Alex North

 4 Sterne bei 88 Bewertungen
Autor von Der Kinderflüsterer, Der Kinderflüsterer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alex North

Inspiriert vom Sohn: Alex North, geboren in Leeds, ist ein britischer Schriftsteller. Er studierte Philosophie und fing nach seinem Abschluss an, an der Fakultät für Sozialpolitik und Soziologie zu arbeiten. 

Sein Debüt als Autor gab er dann mit seinem Roman „Der Kinderflüsterer“. Auf die Idee brachte ihn sein kleiner Sohn, der einmal sagte, er wolle mit einem „Jungen im Boden“ spielen. Der Autor lebt heute zusammen mit seiner Familie in Leeds.

Neue Bücher

Der Kinderflüsterer

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Neu erschienen am 29.07.2019 als Taschenbuch bei Blanvalet.

Der Kinderflüsterer

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Neu erschienen am 29.07.2019 als Hörbuch bei Random House Audio.

Der Kinderflüsterer

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Neu erschienen am 26.07.2019 als Hörbuch bei Random House Audio, Deutschland.

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Cover des Buches Der Kinderflüsterer (ISBN:9783764507107)

Der Kinderflüsterer

 (82)
Erschienen am 29.07.2019
Cover des Buches Der Kinderflüsterer (ISBN:9783837147384)

Der Kinderflüsterer

 (3)
Erschienen am 29.07.2019
Cover des Buches Der Kinderflüsterer (ISBN:B07V7YHQ8R)

Der Kinderflüsterer

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Erschienen am 26.07.2019

Neue Rezensionen zu Alex North

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Rezension zu "Der Kinderflüsterer" von Alex North

3,5*: Atmosphärische, unheimliche starke erste Hälfte, dann geht dem Spannungsroman die Luft aus
Lovely_Lilavor 3 Stunden


* Spoilerfreie Rezension! *

~ „Der Kinderflüsterer“ ist ein Spannungsroman, um den es momentan einen großen Hype gibt. Deshalb bin ich mit hohen Erwartungen herangegangen, die aber leider nur zu einem Teil erfüllt werden konnten. Der Schreibstil ist flüssig, angenehm und etwas anspruchsvoller als in einem durchschnittlichen Thriller, was mir sehr gut gefallen hat. Dem Autor gelingt es mit seiner Sprache sowohl in spannenden als auch in emotionalen Momenten zu glänzen. Die Figuren konnten mich leider nicht durch die Bank überzeugen. Jake und Tom waren zwar sehr gut und glaubwürdig ausgearbeitet (ich habe mit den Trauernden meist sehr mitgefühlt), die anderen ProtagonistInnen und Nebenfiguren blieben leider oft blass. Inhaltlich fand ich die Themen – Trauer, Einsamkeit, Überforderung, Alltag als alleinerziehender Vater (endlich!) -, das Setting und die Idee in der ersten Hälfte großartig, leider wurde bei der Umsetzung in der zweiten Hälfte viel Potential verschenkt. Es hätte oft gerne emotionaler und tiefgründiger sein dürfen. Durch einige inhaltliche Wiederholungen, „Füllmaterial“, zu wenige Twists und die frühe Enthüllung des Täters geht dem Buch leider in der zweiten Hälfte die Luft aus. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte stellenweise auf der Stelle tritt. Mir fehlten Spannung – das Buch wies leider ein paar Längen auf – und ein überzeugender Showdown. Absolut begeistern konnte mich hingegen in den ersten 250 Seiten die dichte und unheimliche Atmosphäre, die der Autor kreiert! Krächzende Stimmen, knackende Dielen, ein neues Haus, das den frischen Besitzern nicht ganz geheuer ist: Es gab viele Gänsehaut-Momente und Horror-Elemente, sodass ich mich echt gegruselt habe! Mein Fazit: „Der Kinderflüsterer“ ist ein Spannungsroman mit einer unglaublich starken, unheimlichen und atmosphärischen ersten Hälfte, dem in der zweiten Hälfte aber leider die Luft ausgeht und der deshalb hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Den Hype kann ich leider nicht wirklich nachvollziehen. ~

