Die rote Frau

von Alex Beer 
4,8 Sterne bei24 Bewertungen
Die rote Frau
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Weltklasse Fr. Beer. August Emmerich entwickelt sich definitiv zu einer Kultfigur. Ich hoffe auf noch viele Fortsetzungen!

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Genau die richtige Mischung aus Krimi, Historie, Drama und dank Ferdinand Winter ein Hauch Humor!!

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Inhaltsangabe zu "Die rote Frau"

»Alex Beer, der neue spannende Stern am österreichischen Krimi-Himmel.« Kronen Zeitung
Wien, 1920: Die Stadt von Kriminalinspektor August Emmerich ist ein Ort der Extreme, zwischen bitterer Not, politischen Unruhen und wildem Nachtleben. Während seine Kollegen den aufsehenerregenden Mordfall an dem beliebten Stadtrat Richard Fürst bearbeiten, müssen Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter Kindermädchen für eine berühmte Schauspielerin spielen, die um ihr Leben fürchtet. Dabei stoßen sie nicht nur auf eine ominöse Verbindung zu Fürst, sondern kommen einem perfiden Mordkomplott auf die Spur. Es beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, der sie in die Abgründe der Stadt und deren Einwohner blicken lässt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783809026761
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Limes
Erscheinungsdatum:21.05.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.05.2018 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Perserkatzes avatar
    Perserkatzevor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Genau die richtige Mischung aus Krimi, Historie, Drama und dank Ferdinand Winter ein Hauch Humor!!
    Der Hammer, Wahnsinn einfach genial!

    Wien 1920 es herrscht immer noch Ausnahmezustand, eine Ordnung in jeder Hinsicht existiert nicht. August Emmerich und sein Assistent Winter sind mittlerweile in die Abteilung „Leib und Leben“ (gleichzusetzen mit der Mordkommission) aufgestiegen. Aber statt sich mit den wichtigen Fällen wie zum Beispiel den Mord an einem Namehaften Politiker zu befassen müssen sie den Papierkram erledigen und sich mit einer hysterische Diva die um ihr Leben fürchtet abgeben. Als beide doch die Chance bekommen im Fall des Politikers zu ermitteln scheint die Diva nicht mehr so ganz hysterisch.

    Diesmal dürfen das Ermittlerduo von offizieller Seite aber unter Geheimhaltung ermitteln. Mit etwas unkonventionellen Methoden versuchen sie den Dingen Stück für Stück auf den Grund zu gehen um den Fall so schnell wie möglich zu lösen, denn mehr als 72 Stunden bleibt ihnen nicht.

    Es war wirklich ein Genuss die beiden bei der Arbeit zu verfolgen, und durch diesen Zeitlichen Druck den die Autorin mit eingebracht hat erhielt das ganze eine gewisse Dynamik. Ständig passieret etwas und dabei bleibt es kontinuierlich Spannend und Emotional ohne zwischendurch ins langatmige zu verfallen. Ruhe kommt in den Augenblicken, wenn Emmerich allein ist und seine unterdrückten Gedanken und Emotionen zulässt. In diesen Szenen musste ich manchmal echt schlucken, weil deutlich zu spüren war wie einsam und traurig er ist. Denn während es in seiner beruflichen Laufbahn immer voran geht sieht es Privat bei ihm sehr düster und scheinbar aussichtslos aus. Diese kurzen privaten Einblicke in sein Leben verdeutlichen dem Leser auch die Beziehung zu Luise und zeigen in welcher schrecklichen Situation sie sich mit ihren Kindern befindet.

     Die Geschichte  zu lesen hat  mir wirklichen eine riesen Freude gemacht, natürlich literarisch denn Krieg oder eine Nachkriegszeit ist alles andere aber ganz sicher nicht erfreulich. Die Autorin hat die damalige Atmosphäre perfekt eingefangen und mit den richtigen Worten beschrieben. Verdiente 5 Sterne und freu mich sehr auf die Fortsetzung!!

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    Literaturwerkstatt-kreativs avatar
    Literaturwerkstatt-kreativvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine sehr gelungene Fortsetzung mit einem absolut tollen Ermittlerduo !!!
    Abteilung „Leib und Leben“

    Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ rezensiert

    Die rote Frau“ von Alex Beer

    Wien leidet immer noch unter den Folgen des verlorenen Ersten Weltkrieges. Politische Unruhen sind an der Tagesordnung. Die Stadt, ein Ort der Extreme; auf der einen Seite Reichtum und Dekadenz, auf der anderen Seite Hunger und Kälte.


