Alessandro Baricco Mr Gwyn

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Inhaltsangabe zu „Mr Gwyn“ von Alessandro Baricco

Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschließt er, in seinem neuen Leben als "Kopist" zu arbeiten und Porträts anzufertigen - dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht.

Die Idee Portraits zu schreiben war gut, aber die Dialoge zu verworren und ständig wiederholend.

— Valabe
Valabe

Eine interessante Idee, doch die Umsetzung hätte besser sein können.

— lisibooks
lisibooks

Nach dem Motto "Lies 2, zahl 1" hat A. Barricco eine sehr interessante Geschichte entworfen, die man so kaum ein zweites Mal finden wird.

— Miamou
Miamou

Faszinierender Roman über ein literarisches Experiment

— littleowl
littleowl

Dieses Buch ist ein Geschenk für sensible & melancholische Leser! Subtil erzählt. Reich an Sätzen, an denen man verweilt. Danke Sig Baricco!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Das Besondere an diesem Buch sind die wunder beschriebenen Charaktere

— Gruenente
Gruenente

Mr. Gwyn hat mich durch seine schöne Sprache und seine besonderen Charaktere begeistert.

— TanyBee
TanyBee

Ein Buch über die Magie des Schreibens- ein Buch über Bücher- ein Buch über eine besondere Figur- ein wundervolles Buch mit einem Zauber

— Buchraettin
Buchraettin

Eine doppelte Erzählung über einen Schriftsteller am Wendepunkt seines Lebens und ein geheimnisvolles Spiel um die Identität.

— jenvo82
jenvo82

Eine Lektüre wie eine buchgewordene Achtsamkeitsübung, zuerst wunderschön entspannend, dann überraschend doppelbödig

— StefanieFreigericht
StefanieFreigericht

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    Mr Gwyn
    YukBook

    YukBook

    15. May 2017 um 08:58

    Experimentierfreudige Schriftsteller sind immer wieder auf der Suche nach einer neuen literarischen Form, die den Leser verblüffen könnte. Jasper Gwyn, Hauptfigur dieses Romans, scheint sie gefunden zu haben. Er beschließt, Kopist zu werden und Porträts zu verfassen. Damit sind keineswegs Biografien gemeint; das Wort „Porträt“ ist durchaus wörtlich zu verstehen. Eigentlich wollte Mr. Gwyn gar nicht mehr schreiben, weder Romane noch Artikel für den Guardian, worüber sein Literaturagent Tom ganz und gar nicht erfreut ist. Nach einer Weile vermisst er jedoch das Schreiben und startet einen neuen Lebensabschnitt als Kopist. Für diese Tätigkeit mietet er ein Atelier, dass er nach seinen exakten Vorstellungen gestalten lässt. Allein die idealen Arbeitsbedingungen zu schaffen, wird zu einem künstlerischer Akt. Mit Spannung verfolgt der Leser, wie die Arbeitsstätte mit eigens komponierter Hintergrundmusik und handgefertigten Glühbirnen Gestalt annimmt. Nun kann Mr. Gwyn endlich seine erste Kundin Rebecca empfangen. Ihre Aufgabe besteht lediglich darin, mehrere Stunden am Tag unbekleidet im Atelier zu verbringen. Baricco beschreibt die Sitzungen, in denen sich der Porträtist ganz in das Modell versenkt und aus der reinen Beobachtung eine Geschichte schreibt, die Rebecca und ihren wahren Kern widerspiegeln soll, atmosphärisch dicht. Währenddessen gewöhnt sich das Modell, ausschließlich dem Blick des Künstlers ausgeliefert zu sein. Dadurch, dass es nichts anderes mehr darstellt als den eigenen Körper, legt es alle überflüssigen Rollen und Masken ab, fühlt sich zunehmend befreit und bewegt sich immer natürlicher. Ergreifend ist der Moment, als sich Rebecca tatsächlich in dem fertiggestellten Porträt wieder erkennt, nicht in einer Figur, wie man annehmen könnte, sondern in der Geschichte als Gesamtheit, in ihrer Atmosphäre, ihrem Tempo, ihrer Landschaft. Das Thema Neuanfang wird in diesem Roman auf sehr einfallsreiche Weise umgesetzt: Mr. Gwyn macht Tabula Rasa mit seinem bisherigen Leben, schafft für seine Kunden einen besonderen Raum, und gibt ihnen darin die Möglichkeit, sich auf eine neue Art zu erleben und ihr wahres Ich zu entdecken.

