Alex Haley Wurzeln - Roots-

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Inhaltsangabe zu „Wurzeln - Roots-“ von Alex Haley

Großartige Erzählung über das dunkelste Kapitel des amerikanischen Kontinents

— Peridot98

Große Familiengeschichte mit historischer Dimension.

— MarkusDittrich
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  • Die Geschichte von Kunta Kinte bis zu Alex Haley

    Wurzeln - Roots-

    Peridot98

    16. October 2016 um 22:04

    Mit Roots hat Alex Haley ein wahres Meisterwerk geschrieben. Die Geschichte der Familie Haley reicht bis in frühe 18. Jahrhundert zurück und der Autor schildert gekonnt und auch beklemmend wie sein Ur-Ur-Ur-Großvater Kunta Kinte aus Afrika verschleppt und nach Amerika in die Sklaverei gebracht wurde. Es wird erzählt, wie er versucht zu überleben, von den Grausamkeiten an den Sklaven, sobald diese zu fliehen versuchten, bis hin zum ersten Schwarzen aus der Familie Haley, der die Freiheit erlangte. Ein beeindruckendes Werk über mehrere GenerationenAls junger stolzer Krieger wächst Kunte Kinte in einem Dorf in Afrika auf. Eines Tages fangen ihn jedoch weiße Sklavenhändler und verfrachten ihn in Ketten auf ein Sklavenschiff. Drei Monate, an Bootplanken gekettet, müssen die Schwarzen unter Deck dahinvegetieren. Viele überleben die Strapazen dieser Reise nicht. Kunta Kinte jedoch schon und landet im fernen Amerika an, wo er auf einem der Sklavenmärkte an einen Farmer verkauft wird. Der Farmer gibt ihm einen neuen Namen: Tobi, den er nicht annehmen möchte. Er ein Krieger aus dem Stamme der stolzen Mandinka. Als frei geborener Schwarzer kann er sich mit seiner Situation nicht arrangieren, versucht zu fliehen, wird aber wieder eingefangen und zur Strafe der halbe Fuß abgehakt - soweit der erste Teil der Geschichte.Im Fortverlauf des Romans wird Kunta Kinte heiraten, eine Tochter bekommen, die aber verkauft wird. Ab da wird die Erzählung um Kunta Kinte beendet und jede Generation sehr eindrücklich nacherzählt.Alex Haley hatte lange intensiv recherchiert, um die Lebensbedingungen der verschleppten Schwarzen kennen zu lernen und somit auch die Wurzeln seiner eigenen Familie zu finden. Roots erzählt die Geschichte über mehrer Generationen hinweg, bringt auch den amerikanischen Bürgerkrieg ein, bis zu dem Tag, an dem die Sklaverei offiziell abgeschafft wird. Aber auch danach hat die Familie Haley mit der Rassenfeindlichkeit der Amerikaner zu kämpfen und werden im Süden Amerikas als Untermenschen angesehen. Ein wirklich ergreifendes Werk, in dem man nicht nur mit Kunta Kinte leidet, sondern aufmerksam und neugierig den Fortverlauf der Geschichte verfolgt. Ich habe das Buch in gerademal vier Tagen durch gelesen und kann es nur empfehlen. Top!

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  • eine ganz besondere Familiensaga

    Wurzeln - Roots-

    dominona

    12. October 2014 um 17:38

    Zwei Mal habe ich dieses Epos gelesen und konnte es währenddessen nicht aus der Hand legen! Alles beginnt mit Kunta Kinte in Afrika, der von Weißen geraubt wird und sein Leben von da an als Sklave in Amerika fristen muss. Der Leser verfolgt die Geschehnisse hautnah, sieht ihn wachsen, leiden, eine Familie gründen und eben diese Familie groß werden und im Wandel der Zeit leben, als Sklaven, die in Herrenhäusern dienen müssen, aber dabei nie ihre Wurzeln aus den Augen verlieren. Historisch bekommt man Einblick in den Kampf Nord-gegen Südstaaten und die damit zusammenhängende Sklavenbefreiung, nicht zuletzt schließt sich der Kreis und gerade deshalb sollte man dieses Buch unbedingt lesen, wenn man ein Stück dunkler amerikanischer Geschichte auf den Fingerspitzen spüren möchte,wenn man die Seiten wendet. Nur nicht vom Umfang abschrecken lassen. Die Welt,welche hier entsteht ist so umfangreich und voll von liebenswerten Geschöpfen, deren Schicksale man teilen darf, dass man am Ende auf seltsame Weise traurig ist, das Buch beendet zu haben. lesen,lesen lesen!