    Donnerstag, 18. März 1920 – Montag 29.März 1920

    Rayonsinspektor August Emmerichs sehnlichster Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Er ist endlich zusammen mit seinem jungen Assistenten Ferdinand Winter in die Abteilung „Leib und Leben“ versetzt worden. Allerdings werden sie dort nicht mit Mordfällen beauftragt, sondern müssen im Büro Schreibarbeiten erledigen. Auch den spektakulären Mordfall an dem sehr beliebten Stadtrat Richard Fürst dürfen sie nicht aufklären, sondern werden wieder nur mit einem Bagatellfall abgespeist. Sie sollen Kindermädchen für die berühmte - um ihr Leben fürchtende - Schauspielerin Rita Haidrich spielen. Da reicht es Emmerich.

    Als seine Kollegen dann auch noch ganz schnell den Mörder von Stadtrat Fürst präsentieren, wird Emmerich misstrauisch. Am gleichen Abend wird er in seinem Männerwohnheim darauf aufmerksam gemacht, dass der inhaftierte Peppi nicht der Mörder seien kann. Dieser hat nämlich vom Stadtrat Fürst sowohl Arbeit als auch seine beiden Prothesen erhalten, warum sollte er ihn also umbringen. Seinem Verstand und auch seinem Herzen folgend - und um seinen Kollegen zu beweisen wozu er fähig ist, beginnt er nun mit eigenen Ermittlungen. Unterstützt wird er natürlich dabei von seinem Assistenten Winter.


    Fazit:

    Alex Beer ist das Pseudonym der österreichischen Schriftstellerin Daniela Larcher. Sie hat eine neue Krimireihe um den Kriegsheimkehrer August Emmerich kreiert. 2017 erschien bereits der erste Band „Der zweite Reiter“, für den sie den österreichischen Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur erhalten hat. Schon mit dem ersten Band hat Alex Beer mich in ihren Bann gezogen und die Sogwirkung beschleunigt sich noch mit diesem neuen Buch.

    Die beiden Protagonisten wurden im ersten Band eingeführt und hatten da bereits mein Herz erobert. Und auch jetzt waren sie mir wieder ganz Nahe. Besonders Emmerich liegt mir persönlich wahrlich am Herzen. Ein Mann mit Ecken und Kanten, vor allem aber mit Rückgrat und dem Herz am rechten Fleck. Kein buckeln bei Vorgesetzten und Amtsträgern, immer gerade heraus.

    „Die rote Frau „ ist zwar ein Kriminalroman, trotzdem bedient die Autorin auch den Lokalkolorit Wiens der damaligen Zeit. Und hier erfährt man dann auch einiges vom alten Wien und seinen dort lebenden Menschen. Die Autorin hat auch hier wieder allerfeinste Recherchearbeit geleistet. Dabei hat der Wiener Dialekt – auch Wiener Schmäh - den sie an manchen Stellen gekonnt eingeflochten hat, das Ganze noch authentischer werden lassen. Schön auch die Idee, an einigen Stellen des Buches Segmente aus Liedern der damaligen Zeit mit einzustreuen.


    Weiter unten sang die Bettlerin unermüdlich.“

    ...„Im Prater blühn wieder die Bäume, es leuchtet ihr duftendes Grün. Drum küss, nur küss, nicht säume, denn Frühling ist wieder in Wien.“


    Der Schreibstil von Alex Beer ist flüssig und lebendig. Ihre detaillierten Beschreibungen erzeugen wunderbare Bilder und eine Idee keimte in mir auf: August Emmerich gehört ins Kino ! Vielleicht traut sich ja jemand. Es würde mich sehr freuen !!!

    Die Seiten des Buches sind für mich auf jeden Fall nur so dahingeflogen und wegen mir hätte die Reise noch durchaus weiter gehen können.

    Wer den ersten Band nicht gelesen hat, kann durchaus auch mit dem zweiten Buch beginnen, allerdings ist der Erste auch wirklich sehr lesenswert, von daher vielleicht doch erst zum Ersten greifen.

    Somit kann ich – wie schon beim ersten Band - wieder nur sagen : „Chapeau“.

    Und worauf kann man sich nach diesem spannenden Krimi freuen ? Richtig, - auf den dritten Band !!!


    literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2018/07/31/wien-die-rote-frau/


    Besten Dank an den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    jaylinns avatar
    jaylinnvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich hoffe sehr auf baldige Folgebände!
    Ich hoffe sehr auf baldige Folgebände!

    Allgemeines:

    Autorin Alex Beer wurde in Bregenz geboren und lebt in Wien. Mit ihrem ersten Roman der August-Emmerich-Reihe Der zweite Reiter hatte sie großen Erfolg und wurde von der Presse hochgelobt. Sie erhielt dafür den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur. Die rote Frau ist der zweite Band der spannenden Reihe um Rayonsinspektor August Emmerich.

    Die rote Frau ist am 21. Mai 2018 in gebundener Form bei Limes erschienen und umfasst 413 Seiten.