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  • Mr Gwyn <3

    Mr Gwyn
    czytelniczka73

    czytelniczka73

    "Jasper Gwyn hat mir beigebracht,dass wir keine Figuren sind,sondern Geschichten" Inhalt: "Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschließt er, in seinem neuen Leben als "Kopist" zu arbeiten und Porträts anzufertigen - dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht." Meinung: "Eines Tages hab ich erkannt,dass mir nichts mehr wichtig war und dass mich alles tödlich beleidigte " Mit Anfang 40 beschließt Jasper Gwyn sein Leben zu verändern.Er veröffentlicht eine Liste mit Dingen,die er nicht mehr machen wird,auch Bücher schreiben steht drauf,obwohl Mr Gwyn ein talentierter Schriftsteller und Autor von 3 Bestellern ist. Ein wunderbarer,kurzweiliger Roman über den Mut etwas Neues anzufangen und Leben für die Kunst.Sehr flüssig zum lesen und fesselnd von der ersten Seite an.Eine schöne,leicht poetische Sprache,literarisch sehr niveauvoll.Es aber nicht die Sprache die mich am meisten begeistert hat,sondern die Hauptfigur,Mr Gwyn macht diesen Roman zu einem Schmuckstück .Skurril und doch sehr liebenswert,für mich der Inbegriff eines Künstlers,mit seiner fast schon obsessiven Liebe zum Detail.Auch wenn seine Handlung oft für die anderen nicht nachvollziehbar ist,so war es doch von Mr Gwyn alles gut durchdacht und geplant .Faszinierend wieviel Zeit und Mühe er manchmal investiert hat,nur um einen bestimmten Efekt zu erzeugen . Für mich lebt die Geschichte einfach von Mr Gwyn,deswegen hat mir der zweite Teil des Buches weniger gefallen,es handelt sich nämlich um eine von Mr Gwyn geschrieben Geschichte.Gute Idee und man kann auch den Autor in der Geschichte erkennen,aber irgendwie hat mir er selbst doch gefehlt und auch der Schreibstil war nicht mehr so flüssig,teilweise sogar sehr trocken.Hat mich aber auch nicht besonders gestört,weil ich den zweiten Teil nur als eine Art Bonus angesehen habe und die Hauptgeschichte ist so toll,dass sie alleine den Roman sehr lesenswert macht. Fazit: Gute Unterhaltung mit Niveau.

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  • Leserunde zu "Das geheime Leben des Monsieur Pick" von David Foenkinos

    Das geheime Leben des Monsieur Pick
    DVA_Verlag

    DVA_Verlag

    Hallo liebe Leserinnen und Leser,eine Bibliothek, die von Verlagen abgelehnte Manuskripte sammelt? Klingt erstmal wie eine Idee aus einem Märchen … Es gibt sie aber wirklich: die Richard Brautigan Library an der Westküste der USA. Der französische Bestsellerautor David Foenkinos („Nathalie küsst“, „Charlotte“ u. v. m.) fand diese Idee so bezaubernd, dass er sie zum Ausgangspunkt für seinen neuen Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ machte: Das mysteriöse Manuskript, um das sich in diesem französischen Bestseller alles dreht, sorgt für einen Riesenwirbel von der Bretagne bis nach Paris. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbt auch doch als Testleser, tauscht euch mit anderen über den Roman aus und schreibt am Schluss eine Rezension. Wir stellen dafür 15 gedruckte Exemplare und 10 E-Pubs zur Verfügung, um die ihr euch bis zum 6. März 2017 bewerben könnt (selbstverständlich könnt ihr bei der Leserunde aber auch mit einem eigenen Buch mitmachen.) Diesmal gibt es keine Frage zu beantworten – denkt euch einfach was aus, warum gerade ihr ein solches Buch gewinnen solltet  Bitte schreibt bei eurer Bewerbung unbedingt dazu, ob ihr lieber ein gedrucktes Buch oder ein E-Book im EPUB-Format möchtet bzw. ob es euch egal ist! Wir freuen uns auf den Austausch mit euch! Karin vom DVA-Team Worum geht’s? Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten „Ende der Welt“, gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten – ob er ein geheimes Zweitleben führte? Diese verrückte Geschichte spornt viele Menschen an, selbst Neues zu wagen: Paare trennen sich, Liebende finden unerwartet zueinander, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt. Ein französisch-charmanter Roman über die Liebe, verlorene Träume und den Mut, sein Leben in die Hand zu nehmen. Leicht, beschwingt und voller Witz. Wer ist der Autor? David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman „Charlotte“ hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft, wurde auch in Deutschland zum Bestseller und wird derzeit verfilmt. "Das geheime Leben des Monsieur Pick" war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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  • Rezension zu "Mr. Gwyn"

