Alex Beer Der zweite Reiter

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Inhaltsangabe zu „Der zweite Reiter“ von Alex Beer

Wien, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs: Der Glanz der ehemaligen Weltmetropole ist Vergangenheit, die Stadt versinkt in Hunger und Elend. Polizeiagent August Emmerich, den ein Granatsplitter zum Invaliden gemacht hat, entdeckt die Leiche eines angeblichen Selbstmörders. Als erfahrener Ermittler traut er der Sache nicht über den Weg. Da er keine Beweise vorlegen kann und sein Vorgesetzter nicht an einen Mord glaubt, stellen er und sein junger Assistent selbst Nachforschungen an. Eine packende Jagd durch ein düsteres, von Nachkriegswehen geplagtes Wien beginnt, und bald schwebt Emmerich selbst in tödlicher Gefahr...

Beim Krimifest Tirol hat meine Krimi-Komplizin Alex Beer eine Passage aus dem "Zweiten Reiter" gelesen - hat mich neugierig gemacht!

— Cohiba

Spannender Fall und gute Atmosphäre.

— Fleur91

spannend und kurzweilig

— leserin

Ein besonderer Lesetipp, wo alles passt!

— Kaisu

Ein fesselnder Wien-Krimi aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg

— Bellis-Perennis

Historische Krimi aus Wien, der sich super liest und die Zeit gut einfängt!

— Mira20

Ich kann nur sagen - Chapeau! August Emmerich ist mir ans Herz gewachsen und ich hoffe der zweite Teil kommt bald.

— Literaturwerkstatt-kreativ

Überzeugender Kriminalroman mit einem Protagonisten mit Ecken und Kanten

— Matzbach

Eine großartige Mischung aus historisch und spannend mit sehr interessanten Charakteren.

— Wolfgang_Kunerth

Kurzweiliger krimineller Abstrecher nach Wien ins Jahr 1919...

— widder1987

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  • Leserunde zu "Die verzweifelte Republik" von Walter Rauscher

    Die verzweifelte Republik

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Nach dem totalen Zusammenbruch der alten Ordnung, der Niederlage der k.u.k. Monarchie im Ersten Weltkrieg, zerfiel das Habsburgerreich in eine Reihe von neuen Kleinstaaten, der Kaiser musste abdanken. In Wien gründeten die politischen Parteien den „deutschösterreichischen“ Staat und riefen am 12. November 1918 die Republik aus, die sich Deutschland anschließen sollte. Durch den Friedensvertrag von Saint-Germain wurde das neue Staatswesen jedoch zur Unabhängigkeit gezwungen und hatte sich auch einen neuen Namen zu geben: Republik Österreich. Besonders in ihren ersten Jahren kämpfte sie mit scheinbar unüberwindlichen Problemen: Die vom langen Krieg erschöpfte Bevölkerung hungerte und fror, die Nachbarländer erschwerten den wirtschaftlichen Aufbau des Landes durch ihre hartnäckige Abgrenzungspolitik. Überhaupt galt der von Wien aus regierte Staat vielen als lebensunfähig, folglich drängten die westlichen Bundesländer auf die Abspaltung. Durch die horrende Inflation und die massive Verschuldung drohten der Ersten Republik bereits 1922 der Staatsbankrott, die Zerschlagung und Aufteilung auf die Nachbarstaaten.Walter Rauscher schildert die Existenzkrise der Anfangsjahre der Republik, geht auf politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte der Herausbildung des österreichischen Staats ein und zeigt, wie mühevoll und riskant dessen Entwicklung von Anfang an war >>Informationen zum Buch Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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  • Zwei neue Ermittler und ein spannender Fall

    Der zweite Reiter

    Fleur91

    21. September 2017 um 14:20

    Nachkriegszeit in Wien. Sehr vielen Menschen geht es schlecht. Die Polizisten Emmerich und sein junger Partner Winter müssen sich zusammenraufen. Es werden Leichen gefunden und es sieht wie Selbstmord aus. Emmerich glaubt aber nicht an Selbstmord.Wegen der vielen guten Rezensionen habe ich mir das Buch geholt und im großen und ganzen hat es mich auch nicht enttäuscht. Die Atmosphäre wird sehr gut eingefangen und der Fall ist sehr interessant. Es gibt einige unerwartete, nachvollziehbare Wendungen und die Hauptcharaktere sind auch gut gelungen. Allen voran der junge und unerfahrende Winter hat mir gefallen. Das Privatleben von Emmerich nimmt nur wenig Platz ein und der Fokus liegt definitiv auf dem Fall.Der Schreibstil war gut und ich kam schnell voran beim Lesen, aber bei den Befragungen hat der Autor sehr oft im dialekt geschrieben. Das hat mich auf Dauer richtig gestört und genervt. Ich kam total aus dem Lesefluss raus und hing richtig an diesen Stellen. Oft musste ich zwei oder dreimal lesen um zu verstehen,. Meiner Meinung nach war das einfach unnötig. Ich glaub auch so, dass die Geschichte in Österreich spielt.Ich weiß nicht, ob ich die Reihe weiterverfolge, aber der Fall hat mir schon sehr gut gefallen. Genau wie die Atmosphäre und die Charaktere.

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  • Absolut gelungener Kriminalroman, der Lust auf einen zweiten Teil macht!