    Inhalt:

    „Wien, 1920: Die Stadt von Kriminalinspektor August Emmerich ist ein Ort der Extreme, zwischen bitterer Not, politischen Unruhen und wildem Nachtleben. Während seine Kollegen den aufsehenerregenden Mordfall an dem beliebten Stadtrat Richard Fürst bearbeiten, müssen Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter Kindermädchen für eine berühmte Schauspielerin spielen, die um ihr Leben fürchtet. Dabei stoßen sie nicht nur auf eine ominöse Verbindung zu Fürst, sondern kommen einem perfiden Mordkomplott auf die Spur. Es beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, der sie in die Abgründe der Stadt und deren Einwohner blicken lässt.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

    Meine Meinung:

    Auf Alex Beer bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Eigentlich lese ich historische Krimis nicht so gerne, aber die von Beer sind wirklich sehr gut. Der erste Band um den Kriminalkommissar Emmerich Der zweite Reiter hat mir so gut gefallen, dass ich den Folgeband Die rote Frau unbedingt lesen wollte und ich bin genauso begeistert wie von Band eins. Protagonist ist Rayonsinspektor Emmerich, ein echter Typ, den man aber sofort in sein Herz schließt. Emmerich ist im Ersten Weltkrieg verwundet worden und leidet sehr darunter, dass er durch seine Verletzung körperlich nicht mehr voll einsatzfähig ist. Er bekommt den Unmut der Kollegen zu spüren, die mit einem Krüppel nichts zu tun haben wollen. Daran ändert auch seine Versetzung in die Abteilung „Leib und Leben“ nichts. Er hatte gehofft, hier in Mordfällen seine brillanten Ermittlerfähigkeiten einsetzen zu können, stattdessen darf er Schreibtischarbeit machen und ist zutiefst frustriert. Hinzu kommt seine persönliche Situation: Seine Freundin, die er sehr liebt, kehrt zu ihrem aus dem Krieg zurückgekehrten Mann zurück, die Lebensmittelversorgung im Wien der 1920er Jahre ist mehr als angespannt und sein Bein schmerzt immer mehr. Nur einer hält zu ihm: sein Assistent Winter, den er zunächst nicht sehr gut behandelt hat, aber dessen Solidarität er mittlerweile sehr zu schätzen weiß. Alles scheint sich zu ändern, als eine bekannte Schauspielerin auf dem Revier auftaucht, deren Anliegen niemand so richtig ernst nimmt. Man wälzt diesen Fall auf Emmerich und Winter ab. Emmerich ist genervt, Winter dagegen begeistert, er bewundert diese Frau. Beide nehmen sich ihres Falls an und besuchen das Filmset, an dem merkwürdige Dinge gesehen sein sollen. Um Hexerei soll es gehen. Keine Frage: Das kann man wirklich nicht glauben. Emmerich und Winter ermitteln zunächst nur pro forma, aber dann ist ihr Ehrgeiz gepackt… . Ebenso wie im ersten Band hat Beer den Fokus auch hier auf den zeitgeschichtlichen Aspekt gelegt. Man erfährt viel über das Leben der Wiener Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg und ist oft erschüttert angesichts der großen Armut und des Hungers auf der einen und der Dekadenz auf der anderen Seite. Die Thematik der Kriegsheimkehrer spielt ebenfalls eine große Rolle. In Die rote Frau erfährt man zudem, dass auch in Österreich zeitgleich wie in der Weimarer Republik gesellschaftliche Strömungen den Rassebegriff für sich entdeckt haben. Da schaudert es einen!

    Alex Beer schreibt spannend, ohne dramatisch zu sein, eher nüchtern und dadurch so überzeugend. Die Gestaltung der Cover beider Bände passt zum Inhalt: in schwarz-weiß gehalten mit historischen Motiven. Absolut stimmig und überzeugend.

    Fazit:

    Unbedingt lesen, zuerst aber Band eins, sonst ist es schade um den zweiten Band. Ich hoffe sehr auf baldige Folgebände!

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    Kerstin_KeJasBlogs avatar
    Kerstin_KeJasBlogvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Zeitreise nach Wien
    August Emmerich die 2.

    Wer den 1. Band um August Emmerich (Der zweite Reiter) noch nicht gelesen hat, es aber noch tun möchte, sollte auf diese Rezension verzichten – denn sie könnte spoilern.

    Wir schreiben das Jahr 1920 und begeben uns nach Wien. Die Autorin Alex Beer zieht einen wieder hinein, in diese Stadt die geprägt ist von all dem Elend, das der 1. Weltkrieg hinterlassen hat.
    Genau wie im ersten Band hatte mich auch hier wieder das Setting um diese Stadt und die dort lebenden Menschen in seinen Bann gezogen. Unverhohlen wird ausgesprochen was den Männern, Frauen und Kindern das Leben schwer macht. Armut durch Arbeitslosigkeit, dadurch Hunger und Krankheiten, was wiederum Schäden nicht nur am Leib sondern auch an der Seele anrichtet. Witwen, Waisen und Kriegsversehrte bebildern die Stadt. Kein schöner Anblick, noch weniger wie die elenden Quartiere in denen so mancher hausen muss. Daneben die feinen und reichen Herrschaften. Solche, die sich der Kunst des Schönen hingeben und dabei den Blick auf die Wirklichkeit übersehen. Ein Kontrast der größer nicht sein könnte.

