Alex Cousseau

 4.7 Sterne bei 9 Bewertungen

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Rezension zu "Der kleine Drache Theodor in der Höhle des Zyklopen" von Alex Cousseau

Farbenfroh & liebevoll gezeichnet! Prädikat: besonders schön!
Buechernischevor 5 Jahren

Theodor ist zurück! Große und wirklich begeisternde Kreise zog er vor einigen Wochen über der Büchernische, als das erste Buch aus der Theodor-Reihe namens »Der kleine Drache Theodor« von Alex Cousseau aus dem Knesebeck Verlag hier landete und uns mit großen Augen staunen ließ. Nicht minder farbenfroh und bildgewaltig setzte nun der zweite Band zur Landung an und konnte uns wieder einmal zum Strahlen bringen! Mein Dank geht an den Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar, das einen Ehrenplatz in unserem Bücherregal erhalten hat!

Hoch hinaus, in die Lüfte!

Endlich kann der kleine Theodor fliegen, und er beherrscht das ganz ausgezeichnet. Ein Jäger in den Lüften, immer auf der Suche nach einem Leckerbissen, doch fehlt ihm etwas zu seinem Glück: ein offenes Ohr, ein Freund fürs Leben.Doch diese Suche erweist sich als gar nicht so einfach, denn Theodor lebt über Jahrhunderte, während die meisten Lebewesen ihren letzten Atemzug schon nach einigen Monaten oder höchstens einigen Jahren aushauchen. Auch muss der junge Drache mit den großen Füßen und den riesigen, weiten Schwingen bald erkennen, das nicht jedes Lebewesen mit ihm befreundet sein möchte. So zieht er weiter, und weiter – und erkennt schließlich, was wahre Freundschaft bedeutet…

Farbenfroh & liebevoll gezeichnet!

Bereits der Titel deutet an, dass die zweite Geschichte rund um den kleinen Drachen, der so anders als seine Artgenossen ist, dieses Mal an die griechische Mythologie angelehnt ist: Zyklopen, oder auch Kyklopen, zu deutsch “Kreisäugige”, sind wesentlicher Bestandteil von Homers Odyssee und da ich zu meiner Schulzeit im Lateinunterricht sehr viel über diesen Epos gelernt habe, wusste ich mit der Hintergrundstory schnell etwas anzufangen. Das dürfte der Zielgruppe, den bilderbuchbegeisterten Kindern von vier bis sechs Jahren eher weniger geläufig sein, dennoch werden Sie großen Spaß an diesem Buch, seiner Geschichte und vor allen an seinen wirklich wundervoll gezeichneten Illustrationen haben.

Theodor ist Dichter. Und ein guter Jäger. Aber was ihm hoch in den Lüften fehlt, sind Freunde, mit denen er alles teilen kann, Speise und Trank, Freud und Leid.

Wie auch das erste Buch wurde »Theodor in der Höhle des Zyklopen« im beeindruckenden Großformat (40x30cm) gedruckt und bietet so reichlich Platz für detailliert ausgearbeitete Drachenschuppen, imposante Szenen über den Wolken und eben jene tiefe dunkle Zyklopenhöhle, in welcher Theodor auf der Suche nach einem Freund schließlich landet. Acht Jahre nach seiner Geburt segelt der kleine, sympathische Drache mit den riesigen gelb-türkisen Flügeln durch die Wolken, begegnet winzigen kleinen Marienkäfern, Walrössern und Inuit und muss erkennen, dass seine Suche sich nicht so einfach gestaltet, wie er das gerne hätte. Die Geschichte ist zwar dieses Mal nicht ganz so tiefgründig wie im ersten Buch, bietet dennoch reichlich Lernpotential für das junge Bilderbuchpublikum: Freundschaft muss wachsen und gedeihen. Wahre Freundschaft steht über dem Alter, geht weit darüber hinaus und basiert auf Vertrauen und Zusammenhalt untereinander. Egal ob die Füße groß, oder der Körper klein ist, gerade in den schwierigsten Lebenslagen erkennt man, wer der wahre Freund ist. Das erfahren nicht nur die Kleinen, sondern auch wir Erwachsenen durchlaufen diesen Lernprozess immer und immer wieder, ein Leben lang. Freunde teilen beides, Freud’ und Leid. Doch nur wenige werden mit dir durch dick und dünn gehen.

“Ein oder zwei Jahre Freundschaft sind immer noch besser als gar keine”, entgegnet Antonia. “Dich dann aber eine Ewigkeit zu vermissen, ist mir zu viel”, erklärt Theodor.

