Alessandro Baricco Oceano Mare

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Inhaltsangabe zu „Oceano Mare“ von Alessandro Baricco

Gestrandet in einer abgelegenen Pension am Meer treffen Menschen zusammen, die vom Leben gezeichnet sind und unterschiedlicher nicht sein könnten: Ein einsamer Maler, der das Meer mit Meerwasser malt, ein seltsamer Wissenschaftler, der die Wellen erforscht, um die Grenzen des Ozeans festzulegen, ein junges Mädchen, das an einer seltsamen Krankheit leidet. Über philosophisch anregende Gespräche versuchen sie, ihre jeweiligen Sehnsüchte - nach Liebe, Erkenntnis oder gar Vollkommenheit - zu stillen. Jenseits jeglicher zeitlichen oder räumlichen Einordnung erzählt dieses poetische Märchen von den vielen Facetten des Lebens, die von unendlicher Liebe und Angst bis hin zu Hoffnungslosigkeit und sogar Hass reichen.

Ganz anders als erwartet, aber die Sprache des Autors war vollem zum Ende hin faszinierend.

— Cat1505
Cat1505

Nicht die richtige Zeit fürs Buch, zu unfokussiert. Dennoch spürbar sehr gut, nur nicht (jetzt) für mich, werde es in Zukunft ein 2. lesen.

— TheLastUnicorn_
TheLastUnicorn_

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  • Rätselhaft und schön - wie das Meer

    Oceano Mare
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    Wie am Rande der Welt finden sich die Akteure von Bariccos Erzählung 'Oceano Mare' in der Pension Almayer zusammen, allesamt wie aus der Zeit herausgenommen und auf sich selbst projiziert: Der Maler Plasson, der sich vergeblich darum bemüht das Meer auf seine Leinwand zu bannen. Der Wissenschaftler Bartleboom, der eine Enzyklopädie der Grenzen schreibt und daran scheitert das Meer in sein System einzufügen. Ann Deriviá, die von ihrem Mann vor dem Liebhaber versteckt wird. Der geheimnisvolle Seemann, dessen Geschichte sich erst im Laufe der Geschichte erschließt. Elisewin, das junge „zum Leben zu schwache und zum Sterben zu starke“ Mädchen auf der Suche nach sich selbst. Und nicht nur diese kleine Gesellschaft, die sich in der Pension am Rande des Meeres wie am Ende der Welt zusammenfindet, ist außergewöhnlich. Auch die Pension selbst ist es. Das Personal sind rätselhafte Kindwesen, Wesen von kindlichem Äußeren und Auftreten, denen Baricco altersweise Worte in den Mund legt. "So war die Pension Almayer. Sie war von jener Art Schönheit, zu der nur Unterlegene fähig sind. Und sie besaß die Reinheit der Schwachen. Und die vollkommene Einsamkeit dessen, was verlorenging." (S. 44) Durch seine vielen Protagonisten lässt der Autor zahlreiche Handlungsebenen zu einer großen Collage zusammen fließen. Und ebenso collagenhaft ist auch Bariccos Erzählstil. Von einer Szene auf die andere wechselt er die Tonalität. Mal verdichtet er seine Sprache zu verträumten Bildern, mal fabuliert er ausladend märchenhaft daher, um im nächsten Augenblick unkommentiert herrlich pointierte Dialoge zu protokollieren. Dann wieder schildert er schonungslos brutal menschliche Abgründe, um im nächsten Augenblick in die Rolle eines humorvollen Erzählers zu schlüpfen, der mit absurd-komischen Szenen unterhält. Und immer ist das Meer präsent. Es ist als ob Baricco die tausend Gesichter des Meeres einzufangen versucht. Das Meer wird zum Spiegel, der die Emotionen der Protagonisten zurückwirft. Doch obwohl dieses ständige Variieren die einzige sprachliche Konstante ist, entsteht gerade dadurch ein in seiner brillierenden Komplexität wundersam stimmiges Gesamtbild. Denn so unterschiedlich die einzelnen Elemente, aus denen sich Bariccos Geschichte zusammensetzt, auch sind, so übereinstimmend ist ihnen eine wesentliche Gemeinsamkeit. Nur dass sich diese eben nicht so einfach in Worte fassen lässt. Jeder einzelne Handlungsfaden ist der Versuch einer Annäherung. Steht für den Versuch des Einzelnen das ‚große Rätsel‘ zu lösen. Nur eine Figur in der Geschichte fällt aus diesem Rahmen und ist zugleich das verbindende Element verschiedener Handlungsstränge. Der ehemalige Seemann Thomas, traumatisiert durch die Erlebnisse nach einem Schiffsunglück, hat in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele geblickt. "Warum werden die Dinge erst im Würgegriff der Verzweiflung wahr? Wer hat die Welt auf diese Weise verdreht, daß die Wahrheit auf der dunklen Seite stehen muß (...) S. 155 "Das hat der Leib des Meeres mich gelehrt. Daß, wer die Wahrheit gesehen hat, für immer untröstlich bleiben wird. Und wirklich gerettet ist nur der, der niemals in Gefahr war." (S.157) Ohne Frage ist Bariccos Bild vom ‚ Meer‘ symbolisch zu verstehen. Eine Lesart mag sein, in ihm eine Metapher für die unergründliche Unfassbarkeit des Seins zu sehen. So wie das Meer in seiner Unbezähmbarkeit nicht klar einzugrenzen ist, so entzieht sich auch die menschliche Seele mit all ihren Abgründen dem völligen Verstehen. Und genauso ist die ewige Frage nach dem Sinn eine, auf die es (scheinbar) keine Antwort gibt. Barricos Oceano Mare ist keine leichte Lektüre, denn es fordert viel Aufmerksamkeit von seinen Lesern. Es ist kein Buch, das man schnell weg liest, dafür ist der Text viel zu dicht, zu poetisch verschlüsselt. Aber es ist ein Buch, das man – wenn man es einmal wirklich gelesen hat – garantiert auch ein zweites Mal lesen will.