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  • Schwarz und stolz

    Wurzeln - Roots-

    MarkusDittrich

    Fight the Power sangen Public Enemy 1989. Für mich ist dieser Track nicht nur die beste Rap-Nummer aller Zeiten (jawohl, besser als Rappers Delight, denkt was ihr wollt!), auch musikalisch übrigens, sondern vor allem die schwärzeste. „Because I’m black and I’m proud“ ist die Zeile, die es auf den Punkt bringt. Und obwohl ich selbst ungefähr so schwarz bin wie eine Kugel Vanille-Eis mit Sahnehäubchen, jagt mir dieser Song beim Hören doch jedes Mal Schauer über den Rücken. Das mag albern sein, na und? Als Alex Haley Roots 1976 publizierte, lag Rap noch in der Zukunft. Die Geschichte aber, die Haley erzählt, beschreibt in Form einer Familienchronik das, was bis heute in der schwarze Kultur Amerikas wichtig ist: Das Bewusstsein der eigenen Identität. Vordergründig erzählt Roots dabei einfach in zeitlicher Reihenfolge Haleys eigene Familiengeschichte, angefangen bei seinem Vorfahren Kunta Kinte, geboren 1750, der als freier Afrikaner von touboubs (Weißen) in die Sklaverei verschleppt, über dessen Tochter Kizzy, die von ihrem weißen „Massa“ vergewaltigt wird, über deren Sohn Chicken-George, das Hahnenkampf-Genie, der sich als erster hundert Jahre nach Kunta mit eigenem Geld aus der Sklaverei freikauft, über dessen Sohn Tom, den Schmied, der den Treck der Schwarzen nach Aufhebung der Sklaverei 1865 in ein neues Land führt, wo sie eine neue Stadt gründen – als freie Menschen. Dieser Tom Murray ist Alex Haleys Urgroßvater. Das Buch ist also sehr umfangreich, es erstreckt sich – in unterschiedlicher Breite – über sieben Generationen in mehr als zweihundert Jahren. Und in all den Jahren erzählen die älteren Mitglieder der Familie den Kindern die Geschichte von ihrem Vorfahren dem „Afrikaner“, der von touboubs verschleppt wurde, als er in den Wald ging um sich Holz für eine Trommel zu schlagen. Haley, der sich vor Roots schon Lorbeeren mit der Biografie von Malcolm X verdient hatte, hörte die Geschichte selbst als kleiner Junge von der Großmutter und kam irgendwann – als professioneller Autor – auf die Idee, sie zu schreiben. Haley recherchierte zehn Jahre für dieses Buch, wobei diese Recherche sogar eine Schiffsfahrt im Rumpf einschloss – genau wie Kunta im Sklavenschiff vier Monate im Schiffsrumpf transportiert wurde. Literarisch spannend, wenn auch schwierig, ist bei dem Buch der ständige Übergang von romanhafter Form zu historischem Bericht. Vermutlich hat Haley deshalb auf jeden stilistischen Schnickschnack verzichtet und einfach die Geschichte erzählt. Er folgt hier ganz der Tradition seiner Vorfahren; in Kunte Kintes afrikanischer Welt gab (und gibt es meines Wissens bis heute) sogenannte griots, alte Männer, die die jahrhundertelange Geschichte ihrer Stämme mündlich überliefern. Der Höhepunkt Haleys persönlicher Geschichte ist, als er im Zuge seiner Recherche im Dorf Juffure, dem Geburtsort Kuntes, die Bestätigung für das hört, was in seiner Familie seit jeher über „den Afrikaner“ erzählt wurde – aus dem Mund eines griots, der die Geschichte von Kunta Kintes Verschleppung unmöglich wo anders herhaben konnte als aus der eigenen Überlieferung. Dieser Moment ist ergreifend. Familienlegende, persönliche Story und historische Wahrheit werden hier eins. Lesen!

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    • 3

    MarkusDittrich

    29. September 2014 um 11:16
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