Am liebsten möchte ich diesen großformatige Buchschatz aufklappen und seine farbenfroh bedruckten Seiten weit geöffnet als Eyecatcher in mein Bücherregal stellen. Alex Cousseau beweist wie schon im ersten Buch, dass er mit Tusche und Farbe umzugehen weiß und verleiht der Geschichte wieder einmal seine ganz besondere und einzigartige Note. Das große Format des Bilderbuchs unterstützt die Größe Theodors, denn irgendwie müssen diese riesigen Flügel ja schließlich auf Papier gebannt werden. Jeden Zentimeter Platz nutzt der talentierte Illustrator, man erkennt selbst feinste Blütenblätter im Meer der kunterbunten Blumenwiesen und jede einzelne der vielen golden glänzenden Schuppen unseres geflügelten Freundes. Auch der lyrischen Sprache begegnen wir im zweiten Band wieder und dürfen uns an kleinen Gedichten des poetischen Drachens erfreuen. Die letzten Worten deuten bereits an, was ich zu hoffen gewagt habe: Die Reise mit Theodor ist noch lange nicht zu Ende.

Gemeinsam verschwinden sie hinter dem Horizont, wo neue Abenteuer warten. Bis bald, Theodor!

Informationen zur Reihe:

→ #1 Der kleine Drache Theodor (Rezension in der Büchernische: hier!)
→ #2 Der kleine Drache Theodor in der Höhle des Zyklopen

Mein Fazit: Erneut begeben wir uns auf eine farbenfrohe Reise mit Theodor dem kleinen Drachen und dürfen uns dieses Mal auf ein Farbfeuerwerk angelehnt an die griechische Mythologie freuen! Ein weiterer Bilderbuchschatz, der nicht nur das kindliche Auge begeistert auf Wanderschaft gehen lassen wird und uns neugierig auf die weiteren Abenteuer des kleinen Drachen Theodor macht!

Bewertung: 5 Lesemonster-Punkte
Lesehighlight 2013 in der Kindernische
Kategorie: Kinderbuch ab 4 Jahre

Rezension © buechernische-blog.de

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Rezension zu "Der kleine Drache Theodor" von Alex Cousseau

Rezension zu "Der kleine Drache Theodor" von Alex Cousseau
Buechernischevor 6 Jahren

Alex Cousseaus »Der kleine Drache Theodor« ist mir sofort aufgefallen, als ich vor einiger Zeit das Verlagsprogramm des Knesebeck Verlages genauer unter die Lupe nahm. Dieses Buch ist ein Schmuckstück, das mich schon bei seiner Ankunft hier völlig überrascht hat. Wer hätte gedacht, dass der erste Band der zauberhaften Geschichte Theodors in wahrhaft drachenstarker, schier (bild)gewaltiger Größe in unsere Büchernische einzieht?

Wenn aus Schwäche Stärke wächst...

Als der kleine Drache Theodor aus seinem Ei schlüpft, sind seine Eltern überglücklich. Theodors Flügel sind ein wenig länger und größer als die der anderen Drachen in seinem Alter, und auch seine Füße sind wahre Prachtexemplare. Eines Tages ist es dann soweit: Theodor muss die Schule besuchen, um fliegen und Feuer speien zu lernen. Doch darauf hat er so gar keine Lust, Theodor fliegt nicht, er geht zu Fuß zur Schule. Theodor speit kein Feuer und zerstört dabei Bücher wie all die anderen Drachen, nein - er schreibt lieber Gedichte in sein Schulbuch. Es kommt wie es kommen musste: Theodor wird gehänselt, nicht nur weil er sich nicht so recht an den Schulstunden beteiligen möchte, auch seine übergroßen Füße und seine riesigen Flügel machen ihn zur Zielscheibe von Hänseleien der gehässigen Mitschüler. Warum akzeptiert man ihn nicht einfach so, wie er ist? Theodor gibt es schon beinahe auf, daran zu glauben, dass ihm jemand helfen und ihn unterstützen könnte, da geschieht etwas Unerwartetes...

Ein Feuerwerk der Illustrationskunst!