    Eine Handvoll Leute besitzt fast alles, während der Rest hungert und friert.
    (S. 167)

    Einer, der selbst an einer Kriegsverletzung leidet, ist Rayonsinspektor August Emmerich. Nach Kriegsende hat er eisern darum gekämpft in die Abteilung „Leib & Leben“ versetzt zu werden. Es ist ihm gelungen und doch ist er alles andere als glücklich. Neben seinem jungen Kollegen Winter verbringt er die meiste Zeit damit leidlichen Schriftverkehr zu machen und bekommt nicht den Hauch einer Chance auf einen „richtigen“ Fall. Aber Emmerich macht es niemanden leicht, nicht mal sich selbst und so bekommt er doch die Möglichkeit an einer ganz großen Ermittlung teilzunehmen – auch wenn er es niemanden verraten darf.

    Ein Mord in den feinsten Kreisen und das dort, ganz besonders dort, sehr viel Unrat aufwartet, überrascht niemanden mehr. Für Emmerich wird dies eine Ermittlung die nicht einfach nur Erfolg haben soll. Für ihn wird es eine fast schon persönliche Angelegenheit. Der arme Tropf, der des Mordes bezichtig in einer Zelle einsitzt, scheint unschuldig zu sein und es liegt einzig Emmerich am Herzen diesem zu helfen. Dafür braucht er den wahren Täter und vor allem die Hintergründe und ein Motiv. Nicht ganz einfach, denn auch in den eigenen Reihen gönnt ihm niemanden etwas. Vielleicht weil Emmerich nicht nur Polizist, sondern ganz viel Mensch ist.

    …bis er die Krüppelbrigade eingestellt hat.
    (S. 18)

    Emmerich und Winter sind auch in diesem Band wieder ein erstklassiges Team. Der alte Hase und der unerfahrene Jungspund ergänzen sich immer mehr. Ein Team, das sich auf einander verlassen kann und mir wieder sehr gut gefiel. Ihre Dialoge haben mich des Öfteren zum Grinsen gebracht und besonders Winter hat eine recht tollpatschige Art, ohne dabei übertrieben zu wirken. Er ist gereift im Laufe der Zeit und lernt schnell und gut, vor allem dass er Emmerich absolut vertrauen kann, auch wenn dessen Art zu ermitteln manchmal recht unkonventionell ist.

    Es ist an der Zeit, dass du endlich lernst, wie man ordentlich lügt…
    (S. 75)

    Na na na, wer wird denn lügen?
    Emmerich bestimmt nicht, dafür ist er zu ehrlich. Winter? Er verheimlicht allemal etwas vor bestimmten ungeliebten Vorgesetzten, aber nicht aus Boshaftigkeit, sondern um Emmerich zu schützen.
    Die Haute­vo­lee kommt da schon eher in Betracht. Die feine Gesellschaft, die wie bereits erwähnt, dem Theater, der Musik und Kultur frönt, dabei verschwenderisch und übertrieben zu Tage geht, als gäbe es kein Morgen. Der Rest kann bleiben wo er ist und das an besten unsichtbar – obwohl, sie werden eh nicht gesehen.

    Frauen, die sich als Prostituierte verdingen um ihre Kinder versorgen können. Bettler, die von der Hand in den Mund leben. Krüppel an Körper und Geist, die kaum mehr in der Lage sind ihr tägliches Brot zu verdienen. Daneben diejenigen, die dem Alkohol verfallen sind und nebst dem Weibe auch die Kinder und alles, was sich ihnen in den Weg stellt, verprügeln.
    Eine Gesellschaft am Rande des Abgrundes. Und genau das hat mich wieder am meisten fasziniert. Das es neben dem Kriminalfall, auch gesellschaftskritische Darstellungen der Umstände gab. Schonungslos und offen, fast schon so nebenbei erfährt man immer mehr über diese Zeit. Historisch richtig großartig recherchiert und umgesetzt. Die ganzen sozialen und asozialen Missstände in dieser Zeit bildeten wohl einen mehr als ungesunden Nährboden. Was darauf wuchs ist uns bekannt.

    Emmerich ist ein sehr ehrgeiziger Ermittler. Im Wiener Alltag unterwegs, folgt man ihn durch die Straßen und Gassen und fast kam es mir vor als würde ich diese Ausdünstungen des Bösen und des Übels riechen. Die sehr bildhaften Beschreibungen erzeugen ein Bild dieser Zeit und dieser Stadt und ganz besonders dieser Menschen.

    Die Geschichte war noch nicht zu Ende.
    (S. 407)

    Und egal wie es mit Emmerich und Winter weitergeht und wie lange ich warten muss – ich freue mich darauf!