Inhalt


Im Buch geht es um den Witwer Tom und seinen Sohn Jake, die beide umziehen und im kleinen Städtchen Featherbank noch einmal neu anfangen wollen. Die Trauer hat beide noch fest im Griff, immer wieder gibt es Konflikte und Streit, weil sie sich gegenseitig nicht so richtig verstehen. Die neue Stadt hat eine düstere Vergangenheit: Mehrere Kinder wurden ermordet, der Mörder zum Glück gefasst. Tom interessiert sich eigentlich nicht für die alten Mordfälle, da er genug um die Ohren hat - bis erneut ein Kind verschwindet und Jake behauptet, ein Flüstern am Fenster zu hören…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband
Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 448
Erzählweise: Ich-Erzähler & Figuraler Erzähler, Präteritum
Perspektive: mehrere männliche und eine weibliche Perspektive
Kapitellänge: kurz bis mittel
Tiere im Buch: + Es werden keine Tiere verletzt, gequält oder absichtlich getötet. Einige Schmetterlinge sterben jedoch an Altersschwäche oder Hunger, das ist nicht eindeutig.

Warum dieses Buch?

Der Klappentext klang unheimlich spannend und hat mich sofort an C. J. Tudors „Der Kreidemann“ erinnert - einen Thriller, den ich absolut geliebt habe! Daher musste ich dieses Buch natürlich unbedingt lesen.

Meine Meinung

Einstieg (♥)


"Der schlimmste Albtraum von Eltern ist die Entführung ihres Kindes durch einen Fremden. Allerdings ist dies statistisch gesehen ein höchst unwahrscheinliches Ereignis. Die größte Gefahr geht für Kinder tatsächlich von nahen Angehörigen aus und findet hinter verschlossenen Türen statt [...]" Seite 11

Ich habe sofort und ohne Probleme in die Geschichte gefunden, da das Buch sofort sehr unheimlich und spannend mit der Entführung eines kleinen Jungen und der darauf folgenden Suchaktion beginnt.

Schreibstil (+)

Alex Norths Schreibstil hat mir wirklich durchgehend sehr gut gefallen. Der Autor schreibt etwas anspruchsvoller als viele andere ThrillerautorInnen, seine Sätze sind nicht so kurz und abgehackt. Seine Sprache ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Glänzen kann der Schreibstil sowohl in unheimlichen und hoch atmosphärischen Momenten als auch dann, wenn es um die Gefühle und Gedanken der Hauptfiguren geht. Beides gelingt Alex North sehr gut!

Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+/-)


„Wenn die Tür halb offen steht,
ein Flüstern zu dir rüberweht.
Spielst du draußen ganz allein,
findest du bald nicht mehr heim.
Bleibt dein Fenster unverschlossen,
hörst du ihn gleich daran klopfen.
Denn jedes Kind, das einsam ist,
holt der Flüsterer gewiss.“
Vgl. Seite 119

Für den „Kinderflüsterer“ hat Alex North im englischsprachigen Raum bereits viel Lob erhalten und auch bei uns gibt es große Marketing-Kampagnen und einen regelrechten Hype. Bestimmt lag es daran, dass meine Vorfreude sehr groß und meine Erwartungen so hoch waren. Leider blieb das Buch insgesamt hinter meinen Erwartungen zurück.

Auch wenn auf dem Cover „Roman“ steht, war doch meist von „Spannungsroman“ die Rede, und vermarktet wurde das Buch sowieso als Thriller. In der ersten Hälfte war die Geschichte auch sehr spannend (wie ein Thriller) und gut geschrieben, der zweite Teil war leider deutlich schwächer. Es kommt zu einigen inhaltlichen Wiederholungen und der Verwendung von „Füllmaterial“; immer wieder wird das gleiche Thema besprochen – jedoch leider nicht so, dass das Buch etwas Neues bieten kann. Das führt leider zu einigen Längen.

Prinzipiell fand ich das Setting, die Idee und auch die Themen, die im Roman behandelt werden, wie zum Beispiel Trauerbewältigung, Familie, Alltag als alleinerziehender Vater, Einsamkeit, Überforderung, sehr interessant und gut gewählt. Es gab viele starke Momente im Buch, die erste Hälfte konnte mich rundum überzeugen! Übrigens ist dieser Roman auch für Menschen mit empfindlichen Mägen geeignet, da der Autor auf psychologische Spannung setzt und bei der Beschreibung der Mordopfer nicht ins Detail geht. Leider wurde nach dem ersten starken Teil Potential verschenkt. Es hätte gerne noch viel emotionaler und tiefgründiger sein dürfen.

Die nur ganz zart eingewebte, beginnende Liebesgeschichte hat mich nicht gestört – im Gegenteil, ich war froh, dass Tom endlich einmal Kontakt mit anderen Menschen hat. Das Ende fand ich zudem rund und gelungen, auch wenn die Auflösung keine wirkliche Überraschung mehr war, wenn manches offen bleibt und wenn ich mir für manche Figuren vielleicht ein positiveres Ende gewünscht hätte.