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    • 6
  • Das Märchen vom Wesen des Meeres

    Oceano Mare
    gst

    gst

    Alessandro Bariccos „Novecento“ hat mir so gut gefallen, dass ich dachte, ich müsse unbedingt ein weiteres Werk von ihm inhalieren. Doch Oceano Mare zu lesen, ist wie ein abstraktes Gemälde zu betrachten. Ab und zu erkennt man etwas, aber meist sieht man nur unterschiedliche Farben und Linien, die kaum Sinn ergeben – aber doch auf den Betrachter wirken und seine Gefühle ansprechen.In den ersten Kapiteln lernen wir Leser die Bewohner der Pension Almayer irgendwo am Meer kennen. Da gibt es Plasson, den Maler, der früher Portraits malte und nun versucht, das Meer auf die Leinwand zu bannen. Ann Deveriá ist von ihrem Mann in die Pension geschickt worden, um möglichst weit von ihrem Liebhaber fort zu sein. Der Wissenschaftler Bartleboom bemüht sich, die Grenzen des Meeres zu finden, um seine Enzyklopädie der Grenzen zu vervollständigen. Pater Pluche hat von Elisewins Vater die Aufgabe bekommen, das lebensmüde Mädchen zu einer heilenden Stätte zu begleiten... Als Leser wird man mit einer enormen Fabulierkunst von den Wellen in eine fremde, unwirkliche, aber zumindest zu Beginn harmonische Welt mitgenommen. Seite 100: „Weißt du, was schön ist hier? Schau: wir gehen und lassen alle diese Abdrücke im Sand zurück, und sie bleiben bestehen, ganz deutlich und ordentlich. Aber wenn du morgen aufstehst, wirst du auf diesen großen Strand schauen, und nichts wird mehr da sein, kein Abdruck, dein anderes Zeichen, gar nichts. Das Meer löscht alles aus in der Nacht. Die Flut versteckt alles.“ Im zweiten Buch erleben wir Menschen in Seenot. Dieser Teil hätte mich wegen der Grausamkeiten beinahe aufgeben lassen. Was allerdings schade gewesen wäre, denn im dritten Buch erfuhr ich, was aus den einzelnen Pensionsbewohnern geworden ist. Und das entwickelte bei mir einen eigenartigen Sog – wie das Meer manchmal auch. Wer sich von einem Buch vor allem Handlung erwartet, sollte liebe die Finger davon lassen. Wer aber bereit ist, in Gefühle und Gedanken einzutauchen, könnte an diesem Märchen vom Wesen des Meeres Gefallen finden. 