    Rezension verfasst von © Kerstin

    ★★★★★

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    Sigismundvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnder historisch-politischer Krimi mit einem Schuss Humor
    Fesselnder historisch-politischer Krimi mit einem Schuss Humor

    „Der Krieg mochte vorbei sei, doch das Toben hatte gerade erst begonnen." So endet der erste Band „Der zweite Reiter“ einer 2017 begonnenen Krimi-Reihe um Kriminalinspektor August Emmerich, verfasst von Alex Beer. Pseudonym der österreichischen Schriftstellerin Daniela Larcher (41). In dieser Situation der politischen und gesellschaftlichen Wirren im Wien des Jahres 1920, einer Stadt der Extreme zwischen bitterer Not, politischen Unruhen und wildem Nachtleben, beginnt denn auch Beers wieder empfehlenswerter, im Mai beim Limes-Verlag veröffentlichter zweiter Band „Die rote Frau“.
    Kriminalinspektor August Emmerich ist endlich mit seinem jungen, noch lebensunerfahrenen Assistenten Ferdinand Winter in die Mordkommission versetzt worden, wird dort aber wegen seiner Kriegsverletzung in die Schreibstube versetzt. Erst nach schneller Lösung eines Gefälligkeitsauftrags setzt ihn sein Vorgesetzter Gonska als verdeckter Ermittler auf einen brisanten politischen Mordfall an. Emmerich hat nur vier Tage Zeit bis zur Rückkehr seines Chefs. Doch natürlich gelingt es dem gewieften Ermittler dank seines ungewöhnlichen und unerschrockenen Vorgehens, einem perfiden Mordkomplott auf die Spur zu kommen und den Fall zu lösen.
    Wie im ersten Band gelingt es der Autorin auch diesmal, das Wien des Nachkriegsjahres 1920 wieder lebendig werden zu lassen. Man hört fast die alte Straßenbahn durch die teilweise heruntergekommenen Stadtviertel rumpeln, man riecht den Essensgeruch aus den Suppenküchen für Notleidende oder das Karbid der Abendbeleuchtung, man schmeckt den Staub und Unrat allerorts und sieht allgegenwärtige Armut, Hunger und Krankheiten, die nicht selten zum Tod führen. Auch die ungefestigte politische Situation nach dem verlorenen Krieg erlebt der Leser eindringlich, die Gefährdung der jungen Republik durch einen möglichen Putsch, der sowohl von links als auch von rechts möglich ist. Obwohl Monarchie und Adel seit Kriegsende abgeschafft sind, muss der im Waisenhaus aufgewachsene Emmerich bestürzt feststellen, dass sich kaum etwas an den sozialen Verhältnissen geändert hat: Jene, die vorher arm waren, sind es noch heute, wurden zudem im Krieg „verheizt“, und der alte Adel wurde durch Geldadel ersetzt. Das Elend auf den Straßen versucht die boomende Filmindustrie mit ihrer märchenhaften Scheinwelt vergessen zu machen.
    Fesselnder als die Lösung der von Emmerich schnell in Zusammenhang gebrachten Mordfälle ist die aus unzähligen Puzzle-Steinen von der Autorin eindrucksvoll zusammengesetzte Situations- und Milieu-Schilderung. In der gelungenen Verbindung von Historie und Fiktion warnt Alex Beer erkennbar vor dem heute wieder wachsenden Rechtspopulismus. So lässt sich der letzte Satz dieses Bandes nicht nur als Hinweis auf eine willkommene Fortsetzung dieser Buchreihe deuten, sondern auch als politische Warnung: „Diese Geschichte war noch nicht zu Ende.“

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    tinstamps avatar
    tinstampvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Alex Beer hat wieder die grandiose Atmosphäre im Wien der Nachkriegszeit eingefangen und mit Emmerich und Winter tolle Charaktere erschaffen
    August Emmerich ermittelt wieder

    Bewertung: 4 1/2 Sterne

    Nachdem mich der erste Band rund um Rayonsinspektor August Emmerich sehr gut gefallen hat, war es selbstverständlich, dass ich auch den neuen Fall lesen werde. Und ich kann euch gleich zu Beginn verraten: Auch "Die rote Frau" ist wieder richtig gut!