Geschrieben ist das Buch oft sehr filmisch, es erzeugt starke, einprägsame Bilder im Kopf, die mir sicher lange in Erinnerung bleiben werden. Da wundert es nicht, dass die Filmrechte bereits verkauft wurden. Auf diese Verfilmung bin ich schon sehr gespannt – ich denke, dass sie als Thriller / Drama mit Horror-Elementen ausgezeichnet funktionieren wird (weil dann nämlich auch das Tempo angezogen und die Wiederholungen gestrichen werden können)!

ProtagonistInnen & Figuren (+/-)

„Wir würden hier sicher sein.
Wir würden glücklich sein.
Und in der ersten Woche waren wir das auch.“
Seite 60

Was die Hauptfiguren, aus deren Sicht wir die Geschichte erzählt bekommen, betrifft, so bin ich zwiegespalten. Jake und seinen Autorenvater Tom mochte ich beispielsweise beide sehr gerne. Beide sind authentische, komplizierte und komplexe Persönlichkeiten, die nicht nur gute Seiten, sondern auch Schwächen haben – jedoch waren sie mir niemals unsympathisch. Vielmehr habe ich (meist) mit ihnen mitgefühlt und mit ihnen mitgetrauert. Die schwierige, stressige Zeit spiegelte sich auch in ihrem Verhalten sehr gut wieder wider. Beide sind häufig mit der neuen Situation überfordert. Sehr seltsam fand ich nur, dass Tom und Jake so dermaßen isoliert leben und keinerlei FreundInnen oder Verwandte zu haben scheinen. Das fand ich schon etwas unglaubwürdig und unnatürlich (es wirkte konstruiert).

Die anderen ProtagonistInnen und Figuren, wie zum Beispiel Pete, Amanda, aber auch der im Gefängnis sitzende Mörder Carter, bleiben jedoch in vielen Fällen leider zu blass. Obwohl die meisten von ihnen eine Entwicklung durchmachen, waren sie mir oftmals nicht dreidimensional und einmalig genug. Manchmal fehlte mir auch einfach Tiefe. Ein Beispiel: Carter wirkte wie der typische 08/15-Bösewicht, der den Polizisten provoziert und unheimlich ist, aber es gab leider nichts, wodurch er sich von anderen Mördern in anderen Büchern abgehoben hätte.

Spannung & Atmosphäre (+/-)

Auch was die Spannung und Atmosphäre betrifft, habe ich gemischte Gefühle. Die erste Hälfte des Buches fand ich wahnsinnig stark – ich war mir sogar sicher, dass ich es hier mit einem 5-Sterne-Buch zu tun habe. Es gab viele unglaublich atmosphärische Gänsehaut-Momente und unheimliche Szenen mit Horror-Elementen, die mich absolut begeistern konnten. Krächzende Stimmen, knackende Dielen, ein neues Haus, das den frischen Besitzern nicht ganz geheuer ist. Immer wieder stellt sich auch die Frage, ob Jakes unsichtbare Freunde real sind oder nur seiner Fantasie entspringen. Die erste, unvorhersehbare und wendungsreiche Hälfte habe ich wirklich geliebt, denn ich liebe es, mich zu gruseln!

Im zweiten Teil ging der Geschichte dann aber ein wenig die Luft aus. Der Spannungsbogen brach ein, immer wieder gab es Wiederholungen und die Geschichte schien auf der Stelle zu treten. Ich war zwar nie gelangweilt, dennoch wurde hier Potential verschwendet, weil es schon die eine oder andere Länge gibt. Besonders im letzten Drittel, in dem viele Thriller und Romane noch mit einigen unerwarteten Wendungen verblüffen, geschah dann überraschend wenig. Zudem stand der Mörder zu früh fest, was mir die Möglichkeit genommen hat, selbst zu rätseln. Der Showdown war kurz und irgendwie unaufgeregt, auch hier hätte ich mir mehr erwartet.