    Mr Gwyn
    lisibooks

    lisibooks

    15. December 2016 um 14:47

    Dieses Buch hatte ich schon länger auf meiner Wunschliste, weil mich nicht nur Titel und Cover total angesprochen haben, sondern auch der Klappentext nach einer interessanten Geschichte klang.Mr. Gwyn ist Autor und das sogar ziemlich erfolgreich. Sein Verleger wartet sehnsüchtig auf den nächsten Roman, doch Jasper Gwyn hat anderes im Sinn: Er fertigt eine Liste an, auf der er Dinge notiert, die er fortan nicht mehr betreiben möchte. Eines der Dinge ist das Schreiben...Als Künstler hat Mr. Gwyn natürlich schon eine neue Beschäftigung parat - er will "Kopist" werden. Ein Begriff, den er selbst prägt. DIe Bedeutung: Er will Porträts von Menschen schreiben, nicht malen. Langwierig schildert der Autor über eine gefühlt endlose Zeit die Vorbereitungen von Mr. Gwyn. Dieser muss natürlich ein Atelier haben und das soll entsprechend eingerichtet sein. Ich mag ja Bücher, die ein bisschen seltsam bzw. skurril sind, aber in diesem Roman ist das alles so gekünstelt, dass es mir nicht gefallen hat. Beispielsweise wird über einige Seiten von speziellen Glühbirnen berichtet, die Gwyn unbedingt haben muss, und die nur eine bestimme Zeit glühen - das wird lang und breit ausgetreten. Wie gesagt, gekünstelt für meinen Geschmack.Überdies hatte ich auch den Eindruck, dass der Autor beim Schreiben seines Romans selbst nicht wusste, wie nun ein solch geschriebenes Porträt ausschaut. Bei mir stellte sich auch diesbezüglich kein Kopfkino ein, sodass eine große Leere geblieben wäre, gäbe es nicht das "Buch im Buch" - "Dreimal im Morgengrauen".Im Original gibt es nämlich eine Art Fortsetzung zu Mr. Gwyn. DIese ist ein Porträt, das Mr. Gwyn angefertigt hat. "Dreimal im Morgengrauen" ist im Deutschen direkt mit im Buch. In meinen Augen scheint es, als hätte der Autor durch das Erscheinen eines Werkes, das sein fiktiver Autor Mr. Gwyn geschaffen hat, Licht ins Dunkel bringen wollen und die Arbeit des Kopisten auf diese Weise  verdeutlichen wollen. Dennoch überzeugt mich auch das Porträt nicht und alles endete irgendwie unbefriedigend.Alles in allem ist die Grundidee ziemlich genial und darf wertgeschätzt werden, aber man hätte mehr daraus machen können. Schade drum!

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  • Eine ungewöhnliche, kleine, fast magische Geschichte

    Mr Gwyn
    anushka

    anushka

    04. November 2016 um 13:43

    Jasper Gwyn ist in England ein bekannter Schriftsteller. Er wird auf der Straße erkannt und immer wieder gefragt, was er denn nun als nächstes zu veröffentlichen gedenke. Dieses ganzen Betriebs wird er schließlich müde und schickt eine Liste an die Zeitung mit 52 Dingen, die er von nun an nicht mehr tun werde. Darunter: Bücher schreiben. Was er stattdessen machen wil, weiß er nicht so genau, bis er beschließt, Kopist zu werden und Porträts zu erstellen. Mit Worten. Er mietet ein Atelier, entwickelt eine Routine und beginnt mit diesem gewagten Experiment."Mr. Gwyn" ist ein Buch, das sprichwörtlich Charme versprüht. Dem Buch sitzt eine gewisse Magie inne, der man sich nicht so recht entziehen kann, wobei ich zunächst ein wenig Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte und das Buch hineinzufinden. Mr. Gwyn weiß selbst nicht so genau, was er machen will, wie er es anfangen soll und er kann es auch keinem Menschen beschreiben. Unverständlicherweise scheinen sich aber alle mit dem Begriff "Kopist" abspeisen zu lassen und sich etwas darunter vorstellen zu können. Mir gelang das zunächst nicht so richtig. Und ich hatte auch lange den Eindruck, dass der Autor selbst, also Barrico, sich nichts unter dem Porträtschreiben vorstellen konnte und deswegen absichtlich vage blieb. Mir hat auch Gwyns Sicht auf füllige Menschen nicht sonderlich gut gefallen, da ich die Gedanken immer wieder abwertend fand.Wo aber kommt nun die Magie her, wenn ich doch so einiges kritisiere? Irgendwann, während man sich noch fragt, warum die Leute diesen merkwürdigen, strengen Regeln im Atelier folgen sollen, öffnet sich der Blick auf diese Menschen, und vor allem auf Gwyn, auch beim Leser. Gwyn ist fast schon schrullig, wenn auch nicht unhöflich, und man findet sich selbst irgendwann in diesem funzeligen Licht wieder, dessen Glühbirnen absichtlich nach 28 Tagen nacheinander sterben. Man kann beinahe das Papier und die Schleifen spüren, die das entstandene Porträt tragen. Doch vor allem nimmt einen die Geschichte dann mit, als eine Kundin sich entgegen der Regeln verhält und alles auf den Kopf stellt. Die Geschichte bekommt noch einmal eine Wendung, bleibt aber in ihren ruhigen Erzähltönen und wechselt dann auch noch die Ebene. Was zum Schluss bleibt ist vor allem ein Porträt Mr. Gwyns und die Erkenntnis, dass ein wahrer Schriftsteller niemals vom Schreiben lassen kann, in welcher Form auch immer. "Mr. Gwyn" ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss, für das man offen sein muss und das nicht in die Hektik des Alltags passt. Ich habe es probiert und kann sagen, dass dieses Buch beim Lesen in der U-Bahn seine Magie nicht so gut entfaltet wie wenn man sich Ruhe und Zeit nimmt und dieses Buch an einem bequemen Ort liest. Trotz einiger inhaltlicher Kritik hat mich der Stil sehr überzeugt, vor allem mit seiner Doppelbödigkeit. "Mr. Gwyn" hat mir ein sehr ungewöhnliches Leseerlebnis beschert und ist eines der Bücher, das noch lange in irgendeiner Ecke meines Kopfes nachleuchten wird.

