach und berichte uns!  5. Aufgabe - 17 Uhr:  Wo befindest du dich? An welchem Ort spielt das Buch, das du gerade liest? 6. Aufgabe - 19 Uhr:  Schreibe eine Kurzmeinung zu dem Buch, das du gerade liest oder zuletzt gelesen hast. Wir sind gespannt, wie du dein aktuelles Buch findest! 7. Aufgabe - 21 Uhr: Beschreibe den Protagonisten/die Protagonistin deines Buches in drei Worten. 8. Aufgabe - 23 Uhr: Wir lieben gute Rezensionen! Belohne eine gute Rezension zu dem Buch das zu gerade liest oder zuletzt gelesen hast. Das kannst du tun, indem du auf die Rezension und dann rechts auf das ♥ klickst. 9. Aufgabe - 01 Uhr: An alle Nachtleseeulen: verratet uns doch die besten Tipps und Tricks zum Wachbleiben. Wie haltet ihr euch wach, wenn euch die Augen schon zu fallen, ihr aber unbedingt weiterlesen wollt? 10. Aufgabe - 3 Uhr: Hast du eigentlich Gemeinsamkeiten mit einer Person aus dem Buch? Gibt es eine Figur mit der du dich identifizieren kannst? Welche ist das und wieso? 11. Aufgabe - 5 Uhr: Stell dir vor das Buch würde verfilmt werden. Wie müsste die Person sein, die die Hauptrolle spielt? Hast du einen konkreten Schauspieler vor Augen? Was hältst du generell von Buchverfilmungen? 12. Aufgabe - 7 Uhr: Es ist doch immer wieder toll Leser mit einem ähnlichem Buchgeschmack zu finden und sich auszutauschen. Auf LovelyBooks werden dir auf der eingeloggten Startseite in der rechten Leiste etwas weiter unten User mit ähnlichem Buchgeschmack angezeigt. Wie wäre es, wenn du einem von ihnen eine Buchempfehlung oder einfach nur einen netten Gruß an die Pinnwand postest? 13. Aufgabe - 9 Uhr: Wie viele Seiten hast du insgesamt gelesen? Wie hat dir der Lesemarathon gefallen? -- FAQs: a) Muss man wirklich 24h durchlesen?  Nein, natürlich nicht, jeder beteiligt sich in dem für ihn möglichen Rahmen. Das können auch nur 3-4 Stunden am Samstag sein, jeder liest eben wann, wie und wo er Zeit hat. Es geht hierbei um den Austausch und das Lesen zu zelebrieren. b) Braucht man einen Blog, um mitmachen zu können?  Anfangs war das so, dies wollen wir aber ändern. Darum kann man sich nun auch über LovelyBooks und Twitter beteiligen. Selbstverständlich kann man auf einem Blog in größeren Beiträgen länger berichten, Bilder von den Büchern etc. einbauen, aber wir wollen soviele Teilnehmer wie möglich erreichen bzw. zum Lesen bringen - egal auf welcher Website. c) Wie kann ich mich beteiligen?  Grundsätzlich kann jeder mitmachen, spontan einsteigen & kommentieren. Einfach mit der Kommentarfunktion hier posten und los geht's!

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