Feministischer Blickwinkel (+/-)


Ich finde es großartig, dass Alex North einen alleinerziehenden Vater und diese schwierige Vater-Sohn-Beziehung in den Mittelpunkt seiner Geschichte gestellt hat, da alleinerziehende Väter in der Literatur ohnehin unterrepräsentiert sind. Ich mochte auch, dass Tom und Alex beide sehr sensibel, gefühlvoll und liebevoll sind, dass sie ängstlich und handwerklich ungeschickt sein und weinen dürfen und sehr am Tod der Mutter / Ehefrau zu knabbern haben (alles andere wäre ja auch unglaubwürdig!). Sehr interessant fand ich auch, dass Tom einfach zugibt, dass er manchmal Abstand von seinem Sohn braucht, weil ihm alles zu viel wird. Ist ja eigentlich auch nichts dabei. Aber: Würde das eine Frau sagen, würden sofort wieder einige Leute „Rabenmutter“ schreien.

Manche Dinge haben mir allerdings nicht so gut gefallen. Zum einen, dass es viel mehr männliche als weibliche Figuren im Buch gibt. Hier hätte ich mir mehr Ausgeglichenheit gewünscht. Zum anderen wird geschildert, wie der Vater nach dem Tod der Frau zum ersten Mal Geschenke einpackt, das Kind zum Frisör bringt und alles sauber halten muss. Hier kam es mir so vor, als hätte sich Tom davor weniger in Kindererziehung und Haushalt eingebracht hat als seine Ehefrau, obwohl er von zu Hause arbeitet, da er Autor ist. Es gibt nur ein Beispiel für gegenderte Beschimpfungen (Hu++), diese wird aber vom Bösewicht ausgesprochen. Den „Bechdel Test“, den ich in Zukunft bei jedem Buch durchführen werde, weil er einen Hinweis auf die Repräsentation von Frauen in einem fiktiven Werk geben kann, besteht das Buch leider nicht. Hierfür müssten zwei weibliche Figuren miteinander ein Gespräch über etwas anderes als Männer führen. Dafür haben wir hier leider zu wenige Frauenfiguren.

Mein Fazit


„Der Kinderflüsterer“ ist ein Spannungsroman, um den es momentan einen großen Hype gibt. Deshalb bin ich mit hohen Erwartungen herangegangen, die aber leider nur zu einem Teil erfüllt werden konnten. Der Schreibstil ist flüssig, angenehm und etwas anspruchsvoller als in einem durchschnittlichen Thriller, was mir sehr gut gefallen hat. Dem Autor gelingt es mit seiner Sprache sowohl in spannenden als auch in emotionalen Momenten zu glänzen. Die Figuren konnten mich leider nicht durch die Bank überzeugen. Jake und Tom waren zwar sehr gut und glaubwürdig ausgearbeitet (ich habe mit den Trauernden meist sehr mitgefühlt), die anderen ProtagonistInnen und Nebenfiguren blieben leider oft blass. Inhaltlich fand ich die Themen – Trauer, Einsamkeit, Überforderung, Alltag als alleinerziehender Vater (endlich!) -, das Setting und die Idee in der ersten Hälfte großartig, leider wurde bei der Umsetzung in der zweiten Hälfte viel Potential verschenkt. Es hätte oft gerne emotionaler und tiefgründiger sein dürfen. Durch einige inhaltliche Wiederholungen, „Füllmaterial“, zu wenige Twists und die frühe Enthüllung des Täters geht dem Buch leider in der zweiten Hälfte die Luft aus. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte stellenweise auf der Stelle tritt. Mir fehlten Spannung – das Buch wies leider ein paar Längen auf – und ein überzeugender Showdown. Absolut begeistern konnte mich hingegen in den ersten 250 Seiten die dichte und unheimliche Atmosphäre, die der Autor kreiert! Krächzende Stimmen, knackende Dielen, ein neues Haus, das den frischen Besitzern nicht ganz geheuer ist: Es gab viele Gänsehaut-Momente und Horror-Elemente, sodass ich mich echt gegruselt habe! Mein Fazit: „Der Kinderflüsterer“ ist ein Spannungsroman mit einer unglaublich starken, unheimlichen und atmosphärischen ersten Hälfte, dem in der zweiten Hälfte aber leider die Luft ausgeht und der deshalb hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Den Hype kann ich leider nicht wirklich nachvollziehen.

Bewertung

Idee, Themen, Botschaft: 5 Sterne ♥
Umsetzung: 3,5 Sterne
Worldbuilding: 4 Sterne
Einstieg: 5 Sterne ♥
Schreibstil: 4 Sterne
ProtagonistInnen: 3 Sterne
Figuren: 2 Sterne
Spannung: 3 Sterne
Atmosphäre: 3,5 Sterne
Ende / Auflösung: 4 Sterne
Emotionale Involviertheit: 3,5 Sterne
Feministischer Blickwinkel: +/-

Insgesamt:

❀❀❀,5 Lilien

Dieses Buch bekommt von mir insgesamt dreieinhalb Lilien!