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  • Erst so schön und dann so enttäuschend

    Mr Gwyn
    Federfee

    Federfee

    04. November 2016 um 10:44

    Jasper Gwyn ist ein erfolgreicher Schriftsteller, doch er ist den Literaturbetrieb satt. Er kann nicht mal unterwegs sein, ohne erkannt zu werden. Und überhaupt scheint er des ganzen bisher geführten Lebens überdrüssig zu sein. Also setzt er öffentlich eine Liste von 52 Dingen auf, die er ab sofort nicht mehr tun will, darunter: keinen Roman mehr schreiben. "Tout commence par une interruption" (Paul Valéry), so steht es zu Beginn des Romans. Alles fängt mit einer Unterbrechung an. Aber was? Da ist sich Mr Gwyn nicht sicher. Sein Leben ist aus den Fugen, denn ihm fehlt etwas. "… er vermisste den Akt des Schreibens, die tägliche Sorgfalt, mit der Gedanken in der gradlinigen Form eines Satzes angeordnet wurden."(eBook15) Er lebt eine Weile planlos dahin, bis ihm in einer Galerie eine Idee kommt: er will 'Kopist' werden, aber geschrieben, nicht gemalt, wobei er diese Vorstellung noch mit präzisen Inhalten füllen muss. Es wird konkret: er mietet ein Atelier, lässt sich eine Musik komponieren und ausgefallene Glühbirnen herstellen. Glühbirnen? Ja, die macht ein skurriles kleines Männchen, dem er durch Zufall bei seinen Streifzügen durch die Stadt begegnet ist. Skurril ist die ganze Geschichte des Mr Gwyn, aber so liebenswert und mit solch' interessanten Gedanken und sprachlichen Bildern gespickt, dass man alle diese Unwahrscheinlichkeiten gerne hinnimmt. Ist das nicht schön: "… er schien alle Informationen in einem Winkel seines Geistes zu stapeln wie frisch gebügelte Laken." (eBook 48) oder "John Septimus Hill wog die Antwort ab, als müsste er erst herausfinden, ob er sie verstehen konnte, ohne allzu große Unordnung in seine eigenen Überzeugungen zu bringen." (eBook 49). Die Geschichte und ihre Sprache hat mir in weiten Teilen gefallen, doch dann wird es nach meiner Meinung wirr, die Handlung zerfasert, verschwimmt im Nichts und am Ende wusste ich als Leser gar nicht mehr, was überhaupt geschehen war. "Es war alles zu Ende, und das nicht einmal mit jener Feierlichkeit, auf die alles, was zu Ende geht, ein Anrecht hatte." (eBook 165) Wie treffend Baricco selbst über das Ende seiner eigenen Geschichte geschrieben hat. ;-) Das dort erwähnte Büchlein hat der Autor diesem Roman nahtlos angefügt, was angeklebt wirkt und mir völlig sinnlos erscheint. Zudem finde ich es inhaltlich langweilig und sprachlich schwierig, weil die wörtliche Rede zwischen zwei Personen nicht gekennzeichnet ist und der Leser schon arg aufpassen muss, wer da gerade spricht. Nein, diese Geschichte, die so wundervoll anfing, hat mich im Ganzen nicht überzeugt.

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  • Geschrieben porträtiert...