    Der zweite Reiter

    Anjaxxx

    12. September 2017 um 17:40

    Ein sehr gut gelungener Kriminalroman! Der erste Mord lässt nicht lange auf sich warten und schon ist man in einem Sog aus Spannung, den Auswirkungen des ersten Weltkrieges und den beiden tollen Ermittlern gefangen.Bei den beiden Ermittlern, Emmerich und Winter, habe ich nicht lange gebraucht, um die beiden auf ihre jeweils eigene Art ganz schnell zu mögen. Während August Emmerich noch mit einigen Problemen, die der Krieg hinterlassen hat, zu kämpfen hat, ist Winter herrlich unschuldig und ein bisschen naiv. Allerdings entwickeln sich beide Ermittler in dieser Geschichte weiter und vor allem Winter hat mich da mehr als einmal überrascht. Ich mag ja Bücher, wo man nicht nur wissen will, wer der Täter ist, sondern auch die Geschichten um die Ermittler einen mitreißen. Das ist hier definitiv der Fall, denn der Autor hat mega sympathische, klare, interessante und vor allem authentische Protagonisten erschaffenNatürlich bleibt auch die Spannung nicht zu kurz. Es geschieht nicht nur ein Mord und natürlich wirft jeder einzelne neue Rätsel auf und jedes Opfer kommt auf eine andere, brutale Art und Weise, ums Leben. Die Ermittlungen verlaufen auch alles andere als problemlos und ich konnte mir absolut keinen Reim auf die Zusammenhänge machen. Zwischendurch bekommt man auch immer wieder Dinge über den vergangenen Krieg zu lesen und wie die Menschen immer noch verzichten und immer wieder neue Verluste hinnehmen müssen, was ich sehr interessant und aufregend fand. Überraschungen gibt es in diesem Buch in jedem Fall auch mehr als genug und obwohl es einige krasse Drehungen gab, waren doch alle nachvollziehbar. Ich war so gefangen zwischen Ermittlungen und möglichen Tätern, das ich das nahende Ende erst gesehen habe, als es uneinholbar vor mir stand. Hier gab es nochmal den großen Knall, eine Überraschung, mit der ich niemals gerechnet hätte. Fragen sind für mich am Ende keine mehr offen geblieben.Der Epilog hat gleich auch nochmal schockiert und hat sofort Lust auf einen zweiten Teil gemacht.

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  • Die vier apokalyptischen Reiter

    Der zweite Reiter

    sapperlot

    25. August 2017 um 07:56

    Dieser Historischer Kriminalroman spielt in Wien unmittelbar nach Beendigung des 1. Weltkriegs. Die Folgen der katastrophalen knapp vier Jahre sind deutlich zu spüren. Die Bevölkerung leidet immens und für viele Menschen heisst die Devise: irgendwie Überleben. Leben kann man dieses existieren in bitterer Armut kaum bezeichnen. In dieser schwierigen Zeit versuchen staatliche Organe Recht und Ordnung, so gut wie es möglich ist, aufrecht zu erhalten und durchzusetzen. In diese dramatischen Jahre der unmittelbaren Nachkriegszeit setzt die Autorin Alex Beer die Handlung einer Kriminalgeschichte. Dreh- und Angelpunkt ist Rayoninspektor August Emmerich dessen primäre Aufgabe die Bekämpfung des grassierenden Schwarzmarktes ist. Er stösst bei einem Einsatz auf die Leiche eines verarmten Kriegsinvaliden. Obwohl die Aufklärung der Umstände die zum Tode des Mannes nicht in sein Zuständigkeitsgebiet fällt, versucht er diesbezüglich etwas herauszufinden. Ein zweiter Toter der in Verbindung zum ersten steht lässt ihn Schlimmes vermuten ...Was von Beginn an auffällt, ist die Besonnenheit mit der die Autorin die Geschichte erzählt. Da ist ein dramatisches Setting mit Nachkriegswirren und ein todbringendes Verbrechen aber der Tonfall bleibt stets ruhig und gefasst. Dieses kontrollierte erzählen weiss grundsätzlich zu gefallen. Es gibt aber ein paar Szenen, bei denen ich mir gewünscht hätte, dass die Autorin etwas aus sich herausgekommen wäre und mit der Kraft der Sprache etwas mehr Dramatik in die Geschichte gebracht hätte. Die Story, die man erst gegen Schluss in seiner Gesamtheit erfasst, ist klug ausgedacht und überzeugt voll und ganz. Das sich die Hauptfigur August Emmerich nicht immer Mustergültig verhält ist plausibel. In dieser schweren Zeit ist Schlitzohrigkeit gefragt, auch wenn das heisst, kleinere Vergehen gegen Gesetze zu begehen. Seinen grundsätzlichen Prinzipien bleibt er hingegen treu und setzt sie auf Teufel komm Raus auch gegen die Obrigkeit und seine eigenen Gefühle durch. Ein absolut glaubwürdiger Mensch der die Hauptrolle in einer mehrteiligen Krimiserie sehr gut ausfüllen und auf seinen Schultern tragen kann.Fazit: Ein bemerkenswert guter Historischer Kriminalroman mit viel Zeit- und Lokalkolorit. Dass die Geschichte mit einem argen Cliffhanger endet hätte nicht unbedingt sein müssen. Der Krimi hat mich auch so überzeugt und ich hätte die Fortsetzung, sprich 2. Band der Serie, auch ohne diese kleine Anspielung gekauft.

