Alessandro Baricco Seta

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Inhaltsangabe zu „Seta“ von Alessandro Baricco

Italienische Literatur in Reclams Roter Reihe: das ist der italienische Originaltext – ungekürzt und unbearbeitet mit Worterklärungen am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen. Schon mit seinen ersten Romanen hatte der 1958 geborene Alessandro Baricco große Erfolge, mit "Seta" (dt. "Seide") wurde er weltberühmt. Die Geschichte von der Leidenschaft des Seidenhändlers Hervé Joncour zu einer rätselhaften Schönheit in Japan erzählt Baricco in einer schwebenden, eleganten, dabei einfachen Prosa ("leicht wie ein Seidentuch", Elke Heidenreich), die den kurzen Roman für Italienischlerner schon mit guten Grundkenntnissen zugänglich macht – eine Parabel vom Glück und seiner Unerreichbarkeit. Im Herbst 2007 kam die Verfilmung des Romans in die Kinos. Italienische Lektüre: Niveau B1 (GER) (Quelle:'Flexibler Einband/01.02.2008')

Lesenswert und gut geeignet für Italienischlerner

— Ulenflucht
Ulenflucht
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  • Ein Hauch von Nichts

    Seta
    Ulenflucht

    Ulenflucht

    04. May 2014 um 17:04

    Seide, ein Hauch von Nichts. Und genau so ist diese kurze Erzählung, dieser schmale Band, der nicht mal so viel wie eine Tafel Schokolade wiegt. Leicht, fließend, geschmeidig und letztlich bedeutungslos. Hervé Joncour lebt von der südfranzösischen Seidenproduktion, sie verschafft ihm und seiner Frau Hélène Wohlstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts und ein solides, leidenschafts- und kinderloses Leben. Als eine Seuche die Seidenraupen eingehen lässt, drängt ihn die Not in das isolierte Japan, das er nach monaterlanger Reise erreicht und zu dem er mehrfach zurückkehrt, nicht nur wegen der Raupen, sondern auch in der Hoffnung, der geheimnisvollen und schweigsamen Schönen wieder zu begegnen, die nur einen Satz von sich gibt, auf Papier: Kehre zurück oder ich sterbe. Er kehrt zurück, aber es herrscht Krieg in Japan und seine letzte Reise, um Seidenraupen zu kaufen, ist erfolglos, denn auch sie gehen ein. Zurück in Frankreich erhält er jedoch einen langen, erotischen Brief auf Japanisch, der dieser imaginären Liebe einen Schlusspunkt setzen soll, aber letztlich nicht das ist, wofür ihn Hervé Joncour hält. Alessandro Baricco packt diese Geschichte in ganze 65 Kapitel, die teilweise nicht mal eine Seite lang sind, aber voller Symbolik stecken. Als sei alles aus Seide. Die Stimme von Hélène, das Schweigen der japanischen Schönen, das lange Band der ewig gleichen Reise von Südfrankreich über Kiew und Russland nach Japan, die leichte Bedeutungslosigkeit des Lebens. Der einzige Fremdkörper ist der Protagonist selber, der ein gradliniges Leben führt und das durch einen einzigen Blick der Japanerin aus den Fugen gerät. Alles, was mit Seide assoziiert werden kann, ist Hervé Joncour nicht. Ein gekonnter Kontrast, der aus ihm einen Spielball macht zwischen zwei Kulturen, zwei Frauen, Realität und Vorstellung. Überhaupt ist Alessandro Baricco ein müheloser Könner, ein Sprachkünstler, ein Maler, ein Musiker. Aus seinen Büchern macht er Gesamtkunstwerke. Seta steht Novecento oder Oceano Mare in nichts nach, es ist genauso einzigartig in Stil und Thema wie sie. Das macht es schwer, diesem Buch mangelnde Tiefe zu diagnostizieren, denn es scheint Absicht und macht den Leser selbst zum Schuldigen, wenn er sich mehr Tiefe wünscht. Stattdessen bietet es Raum, sich die Geschichte selber zu schaffen, jenseits von Worten, jenseits von Stoff, wenn dieser leicht ist wie Seide.

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  • Rezension zu "Seta" von Alessandro Baricco

    Seta
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    31. July 2009 um 19:44

    SEIDE Das Buch meines Lebens ist mir durch einen schicksal-haften Zufall in der italienischen Originalfassung zugeflo-gen. Ein (nicht nur von mir gelebter Traum) dieses Meis-terwerk in der Sprache lesen zu dürfen, in der Baricco es dachte und schrieb ist ein wahres Geschenk. Ich verharre ehrfürchtig und lasse es auf mich wirken, und erlebe die Reise Hervé Joncours von Lavilledieu nach Japan zum ersten Mal in der "lingua romantica"! "TORNATE - O MORIRÒ..."

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