    Mr Gwyn
    Miamou

    Miamou

    28. October 2016 um 12:03

    Wer steht schon eines Morgens auf und fertigt eine Liste von Sachen an, die man in Zukunft nicht mehr tun wird. Nun ja…wenn man nur schlechte Gewohnheiten auf die Liste schreibt, dann kann man damit vielleicht ja gut leben, wenn man sich zum Beispiel das Rauchen abgewöhnen will, oder wenn man beschließt, dass man seinen Bügelwäscheberg nie wieder so hoch werden lässt. Jasper Gwyn schreibt jedoch auch Punkte auf seine Liste, die er eigentlich sehr gern macht, ja eigentlich sogar von Dingen, die es ihm ermöglichen sein tägliches Brot zu verdienen. Er ist Autor und beschließt eines Morgens, neben anderen 51 Dingen, nie wieder ein Buch zu schreiben. Zu Beginn kann er mit dieser Entscheidung auch sehr gut leben, er konzentriert sich einfach auf andere Dinge (bspw: bewusst seine Schuhbänder zuzuschnüren). Irgendwann jedoch bemerkt er, dass ihm das Schreiben doch sehr abgeht und er beginnt mit einem waghalsigen Experiment. Er will Porträts machen…will sie nicht malen, sondern schreiben. Er wird „Kopist“. Dies klappt sehr gut, bis zu dem Zeitpunkt als eine junge Dame sich den strengen Regeln des Porträtierens entzieht. „Mr. Gwyn“ ist so ein Buch, bei dem für mich der Klappentext einfach passt und es konnte mich auch gleich von der ersten Seite an mitnehmen. Mit seinem sehr locker wirkenden Schreibstil konnte Alessandro Baricco begeistern und man taucht sehr schnell in die Geschichte ab. Aber Vorsicht: Man sollte sich wirklich absolut jeden Satz genau merken, sodass man am Ende das große Ganze erkennen kann. Man stellt recht schnell fest, dass Jasper Gwyn eine Romanfigur ist, der man nicht jeden Tag begegnet. Er hat einen doch sehr eigenwilligen Charakter und setzt die Ideen, die er sich in den Kopf gesetzt hat sehr akribisch um. Auch wenn er seine Porträts anfertigt geht er dabei ziemlich unkonventionell aber mit einem Plan vor, lässt sich dabei aber bis zum Schluss nicht auf die Finger blicken, was ihn dann gleichzeitig fast ein wenig geheimnisvoll wirken lässt. Sein Gegenüber ist Rebecca, die Sekretärin seines Verlegers. Sie ist so eine Frau, die für mich sehr im Leben stand (bis auf die Tatsache ihren „Arschlochfreund“ betreffend). Sie ist die erste, die sich auf Mr. Gwyns Projekt einlässt und wird später dann zu einer unersetzlichen Ratgeberin für ihn. Erst am Schluss kam für mich heraus, dass sie im Grunde noch viel, viel mehr war, auch wenn Mr. Gwyn oft sehr unfaire und zum Fremdschämen - peinliche Bemerkungen über sie vom Stapel lässt. Besonders an dem Roman fand ich, dass es ein Buch im Buch gibt, nämlich „Dreimal im Morgengrauen“, das der Autor vor „Mr. Gwyn“ verfasst hat. Seine Idee dahinter war, dass er Mr. Gwyn die Möglichkeit gibt, sich im „Exil“ für einige Bestimmte wieder erkennen zu geben. Sehr gelungen und nicht alltäglich, vor allem sollte der Leser hier meiner Meinung nach wirklich sehr zwischen den Zeilen lesen. Ein Buch, das mich über weite Strecken begeistern konnte, es war zwar nicht alles Gold und es gab zwischendurch immer wieder gefühlte Längen, trotzdem eine Geschichte, die man nicht so schnell irgendwo finden wird.

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  • Rätselhafter Charakter, Story atmosphärisch dicht

    Mr Gwyn
    Girdie

    Girdie

    27. October 2016 um 19:48

    Der englische Schriftsteller Jasper Gwyn war in den letzten zwölf Jahren überaus erfolgreich mit seinen Büchern. Doch eines Tages empfindet er sein bisheriges Leben als unpassend. In einer Liste, die er seinem Verleger zuschickt, hält er in 52 Punkten die Dinge fest, die er zukünftig nicht mehr zu tun gedenkt. Darunter befindet sich auch der Vorsatz, keine Bücher mehr zu schreiben und zu veröffentlichen. So beginnt der Roman „Mr. Gwyn“ von Alessandro Baricco.In der folgenden Zeit gönnt Mr. Gwyn sich zunächst einen Urlaub. Nach weiteren Wochen und Monaten, in denen er London erkundet, wobei ihn häufiger ein Unwohlsein begleitet, kommt ihm beim Betrachten von Gemälden eine Idee. Er beschließt fortan Menschen zu porträtieren, allerdings nicht malend sondern schreibend. Sein Ziel dabei ist es, den zu Porträtierenden „nach Hause zu bringen“. Er möchte dabei die Natürlichkeit des Menschen einfangen. Derjenige, der vor ihm posieren wird, soll sich nicht für irgendwen oder irgendwas in Szene setzen, sondern sich so unbefangen wie Daheim geben.Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, mietet er ein Atelier, das er auf besondere Art ausleuchtet Die Sessions gedenkt er mit eigens dafür komponierter Musik untermalen zu lassen. Für ein erstes Porträt sucht er ein Modell, das dem Durchschnittsbürger entspricht und findet es in Rebecca, der Sekretärin seines Verlegers. Rebecca entwickelt sich zu seiner treuen Stütze und rechten Hand. Mr. Gwyn widmet sich seiner neuen Tätigkeit, bis eines Tages ein Modell sich nicht an die Vorgaben von ihm hält.Jasper Gwyn ist ein Mensch, der gern alleine lebt und darum auch seine Marotten nach eigenem Willen ausleben kann. Bereits nach wenigen Seiten des Romans hatte ich als Leser den Eindruck, dass da unter der Oberfläche noch einiges mehr sein muss. Aber der Autor ließ mich nur hier und da mal durch das Schlüsselloch, wie es sinnbildlich auf dem Cover abgebildet ist, einen Blick auf die tatsächliche Persönlichkeit von Mr. Gwyn werfen. Stellt er als in der Öffentlichkeit stehender Schriftsteller das Verfassen von Büchern ein, schien es mir so, dass er an einem anderen Ort problemlos eine Rolle annimmt, die nicht dem Schreibverbot unterliegt. Neben dieser sehr einzigartigen und geheimnisvollen Person zeichnet Alessandro Baricco auch mit Rebecca einen besonderen Charakter. Auffällig ist sie durch ihren korpulenten Körper, wie der Autor mehrmals betont. Dadurch hat sie Wiedererkennungswert gegenüber den anderen Figuren im Roman trotz ihres ansonsten durchschnittlichen Aussehens. Die Anweisungen ihrer Arbeitgeber führt sie kompetent aus und erwirbt sich damit das Vertrauen und die Hochachtung von Mr. Gwyn. Sie ist ein logisch denkender Mensch, dem es im Laufe der Zeit durch ihre Fähigkeiten gelingt einen Weg zu Jasper Gwyn zu finden.Das Buch besteht aus zwei Teilen, dem eigentlichen Roman „Mr. Gwyn“ und der Kurzgeschichte „Dreimal im Morgengrauen“. Während ich im ersten Teil ständig darauf hoffte, einmal ein Porträt von Mr. Gwyn lesen zu dürfen, erfüllte mir der zweite Teil diesen Wunsch auf eine ganz eigene Weise. Dieses Buch bildete für mich eine perfekte Ergänzung zum ersten Teil und hob für mich ein wenig den Schleier um einen Blick auf die Vergangenheit von Mr. Gwyn zu werfen.Wirkte die Idee, Porträts von Menschen zu schreiben und auch die Umsetzung zunächst kurios, so habe ich mich doch gespannt auf diesen Plan eingelassen. Kurze Kapitel und eine eindringliche Sprache zeigten mir schließlich, dass die Ausführung möglich ist. Atmosphärisch dicht mit ruhigen Beschreibungen und einem rätselhaften Charakter hat mir das Buch eine sehr schöne Geschichte mit Tiefgang geboten. Daher empfehle ich es gerne weiter.