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Rezension zu "Der Kinderflüsterer" von Alex North

Wenn die Tür halb offen steht....
MoMevor 21 Stunden

In Featherbank möchte Tom mit seinem Sohn Jake neu anfangen. Der Tod von Toms Frau belastet die kleine Familie stark und der Umzug soll Ruhe in das Leben der Beiden bringen.
Doch der beschauliche Ort hat eine düstere Vergangenheit. Vor zwanzig Jahren verschwanden hier Kinder, die der Kinderflüsterer geholt hat.
Kurz bevor Tom und Jake nach Featherbank ziehen, verschwindet wieder ein kleiner Junge. Und auch Jake hört bald ein Flüstern.

Das Erste, was mir an dem Buch „Der Kinderflüsterer“ gefiel, war der Klappentext und dieses wirklich schöne und aufwendige Cover. Sie haben mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht und ich war sehr gespannt, wohin mich dieser Plot führen würde.
Zu Beginn war ich zugegebenermaßen von Alex North Schreibstil und auch vom Aufbau der Geschichte etwas verwirrt. Der Protagonist Tom erzählte mir seine Sicht auf die Vorkommnisse persönlich, sodass es sich oft fast so anfühlte, als würden wir uns irgendwo gegenübersitzen.
Doch es kamen noch andere Figuren zu Wort, unter anderem zwei Ermittler, der Mörder und auch Toms Sohn Jake, jedoch nur Mithilfe des personalen Erzählers. Auch schlich mir Alex North am Anfang zu sehr um den heißen Brei. Hier ein Bröckchen, da ein Bröckchen. Das fand ich nervig. Ich möchte dem Autor an dieser Stelle zugutehalten, dass er versucht hatte Stimmung und Spannung zu erzeugen, aber bei mir hatte das nicht so gut geklappt und ich hatte schon ein bisschen Angst, dass sich dieses Gefühl über das gesamte Buch hinweg ziehen würde.
Aber zum Glück ist dies nicht passiert. Denn hier kam ein nächster, wohldurchdachter Zug von Alex North zum Tragen. Die Geschichte wurde in sechs Teile unterteilt. Mal trennten die Teile längere Zeiträume, mal Ereignisse. Der Coup gelang jedenfalls, denn mit Beginn des zweiten Teils wandelte sich die Stimmung im Buch.
Alex North verstand es hervorragend gruselige Elemente mit hochemotionalen Aspekten zu verknüpfen, sodass ich immer öfter voller Erstaunen, teilweise mit großem Entsetzen und Ekel, vor dem Buch saß und mir die Gänsehaut den Rücken herunterlief. An manchen Stellen mochte ich mir gar nicht erst vorstellen, wie viel grausame Realität wohl in diesen Zeilen stecken mochte. Denn hier wurden auch Aspekte von mörderischen Taten mit einbezogen, die sich als Konsequenz auf das Tötungsdelikt verstehen ließen.
Dieses Buch muss, meiner Meinung nach, in Ruhe gelesen werden, denn Alex North baute aus vielen zarten Steinchen ein durch und durch spannendes und fesselndes Buch zusammen. Alles hatte hier seinen Sinn und am Ende wurde auch erkennbar, wie unglaublich facettenreich dieses Buch gewesen ist.
Viele Fragen stellten sich mir während des Lesens, doch am Ende bekam ich auf alles eine Antwort. Nur musste ich vorher sehr genau lesen, denn wie schon erwähnt, die Feinheiten lagen im Buch nicht offensichtlich rum. Sie waren gut in den Kontext eingebettet und ergaben erst am Ende ein stimmiges Gesamtbild.
Alex Norths Schreibstil war unglaublich vielseitig. Jeder der vorkommenden Figuren erwachte für mich zum Leben und wurden so realitätsnah beschrieben, dass ich sogar bei den zahlreichen Perspektivwechseln mit Leichtigkeit mitkam.
Besonders beeindruckt hatte mich Detektive Inspektor Pete Willis. Er war mir unglaublich sympathisch und seine inneren Kämpfe, die er als trockener Alkoholiker, täglich auszutragen hatte, waren stets authentisch und glaubwürdig.
Aber auch Tom, mit seiner schweren Bürde als alleinerziehender Vater, mochte ich sehr gern. Trotz seiner Fehler hatte er stets das Richtige im Blick, auch wenn er nicht immer danach handeln konnte. Der Verlust seiner Frau hatte ihn tief getroffen und dies war auch mit jeder Faser spürbar. Aber auch die Angst, dass er seinem Sohn nicht gerecht werden könnte, war unglaublich emotional. Mehr als nur einmal hätte ich ihn am liebsten in den Arm genommen.
Ein kleiner Wermutstropfen war für mich ganz klar, dass ich mit meiner, schon ziemlich am Anfang gestellten Vermutung nach der Identität des Mörders goldrichtig lag. Ich hatte ja immer noch die Hoffnung, dass es nicht so ist, weil es meiner Meinung nach sehr offensichtlich gewesen ist. Dennoch konnte ich mich das Katz und Maus Spiel bei der Jagd nach ihm durchaus mitreißen.

