Alex Miller Sabihas Lied

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Inhaltsangabe zu „Sabihas Lied“ von Alex Miller

"Fremde verirren sich kaum in die Gegend des Chez Dom, einem kleinen tunesischen Café in Paris, wo die Witwe Houria zusammen mit ihrer Nichte Sabiha Mittag für Mittag hinter dampfenden Kochtöpfen steht. Der würzige Duft tunesischer Gerichte und die herzliche Art der beiden Frauen schenken den nordafrikanischen Immigranten des Viertels ein wenig Geborgenheit und Heimatgefühl. Als eines Tages John Patterner, ein australischer Tourist, bei einem Wolkenbruch im Chez Dom Zuflucht sucht, weiß Sabiha sofort, dass dieser Mann für sie bestimmt ist. Die beiden heiraten, doch auch nach Jahren ihrer Ehe bleibt Sabihas tiefer Wunsch nach einem Kind unerfüllt. Ihr so sicher geglaubtes Lebensgerüst beginnt zu wanken, Zweifel und Wut nagen an ihr und treiben sie zu einer Entscheidung, die ihr Leben unwiderruflich verändert."

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  • Rezension zu "Sabihas Lied" von Alex Miller

    Sabihas Lied

    IlonGerMon

    08. February 2013 um 18:16

    Sabiha verlässt ihr tunesisches Heimatdorf El Djem, weil ihr Vater sie zur ihrer Tante nach Paris schickt. Dort ist die Tante Houria gerade Witwe geworden und Sabiha soll ihr in dieser schweren Zeit Beistand bieten. Was zunächst nur für einige Wochen gedacht war, entwickelt sich ganz anders. Sabiha gewinnt Gefallen an der Arbeit im Chez Dom, in dem die Tante täglich mit ihren dampfenden Kochtöpfen für die nordafrikanischen Einwanderer ein Stück Heimat nach Paris holt und die beiden Frauen werden schon bald richtige Freundinnen. An einem unwirtlichen Regentag verirrt sich ein australischer Tourist in das abgelegene Viertel und in das kleine tunesische Cafe. John Patterner betritt das Lokal und Sabiha weiß im gleichen Moment, das dieser Mann fortan ihr Leben bestimmen wird. Auch John bleibt nach der Heirat mit Sabiha in Paris hängen, nach dem Tod der Tante betreiben die beiden das Cafe weiter und führen es mit neuen Ideen zu weiterer Blüte. Auch nach vielen Jahren bleibt die Ehe kinderlos und das ist insbesondere für Sabiha eine Situation, an der sie zu zerbrechen droht. Lange Jahre scheint es, als ob beide dies Schicksal akzeptiert haben, aber Sabiha hat nie das sich selbst gegebene Versprechen vergessen. Sie wird erst dann heimkehren, wenn sie ihrem geliebten Vater ihre Tochter in die Arme legen kann. Als der Vater nach vielen Jahren schwer erkrankt und bald sterben wird, Sabiha ihr Versprechen aber noch immer nicht erfüllen kann, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Die Folgen dieser Entscheidung sind weitreichend und führen dazu, dass John mit Sabiha nun nach Australien zurückkehrt. Dort bauen sich die beiden eine neue Existenz auf, Sabiha betreibt eine kleine Bäckerei und John arbeitet wieder als Lehrer. Erzählt wird diese Geschichte auf zwei Ebenen. Der Ich-Erzähler, ein erfolgreicher Schriftsteller in Australien, der aber kein Buch mehr schreiben will, lernt John etwas näher kennen. Ganz langsam freunden sich die beiden an und treffen sich regelmäßig. John beginnt, mehr und mehr seine und Sabihas Geschichte zu erzählen und der alte Schriftsteller bekommt eine Geschichte geschenkt und damit vielleicht doch den Anstoß zu einem weiteren Roman. Sabihas Lied ist eine wunderbare Liebesgeschichte, aber eben noch viel mehr als das. Neben der persönlichen Geschichte der beiden Hauptfiguren sind auch viele der Nebenfiguren sehr fein entwickelt worden. Sie geben dem Roman mindestens ebensoviel Würze wie Houria und später Sabiha Zutaten in ihre köstlichen Gerichte geben. Das Buch ist zwar sehr leicht zu lesen, hat aber gleichzeitig einen völlig unaufdringlichen Tiefgang, in dem ganz viel Lebensgefühl, Mitmenschlichkeit und Tradition eine Rolle spielen. Unbedingt zum Lesen empfohlen.

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