Alex Christofi

 3 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Mr. Glas und Glass.

Lebenslauf von Alex Christofi

Alex Christofi studierte in Oxford Englisch und arbeitet heute in London als literarischer Agent. Er ist der Überzeugung, dass „alles auf der Welt existiert, um schließlich zwischen zwei Buchdeckeln zu enden.“

Alle Bücher von Alex Christofi

Alex ChristofiMr. Glas
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Mr. Glas
Mr. Glas
 (16)
Erschienen am 01.04.2015
Alex ChristofiGlass
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Glass
Glass
 (0)
Erschienen am 12.02.2015

Neue Rezensionen zu Alex Christofi

Neu
pardens avatar

Rezension zu "Mr. Glas" von Alex Christofi

Die Mission eines Fensterputzers...
pardenvor einem Jahr

DIE MISSION EINES FENSTERPUTZERS...

Günter Glas weiß, dass er kein Superhirn ist. Aber er versucht inständig, ein guter Mensch zu sein und möglichst getreu den Ratschlägen seiner verstorbenen Mutter zu leben. Er will sie stolz machen, und deswegen ist seine Vision, der beste Fensterputzer der Welt zu werden. Der Weg dahin führt über die erste Liebe, die letzte Liebe, einen Todesfall in der Familie, einen verkappten Terroristen und einen unterirdischen Intellektuellen. Am Ende weiß er: Das Glück gehört denen, die sich nicht verbiegen lassen.

Honigwaffeln zum Frühstück. Jeden Tag. So beginnt jeder einzelne Morgen von Günter Glas, und auch sonst ernährt er sich nicht gerade gesund. Er weiß, wozu er besser greifen sollte, denn das hat ihm seine Mutter beigebracht. Doch die ist vor Kurzem gestorben, und so ist Günter sich selbst überlassen. Übergewichtig ist der 22-Jährige inzwischen schon, läuft etwas naiv durch die Welt, ist aber im Grunde mit wenig zufrieden. Allerdings fühlt sich Günter seit dem Tod seiner Mutter einsam - er lebt zwar noch bei seinem Vater, doch seit der in Frührente geschickt wurde und er seine Frau zu Grabe tragen musste, ist dieser in einer Depression verfangen, die Günter keine Hilfe ist.

Günter erkennt ganz richtig, dass er eine Aufgabe im Leben braucht, auch wenn er nichts gelernt hat. Und so wird er Milchmann. Er kommt heim, wenn die anderen aufstehen, doch erfüllt es ihn mit Zufriedenheit, den Leuten in der Stille der Nacht ihre Milch vor die Tür zu stellen. Als Günter plötzlich entlassen wird, stürzt er in eine Krise. Was soll er stattdessen tun? Der Zufall kommt ihm zu Hilfe, und so wird Günter sozusagen über Nacht zum Fensterputzer. Günter, der seit seinerr Kindheit von Glas fasziniert ist (Nomen est Omen), hat sogar das Gefühl, endlich sein Lebensziel zu kennen. Er besorgt sich sein eigenes Equipment, verteilt handgeschriebene Werbezettel und bekommt tatsächlich erste Aufträge. Als er sich nach einem Zwischenfall unverschuldet in der Zeitung wiederfindet, hat der junge Mann keine Mühe mehr, an Aufträge zu kommen. Doch sein Ziel ist höher - Günter hat eine Mission: er will der beste Fensterputzer der Welt werden.