Fazit: Der Thriller hatte mir insgesamt sehr gefallen. Die Komposition aus menschlichen Abgründen und der Verzweiflung liebender Eltern waren gut durchdacht und vom Autor mit viel Leben gefüllt worden. Über die kleinen Schwächen konnte ich gut hinwegsehen und empfehle das Buch gern weiter.

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Rezension zu "Der Kinderflüsterer" von Alex North

Nicht spannend und unspektakulär
incrediblemimivor einem Tag

Inhalt:

Tom möchte nach dem Tod seiner Frau Rebecca mit seinem Sohn Jake ein neues Leben beginnen. Doch in ihrem neuen Zuhause, der beschauliche Ort Featherbank, wurden vor 20 Jahren 5 Kinder ermordet. Der Mörder, auch genannt "Der Kinderflüsterer" sitzt im Gefängnis. Doch als ein weiteres Kind verschwindet, wendet sich Toms Vorstellung von einem ruhigen neuen Leben.

Meinung:
Leider bin ich mit diesem Buch überhaupt nicht warm geworden.

Der Schreibstil des Autors ist gewöhnungsbedürftig, aber ok. 

Jedoch sind mir die Handlung und die Charaktere viel zu oberflächlich gestaltet. Der Roman zieht sich an einigen Stellen extrem. Es wurden immer wieder Handlungen, Beziehungsaspekte und Hintergrundinformationen eingeworfen, die kaum zur Handlung beitragen oder einfach undurchdacht wirken.

Meiner Meinung nach stehen in diesem Buch eher die Familienprobleme, als die Suche nach einem Mörder im Vordergrund. Zudem kommen viele ungeklärte und übersinnliche Aspekte zum Vorschein.

Fazit:
Für mich war es ein nicht ausführlich durchdachtes Buch. Ich fand es sehr langatmig und unspannend. Leider ist es meiner Meinung nach kein gelungenes Debüt.

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Sein Flüstern hinterlässt eine tödliche Spur

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Tom will zusammen mit seinem Sohn Jake ein neues Leben in Featherbank beginnen. Doch Featerbank ist nicht so idyllisch wie es scheint: Vor zwanzig Jahren wurden fünf Kinder vom "Kinderflüsterer" entführt und getötet. Plötzlich verschwindet wieder ein Kind und Jake beginnt ein Flüstern an seinem Fenster zu hören ...

Ist der Kinderflüsterer zurück? Im Crime Club verlosen wir zusammen mit dem Blanvalet Verlag für unsere Leserunde 30 Exemplare von "Der Kinderflüsterer" von Alex North.

Um teilzunehmen, bewerbt ihr euch bis zum 28.07.2019 und beantwortet uns folgende Frage:

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Die alten Geschichten interessieren Tom und Jake nicht. Als jedoch ein kleiner Junge verschwindet, machen Gerüchte die Runde, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt habe. Und Jake beginnt, sich merkwürdig zu benehmen. Er sagt, er höre ein Flüstern an seinem Fenster …


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"Der Kinderflüsterer" von Alex North

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Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau will Tom Kennedy mit seinem kleinen Sohn Jake neu anfangen. Ein neues Haus, eine neue Stadt – Featherbank. Doch der beschauliche Ort hat eine düstere Vergangenheit. Vor 20 Jahren wurden in Featherbank fünf Kinder entführt und getötet. Der Mörder wurde unter dem Namen „Kinderflüsterer” bekannt und schließlich gefasst. Die alten Geschichten interessieren Tom nicht. Als jedoch ein kleiner Junge aus der Stadt verschwindet, machen Gerüchte die Runde, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt habe. Und der kleine Jake beginnt, sich merkwürdig zu benehmen. Er sagt, er hört ein Flüstern an seinem Fenster …

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