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    • 3
  • 6. 42. Punkte-Lesemarathon 26. bis 28. Juni - Lesen bis zur Bikinifigur ;)

    Knorke

    Knorke

    Hey, nach einer längeren Pause, da ich viel stress habe und irgendwie ständig irgnedwo anders ein Lesemarathon angeboten wurde, dachte ich mir, ist mal wieder Zeit für einen eigenen :) Lesemarathon, was ist das noch mal? Das erklärt sich quasi von selbst. Es ist ein Marathon, bei dem es darum geht möglichst viel zu lesen, meist im Austausch mit anderen Wann findet der Marathon statt? Er findet vom 26.06. 15 Uhr bis 28.06 24 Uhr statt, ein- und aussteigen darf man jeder Zeit ;) Gibt es noch etwas zu beachten? Wer nur Lesen möchte, darf dies gerne tun. Dabei besteht für die Nur-Leser die Möglichkeit sich selbst ein Ziel zu setzen, welches irgendwie mit 42 zu tun hat, also 420 Seiten, 840 Seiten... Dabei wäre es auch sehr schön, uns an eurem Fortschritt teilhaben zu lassen. Für diejenigen, die es gerne etwas spannender mögen, kommen nun wieder die speziellen Aufgaben: Wie immer geht es darum, 42 Punkte zu erreichen, in Anlehnung an einen echten Marathon. Pro gelesenen 50 Seiten gibt es einen Punkt. Außerdem kann man durch verschiedene Aufgaben weitere Punkte erlangen. Freitag - Urlaubslektüren Der Marathon beginnt, dieses Mal auf Hawaii mit unserem eigenen Ironman-Marathon. Da wir uns an einem wirklich schönen Ort befinden, haben wir natürlich auch unsere Urlaubslektüre eingepackt. Der Marathon startet mit Büchern die zum Thema Strandurlaub passen. Zusätzlich für jeweils 3 Punkte können Bücher vorgestellt werden, die ihr bei einem Urlaub in den Bergen, Urlaub in Amerka und Weltreise passen würden. Samstag - Traum- oder Albtraumreiseziel Heute merken wir nun zum ersten Mal, dass unser Ironman-Marathon sehr anstrengend ist und wir fragen uns, ob unsere Marathonreise sich weiterhin als Traum- oder Albtraumreise herausstellen wird Jedes neu angefangene Buch sollte eine Bücherwelt besitzen, die entweder als Traumreiseziel oder als Albtraumreiseziel beschrieben werden kann. Außerdem gibt es an unseren üblichen Pausenstationen (9, 12, 15, 18, 21, 0 Uhr) für euch die Gelegenheit, für 2 Punkte jeweils ein Buch aus eurem Bücherregal vorzustellen, dass auch zum Thema Traum- oder Albtraumreise passt Sonntag - Sommer, Sonne, Sonnenschein Der letzte Tag bricht an und wir sind stolz auf uns, dass wir nicht aufgegebe haben und heute Abend sicher die Ziellinie erreichen werden. Da wir wissen, dass es heute vorbei ist, fangen wir auch wieder an die Sonne und das schöne Wetter zu genießen. Jedes angefangene Buch sollte auf dem Cover oder im Titel irgendetwas zum Thema Sommer haben. Nach jeweils 50 Seiten solltet ihr uns einen Bericht zum Thema Wetter in eurem Buch geben. Dazu oder wenn ihr gerade wirklich nicht herausfinden könnt, was für ein Wetter ist, dürft ihr die Frage beantworten, wie die Stimmung ist - eitel Sonnenschein oder eher verhagelt? Wie immer habe ich die üblichen Verdächtigen eingeladen ;) Teilnehmer: Tatsu (440 Seiten von 504 Seiten) samea Hikari (603 Seiten, 43 von 42 Punkten) janaka buchliebhaberin (594 Seiten, 38 von 42 Punkten) sofie (432 Seiten, 31 von 42 Punkten) Harlequin (355 Seiten, 20 von 42 Punkten) Leseratz_8 (350 Seiten, 15 von 42 Punkten) Watskea (Ziel: 420 Seiten) Lara9 (Ziel: 420 seiten) MiniMixi (61 von 420 Seiten) Hannelore (259 Seiten, 16 von 42 Punkten) LadySamira (476 Seiten, 11 von 42 Punkten) Knorke (141 Seiten)