    August Emmerich und sein junger Assistent Ferdinand Winter haben es nach der erfolgreichen Auflösung des Kriminalfalles aus Band 1 tatsächlich geschafft und sind in die Abteilung "Leib und Leben" aufgestiegen. Allerdings gestaltet sich das Berufsleben am neuen Arbeitsplatz nicht so, wie es sich Emmerich vorgestellt hat. Anstatt endlich durch die Straßen von Wien auf Verbrecherjagd zu gehen, sitzen er und Winter gemeinsam neben Bürofräuleins und "dürfen" Protokolle tippen. Von den Kollegen werden sie als "Krüppelbrigade" beschimpft, nachdem Winter wegen eines Dienstunfalles noch seinen Arm in der Schlinge trägt und Emmerich wegen eines Granatsplitters im Bein hinkt. Vom Heroin, das ihm im ersten Teil Linderung verschaffte, ist er losgekommen, aber seine Wohnung bei Luise hat er trotzdem verloren als ihr Mann aus dem Krieg zurückkehrte. Nun lebt er in einem Männerwohnheim für Kriegsverletze. Als Stadtrat Richard Fürst, der sich für die Belange der sozial Schwachen einsetzt, ermordet wird, hofft Emmerich den Fall zu übernehmen, doch Polizeichef Gonka zieht ihn gar nicht erst in Betracht. Bald darauf geschieht ein weiterer Mord. Die Tote ist ebenfalls gut situiert und eine Wohltäterin, wie Stadtrat Fürst. Wer bringt schon Menschen um, die sich für Andere einsetzen? Welches Motiv hat der Täter?
    Kollege Brühl fasst kurz darauf einen Verdächtigen: Es ist Peppi, der im selben Männerlogierheim, wie Emmerich wohnt. Dieser ist fassungslos und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Wege führen ihn und Winter wieder in den Wiener Untergrund: Illegale Wettlokale, Bordelle und Bäder, aber auch ein Sanatorien und die Welt des Theaters und des Films sind ihre Ziele. Doch Emmerich und Winter bleiben nur 72 Stunden, die Gonka der "Krüppelbrigade" gibt, um die Mordefälle zu lösen....

    Noch immer ist das Leben der Menschen gekennzeichnet von bitterer Armut, Wohnungsnot, unzureichender medizinischer Versorgung, Hunger und hoher Arbeitslosigkeit. Die junge Republik ist instabil. Während Monarchisten die Rückkehr des Kaisers wünschen, bilden sich bereits neue politische braune Herde, die aus München nach Wien überschwappen. Zur selben Zeit befindet sich die Filmindustrie auf ihrem Höhenpunkt. Die Menschen flüchten in eine Scheinwelt.

    Emmerich, der mittlerweile seine Meinung über seinen Assistenen Winter geändert hat, bleibt seiner unkonventionellen Arbeitsweise treu. Die Auslegung der Gesetze dreht und wendet er, wie er sie gerade braucht und Winter kommt durch Emmerichs Eskapaden nicht nur in eine brenzlige Situationen. Trotzdem unterscheidet er sehr wohl zwischen Gut und Böse und hat immer das Herz am rechten Fleck. Die Sorge um seine Geliebte Luise und die Kinder lassen ihn kaum schlafen, denn Luises Mann kehrt als anderer - als grausamer Mensch - aus dem Krieg zurück.
    Während sich die Ermittlungen etwas im Kreis drehen, die Motive völlig unklar sind und Emmerich sich auch in eine Sackgasse manövriert, begleiten wir die beiden ungleichen Ermittler durch die Straßen Wiens. Manche Auflösungen erschienen mir dabei ein bisschen weit hergeholt, jedoch löst sich alles logisch auf, während sich das Ende diesmal zu einem richtigen Showdown entwickelt.

    Alex Beer gelingt es wieder hervorragend das Lokalkolorit der Stadt Wien einzufangen. Der historische Krimi lebt neben den beiden eigenwilligen Ermittlern vorallem von der besonderen Atmosphäre, die die Nachwehen des Krieges brutal aufzeigen. Die atmosphärische Beschreibung der Nachkriegszeit habe ich noch bei keinem Autor/Autorin so perfekt umgesetzt gefunden, wie bei Alex Beer. Dazu gibt es, wie bereits im ersten Teil, interessante Details über bedeutende Bauwerke und Lokale, die heute noch existieren.

    Schreibstil:
    Wie schon im ersten Teil gelingt es der Autorin wieder fabelhaft, sich beim Lesen mitten im Wien der Zwanziger Jahre zu fühlen. Sie erzählt sehr intensiv und detailliert, aber genau in der richtigen Dosierung. Auch die Wiener Mundart darf nicht fehlen und bringt wieder das typische Lokalkolorit mit sich. Alex Beer alias Daniela Larcher hat hervorragend recherchiert und erzählt von einem Wien der gar nicht so goldenen Zwanziger Jahre.
    Die Charaktere sind einzigartig und facettenreich. So wird das Wien der 1920iger Jahre wieder lebendig!

    Fazit:
    Auch der zweite Band rund um den charismatischen Inspektor August Emmerich und seinen Assistenten Winter ist wirklich gelungen. Der historische Krimi lebt vorallem wieder von der tollen Atmosphäre der Nachkriegszeit, dem typischen Wiener Flair und dem verzwickten Kriminalfall. Von mir gibt es eine Empfehlung für diese tolle Reihe!