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  • Leider ein Reinfall für mich

    Mr Gwyn
    fraencisdaencis

    fraencisdaencis

    26. October 2016 um 09:24

    Die ersten Kapitel von „Mr. Gwyn“ lasen sich zügig und gut. Der Schreibstil gefiel mir, der Beginn der Geschichte ebenfalls und ich war schnell in das Buch vertieft. Aber dann kam eine Stelle in dem Buch, bei der mir die Kinnlade herunterklappte und minutenlang starrte ich die folgenden Zeilen an:"Er machte das Handy aus und winkte der dicken jungen Frau, die sich aus Höflichkeit ein paar Schritte entfernt hatte. Er bemerkte, dass ihr Gesicht schön war, ansonsten hielt sie den Schaden mit geschickt gewählter Kleidung in Grenzen."- Seite 24Das ist ein heftiger Fall von Body Shaming, sprich ein unpassender, negativer Kommentar oder unpassendes, negatives Verhalten gegenüber Menschen mit einem bestimmten Körpertyp. In diesem Fall gegenüber Menschen mit Übergewicht. Nachdem ich diese Aussage gelesen hatte, konnte ich erst einmal nicht weiterlesen. Ich war frustriert, dass es in der heutigen Zeit immer noch Bücher gibt, die solche Botschaften vermitteln. Nach einer etwas längeren Lesepause griff ich wieder zu dem Buch, doch es gefiel mir einfach nicht mehr so, wie es noch zu Anfang der Fall gewesen war. Ich sah nicht nur den Protagonisten Jasper Gwyn in einem anderen Licht, sondern auch den Autoren Alessandro Baricco. Und ich musste leider auch nicht lange warten, bis ein ähnlich negativer Kommentar auftauchte.Aber nicht nur das Body Shaming gefiel mir an „Mr. Gwyn“ nicht (obwohl das schon ein riesen großer Minuspunkt war). Auch der Aufbau der Geschichte war nicht nach meinem Geschmack und ich habe das Buch gegen Ende nur noch deshalb gelesen, damit ich es bald beenden kann. Die Idee mit den geschriebenen Porträts war zwar nett, jedoch fand ich, dass man über die Arbeit wenig erfuhr.Fazit und EmpfehlungObwohl mir eigentlich der Schreibstil gut gefiel, so kann ich das Body Shaming nicht unkommentiert lassen. Auch der Handlungsbogen war für mich ein bisschen wirr und bereitete mir keine Freude beim Lesen. Daher ist „Mr. Gwyn“ für mich ein Reinfall gewesen.

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  • Mr. Gwyn

    Mr Gwyn
    littleowl

    littleowl

    02. September 2016 um 18:54

    Worum geht’s? Jasper Gwyn hat genug vom Literaturzirkus: Der berühmte Schriftsteller stellt eine Liste mit Dingen auf, die er nie wieder tun will – unter anderem „Bücher schreiben“. Doch schon nach kurzer Zeit merkt er, dass ihm das tägliche Schreiben fehlt. Da inspiriert ihn eine Ausstellung zu einem gewagten literarischen Experiment. Mr. Gwyn will als Kopist arbeiten und Portraits anfertigen, allerdings nicht als Gemälde, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, in dem ihm fortan Menschen auf außergewöhnliche Weise Modell sitzen. Die geschriebenen Portraits bewegen ihre Empfänger zutiefst – doch dann widersetzt sich eine eigensinnige junge Frau vehement Mr. Gwyns Regeln. Meine Meinung Ich habe hauptsächlich auf Blogs viel Positives über diesen Roman gelesen und mich daher beim Stöbern in der Bücherei spontan für ihn entschieden. Tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht, diese außergewöhnliche Geschichte konnte mich von Beginn an fesseln. Besonders gut gefallen hat mir, dass man ein fiktives Buch, das in „Mr Gwyn“ eine Rolle spielt, am Ende auch tatsächlich lesen kann. In Italien, Bariccos Heimatland, wurde „Dreimal im Morgengrauen“ sogar separat veröffentlicht. Baricco schreibt nicht nur über einen genialen Schriftsteller, er hat auch selbst einen fantastischen Schreibstil. Wirklich beeindruckend fand ich, wie er auf eine ganz besondere, sehr poetische Art und Weise Charaktere beschreibt. Vor allem die interessante Grundidee hat mein Interesse an diesem Buch geweckt. Ist es möglich, Portraits zu schreiben statt sie zu malen? Die Antwort lautet: Ja, das ist es, jedoch gehört viel Kunstfertigkeit und Menschenkenntnis dazu. Rebecca, Gwyns Assistentin und erstes Modell, erklärt gegen Ende des Romans, wie der berühmte Autor vorgeht. Ich werde die Methode an dieser Stelle aber natürlich nicht verraten, das darf jeder selbst nachlesen. Insgesamt fand ich das Ende von „Mr. Gwyn“ dann leider etwas enttäuschend, ich hatte nämlich das Gefühl, dass die Geschichte noch gar nicht wirklich zu Ende erzählt ist. Außerdem hätte ich gern erfahren, wie es mit dem mysteriösen Mädchen weitergeht, das sich Gwyns Regeln entzieht. Die faszinierendste und vielschichtigste Figur ist natürlich Schriftsteller Jasper Gwyn. Wie die meisten großen Künstler wandelt er ständig auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Dadurch, dass er den ganzen Roman über mit Vor- und Nachnamen angesprochen wird, bleibt immer eine gewisse Distanz, aber ich hatte nie Probleme, seine Entscheidungen nachzuvollziehen. Ich fand es wirklich faszinierend, einen Einblick in die Gedankenwelt eines Künstlers zu bekommen. Baricco schreibt über Freuden und Leiden des literarischen Schaffens, wie es wohl nur ein Schriftsteller selbst kann. Fazit Ein unkonventioneller und faszinierender Roman über ein literarisches Experiment. Trotz kleiner Schwächen konnte Baricco mich begeistern, vor allem dank seines wunderbaren Schreibstils und des schillernden Protagonisten.

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  • Wie könnte ein geschriebenes Porträt wohl aussehen?

    Mr Gwyn
    Gruenente

    Gruenente

    08. July 2016 um 18:48

    Porträts werden eigentlich gemalt. Mr. Gwyn möchte sie schreiben. Er ist ein erfolgreicher Autor, aber des Literaturzirkus müde. Er beschließt eine ganze Anzahl von Dingen nichtmehr zu tun, veröffentlicht diese in einer Zeitung und führt dabei auch auf, dass er keine Bücher mehr schrieben möchte. So richtig glaubt das niemand. Jeder Autor behauptet das einmal. Doch Gwyn bleibt dabei. Wie ein typischer verschrobener Engländer lebt er in den Tag hinein, besucht gerne Waschsalons und kommt mit Hilfe einer älteren Dame auf die Idee Kopist zu werden. Kopist? Was macht ein Kopist? Gwyn hat keine Ahnung und versucht dem auf die Spur zu kommen. Irgendwann kommt er auf die Idee mit den geschriebenen Porträts. Die Neben- und Hauptfiguren sind sehr liebevoll und detailliert gezeichnet. Mein Liebling ist der alte Mann, der Glühbirnen macht. Im ganzen Buch kommt kein einziges dieser Porträts vor. Doch da gibt es noch das Buch im Buch „Dreimal im Morgengrauen“. Im Original, wurde es separat herausgegeben, in Deutschland wurde es mit dem anderen Buch gemeinsam veröffentlicht. Dabei liegt für mich der literarische Schatz in diesen drei Geschichten und sie enthalten auch mindestens eins der Porträts. Über dieses Buch im Buch könnte man schon eine eigene Rezension schreiben. Hier erkenne ich auch den mir bekannten Stil (z.B. aus Seide) des Autors wieder. Drei Episoden mit den gleichen Hauptfiguren in einem irrationalen Spiel mit Zeit, Gelegenheiten und Unmöglichkeiten. Mr. Gwyn ist unterhaltsam, rätselhaft und manchmal überraschend. Es ist ein Spiel mit Identitäten. Flüssig zu lesen und vor allem mit sehr schönen Figuren. Etwas ausführlicher gibt es die Rezension hier: http://leckerekekse.de/wordpress/mr-gwyn/

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  • Ein schöner Roman mit zauberhafter Sprache