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    • 177
  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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    • 113
  • Buchverlosung zu "Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" von Valentina D'Urbano

    Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung
    dtv_Verlag

    dtv_Verlag

    »Ein Roman über die Liebe und das Erwachsenwerden, der durch eine Poesie überrascht, die wie mit Flaschenscherben geschrieben ist,« schreibt die ›ELLE‹ über den Roman, den ihr ab heute hier gewinnen könnt! Neugierig? Darum geht’s: Beatrice und Alfredo wachsen in trostlosen Verhältnissen auf. Ihre Heimat ist ein dreckiges Viertel in den Hügeln einer italienischen Stadt – geprägt von Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit. Die beiden halten sich aneinander fest, sind unzertrennlich … bis eine schreckliche Kerbe in Beatrice‘ Leben geschlagen wird: Kaum zwanzig Jahre alt, steht sie an Alfredos Grab. Alleingelassen in der grausamen Realität hat sie nur eine Chance: Sie darf ihren Lebensmut nicht verlieren. ›Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung‹ ist die Geschichte einer bitteren Liebe, aber auch einer Hoffnung, die sich ihren Weg wie eine wilde Blume durch den Beton bricht. Geschrieben hat ihn Valentina D’Urbano, eine junge, vielversprechende Autorin aus Italien. Mehr Infos zu Buch und Autorin findest du hier: www.dtv.de/mit_zwanzig_hat_man_kein_kleid_fuer_eine_beerdigung So kannst du mitmachen: Verrate uns einfach, warum du das Buch gerne lesen würdest: Hast du schon davon gehört, magst du italienische Literatur oder gefällt dir einfach die Stimmung auf dem Cover? Unter allen Kommentaren, die bis zum 25. Februar 2014 abgegeben werden, verlosen wir 15 Exemplare von ›Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung‹. Wir sind gespannt auf eure Antworten!

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    • 304
  • Thalassa, thalassa

