Königskinder

von Alex Capus 
4,6 Sterne bei5 Bewertungen
Königskinder
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Zauberhaft. Über die Kraft der Liebe und die Kraft des Erzählens.

B

Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit wahrem Kern, in fesselnder Sprache erzählt. Und der Steinbock wacht über dem Tal.

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Inhaltsangabe zu "Königskinder"

Eine wahre Begebenheit vor dem Panorama der Weltgeschichte

Alex Capus erzählt in seinem neuen Roman, wie ein armer Kuhhirte und eine reiche Bauerntochter alle Grenzen und Hindernisse für ihren Traum von einem gemeinsamen Leben überwinden. Und er beginnt damit im Hier und Jetzt: Max und Tina bleiben auf einem verschneiten Alpenpass stecken und müssen die Nacht im Auto verbringen. Um ihnen beiden die Zeit zu vertreiben, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen ihren Anfang nahm und Jahrhunderte zurückliegt: Es ist die Zeit der französischen Revolution. Jakob ist ein Knecht aus dem Greyerzerland und verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Eine Liebe, die viele Prüfungen bestehen muss ...
Gelesen von Ulrich Noethen.
(Laufzeit 5h 13)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783844530667
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Der Hörverlag
Erscheinungsdatum:20.08.2018
Das aktuelle Buch ist am 20.08.2018 bei Hanser, Carl erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Monat
    Kurzmeinung: Zauberhaft. Über die Kraft der Liebe und die Kraft des Erzählens.
    Über die Liebe und das Erzählen

    Ich bin bei Hörbüchern etwas skekptisch. Vor allem deshalb, weil dabei mit dem Vorlesenden ein weiterer Player mitmischt, der unter Umständen durch seine Art der Diktion das Kopfkino massiv stört oder sogar zum Absturz bringt.

     Bei "Königskinder" gelesen von Ulrich Noethen ist dies nicht der Fall. Im Gegenteil. Es gelingt ihm ausgezeichnet, die schnoddrig-liebevollen Streit-Turtel-Dialoge zwischen Tina und Max wiederzugeben. Auch die Stimmen aus dem 18.Jh sind unverwechselbar und gekonnt interpretiert.

     Königskinder erzählt zwei unscheinbare und zugleich grossartige Liebesgeschichten. Die eine spielt in der Gegenwart, die andere zu Beginn der französischen Revolution.

    Für meine Brille war es faszinierend, wie es dem Autor gelang, die beiden Geschichten ineinander zu verweben. Ohne Pathos oder oberflächliches Gesäusel sondern durch treffende Dialoge und kurze Beschreibungen (Gegenwart) und eine bunte, naturverbundene sowohl poetische als auch historisch kenntnisreiche Sprache (Vergangenheit) wird die Liebe der beiden Paare in den Vordergrund gestellt und gefeiert. Eingebettet ist das Ganze in eine übermächtige (Natur-)Kulisse, die stoisch die Freuden und Leiden der Menschen erträgt und deren Geheimnisse sich nur stückchenweise offenbaren.

    Für mich und meine Ohren ein Buch mit Potenzial zum Lieblingsbuch und somit zum Wieder-Lesen bzw. Wieder-Hören.

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    B
    buchstabensuechtigvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit wahrem Kern, in fesselnder Sprache erzählt. Und der Steinbock wacht über dem Tal.
    Herzenswärme in tiefem Schnee

    Max und Tina, die gerade ihren jüngsten Spross bei einer Hochschule abgeliefert haben, wagen ein kleines Abenteuer und wollen, trotz nächtlicher Sperre und Schneefall, die Panoramaroute über den Jaunpass wagen. 
    Die kleinen Sticheleien und Frotzeleien der beiden haben durchaus komödiantisches Niveau. Er beschwert sich über das zu frühe Einschalten der Scheibenwischer, sie sich über seine Phobie, als Spießer zu gelten. Doch zwischen den Sticheleien spürt man eine tiefe Zuneigung, die Max und Tina verbindet. 
    Max und Tina rutschen von der Straße ab und werden eingeschneit. Um zu verhindern, dass sie einschlafen und eventuell erfrieren, beginnt Max, seiner durchaus kritischen und skeptischen Zuhörerin die Geschichte von Jakob, einem Kuhhirten aus der Region, und der Bauerstochter Marie zu erzählen. Das Spannende ist, dass hier Wahrheit und Fiktion gekonnt vermischt werden – denn tatsächlich ist Alex Capus über das Lied des „Pauvre Jacques“ auf die Lebensgeschichte eines Jakob Boschung aus dem Greyerzer Land gestoßen, und auch seine Frau Marie taucht in den Akten auf. 
    Lyrisch spannt Alex Capus den Bogen vom Jetzt ins Jahr 1779, wo ein Junge namens Jakob Boschung nach dem Tod seiner Eltern und Geschwister alleine auf einer Melkhütte aufwächst. Bereits erwachsen, verliebt er sich in Marie, die Tochter des reichen Bauern Magnin, die aber unerreichbar für ihn ist. Dennoch können sie einige Stunden für sich alleine stehlen, bevor Jakob sich zum Militärdienst meldet. Des Schreibens unkundig, können die beiden nur aus ihren Erinnerungen die Gefühle füreinander aufrecht erhalten. Und als Jakob nach den Jahren als Soldat in die Heimat zurückkehrt, zieht Marie zu ihm auf die Melkhütte. Da erreicht Jakob aber der Befehl, nach Versailles zu marschieren, um der Schwester des Königs mit ihren Schweizer Milchkühen zu helfen. Jakob befolgt den Befehl, Marie zieht auf den elterlichen Hof zurück. In Montreuil, nahe Versailles, das als größte Kloake Frankreichs beschrieben wird, erwartet Jakob ein beschaulicher Alltag. Dennoch trübt die Sehnsucht nach Marie Jakobs Alltag, aber er getraut sich nicht, den erhaltenen Befehl zu verweigern. Elisabeth, die Schwester des Königs, möchte jedoch alle Lebewesen in ihrer Umgebung glücklich wissen und lockt daher auch Marie nach Versailles, wo Jakob und Marie, beide bereits Ende Zwanzig/Anfang dreißig, auf Geheiß des Königs verheiratet werden und Marie auch bald darauf schwanger wird. Doch die französische Revolution zwingt die beiden wieder auf die Wanderschaft. 

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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Monaten
    Überzeugend und warmherzig interpretiert



    Der neue kleine Roman von Alex Capus ist neben seiner witzigen Rahmenhandlung und der schönen Hauptgeschichte, die erzählt wird, vor allem ein sprachlicher Genuss. Man spürt die Freude des Autors am Fabulieren bei nahezu jedem einzelnen Satz, den er zu Papier bringt. Das Lesen macht Freude und ist abgesehen von der wunderbaren Unterhaltung, die dieses kleine Buch beschert, eine große Bereicherung für den Leser.

    In der Rahmengeschichte fahren Max und Tina, ein erfahrenes Ehepaar, trotz gegenteiliger Wetterwarnungen mit ihrem roten Toyota Corolla während eines nächtlichen Schneetreibens eine Passstraße hinauf. Sie sind deshalb ein erfahrenes Ehepaar, weil sie sich gut kennen und einschätzen können, sich bei den wichtigen Dingen immer einig sind, und sich um Kleinigkeiten streiten können wie die Kesselflicker.

    Das tun sie auch während der Fahrt durch die Nacht, jedenfalls solange bis sie endgültig von der Straße abkommen und im Straßengraben im Schnee stecken bleiben.

    Um sich die Zeit bis zum Morgen, wenn die Schneeräumgeräte wieder im Einsatz sind, zu vertreiben, und vor allen um angesichts der Kälte wach zu bleiben, schlägt Max vor, eine Geschichte zu erzählen. Eine wahre Geschichte, dessen Rahmendaten er genau recherchiert habe.

    Mehrfach in der Nacht wird er in seinem Erzählfluss von Tina unterbrochen, die immer wieder unlauteren Kitsch wittert, aber von Max jeweils eines Besseren belehrt wird.

    Max (Alex Capus) erzählt nun eine alte Liebesgeschichte, die genau in den Bergen ihren Anfang nimmt, in denen sie stecken geblieben sind. Jahrhunderte liegt sie zurück und spielt in der Zeit kurz vor der französischen Revolution, eine Zeit des Aufbruchs und Umbruchs in Europa. Von diesen bevorstehenden Umwälzungen erfährt der Hirtenjunge Jakob nichts. Er kümmert sich um das Vieh eines reichen Bauern und ist mit den Tieren während des ganzen Sommers oben in den Bergen. Als er nach dem Sommer das Vieh nach unten ins Tal bringt, begegnet er nicht zum ersten Mal Marie, der Tochter des Bauern. Die beiden erleben so etwas wie Liebe auf den ersten Blick, denn mehr als sich von weitem anschauen, können sie nicht. Der Bauer wittert diese zarte Annäherung sofort und will sie verhindern.