Alex Cousseau hat gemeinsam mit Philippe-Henri Turin etwas Einzigartiges kreiert. Ein kleiner Drache, der anders ist, eine Außenseiterrolle verkörpert und mit der Zeit lernt, dass aus Schwäche seine größte Stärke gedeihen kann, ist keine ungewöhnliche Thematik für ein Bilderbuch beziehungsweise ein Kinderbuch ab vier Jahren. Doch diese beiden Herren haben ein Kunstwerk geschaffen, ein Feuerwerk brillianter Farben. Ich könnte Stunden allein damit verbringen, mir die unglaublich fein gezeichneten, bis ins kleinste Detail liebevoll gestalteten Illustrationen in diesem Buchschatz anzusehen. Das passierte mir auch noch nicht so oft, dass ich wirklich staunend mit großen Augen vor einem Buch für das Kleinkinderalter sitze und ganz langsam Zentimeter für Zentimeter jeden künstlerischen Aspekt zu erkennen versuche. Faszinierend! Ich saß also da, meinen Zweijährigen auf dem Schoß, das wirklich gigantische Buch vor mir und ließ diesen prächtigen Anblick auf mich wirken. Bereits auf dem Vorsatzpapier leuchtete uns eine riesiges Knäuel bunter Drachenköpfe und schuppiger Körper entgegen. Da verknotete sich ein Drachenschwanz um den anderen, blinzelte dem Leser ein großes Auge neugierig entgegen und trampelten Drachentatzen auf den Köpfen ihrer Gefährten herum. Mitten in all dem Gewusel der in allen Regenbogenfarben schillernden Drachenbande breitet der "kleine" Drache Theodor seine unglaublich großen, gelb-petrolfarbenen Flügel aus.

14. September 1817. Stille. Es riecht nach Weltuntergang. Der Himmel ist wie tot. Nichts bewegt sich. Nebel. In schwindelerregender Höhe, auf einem Gipfel, in einem Nest aus Stein und Geröll, kommt ein Kind zur Welt. - Seite 6

Die Geschichte formuliert sich mit kindgerechten, sehr einfühlsamen Worten, beschränkt sich dabei auf das Wesentliche und vermittelt klar verständlich die emotionalen Zustände des kleinen Protagonisten. Ausgrenzungen ob seiner Andersartigkeit, bezogen auf sein Aussehen, auf seine Sicht der Dinge und seinem Verhalten gegenüber der innerhalb der Drachengesellschaft geltenden Norm. Er wird gehänselt, belächelt - das ist kein schönes Gefühl. Auch das Thema Mobbing wird kindgerecht angeschnitten, denn nichts anderes verbirgt sich hinter den Hänseleien und der Ignoranz seiner Drachenkameraden.

Die Lehren, welche man aus diesem Buch ziehen kann, sind nicht neu und man stellt vielleicht die Frage, ob es noch immer derartig moralische Geschichten braucht. Doch schaut man sich in der heutigen Welt ein wenig genauer um, kann man diese nur mit einem mehr als deutlichen "Ja" beantworten. Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, seinen Kindern beizubringen, dass es völlig egal ist, ob wir klein, groß, dick, dünn, dunkelhäutig oder hellhäutig sind, krauses oder glattes Haar tragen. Jeder hat ein Recht darauf, individuell akzeptiert und respektiert zu werden. Diese Werte dürfen nicht (wieder) verloren gehen und gerade in der heutigen Zeit, im Brennpunkt sozialer Unterschiede, welche immer weiter und weiter auseinander klaffen. Es wird immer wichtiger, Kindern diese Werte zu vermitteln. Dies gelingt Alex Cousseau in seiner fantasievollen Drachenstory außergewöhnlich gut und führt auch schon die kleinsten Lesefreunde an die Thematik des gegenseitigen Respekts heran. Wir haben hier definitiv ein Buch in der Hand, das man hervorragend in einem Kindergarten als Vorlesebuch verwenden kann und auch zuhause im heimischen Wohn- und Kinderzimmer immer und immer wieder gerne hervor holen wird.

Besonders schön finde ich auch die Idee des Autors, den kleinen Drachen dichten zu lassen. Das peppt die Story auf und prägt sich gut in das kindliche Gedächtnis ein, mag es noch so unaufmerksam und aufgeregt sein. Gerade dieser Aspekt, verbunden mit dem einfühlsamen Plot, bietet großes Identifikationspotential sowohl für die Zielgruppe als auch ihre abendlich vorlesenden Eltern.

*Ich bin zart wie ein Reh und bin trotzdem ein Drache,
Seht meine Flügel und hört meine Sprache.
Mit meinen Füßen, so groß wie Melonen,
werd' ich gewiss keinen Zeh hier verschonen.
- Seite 14*

So farbenfroh & lebendig!