    Oceano Mare
    Lesemanie

    Lesemanie

    11. September 2013 um 16:52

    Irgendwo in der Welt steht, mit Blick auf das Meer, die Pension Almayer. Wer sie betritt, trifft auf Dira, ein zehnjähriges Mädchen, dem nichts entgeht, und das die einzelnen Gäste willkommen heißt. Hat man sich in das Gästebuch eingetragen und frische Handtücher von Dira erhalten, geht es auf in das zugeteilte Zimmer. Gut möglich, dass hier Dood sitzt, der Junge der praktisch zum Mobiliar gehört, und gerne stumm auf der Fensterbank sitzt und auf das Meer hinausschaut. Manchmal steht auch Ditz vor einem, der Junge, der auf Wunsch Träume schenken kann. Und dann ist da noch Dol, der abends mit dem Ruderboot hinausfährt und den Maler Plasson abholt. Verglichen mit den Gästen der Pension Almayer ist diese Kindergruppe fast unscheinbar. Sie gehören eben zu der Pension „wie das Mobiliar“. Die Besucher, allesamt ein wenig wirr, sind alle in der Pension weil sie dem Meer nahe sein wollen. Die Gründe für diese Sehnsucht sind allerdings so vielfältig wie die Marotten der einzelnen Gäste. Plasson, der Maler, steht jeden Tag am Strand und versucht, die Vollkommenheit des Meeres malerisch einzufangen. Dabei bleiben die Leinwände fast immer ganz weiß, denn anstatt in Farbe, tunkt er die Pinsel in Meerwasser. Jeden Abend erwartet er die Flut am Strand, und wenn ihm das Wasser bereits bis zur Brust steht, holt Dol ihn mit dem Ruderboot ab und bringt ihn zurück in die Pension. Elisewin, die nervöse Tochter des Barons von Carewall, die sich als Kleinkind einmal vor einer plötzlich auffliegenden Taube so erschreckt hat, dass sie seit dem im heimatlichen Schloss nur über weiße Teppiche laufen kann und kreisrunden Wegen im Park folgt. Zur Heilung wird der nun Sechzehnjährigen empfohlen, das Meer aufzusuchen. Professor Bartleboom, der an seiner „Enzyklopädie der in der Natur nachweisbaren Grenzen unter zusätzlicher Berücksichtigung der Grenzen der menschlichen Fähigkeiten“ arbeitet. Da der Strand die Grenze des Meeres markiert, verbringt er viel Zeit dort. Nebenbei ist er auf der Suche nach der Liebe seines Lebens. Ann Deverià schließlich ist nicht auf der Suche nach Liebe, sondern soll vielmehr von ihr genesen. Nach einer außerehelichen Affäre hat ihr Mann sie in die Pension Almayer verbannt, bis sie dort ihren Geliebten vergisst. Weitere, ähnlich kauzige, Gäste komplettieren die Runde in der Pension. Wie auch in Land aus Glas wechselt Baricco hier zwischen ausführlich erzählten Episoden und knappen Momentaufnahmen hin und her. In einer tollen Sprache und mit nicht enden wollendem Einfallsreichtum zaubert er Figuren und Ereignisse hervor.  Mehr Rezensionen unter  http://lesemanie.blogspot.com

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  • Rezension zu "Oceano Mare" von Alessandro Baricco

    Oceano Mare
    Sarii

    Sarii

    12. July 2011 um 22:26

    Eine wundervolle Hommage an das Meer und dessen unergründliches und zugleich bezauberndes Wesen... ------ Die Pension Almayer ist ein kleines Häuschen mitten am Strand mit Meerblick, sodass die Füße sofort im Sand stehen, wenn man dieses verlässt. Es scheint eine ruhige Idylle um den Ort zu herrschen, genau das richtige Plätzchen um mit sich und dem Leben ins Reine zu kommen. Aus diesem Grund haben sich mehrere Personen dort versammelt, um bestimmten Zielen nachzugehen oder an sich selbst zu arbeiten. Es gibt den Maler Plasson, der versucht das Meer möglichst detailliert aufzufangen, indem er mit Meerwasser zeichnet und den ganzen Tag mit seiner Staffelei am Strand verbringt sowie den Wissenschaftler Bartleboom, der versucht die Grenze des Meeres zu erforschen. Außerdem lebt dort die Dame Deveria, die sich von einer unglücklichen Liebe erholen möchte und die junge Baronentochter Elisewin, die nie gelernt hat zu leben und auf jenes nicht vorbereitet scheint, sogar an jenem anscheinend zugrunde geht. All jene Personen versuchen durch die Abgeschiedenheit und die Schönheit des Meeres ihre Ängste und Konflikte zu überwinden und die eigenen Träume zu verwirklichen. Jene treten in einen individuellen Kontakt mit dem Meer und seinem Wesen und scheinen durch den Anmut des Ozeans andere Persönlichkeiten zu werden. ------ Der Autor Alessandro Baricco macht dem Untertitel seines Werkes „Das Märchen vom Wesen des Meeres“ alle Ehre, da er sich einer sehr poetischen Sprache bedient und das Meer in seinen Beschreibungen teils romantisch verklärend, als auch bedrohlich und angsteinflössend erscheint. Es ist einfach spannend seinen Ausführungen zu folgen, da die Schicksale der einzelnen Personen damit verknüpft werden. Außerdem unterscheiden sich die unterschiedlichen personalen Erzählstränge auch durch eine differente Darstellungsweise (Lektüreausschnitt, Gebet, Ich- Erzähler oder Abenteuergeschichte). All diese Aspekte tragen dazu bei, dass ein Wechselspiel zwischen Spannung und Harmonie innerhalb der Erzählung erfolgt, sodass ich beim Lesen ein Gefühl der inneren Ruhe empfunden habe und mich selbst an das Meer träumen könnte. ---- Fazit: Ein wundervolles märchenhaftes Buch über das Meer, welches zum Träumen und Nachdenken anregt.

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  • Rezension zu "Oceano Mare" von Alessandro Baricco

    Oceano Mare
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    17. January 2009 um 14:34

    Die idyllische Pension Almayer - irgendwo am Meer - beherbergt eine Gruppe außergewöhnlicher Gäste. Eine Frau, die in der Abgenschiedenheit des Strandes von der Liebe genesen will; einen Maler der das Meer täglich mit Meerwasser neu zu malen beginnt; einen Wissenschaftler auf der Suche nach den Grenzen der Ozeane und zuletzt ein Mädchen - die junge Elisewin - zu zart zum Leben und zu lebendig zum Sterben. "Wer hätte je gedacht, wie weit man sehen kann, wenn man die Augen eines Mannes küsst - wenn man die Beine eines Mädchens streichelt, wie schnell man laufen und fliehen kann..." Dieser Roman öffnet einen neuen Mikrokosmos Bariccos und verhilft nicht nur Elisewin, sondern auch dem geneigten Leser zu neuem Leben.

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  • Rezension zu "Oceano Mare" von Alessandro Baricco

    Oceano Mare
    ZweiUndVierzig

    ZweiUndVierzig

    24. March 2008 um 15:22

    Menschen, die sich in einer Pension am Meer begegnen. "begegnung" ist das Wort, das es wohl richtig beschreibt. Sehr verschiedene, teils etwas skurrile Schicksale und deren Grund, sich an das scheinbare fin del mundo zurueckzuziehen... Man muss das Buch wie seine Charaktere lesen - vorsichtig, ruhig, genießend, sanft, ohne hektk oder auf eine aufloesung fixiert. Es erzaehlt in einer ihm eigenen Langsamkeit von der Ruhe am Meer von der Loesung der Menschen ineinander und warum es so schwer ist, das Ende des Meeres zu finden. Wenn man die Muße hat, sollte man sich die Langsamkeit goennen und es lesen.

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  • Rezension zu "Oceano Mare" von Alessandro Baricco

    Oceano Mare
    elin

    elin

    09. October 2007 um 18:26

    Ein kleines Wunder, ein großes Märchen, eine wunderschöne Geschichte. Und dabei sind es mehr als eine Geschichte; es sind Lebensabschnitte, Gespräche, Geschehnisse - und die Menschen, um die es geht, treffen aufeinander. Wunderbar.

  • Rezension zu "Oceano Mare" von Alessandro Baricco

    Oceano Mare
    nibrir

    nibrir

    31. July 2007 um 16:18

    Eine merkwürdige Gruppe ist es, die sich in der Pension Almayer zusammengefunden hat, dort, wo das Meer pausenlos gegen die Felsen rollt: Ein Maler, auf der Suche nach den Augen des Meeres, der nie auch nur einen Strich auf die Leinwand setzt oder der Pfarrer, der Gebete an Gott schreibt und mit einem Mädchen hier ist, dem das Salzwasser sein Leben retten soll. Da ist die schöne Ann, die ihren Mann betrogen hat, und da ist Professer Bartleboom, der mit einem Kästchen voller Liebesbriefe an eine Frau umherreist, nach der er sein ganzes Leben lang schon sucht. Hier, am Ende der Welt, verweben sich die Schicksale der Menschen miteinander. Hier spielt Bariccos » Märchen vom Wesen des Meeres «. Und diesen Untertitel trägt der Roman zu recht, denn es ist wahrlich ein märchenhafter Gefühl, darin zu lesen. Bariccos intensive Sprache ist mindestens genau so präzise, wie sie gleichzeitig fesselnd ist und den Leser in eine Welt entführt, in die man gern und jederzeit wiederkehren möchte.

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