    Mr Gwyn
    TanyBee

    TanyBee

    07. July 2016 um 09:22

    Jasper Gwyn ist ein erfolgreicher Schriftsteller. Eines Tages veröffentlicht er eine Liste in der Zeitung mit Dingen, die er nicht mehr tun wird. Einer der Punkte lautet: Bücher schreiben. Viele halten das für einen Marketingcoup oder eine Art Auszeit, aber Jasper Gwyn ist fest entschlossen. Er macht sich auf die Suche nach einer neuen Beschäftigung und beschließt Porträts von Menschen anzufertigen. Literarische Porträts. Wie das genau aussehen soll? Das muss er selbst noch herausfinden. Es ist für mich ganz schwierig, meine Begeisterung für dieses Buch in Worte zu fassen. Die Handlung ist einigermaßen abstrus, und es könnte genauso gut ein ganz schlechtes Buch sein. Aber die Sprache des Buches hat mich verzaubert. Die Charaktere sind treffend geschildert, ohne dabei groß auf Äußerlichkeiten wert zu legen. Eher durch ihre Taten verraten sie ihr Wesen. Jasper Gwyn geht mit großer Präzision vor und scheint sich seiner Sache so sicher zu sein. Das hat mir sehr gut gefallen in Zeiten wie unseren, in denen alles möglich ist, aber eben auch alles unsicher. Für Mr. Gwyn muss alles perfekt sein. Als Leser wundert man sich vielleicht erst darüber, aber später fügt sich alles so wunderbar zusammen. Mir ist aufgefallen, dass in diesem Buch einige Sachen vorkommen, die mich in anderen Büchern genervt haben. Zum Beispiel, dass Mr. Gwyn mit einer toten bzw. imaginären Person spricht. Hier fand ich es überhaupt nicht nervig, sondern sehr natürlich und passend. Besonders gelungen finde ich auch, wie der Autor mit der Neugier des Lesers spielt. Viele Dinge bleiben wage, dem Leser verborgen. Und wenn man schon denkt, damit muss man sich abfinden, wird vielleicht doch noch das eine oder andere aufgeklärt. Aber ich möchte nicht zu viel verraten! Wer sich unsicher ist, ob er das Buch lesen soll, der sollte einfach die ersten zwei Seiten lesen. Nach zwei Seiten hatten mich die Sprache und die Art des Autors schon vollkommen gefesselt.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Ein Buch über die Magie des Schreibens- ein Buch über eine besondere Figur

    Mr Gwyn
    Buchraettin

    Buchraettin

    30. June 2016 um 07:51

    Ein Buch über die Magie des Schreibens- ein Buch über Bücher- ein Buch über eine besondere Figur- ein wundervolles Buch mit einem Zauber in der Geschichte. Ein Schriftsteller, der beschließt nichts mehr zu schreiben. In einem Zeitungsartikel veröffentlicht er seine Absicht. „Mr. Gwyn“ blieb mir als Figur immer etwas unnahbar, nicht greifbar, distanziert. Vielleicht lag es auch daran, dass er immer mit Vor –und Zunamen angesprochen wurde im Buch. Erst als die weibliche Figur im Roman, Rebecca, in sein Leben tritt, wurde es besser. Für mich wurde mit ihr aber auch die Hauptfigur ein wenig abgelöst. Da nun auch immer wieder aus Rebeccas Sicht erzählt wird, kann das auch der Grund sein. Er hatte ein wenig etwas Phantomartiges an sich, dieser Schriftsteller und dann das Verschwinden in den Seiten des Buches, das war für mich schon etwas Besonderes im Erzählstil des Autors. Besonders gut gefallen hat mir, die Idee von „Mr. Gwyn“ das Schreiben aufzugeben. Aber dann als Leser konnte ich seine innere Zerrissenheit spüren, Sehnsucht, die sich einen Weg zu suchen scheint, eine Art Ventil, das sich in diesem Schreiben von Porträts öffnet- eine originelle Idee. Hier ist für mich auch diese Nebenfigur mit den Glühbirnen erwähnenswert, weil dieser Mann ist eine geniale Figur, die fast ebenbürtig ist mit „Mr. Gwyn“. Im Anhang findet sich sozusagen noch eine Art Kurzgeschichte. Auf die möchte ich nicht weiter eingehen, denn deren Sinn ergibt sich im Laufe des Buches. Für mich allerdings, hätte sie weg bleiben können. Dieses Buch hatte eine gewisse Magie für mich. Eine Art Zauber, der sich beim Lesen immer wieder entfaltete. "Mr.Gwyn" war mir nicht immer sympathisch, vor allem in seinen Äußerungen. Aber das sind für mich die lebendigen Figuren, die die Emotionen auslösen bei mir als Leser. Die ich auch mal nicht so nett finde, die ich aber dann so akzeptieren muss, weil sie hier im Buch nun mal so sind, ihre Eigenschaften haben, wie reale Menschen. Für mich brauchte dieses Buch Aufmerksamkeit. Ich konnte es nicht so weglesen, sondern es benötigte Zeit. Zeit zum Lesen, zum Nachdenken, ein wenig Träumen und immer wieder stellte ich mir die Frage, wie ein Porträt wohl aussehe, ein geschriebenes Porträt? Was ich sehr mochte, ein kleine Stelle in der Geschichte, in der er Comics und Philosophiewerke wie selbstverständlich nebeneinanderliest, das hat mir sehr gut gefallen. Ein Buch über die Magie des Schreibens- ein Buch über Bücher- ein Buch über eine besondere Figur- ein wundervolles Buch mit einem Zauber in der Geschichte.

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