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  • Atmosphäre ist gut, fehlt ein wenig Spannung

    Der zweite Reiter

    Gwhynwhyfar

    21. August 2017 um 12:20

    »Der erste Reiter hat die Tyrannei gebracht, der zweite den Krieg«Fangen wir mit dem Guten an. Wirklich ausgezeichnet ist die Nachkriegswelt des 1. Weltkriegs in Wien dargestellt, Gasthöfe und Cafés, die es heute nicht mehr gibt, ebenso das Café Central, das immer noch existiert. Bekannte Plätze, das Logierhaus Bienenstock, Professor Albin Haberda, der die Gerichtsmedizin damals leitete. Wien, 1919, geprägt von Arbeitslosigkeit, Hunger und Not, einer ausgebrannten Wirtschaft, Bürger, die hoffen, ins ersehnte Amerika auswandern zu können. Die Ausdrücke der Zeit prägen die Sprache im Buch. Genau das hat mich fasziniert und bis zum Ende aushalten lassen. Fein säuberlich recherchiert, bis ins soziale Milieu hinein.»Die Männer des Polizeiagentenkorps waren auf die zweiundzwanzig Bezirkskommissariate des Sicherheitswachekorps aufgeteilt, da sie direkt mit den uniformierten Ordnungshütern zusammenarbeiteten.«Nun kommen wir zum Krimi. Rayonsinspektor im 22. Bezirk, August Emmerich, ermittelt zusammen mit seinem Assistenten Winter in einem Mordfall, an einem Soldaten, der zunächst wie ein Selbstmord aussieht. Durch die gelb gefärbte Zunge des Toten, der gefärbten Eiersatz in einem Restaurant zu sich nahm, kommen sie auf dem nächsten Mord auf die Spur, der wieder als Selbstmord getarnt ist. Und das wird nicht der letzte Mord in dieser Serie bleiben. Aus den Jägern Emmerich und Winter werden zum Ende Gejagte, die Polizisten haben ihre Nase in Dinge gesteckt, die sie nichts anzugehen haben. Das könnte eine spannende Geschichte werden. Leider zieht sich der Plot in einer Nulllinie, erst die letzten 50 Seiten nimmt die Story Fahrt auf. Immer wenn man als Leser denkt: Jetzt geht es los … ist die Spannung wieder auf Null. Ein Buch, das man gern zwischendurch weglegt, weil es auf der Stelle tritt. Am Anfang hatte ich Probleme mit der Sprache, die zu Beginn recht hölzern daherkommt, auch Metaphern, die schmunzeln lassen, Wörter die schlicht fehlen, Tippfehler (wenig, fällt aber in der Kombination auf). »Winter hatte große, strahlend blaue Augen, glänzendes blondes Haar, eine makellose Haut und weiche Hände.«Aber es wird besser, warum nicht gleich so? Gelungen ist für mich die gesellschaftliche Darstellung der Zeit. Die Monarchie ist abgelöst, es herrscht Frieden. Neben dem Krieg ist die spanische Grippe über das Land gezogen. Es mangelt an allem, der Schwarzmarkt blüht. Trotz Arbeit hungern und frieren die Menschen, sterben am Mangel. Gut gezeichnet ist die Hauptfigur August Emmerich, ein Kriegsveteran, der nicht nur körperlich an seiner Kriegsverletzung leidet. Er ist ein Antiheld, aber ein Stehaufmännchen. Oft genug lässt er sich von seinen Herointabletten betäuben, nicht nur um den Schmerz im Bein zu vergessen. Emmerich wird obdachlos, als plötzlich der vermeidlich im Krieg gestorbene Ehemann seiner Lebenspartnerin Luise vor der Tür steht. Endlich haben diese zwei einen passenden Partner gefunden, den man innig liebt, da funkt ein Ekel dazwischen. Mal schläft Emmerich bei Winter, mal im Büro, mal bei einer Hure oder in irgendeinem Loch. Immer wieder bekommt er etwas auf die Nase, landet im Dreck, aber Emmerich ist zäh. Alex Beer konzentriert sich sehr auf das historische Geschehen, Beschreibung der Gesellschaftsstruktur, Nachkriegswehen, Milieu. Und weil sie das so gut und intensiv macht, leidet die Story. Der Plot ist nicht an allen Stellen klar, verliert sich und damit verliert die Spannung und Logik. Wer einen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein. Wer gern Historisches liest, sich für das Nachkriegs-Wien interessiert, der wird hier garantiert fündig werden. Mit ein wenig gutem Willen, wenn es ein bisschen mehr Spannung hätte, würde ich den Krimi in hardboiled, noir, einsortieren. Ich mag Emmerich, er hat Potenzial.

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  • Serienauftakt

    Der zweite Reiter

    Kaisu

    16. July 2017 um 13:00

    „Niemand durchschaut Emmerich. Daran kannst du dich gleich gewöhnen.“ (S.24) Nachkriegszeit. Man hangelt sich von Tag zu Tag. Hofft, dass man morgen genügend zu Nahrung findet, sich nicht den Arsch abfriert und die nächsten Tage in der Hundskälte überlebt. Mittendrin sterben Menschen. Was nicht sonderlich überraschend ist. Wer unterernährt ist oder keinen Sinn mehr in seinem Dasein sieht, beendet es eben. Gern auch mit Nachdruck. Doch nicht alle wollen sterben. Sondern müssen es. Und genau so einen Fall hat Polizeiagent August Emmerich auf dem Tisch liegen. Selbstmord. Was sollte es sonst sein. Mach einen Haken an die Sache, die ist es nicht wert. Aber Emmerich ist skeptisch. Also recherchiert er und geht den letzten Spuren des Verstorbenem nach. Wohlbetucht hat er nicht gelebt. Kein Wunder, dass der ehemalige Soldat als traumatisches Opfer deklariert wird. Immer mit an seiner Seite – mehr oder weniger freiwillig – der Neuling Ferdinand Winter. Das komplette Gegenteil von ihm: Aus gutem Haus. Lebt bei seiner Mutter. Noch grün hinter den Ohren. Wie soll DER mit ihm mithalten? Der hat doch keine Ahnung! Aber wie sagt man so schön, was nicht ist, kann ja noch werden. Die beiden entdecken nämlich schnell wo ihre Stärken und Schwächen liegen und wie sie sich perfekt ergänzen können. „Chef, da sind Sie ja.“ Winter hatte von dem ganzen Wirbel rote Wangen und glänzende Augen bekommen.“Das war vielleicht aufregend heute, oder?“ Emmerich zuckte mit den Schultern und verkniff sich einen Vergleich mit der Dramatik von Grabenkämpfen und Gasangriffen. „Kümmerst du dich später um den Papierkram?“ bat er seinen Assistenten stattdessen. (S.153) Eigentlich ist es „nur“ ein Fall, der einem Inspektoren mit feinfühligem Instinkt auffällt und dennoch ist das Buch super spannend und interessant geschrieben. Besonders das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren und deren Umgebung ziehen einen in den Bann. Lassen einen schmunzeln und zusammenzucken. Man fühlt sich ihnen nah, auch wenn man diese Epoche nicht miterlebt hat. Zeitgleich kommt man dem gesuchten Mörder immer näher. Diesem passt es überhaupt nicht, dass da jemand seine Taktik scheinbar durchschaut und setzt zum Gegenangriff an. Diese sind nicht sonderlich zögerlich und beide Polizisten bekommen den Hass deutlich zu spüren und neue Leichen präsentiert. Ein Teufelskreis. Der nicht aufhören will. „Kommt no mehr. Kommt no mehr Unglick.“ (S.241) Irgendwann ahnte ich, wer hinter allem steckt, aber richtige Hinweise bekam man nie präsentiert. Erst kurz bevor Emmerich es selbst herausbekommt, konnte mich sich zu 100prozent sicher sein. So etwas mag ich bei Krimis. Denn die Spannung ist dadurch immer vorhanden, genauso wie der Wille vor dem Ermittler aus dem Buch auf die Lösung zu kommen. Was für einen wunderbaren Leseeifer sorgt. Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen. Der zynisch denkende (und aussprechende) Emmerich, kombiniert mit dem zarten Jüngling Winter, geben ein sympathisches Team ab. Zudem haben beide ihr Leben, was Schatten und Licht bereit hält. Was, sie auch noch äußerst menschlich wirken lässt. Desweiteren schafft die Autorin es, einem die damalige triste, trübe und traumatische Stimmung perfekt darzustellen. Da bleibe ich gerne am Ball!

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  • Kriegszitterer

    Der zweite Reiter

    walli007

    02. July 2017 um 11:55

    Obwohl der Krieg schon seit einem Jahr um hat das Zittern noch nicht aufgehört. Dietrich Jost ist nicht als Kriegsgeschädigter anerkannt und fristet sein Leben auf den Straßen Wiens. Im Jahr 1919 herrschen in der ganzen Stadt Armut und Hunger. Jost sieht jedoch einen Silberstreif am Horizont, er träumt von Brasilien. Von den Polizisten August Emmerich und Ferdinand Winter, die eigentlich einen Schmuggler verfolgen, wird Dietrich Jost im Stadtwald erschossen aufgefunden. Sein Traum wird sich nicht erfüllen. Auch der Polizist Emmerich hat einen Traum, er will zur Abteilung „Leib und Leben“. Und als nach Josts Tod dessen Bekannter Harald Zeiner tot aus der Donau gefischt wird, kann Emmerich nicht an einen Zufall glauben. Polizeiagent August Emmerich versucht seine eigene Kriegsverletzung zu verstecken. Er befürchtet, in den Innendienst versetzt zu werden, wenn er auffliegt. Nicht einmal sein Assistent Wagner, den er für ein verweichlichtes und verwöhntes Jüngelchen hält, darf davon wissen. Obwohl Winter ihm treu zur Seite steht, kocht Emmerich zunächst sein eigenes Süppchen. Schnell merkt er allerdings, dass er sich doch gut auf Winter verlassen kann. Gemeinsam suchen die beiden nach einem Zusammenhang zwischen den Todesfällen. Trotzdem auch die Beamten von den Nachwirkungen des Krieges nicht verschont sind und sie Not und Elend erfahren haben und immer noch erfahren, sind sie bestrebt für Gerechtigkeit zu sorgen. Auch wenn sie es dabei mit dem Gesetz nicht so genau nehmen können. In die schwere Zeit nach dem ersten Weltkrieg hineingeschrieben schafft die Autorin einen packenden Plot. An allen Ecken lauern Hunger, Krankheit und Tod. Die Menschen hausen in unsäglichen Wohnungen, die diesen Namen kaum verdienen. Eine Sicherheit, dass es für den nächsten Tag reichen wird, gibt es nur für Wenige. Auch die Staatsdiener bleiben nicht verschont. Vielleicht ein wenig besser gestellt, kann es auch für sie schnell vorbei sein mit ihrem bisschen Komfort. Doch gibt es auch Bars, Cafés und andere Vergnügungsstätten und der Schwarzhandel floriert. Man stellt sich diese Zeit häufig in schwarz-weiß vor, weil es kaum Farbbilder gibt. Doch gerade dieses schwarz-weiß mit seinen grauen Zwischentönen gibt die Stimmung gut wieder. In dieser Szenerie agieren Emmerich und Winter, die sich erst zusammenraufen müssen, mit Hartnäckigkeit und Scharfsinn. Durch ihren Wagemut bringen sie sich manchmal in Gefahr und kommen auf die Spur eines Verbrechen, dessen Geheimnis sich lange nicht erschließt.  August Emmerich, der ehemalige Waisenjunge, und Ferdinand Winter, der aus guten Elternhaus stammende, bilden ein gegensätzliches Ermittler-Duo, dessen Geschichte genug Ansätze bietet, um sicher und mit Interesse weiterverfolgt zu werden. 4,5 Sterne