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Emmerich und Winter stechen bei ihren Ermittlungen in ein Wespennest. Wem können die beiden noch trauen?
    "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen" (Platon)

    Man schreibt das Jahr 1920. Der Große Krieg ist verloren, Österreich-Ungarn Geschichte und Wiens Bevölkerung hungert. August Emmrich und sein Assistent Ferdinand Winter fristen ein ungnädig geduldetes Dasein in der Abteilung „Leib und Leben“ bei der Wiener Polizei. Von den Kollegen „Krüppelbrigade“ genannt, müssen sie allerlei Hilfsdienste wie Protokolle tippen, leisten.

    Dann geschieht der Mord an Stadtrat Fürst. Doch anstatt hier zu ermitteln, müssen sich Emmerich und Winter auf Befehl ihres Chefs Gonka mit der Schauspielerin Rita Haidrich beschäftigen, die glaubt, ihr aktueller Film sei verflucht. 

    Der Hilferuf seiner Kollegen aus dem Obdachlosenasyl in dem Emmerich wohnt, dem Peppi, zu helfen, lässt Emmerich aus seiner Lethargie erwachen. Die Polizei verdächtigt den Invaliden, Stadtrat Fürst ermordet zu haben.

    Doch warum sollte ausgerechnet der Peppi, der von Fürst zwei Prothesen und einen Job erhalten hat, seinen Wohltäter umbringen? 

    Gemeinsam mit Ferdinand Winter beginn er auf eigene Faust zu recherchieren und kommt der Suche nach dem Motiv, dem wirklichen Täter gefährlich nahe und Fürst wird nicht der einzige Tote bleiben.  

    Meine Meinung: 

    Alex Beer ist es wieder meisterlich gelungen die triste Lage in Wien darzustellen. 

    »Der Krieg hatte sich tief in das Stadtbild eingebrannt. Schrecklich zugerichtete Invaliden, Witwen in Trauerkleidung, rachitische und tuberkulöse Kinder.“ (S. 138 )

    Während Kriegswaisen, Witwen und Invalide um ihr tägliches Überleben ringen, feiert die österreichische Filmindustrie sich selbst und ihre großen Erfolge. Wir begegnen hier der berühmten „Sascha-Film“ des Filmpioniers Graf Sascha Kolowrat-Krakowsky und erhalten Einblick in die Welt der Illusionen.

    Emmerich und Winter, die sich im ersten Band („Der zweite Reiter“) zusammengerauft haben, setzen wieder auf bewährt unkonventionelle Ermittlungsmethoden. Als es ein weiteres Mordopfer gibt, scheint es eine Verbindung zu geben, die Emmerich und Winter zutiefst schockiert. Interessant ist, dass es Bestrebungen gibt, den Gesundheitszustand der Bevölkerung anzuheben. Allerdings ist die Wahl der Mittel, eine höchst unterschiedliche.

    Die Autorin versteht es, historische Details geschickt in die Handlung einzubinden.

    Die Charaktere sind wieder wunderbar ausgearbeitet. Wir begegnen einer Vielzahl von gestrandeten Existenzen, die ihren Lebensunterhalt mit allerlei Gelegenheitsarbeiten oder kleiner Beschaffungskriminalität bestreiten. Herrlich ist die Zirkustruppe, die auf der Wiese im Böhmischen Prater ihr Zeit aufgeschlagen hat.

    Wir erlangen Einblick in August Emmerichs verwundete Seele, der nicht nur mit seinem an der italienischen Front verletzten Knie fertig werden muss, sondern auch mit dem plötzlichen Auftauchen des gefallen geglaubten Ehemanns seiner großen Liebe, Luise. Luise, streng katholisch, bleibt mit ihren Kindern bei ihrem Ehemann, der – wie viel andere Männer – durch den Krieg völlig aus der Bahn geworfen worden ist.

    Ich mag den Schreibstil der Autorin: Trockener Humor, Sarkasmus und die Einbindung des Wiener Dialekts ist für mich authentisch gelungen.

    Das offene Ende lässt auf einen dritten Band hoffen, denn ich will unbedingt wissen, wie es mit August Emmerich, Ferdinand Winter und der guten Luise weitergeht. 

    Fazit:

    Ein fesselnder historischer Krimi aus dem Wien nach dem Ersten Weltkrieg! Hier gebe ich leichten Herzens 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.


    Kommentare: 4
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    Anjaxxxs avatar
    Anjaxxxvor 3 Monaten
    Facettenreich und spannend

    Auf dieses Buch habe ich mich riesig gefreut, denn ich habe auch das erste Buch mit großer Begeisterung gelesen. Auch diesmal wurde ich absolut nicht enttäuscht und bin sofort in der Story versunken.

    Eindrucksvoll beschreibt die Autorin die Lage nach dem Krieg und es war mitunter so realistisch, das ich glaubte mittendrin zu sein. Man konnte die Armut und Probleme der Menschen quasi spüren, aber auch die Hoffnung und neuen Ideen waren allgegenwärtig. 