"Also, ich geh dann mal lieber rein", sagte ich. "Ja, und ich muss zum Gericht", sagte sie und richtete sich ein bisschen gerader auf. "O Gott, was haben Sie denn angestellt?", fragte ich. Sie lachte und berührte mich lässig am Arm, als hätte ich einen Witz gemacht. "Ich muss wirklich los. Bis bald, Günter." Als ich vor der zweiten Eingangstür stand, fiel mir wieder ein, dass sie Anwältin war. In Gesprächen schien ich nie in der Lage zu sein, mich an solche Dinge zu erinnern, erst hinterher. Gelegentlich machte es mir Sorgen, dass ich es nicht schaffte, Ereignisse zu verstehen, bevor sie vorbei waren. Nur wenn ich mich ganz hoch oben befand, fühlte die Welt sich unmittelbar an, so als würde mir all das wirklich passieren, hier und jetzt (...) Hoch oben in der Luft erging es mir wie einem Nilpferd im Wasser. Dort oben konnte ich wirklich atmen. (S. 214 f.)


Skurrile Begegnungen pflastern Günters Weg, ihm begegnet aber auch die große Liebe, und immer wieder befällt ihn das Gefül, nur hoch oben in der Luft er selbst zu sein. Dabei ist der Charakter des jungen Fensterputzers kein wirklich greifbarer. Neben seiner Naivität und Schwerfälligkeit denkt Günter auch viel über das Leben und seine Tücken nach, was sich in oftmals tiefsinnigen lebensphilosophischen Überlegungen äußert, und kommt dabei teilweise zu recht scharfsinnigen Schlussfolgerungen. Außerdem verfügt er über ein großes Allgemeinwissen, das daher rührt, dass Günter ein großer Fan von Wikipedia ist und sich täglich mit einigen der Artikel dieser Online-Enzyklopädie beschäftigt. Und Günter, der immer nach der Prämisse lebte: 'Es ist, wie es ist', beginnt seine eigene Meinung zu entwickeln und für das zu kämpfen, was ihm wichtig ist.

Irgendwie mochte ich den merkwürdigen Kauz und konnte über manche Szenen auch herzhaft lachen. Aber richtig ans Herz gewachsen ist mir Günter nicht, und das Ende lässt mich eher verblüfft zurück. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive Günters erzählt, und dank des flüssigen Schreibstils ist der Roman auch rasch gelesen. Aber dieses Buch gehört für mich zu denjenigen, die man lesen kann, aber nicht muss. Nicht unangnehm zu lesen aber ganz sicher auch kein Highlight...


© Parden

Kommentare: 4
21
Teilen
Die-weins avatar

Rezension zu "Mr. Glas" von Alex Christofi

Lässt mich etwas ratlos zurück ...
Die-weinvor 2 Jahren

Lange Zeit war Günter Glas zufrieden mit seinem Job als Milchmann, doch nachdem er von einem Tag auf den anderen gekündigt wurde, da die Menschen kaum noch frische Milch wollten, fällt er in ein tiefes Loch. Auch sein Vater lässt sich nach dem Tod der Mutter mehr und mehr gehen, trinkt zu viel Alkohol und hat schließlich noch ein Schuldenproblem, sodass Günter endlich etwas unternehmen muss, um wenigstens sein Zuhause zu retten. Seine Faszination für Glas kommt ihm wieder in den Sinn und so beschließt er, der beste Fensterputzer der Welt zu werden und erlebt dabei die abenteuerlichsten Sachen, verliebt sich und lernt merkwürdige Menschen kennen.

Neugierig geworden durch den amüsanten Klappentext sowie das interessante Cover, wollte ich dieses Buch nur allzu gerne lesen. In einer Kurzmeinung zum Buch wurde der Protagonist ein bisschen mit "Forrest Gump" verglichen, was mich natürlich sehr neugierig machte auf diese Geschichte.

Nun habe ich "Mr. Glas" gelesen und bin jedoch etwas ratlos. Einerseits fand ich die komplette Familie Glas unheimlich interessant und habe beim Lesen auch viel gelacht, aber dann wiederum tat ich mich stellenweise eher schwer mit Günter, da er einerseits recht schwerfällig und naiv daherkommt und im nächsten Moment reagierte er dann vollkommen anders als erwartet, wusste mehr als alle anderen und ich konnte mich einfach nur schwer in ihn hineinversetzen beziehungsweise seine Handlungen nachvollziehen.