    Jakob und Marie jedoch fliehen zusammen auf Jakobs Hütte und verbringen dort viele Tage. Die Knechte des Bauern kommen irgendwann dorthin und wollen Jakob an den Kragen. Der aber teilt ihnen mit, sie sollen dem Bauern sagen, er habe sich zum Kriegsdienst gemeldet und er brauche sich keine Sorgen mehr zu machen.

    Acht Jahre von 1779 bis 1787 dient Jakob im Regiment Waldner und tut Dienst in Cherbourg am Ärmelkanal, wo es all die Zeit sehr ruhig ist und er von den sich in Europa anbahnenden großen Umwälzungen relativ wenig mitbekommt.

    Marie indes wartet auf dem Hof ihres Vaters auf Jakobs Rückkehr, und lehnt alle potentiellen Ehemänner, die ihr Vater über die Jahre auf den Hof bringt, barsch ab.

    An dieser Stelle bringt der erzählende Max Elisabeth, die Tochter des französischen Königs Ludwig XVI. ins Spiel. Sie ist unzufrieden mit dem Leben im Schloss Versailles und ringt ihrem Vater ein Landgut ab, auf dem sie Landwirtschaft betreiben will. Von  allem das Beste, Hühner aus der Bresse , Schweine aus Flandern, Schlachtrinder aus Burgund, Arbeitspferde aus Brabant. Und Milchkühe aus der Schweiz, Freiburger Milchkühe. Und genau hier gibt es die von der mitten in der Nacht im Toyota Corolla zuhörenden Tina ungeduldig erwartete Verbindung.

    Weil die Kühe in der Fremde kränkeln und keine Milch geben und wegen ihrer schmerzhaft entzündeten Euter brüllen, muss nach einem Freiburger Kuhhirten gesucht werden, der sich mit ihnen auskennt.

    Jakob ist mittlerweile aus dem Dienst ehrenhaft entlassen worden und kehrt in sein Heimatdorf zurück. Marie, die sich vom Vater nichts mehr sagen lässt, geht mit ihm einen Sommer hoch in die Berge zu Jakobs Hütte und zu den Tieren, denn er nimmt seine alte Tätigkeit wieder auf. Sie verbringen dort glückliche Tage, bis Soldaten nach oben kommen, die Jakob mitteilen, er werde unten im Tal erwartet, es gebe einen wichtigen Auftrag für ihn.

    Er soll sich auf dem Hofgut der französischen Königstochter um die Milchkühe kümmern. Gehorsam folgt er diesem Auftrag und lässt Marie zurück. Doch beide wissen, dass es nicht für lange sein wird. Tatsächlich lässt Elisabeth, die Königstochter, Marie bald nachkommen, denn sie hat gespürt, wie traurig ihr Helfer ist.

    Sie erleben dort beide die bewegten Tage der französischen Revolution, wie sich das heruntergekommene und versiffte Schloss leert. Als irgendwann alles vorbei zu sein scheint, nehmen Jakob und Marie ihre Tiere und verlassen das Gut. Sie kaufen einen kleinen Bauernhof und haben zusammen ein langes und glückliches Leben.  

    In Rachel Cusk kürzlich im  Suhrkamp Verlag erschienenem Roman „Kudos“ ist das Erzählen eine Art moderne Form von Beichte. Hier bei Capus ist das Erzählen eine Art von Daseinsversicherung gegen den Tod durch Kälte, der außerhalb des gestrandeten Autos droht. So ähnlich wie Sheherezade, die mit jeder Nacht und jeder neuen Geschichte ihr Leben verlängert.

    Der wunderbare kleine Roman von Alex Capus ist ein literarisches Kleinod, kraftvoll und poetisch in der Sprache, lebendig, dicht und plastisch erzählt.

    Eine warmherzige Erzählung, wie ein Märchen, und doch offenbar historisch verbürgt und genau recherchiert.

    Die Hörbuchfassung seines letzten Buches „Das Leben ist gut“ hatte Alex Capus noch selbst eingelesen, wenig überzeugend wie ich damals fand. Nun hat der Hörverlag für das neue Buch den genialen Sprecher und Schauspieler Ulrich Noethen mit der ungekürzten Lesung beauftragt, die ihm wie bei so vielen anderen seiner Lesungen hervorragend gelungen ist. Er hat dieses wahre Märchen über eine Liebe, die viel überstehen muss, überzeugend und warmherzig interpretiert.




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    claudiaausgrones avatar
    claudiaausgronevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Absoluter Pluspunkt die Interpretation von Ulrich Noethen.
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    Stoneheavens avatar
    Stoneheavenvor 12 Tagen

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