    Der Fall selbst war natürlich auch extrem spannend. Muss sich Emmerich erst "nur" um eine beliebte Schauspielerin und deren Angst vor einem Fluch kümmern, während die anderen Ermittler sich dem Mord an Stadtrat Fürst annehmen. An diesem Fall hätte Emmerich natürlich viel lieber von Anfang an mit ermittelt....also versucht es es auch eigene Faust. Viel mehr will ich jetzt dazu auch gar nicht schreiben, denn sonst würde ich zuviel verraten. Auf jeden Fall nimmt die Sache wieder einige unerwartete Wendungen und die Spannung bleibt durchgehend erhalten. Obwohl ich fand, dass es in dem Buch relativ viele Protagonisten gibt, so kommt man trotzdem nicht durcheinander und es ist auch keiner überflüssig, jeder trägt seinen Teil zu dieser gelungenen Geschichte bei. Ich selbst habe am liebsten über Emmerich und Winter gelesen, denn ich finde, die beiden sind das perfekte Team und ergänzen sich ganz toll. 

    Zum Ende hin steigert sich das Tempo noch einmal rasant und obwohl einige kleine Ansätze in eine Sackgasse geführt haben, fügen sich am Ende immer mehr Fäden zusammen und ich wurde so manches Mal noch total überrascht und bin mit einem für mich absolut fesselnden und überraschendem Ende begeistert worden. Der Epilog macht sofort Lust auf einen dritten Teil, hoffentlich müssen wir Leser darauf nicht zu lange warten. 

    Ein absolut spannendes und lesenswertes Buch, mit vielen historischen Fakten, welches die unterschiedlichen Facetten von Wien nach dem Krieg eindrucksvoll präsentiert

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor 3 Monaten
    Sehr gelungener zweiter Teil

    Auch der zweite Fall von August Emmerich schafft es mich sehr zu begeistern. Sogar noch ein bisschen mehr als der schon gute erste Teil. Das liegt vor allem wieder an dem ganzen Aufbau und die Art wie Beer die Geschichte erzählt. Unaufgeregt aber immer klar und mit einer vorzüglichen Präzision. Es macht einfach irre viel Spaß in die Nachkriegsjahre Wiens einzutauchen. Auch im zweiten Band schafft es Beer wieder Wien so zu zeigen das man sich in die Zeit zurückversetzt fühlt. Die Geschichte hat, für mich, etwas mehr Pep als der erste Teil und dadurch hat es mir noch ein bisschen mehr Spaß gemacht. Ich mochte einfach diese ganze Geschichte und hatte großen Spaß Emmerich und Winter bei ihren Ermittlungen zu folgen. Emmerich als Hauptfigur ist und bleibt eine wunderbar sympathische Figur, vielschichtig aber trotzdem einer der Guten. Der Aspekt seines Privatlebens finde ich weiterhin spannend und auch wenn man nicht so viel neues erfahren hat, ist das für die zukünftigen Teile sicherlich ein hochinteressanter Handlungsstrang. Der Fall ist, wie im ersten Teil interessant und durch die politische Verwicklung und den gewissen historischen Kontext fesselnd und spannend. Auch hier kann ich Beer weiterhin nur Komplimente machen. Hochwertige Krimikost ohne Hollywood Action. Beide Teile haben so einen alten Schwarz-Weiß Touch und genau deswegen mag ich die Bücher auch so sehr. Einfach mal etwas anderes als die üblichen Thriller im Jahre 2017/2018. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt sehr, sehr ,sehr auf den nächsten Band. 

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    Erdhaftigvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Tricky und hochspannend!
    Die rote Frau

    Wiener Dialekt wurde, wie beim ersten Band, als Würze hinzugefügt. Das Wien der 1920-er Jahre verlottert, das gilt für Gebäude, verrohte Sitten und die Politik. So nehmen die beiden versehrten Ermittler wieder Spuren auf, folgen ihren Nasen anstatt auf ihren Chef zu hören, machen sich unbeliebt und schleichen sich weiter ins Leserherz ein. Denn so skurril sie beschrieben werden, so sehr ist ihre Handlungsweise nachzuvollziehen. Alex Beer beschreibt sowohl das Leben in jener Zeit als auch das Leben verschiedener Gesellschaftsschichten. Dieser Rahmen tut dem Krimi gut. Er hebt sich damit von anderen historischen Krimis angenehm ab, suchte sich eine Zeit aus, die selten derart beschrieben wurde: Durch einen Berufsstand, der es in Wien damals offenbar eher schwer hatte sich durchzusetzen. Die zwei Hauptfiguren wurden im ersten Band bereits hervorragend charakterisiert. Darauf baut Beer auf. Man erfährt mehr über Emmerich als über seinen Assistenten Winter, vor allem eher Dinge, die ihn privat beschäftigen. Der Fall selbst scheint zu Beginn eher unscheinbar, schnell gelöst, aber gewinnt später an Brisanz und Schärfe gewaltig hinzu. Das Ende ist hochspannend und ungeahnt.

    Bin gespannt auf den dritten Band :-)

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