Ich mag mich wiederholen, doch in diesem Fall tue ich das gern. Denn die Illustration von »Der kleine Drache Theodor« ist unheimlich intensiv und farbenfroh. Jedes Blümchen, jedes Blatt, jede Schuppe, ja jedes schelmische Blitzen in den Pupillen der Drachenkinder, selbst eine noch so winzige kleine Fliege im Verhältnis zur Größe eines Drachen ist mit viel Liebe und Detailgenauigkeit gezeichnet und koloriert worden. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Das muss man wirklich selbst gesehen haben und in diese bunt schillernde Farbenpracht eintauchen. Diese Zeichnungen wirken so lebendig, als würden sich die Wesen jeden Moment vom Papier erheben und aus dem Buch herausklettern. Ob man wohl die Drachen blinzeln sieht, wenn man sie lange genug betrachtet? Die außergewöhnliche Größe des Buches, welches im Din A3-Format gedruckt wurde, unterstreicht die Einzigartigkeit. Es ist nicht nur ein Buch, es ist eine Leinwand! Und der Künstler hat diese - Seite um Seite - bis in die kleinste Ecke mit Leben gefüllt. Im Bücherregal sichert sich das Bilderbuch aus der wohl ausgesuchten Kollektion des Knesebeck Verlages allein schon aufgrund seines Formates ein Plätzchen ganz oben auf dem Thron der Buchschätze. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band namens »Der kleine Drache Theodor in der Höhle des Zyklopen« bewundern zu dürfen! ♥

Mein Fazit: Ein illustratorisches Meisterwerk, welches eine gefühlvolle Geschichte zwischen seinen Seiten birgt und in jedem Bücherregal ein Eyecatcher sein wird! Dieses Buch ist in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Abenteuer, das man immer wieder bestaunen kann und doch wieder Neues entdecken wird! Grandios meine Herren Cousseau & Turin, danke für diesen fantastischen drachenstarken Ausflug mit Theodor!

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W

Rezension zu "Der kleine Drache Theodor" von Alex Cousseau

Rezension zu "Der kleine Drache Theodor" von Alex Cousseau
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Theodor ist ein kleiner Drache. Deren Lebensaufgabe und Ziel ist es zu lernen, wie man fliegt und vor allen Dingen, wie man Feuer speit. Doch Theodor ist nicht wie die anderen Drachenkinder. Er geht zur Schule, während die anderen fliegen. Und statt mit Feuer zu spucken und damit seine Schulhefte anzusengen, schreibt er sie lieber voll mit wunderschönen Gedichten.

Achtzehn Gedichte hat Theodor bis zum Ende des Schuljahres schon verfasst, eines schöner als das andere, doch die anderen Drachenkinder hören nicht auf ihn zu hänseln, auszulachen und zu verspotten wegen seiner riesigen Flügel und seiner großen Füße.

Theodor ist unglücklich und weiß nicht, was er tun soll. Niemand scheint da zu sein, der ihn so akzeptiert, wie er ist. Er läuft zum Rande des großen Vulkans, und dichtet frei:
„O Berg, der mächtig Feuer speit,
o riesiger Schlund, mit Glut übersät,
halt ein und nimmt dir etwas Zeit
und sieh dir an, wie schlecht`s mir geht!“

Der Berg antwortet auf seine Weise und schleudert Theodor mit einer mächtigen Explosion in die Luft. Theodor ist völlig hilflos in der Luft und dichtet noch schnell einen letzten Abschiedsvers:
„Ade, Papa! Mama, ade!
Adieu, du Welt von Ach und Weh
Ich weiß, dass ich verloren bin,
an einem Mittwoch scheid` ich hin!“

Heute sei aber Sonntag, sagt da eine zarte Stimme neben ihm. Eine Fliege ist es, die Theodor zeigt, wie man seine Flügel ausbreitet um zu schweben. „Er lässt sein Heft los und breitet seinen riesigen Flügel aus. Alles Übrige erledigt die Luft.“

Mit einem riesigen Feuerwerk wird der heimkehrende Theodor von den anderen Drachen gefeiert. „Da fliegt Theodor, der Dichter!“ Sie haben endlich gelernt zu akzeptieren, dass er anders ist als sie.

Ein wunderschönes farbenprächtig und beeindruckend illustriertes Bilderbuch über das Anderssein, das mich in vielem erinnert hat an Helga Banschs Bilderbuch „Ein schräger Vogel“ (Beltz 2008).

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