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1212
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2505
  • „Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe.“

    Der zweite Reiter

    Bellis-Perennis

    23. May 2017 um 15:57

    Alex Beer nimmt uns Leser in eine Zeit des Umbruchs mit, in der nichts mehr so ist, wie es war: nämlich nach 1919. Die Habsburger-Monarchie ist Geschichte. Die Menschen hungern und frieren. Viele der Unterernährten sind an der Spanischen Grippe gestorben. Hoffnungslosigkeit herrscht, wohin man schaut. Nutznießer dieses Elends sind skrupellose Verbrecher, die auf dem Schwarzmarkt alles feilbieten, das benötigt wird, aber kaum einer bezahlen kann.In genau diesem Umfeld muss der Wiener Polizist August Emmerich nun ermitteln. An seiner Seite Ferdinand Winter, ein gutbürgerlicher Jüngling, der im anfangs eher eine Bürde als Hilfe ist.Eigentlich sollten die beiden einen Schwarzhändlerring dingfest machen, als sie unversehens über eine Leiche stolpern. Mord oder doch Selbstmord? Eine Selbsttötung ist angesichts der tristen Lage keine Seltenheit. Selbst der Pathologe ist sich nicht ganz sicher. Doch Emmerich gibt nicht auf. Der Tote war ein sogenannter „Kriegszitterer“, eines jener bedauernswerten Opfer der Kriegsgräuel, denen Giftgas die körperliche Unversehrtheit und auch den Verstand raubte . Wie sollte ein solcher Versehrter eine Waffe halten können und abdrücken, wenn er nicht einmal den Löffel zum Mund führen konnte? Trotz anders lautender Befehle ermittelt Emmerich weiter und kommt dem Mörder ziemlich nahe und der nächste Tote wartet schon. Selbst als Emmerich persönlich in Verdacht und Lebensgefahr gerät, lässt er nicht locker. Denn Emmerichs Credo lautet: „Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe.“.Schreibstil/Spannung/Charaktere:Alex Beers Schreibstil ist eindringlich, elegant und geht unter die Haut. Stellenweise flicht die Autorin Wiener Schmäh und Dialekt in die Handlung ein. Schön ist die politische Lage wiedergegeben. Das Elend und der tägliche Kampf der Menschen ums Überleben sind ganz starke Elemente dieses Krimis, die allein schon für Dramatik sorgen. Die Spannung ist zeitweise kaum auszuhalten. Der Täter ist Emmerich und Winter immer einen kleinen Schritt voraus. Die Charaktere Emmerich und Winter haben Ecken und Kanten. Emmerich, der im Waisenhaus aufgewachsen ist, verschweigt einen Granatsplitter in seinem Bein, um seiner geliebten Tätigkeit als Ermittler weiter nachgehen zu können. Sein großer Traum ist, dem Dezernat „Leib und Leben“ anzugehören.Auch in seinem Privatleben ist nicht alles eitel Wonne. Seit Jahren wohnt er mit einer Kriegerwitwe und deren drei Kindern zusammen, als der Totgeglaubte unvermutet und schwer versehrt wieder auftaucht. Emmerich flüchtet sich in die Arbeit. Doch auch Ferdinand Winter, das bürgerliche Söhnchen hat sein Schicksal zutragen. Er lebt allein mit seiner Großmutter, die im Gestern lebt und überall Verschwörer wittert, in einer riesigen Villa im sogenannten Cottage-Viertel von Wien. Interessante Nebenfiguren wie die lungenkranke Minna, die Schwarzhändler und auch die doch-nicht Witwe bilden eine perfekt Umrahmung für die beiden, die beinahe Vater und Sohn sein könnten.Meine Meinung:Alex Beer ist es vortrefflich gelungen, den großen politischen und gesellschaftlichen Umbruch nach dem verlorenen Krieg spannend zu erzählen. Viele historische Details sind penibel recherchiert und präzise in die Geschichte eingeflochten.Als Wienerin kann ich natürlich den beiden Polizisten auf ihren Wegen durch die Stadt mühelos folgen, auch wenn die eine oder andere Straße heute anders benannt ist. Fazit:Ein gelungener Serienauftakt, sprachlich und dramaturgisch perfekt ausgearbeitet. Gerne vergebe ich 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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    • 6
  • Atmosphärischer historischer Krimi

    Der zweite Reiter

    Mira20

    10. May 2017 um 11:51

    Dieser atmosphärische historische Krimi entführt den Leser nach Wien ins Jahr 1919. August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter kämpfen gegen Windmühlen, denn sie sollen einen Schmugglerring auffliegen lassen, der einen grossen Teil der Wiener Bevölkerung auf dem Schwarzmarkt beliefert. Doch statt Beweise finden sie eine Leiche. Offensichtlich soll das Opfer Suizid begangen haben, was bei der verzweifelten Situation durchaus wahrscheinlich wäre. Doch wie soll ein Kriegszitterer eine Waffe auf sich selber richten, wenn er kaum in der Lage ist, selbständig zu essen?Mit dem Eintauchen in die historische Welt tat ich mich zu Beginn etwas schwer. Auch wurde ich mit Emmerich nicht so schnell warm. Sein Assistent fand ich von Anfang an interessant. Emmerich dagegen ist sehr verschlossen und verunsichert. Der Krieg hat auch bei ihm innere und äussere Verletzungen zurückgelassen. Mit zunehmendem Tempo des Buches aber, lernt man eine ganz andere Seite Emmerichs kennen. Das hat mich positiv überrascht. Aufbau und Ablauf sind eher einfach gehalten. Chronologisch geht der Roman voran und wir bleiben fast immer an Emmerichs Seite. Hier hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht.Das Buch liest sich flüssig und ist lebendig geschrieben. Die historischen Details sind gut recherchiert und die Menschen glaubhaft dargestellt. Ein Wien, das wir so überhaupt nicht kennen, wo sich die Menschen arbeitslos und hungrig nach Ende des Krieges wiederfanden, wo auch ein Dach über dem Kopf keine Selbstverständlichkeit war. Dieses Debüt konnte mich im grossen und ganzen überzeugen, vor allem gegen Ende hin fand ich es sehr spannend und auch abwechslungsreich. Ich würde mich auf jeden Fall auf eine Fortsetzung freuen!

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    • 2
  • Ich kann nur sagen - Chapeau !!!

    Der zweite Reiter

    Literaturwerkstatt-kreativ

    09. May 2017 um 12:25

    „Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert "Der Zweite Reiter" von Alex Beer Wir schreiben das Jahr 1919. Der erste Weltkrieg ist für Österreich verloren gegangen. Die Menschen kämpfen ums nackte Überleben. Es gab kaum etwas zu Essen, Hunger und Elend sind überall sichtbar. Im Gegensatz dazu gibt es die Kriegsgewinnler und Schwarzhändler die in kürzester Zeit sehr reich geworden sind. Zu dieser Zeit lebt und arbeitet Rayonsinspektor August Emmerich in Wien. Er ist selber Kriegsveteran und hat einen Granatsplitter im Bein, der ihm immer wieder große Schmerzen bereitet. Dies verheimlicht er aber, da er sonst im Innendienst der Polizei arbeiten müsste. Er lebt mit seiner Freundin und deren drei kleinen Kinder zusammen. Der Mann seiner Freundin ist im Krieg gefallen. Dieser Totgeglaubte kehrt aber plötzlich zurück und stellt Emmerichs Leben und das seiner Freundin auf den Kopf. Beruflich ist Emmerichs Hauptaufgabe den Schwarzhändlern von Wien das Handwerk zu legen und sie zu verhaften. Dabei soll ihm der junge Ferdinand Winter helfen. August Emmerich passt dies so gar nicht in den Kram, denn er sieht in dem unerfahrenen Winter eher eine Belastung, als eine Hilfe. Bei der Beschattung eines Schwarzhändlers finden sie durch Zufall eine Leiche. Für die Gerichtsmedizin handelt es sich um Selbstmord. Da es sich bei dem Toten aber um einen „Kriegszitterer“ handelt, kommen Emmerich Zweifel ob dieser sich selbst mit einem Kopfschuss hätte erschießen können. Er beginnt zu ermitteln. Obwohl sein Vorgesetzter ihm verbietet weiter an dem Mordall zu arbeiten, lässt Emmerich nicht locker. Durch seine Hartnäckigkeit kommt Emmerich dem Mörder immer näher und wird selbst zum Gejagten. Die Umstände führen dazu, dass Emmerich vom Zorn gepackt den Spieß umdreht. „August Emmerich war auf der Jagd“Fazit: Bei diesem Roman kann ich nur sagen - Chapeau !!! Alles richtig gemacht. Das Buch wird auf jeden Fall einer meiner Highlights in diesem Jahr sein. Ich habe gelesen, gelesen und konnte nicht mehr aufhören. Daniela Larcher, die unter dem Pseudonym Alex Beer schreibt, hat einen sehr fesselnden und eindringlichen Kriminalroman geschrieben. Die Autorin führt uns durch ein düsteres Wien der Nachzeitigkeit und schafft es, mir einen guten Einblick in diese Zeit zu vermitteln. Auch wurde mir sehr deutlich, wie selbstverständlich für uns heute Technik, Medikamente und manche andere – heute für uns banale - Gegenstände sind: „Du hast eine eigene Badewanne? Emmerich, der sich wie alle Menschen, die er kannte, mit einem Schwamm und Wasser von der Bassena ( öffentliche Wasserstelle am Gang eines Mietshauses) säuberte hatte noch nie eine private Wanne gesehen“. Besonderes gut hat mir auch gefallen, dass die Autorin an manchen Stellen den Wiener Dialekt - Wiener Schmäh eingeflochten hat. Dadurch wirkte der Roman auf mich noch authentischer. Alex Beer hat zudem noch wunderbare Protagonisten geschaffen. An erster Stelle natürlich August Emmerich mit seinen Ecken und Kanten. Aufgewachsen in einem Waisenheus, weil seine Mutter ihn als Baby ausgesetzt hat. Aber gerade das harte Leben im Waisenhaus und der Krieg haben ihn genau zu dem Menschen gemacht, den wir nun im Roman kennenlernen. Vor allem sein Gerechtigkeitssinn ist sehr ausgeprägt: „Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe“.Der andere Protagonist Ferdinand Winter ist das genaue Gegenteil. Er stammt aus gutbürgerlichem Haus, war nicht im Krieg und hat noch nie eine Leiche gesehen, macht sich nicht gerne schmutzig und hat eine völlig andere Sicht auf die Dinge. Aber auch er musste schon einschneidende Schicksalsschläge hinnehmen. Seine Eltern und Geschwister sind alle an der Spanischen Grippe gestoben. Er lebt bei seiner, - doch sehr schwierigen - Großmutter in ihrer Villa. Aber auch Ferdinand Winter hat das Herz am rechten Fleck und wächst mit seinen Aufgaben. Gut gewählt ist auch das schwarz, weiße Cover. Es passt hervorragend zu der düsteren Wiener Nachkriegszeit. Ich hoffe auf weitere Fälle von August Emmerich und Ferdinand Winter. Für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung !!! Dank an den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Kriegszitterer oder Selbstmörder?

    Der zweite Reiter

    BettinaR87

    04. May 2017 um 20:21

    Wien nach dem Ersten Weltkrieg: Die Polizei hat alle Hände voll zu tun, denn die Armut und das Elend begünstigen die Kriminalität. Ganz zu schweigen von den zurückgekehrten Soldaten, die reihenweise zum Selbstmord neigen. So auch Dietrich Jost, dessen Leiche im Wald gefunden wurde?August Emmerich ist kürzlich aus dem Krieg zurückgekehrt und arbeitet als Rayoninspektor in Wien. Sein Ziel ist es, trotz Kriegsverletzung in die Abteilung "Leib und Leben" aufgenommen zu werden - denn er will Mörder fassen. Die besten Fälle wandern aber in genau diese Abteilung ab. Da kommt es gar nicht so ungeschickt, dass die Leiche eines Mannes gefunden wurde, der als Kriegszitterer bekannt war. Sein unkontrollierbares Zucken macht es aus Emmerichs Sicht sehr unwahrscheinlich, dass er wirklich Selbstmorg begangen haben soll. Er beginnt zu ermitteln, ziemlich genervt von seinem jungen Kollegen Winter, der nicht im Krieg war, es mit Leichen sowieso nicht so hat und sehr unerfahren ist. Schnell stoßen die beiden auf Harald Zeiner, der Jost näher gekannt haben soll. Er ist als männliche Prostituierte tättig und verschwindet nach dem ersten Gespräch mit der Polizei mit einer tödlichen Kopfwunde auf den Boden der Donau. Jetzt ist Emmerichs Neugier und Misstrauen erst recht geweckt - und bringt sich und Winter damit in das Visier eines ganz anderen Jägers, der Emmerich sogar als Täter ins Spiel bringt ...Die KritikEs ist ein ganz klassischer Krimi: Zwei ungleiche Ermittler, einer unschuldig, einer ein erfahrener Haudegen. Das vorliegende Verbrechen ist nicht total abgefahren, sondern einfach unübersichtlich, das Motiv liegt im Dunkeln - kurzum: Es ergibt einfach keinen Sinn. Das weckt nicht nur bei der Hauptperson, sondern auch im Leser die Neugier, worum es bei dem Delikt wirklich geht. Damit entspricht das Buch nicht dem gegenwärtigen Trend, dass alles immer super psycho sein muss - jeder Fall muss brutaler sein als der vorhergehende. Insofern ist das Setting eine absolute Wohltat und der Fall in seiner Einfachheit absolut elektrisierend.Der Hintergrund der Geschichte spielt ausschließlich in Wien, ganz kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Das ist eine sehr spannende Zeit, denn oftmals wird vergessen, dass das offizielle Ende eines Krieges noch lange nicht zu einem Ende in den Köpfen führt. Die Konsequenzen dauern noch wesentlich länger und wirken sich nicht nur auf die allgemeine wirtschaftliche Situation eines Landes aus, sondern natürlich auch auf der Mikro-Ebene. In Zeiten der Konflikte in Syrien und der Flüchtlingsthematik ist das ein ganz wesentlicher Punkt, den so mancher Wohlstandsbürger nicht auf dem Schirm haben dürfte. In die Erzählung sind Dialekt und einschlägige Begriffe werden ganz nebenbei eingewebt und ergänzt eine spannende Story zu einer echt authentischen Erzählung, in der auch die damaligen gesellschaftlichen Umstände mit eingearbeitet werden. Final ergibt sich daraus ein vielschichtiger, äußerst interessanter Krimi, der mich sehr positiv überrascht hat. So lässt sich der Leser nicht nur charmant unterhalten lassen, sondern kann auch noch etwas dazulernen. Der Schreibstil ist gerade richtig - es liest sich nicht kompliziert, aber auch nicht zu simpel.Da das Buch der Auftakt zu einer Reihe werden soll, wird die Fortsetzung definitiv mit größter Spannung erwartet! Absolute Leseempfehlung für alle Liebhaber eines klassischen Krimis.

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  • Leserunde zu "Der zweite Reiter" von Alex Beer

    Der zweite Reiter

    AlexBeer

    Liebe Krimi-Community,in wenigen Tagen wird es ernst - dann erscheint mein Buch "Der zweite Reiter" (Gebundene Ausgabe (HC) 384 Seiten). Die wichtigsten Menschen für jeden Autor sind ohne Frage die Leser, und darum würde ich gerne eure Meinung darüber hören.Was eignet sich dafür besser als eine gemeinsame Leserunde?Ich würde mich sehr freuen, wenn viele von euch dabei mitmachen würden und verspreche, so oft wie möglich reinzuschauen, um Fragen zu beantworten, sowie die Handlung, Themen und Charaktere zu diskutieren.Beim zweiten Reiter handelt es sich um einen historischen Krimi, der im Wien des Jahres 1919 angesiedelt ist.Mein Verlag war so nett und hat 25 Exemplare des Romans zur Verfügung gestellt. Diese werden unter all jenen verlost, die sich bis zum 25. März hier anmelden (ich freue mich natürlich, wenn auch noch weitere Teilnehmer mit ihren gekauften Büchern dazukommen und mit mir über den Inhalt diskutieren - je mehr, desto besser). Worum es geht? Hier eine kurze Zusammenfassung:Er ist dem Grauen der Schlachtfelder entkommen, doch in den dunklen Gassen Wiens holt ihn das Böse ein ...Wien, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs: Der Glanz der ehemaligen Weltmetropole ist Vergangenheit, die Stadt versinkt in Hunger und Elend. Polizeiagent August Emmerich, den ein Granatsplitter zum Invaliden gemacht hat, entdeckt die Leiche eines angeblichen Selbstmörders. Als erfahrener Ermittler traut er der Sache nicht über den Weg. Da er keine Beweise vorlegen kann und sein Vorgesetzter nicht an einen Mord glaubt, stellen er und sein junger Assistent selbst Nachforschungen an. Eine packende Jagd durch ein düsteres, von Nachkriegswehen geplagtes Wien beginnt, und bald schwebt Emmerich selbst in tödlicher Gefahr ...Ich hoffe, wir lesen uns ganz bald (bzw. sehe ich vielleicht einige von euch in Leipzig auf der Buchmesse).Alex Beer

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    • 349
  • Serienmorde im Wien des Jahres 1919

    Der zweite Reiter

    Matzbach

    03. May 2017 um 19:44

    Wien 1919. Bei der Verfolgung eines Lebensmittelschiebers entdecken der Rayonsinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter die Leiche eines Veteranen. Da dieser noch die Waffe in der Hand hält, deutet alles auf einen Selbstmord hin. Stutzig macht den Inspektor allerdings die Tatsache, dass der Tote ein"Kriegszitterer" war, also kaum in der Lage gewesen sein dürfte, sich selbst zu erschießen. Gegen den Widerstand seines Vorgesetzen ermittelt Emmerich, dessen Ziel es ist, in die Abteilung "Leib und Leben" aufgenommen zu werden, weiter in diesem Fall, der sich dann als Auftakt einer Mordserie an Kriegsveteranen erweist. Je tiefer er sich diesem Fall, dessen Ursprünge noch in die Vorkriegszeit zurückreichen,  widmet, desto gefährlicher wird es für ihn, am Ende wird er gar selbst des Mordes verdächtigt. "Der zweite Reiter" ist (hoffentlich) der Auftakt einer Reihe der Autorin Alex Beer, die bereits unter einem anderen Namen eine mir sehr gefallende (zeitgenössische) Krimireihe geschrieben hat. Obwohl der Fall in sich geschlossen ist, gibt es durchaus Möglichkeiten, aus der Anlage der Figuren heraus weitere Romane zu spinnen. Die historischen Hintergründe, konkret der Niedergang Wien von der Metropole der k.u.k Monarchie zur Hauptstadt des wirtschaftlich kaum lebensfähigen Alpenstaates und die zahlreichen Spätfolgen des Ersten Weltkriegs sind überzeugend beschrieben und bieten nicht nur die Staffage für einen historischen Krimi. Gern würde ich mehr von dem Gespann Emmerich/Winter lesen.  

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