Günter war schon seit seiner Kindheit fasziniert von Glas und erinnert sich immer wieder gerne an seinen kurzen Aufenthalt im Glasmuseum, während sein Vater einen Geschäftstermin hatte. Dank moderner Medien hat er sich jede Menge unnützes Wissen angeeignet, aber im wahren Leben nützt ihm das alles herzlich wenig. Er wuchs in liebevoller Umgebung auf, aber der Fokus der Eltern lag meistens beim taubstummen Bruder, zu dem Günter ohnehin ein schwieriges Verhältnis hatte. Nach dem Tod der Mutter, versucht er krampfhaft das Elternhaus zu retten und beginnt als Fensterputzer in der Nachbarschaft, bis er schließlich einen Anruf von einem der bekanntesten Arbeitgeber der Branche bekommt.

Besonders der Anfang der Geschichte gefiel mir richtig gut und ich mochte Günter auch irgendwie, aber die zahlreichen Fußnoten einer gewissen Dekanin Winterbottom begannen mich mehr und mehr zu stören, auch wenn sie teilweise recht aufschlussreich waren. Es lenkte einfach zu sehr ab von der eigentlichen Handlung und vieles hätte man meiner Meinung nach auch einfach in die Geschichte einbauen können oder auch weglassen können, da es schlichtweg uninteressant war.

Günter macht nach und nach eine erstaunliche Entwicklung durch, lernt auf eigenen Beinen zu stehen und beißt sich irgendwie durch, was ich faszinierend fand, aber mir fiel es bis zum Ende hin schwer, mir ein richtiges Bild von ihm zu machen. Mal kommt er dümmlich und naiv rüber, aber im nächsten Moment durchschaut er einige Situationen sofort und punktet mit enormem Wissen. Gerade zum Ende hin empfand ich das Ganze doch recht chaotisch sowie verrückt und fragte mich immer wieder, was nun der Sinn der Geschichte sein sollte.

Mein Fazit:

Ein Buch das man lesen kann, aber man muss es nicht! Ich mochte den Protagonisten und fand es witzig, was er stellenweise erlebte, aber die Handlung insgesamt war mir dann doch etwas zu wenig. Da hätte man einfach mehr draus machen können.

Kommentieren0
19
Teilen
saskia_heiles avatar

Rezension zu "Mr. Glas" von Alex Christofi

schnell zu lesen, was passendes für zwischendurch
saskia_heilevor 2 Jahren

*INHALT*

Günter Glas weiß, dass er kein Superhirn ist. Aber er versucht inständig, ein guter Mensch zu sein und möglichst getreu den Ratschlägen seiner verstorbenen Mutter zu leben. Er will sie stolz machen, und deswegen ist seine Vision, der beste Fensterputzer der Welt zu werden. Der Weg dahin führt über die erste Liebe, die letzte Liebe, einen Todesfall in der Familie, einen verkappten Terroristen und einen unterirdischen Intellektuellen. Am Ende weiß er: Das Glück gehört denen, die sich nicht verbiegen lassen. Eine bezaubernde Komödie über einen ganz und gar ungewöhnlichen Menschen.

*FAZIT*

Eine Geschichte die sich schnell lesen lässt, durch den lockeren Schreibstil ist es was für zwischendurch.
Günter musste ein Weg finden Geld zu verdienen und überlegt was er tun kann.
Er übt zu erst den Beruf Milchmann aus doch hat er in diesem beruf keine Zukunft.
Er macht sich auf die suche nach einem neuen Job, sein Traumjob vielleicht?
Doch dieser hat ganz schlechte Folgen, er erlebt ein auf und ab zwischen Thema Liebe, Arbeit und Familie.
Schicksahaft aufgebaute Geschichte die ein zum nachdenken bringt.

Kommentieren0
3
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Alex Christofi im Netz:

Community-Statistik

in 19 Bibliotheken

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks