Alex Rühle Ohne Netz

(31)

Lovelybooks Bewertung

  • 26 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 11 Rezensionen
(10)
(13)
(6)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Ohne Netz“ von Alex Rühle

»War ein eher ruhiger Tag: 68 Mails im Eingang, 45 geschrieben. Ich mach den Rechner aus, zieh meine Jacke an, stell mich in den Aufzug und denke: "Harakiri. Gute Nacht, du schöne Welt."« Alex Rühle ist ein erfolgreicher Journalist, er kommt ganz schön rum, ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder und er ist süchtig. Er ist ein Internet-Junkie. Kein Extremfall, nicht mal die Ausnahme. Er ist gerade so abhängig wie Sie und ich es sind, nur dass wir es nicht immer wissen. Doch Alex Rühle weiß es und macht Ernst: Ein halbes Jahr wird digital gefastet, und das Leben als Journalist und Vater muss offline weitergehen. Dabei ist das Porträt einer Zeit entstanden, in der alles immer schneller geht und man doch keine Zeit hat, und in der das Allein-Sein zur Tortur geworden ist. »Alles abschalten! Dieses kluge und lustige Buch lesen! Danach weiß man, welches Netz man im Leben wirklich braucht.« Doris Dörrie (Quelle:'Fester Einband/01.12.2010')

Stöbern in Sachbuch

Für immer zuckerfrei

Ein interessanter Einblick in die zuckerarme Ernährung.

Katzenauge

Nur wenn du allein kommst

Eine mutige Frau lässt uns einen Blick hinter die Kulissen werfen und wirft zeitgemäßige Fragen auf.

leucoryx

Das Sizilien-Kochbuch

Dolce Vita auf Sizilianisch! Schauspieler Andreas Hoppe, seit über 20 Jahren als Mario Kopper im „Tatort“ Ludwigshafen zu sehen, hat eines

Mrslaw

Sex Story

Ein wirklich pfiffig gemachtes "Geschichtsbuch" im Comicstil - lehrreich und informativ!

chaosbaerchen

Das Problem mit den Frauen

Ein ganz herrliches kleines Buch!

Alina97

Hygge

Ein tolles Buch zum verschenken

Amber144

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • [Rezension] Ein Muss für alle Internetjunkies!

    Ohne Netz

    Schneekatze

    04. September 2013 um 00:55

    Wie ist es eigentlich so ganz ohne Internet und ohne Handy? Der Autor macht Ernst und entschließt sich, ein halbes Jahr darauf zu verzichten. Wird er seinen Alltag noch meistern können? Oder vielleicht sogar Entzugserscheinungen bekommen? Was, wenn man nicht einmal kurz nach einem Begriff googeln kann? Schon nach kurzer Zeit hält er seine Entscheidung für eine Schnapsidee, man kann nicht mal schnell etwas im Internet suchen. Aber er hält durch und schildert seine Erlebnisse, und ihm wird einiges klarer. Sehr tolles Buch darüber, wie das Internet einen Menschen verändern kann. Man verpasst vieles durch die Dauerpräsenz der Smartphones. Der Autor denkt beispielsweise an den Urlaub, in dem er viel mehr auf sein Handy gestarrt hat und immer mal wieder seine E-mails gecheckt hat, anstatt die Landschaft zu genießen. Und danach, ohne Internet? Erst fühlte er sich noch unvollständig ohne Netz, nutzlos und isoliert, dann aber wird die Gegenwart wieder wichtiger: Er beschreibt kleine Momente, die er nun ganz anders wahrnimmt, wie Augenblicke mit seiner Tochter. Der Autor gibt auch viele Beispiele von anderen Personen, was diese vom Internet halten oder was sie über diese Ablenkung von konzentriertem Arbeiten geschrieben haben. Alex Rühle scheint ein super Allgemeinwissen zu haben, daher ist es auch sehr informativ. Und dabei geht es nicht darum, dass das Internet schlecht wäre, der Autor will nur aufzeigen, dass jede Sucht bei falscher Anwendung schlechte Nebenwirkungen haben kann. Das Internet kann Lebenszeit stehlen, ebenso gut kann es aber hilfreich sein. Leider nur 4 von 5 Sternen, weil mir zum Ende hin der Tiefgang fehlte, es hörte zu abrupt auf. Der Autor beschreibt zwar auch, wie es ihm nach den 6 Monaten ohne Internet ging, aber ein wenig mehr davon wäre auch schön gewesen. Trotzdem: Ein Muss für alle Internetjunkies!  

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    HarryF

    31. August 2012 um 10:10

    Was wäre wenn? Ich komme noch aus einer Generation, die durchaus auch ohne Internet zurechtkommen würde. Die Betonung liegt auf "würde", denn wer kann sich schon ein Leben ohne Wikipedia, Amazon, Google & Co vorstellen? Alex Rühle beschreibt sein halbes Jahr offline mit durchwegs recht viel Humor, allerdings passiert auch nicht wirklich viel im Buch und teilweise ist mir sein Schreibstil zu philosophisch. Das mag für manche ein besonderer Anreiz sein, ich finde es nur anstrengend.

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Sarlascht

    24. December 2011 um 20:34

    Für ein halbes Jahr verzichtet der Journalist Alex Rühle auf das Internet, obwohl er durch Arbeit, aber auch im Privatleben teilweise davon abhängig ist. Es ist der Versuch, ob man tatsächlich abhängig ist, oder es sich viel mehr nur einredet. Zusätzlich zum Internetentzug verzichtet er für die Dauer des Experimentes auch auf sein BlackBerry, ganz ohne Handy geht es aus beruflicher Sicht nicht, jedoch ist es ein Modell ohne Kamera, Internet und all den Schnickschnack. Ist es heutzutage möglich, aus der Internetwelt auszusteigen, wenn man erst einmal drin ist? . Meine Meinung: Schafft es ein Mensch in der heutigen Welt, für ein halbes Jahr auf das Internet zu verzichten? Gewiss, mit viel Durchhaltevermögen, allerdings gebe ich es zu, es zwar selbst durchaus schaffen zu können, jedoch nicht darauf verzichten zu wollen. Freundschaften laufen über E-Mails, Bankangelegenheiten werden online geregelt, oder man klickt sich manchmal nur sinnlos durch Videos, weil die Alternativen fehlen. So ergeht es vielen Leuten, kostet man erst einmal ein Stück Internet, möchte man es nicht mehr missen. Alex Rühles Werk ist interessant, setzt sich viel damit auseinander, wie das Internet uns Menschen verändert hat. Er spricht und zitiert Fachleute, „Ohne Netz“ wird dadurch teilweise zu einem Fachbuch, was mich etwas enttäuscht hat, weil ich mir wirklich nur einen Erfahrungsbericht vorgestellt habe. Vor einen halben Jahr habe ich „Ich bin dann mal offline“ von Christoph Koch gelesen, der „nur“ für 40 Tage sowohl auf Internet wie auch auf sein Handy komplett verzichtet hat. Was mir daran so gefallen hat, war wirklich, dass er beschreibt, wie sich seine Welt verändert hat. Probleme die im Freundeskreis auftreten, wenn man nicht sofort und überall erreichbar ist. Die Verwendung von alten Medien wie Lexikon, Wörterbücher und Telefonbüchern. Die schwierigen Bedingungen für einen Journalisten, wenn man für einen Bericht nicht schnell mal googeln kann usw. Alle diese Hindernisse fehlen mir bei Alex Rühle, ein halbes Jahr scheint ihm beinahe keine Probleme gemacht zu haben. Er bewegt sich viel mehr auf der fachlichen Ebene und lässt sein Leben etwas außen vor. Er schrieb in seinem Buch, er möchte nicht so über die Probleme jammern, deswegen erzählt er nicht x-mal wie schwer es für ihn, aber genau das hätte ich lesen wollen. Jammern und Selbstmitleid während deswegen so faszinierend für mich, weil ich vermutlich selbst darin verfallen würde. Möchte von keinen tapferen Offline-Helden lesen, sondern lieber von einem Online-Süchtigen wie mir. Es ist kein schlechtes Buch, sondern eher eines, was mehr aus der fachlichen Sicht geschrieben wird und vermutlich für jene empfehlenswert, die neuen Medien skeptisch gegenüberstehen und interessiert sind an wissenschaftlichen Meinungen. . Fazit: Obwohl kein schlechtes Buch, würde ich eher „Ich bin dann mal offline“ von Christoph Koch empfehlen, da dieser es schafft Humor und Ernst der Lage zu verbinden. Alex Rühles Buch ist eher trocken.

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Schumi_HB

    26. November 2011 um 13:11

    Wer kennt sie nicht, die Diskussionen über die Digital-Junkies, die Kammerflimmern bei dem Gedanken bekommen, per Mail nicht erreichbar zu sein. Die heutige Möglichkeit z.Bsp. ad hoc die Frühstücksgewohnheiten Che Guevaras oder das Liebesleben der Steppenantilopen zu ergoogeln oder bei Wikipedia nachzuschlagen, ist uns zur lieben Gewohnheit geworden. Doch wie kommt man an Informationen, wenn man diese Quellen nicht zur Verfügung hat und dabei auch noch, wie der Journalist und Autor dieses Buches Alex Rühe, darauf angewiesen ist? Nichts kann bei einer Familienfeier die Gäste so sehr polarisieren, wie das Aufteilen der Gesellschaft in Internetsüchtige auf der einen Seite und analoge Zausel auf der anderen. Alex Rühe unterzog sich einem Selbstversuch, in dem er sich für sechs Monate dem Internet entzog. Fortan versperrte er sich selbst den Zugang zu öffentlichem Wissen und war dabei zugleich per Mail nicht mehr erreichbar. Er gab seinen Blackberry in Verwahrung und von seinem Bürocomputer ließ er Firefox, Internet-Explorer und Mailprogramm verbannen. Durch den Ausstieg aus dem Internet zog er sich berufliche Nachteile zu: Alles musste umständlich im Archiv gesucht werden und er war dabei auf die Hilfsbereitschaft und Geduld seiner Kollegen angewiesen. Mit Feingespür wird das Alltagsverhalten der Digital Natives und Digital Immigrants in Berufs- und Privatleben beschrieben und amüsiert kann man sich dabei teilweise selbst wieder entdecken! Über vermeintlich schädliche Einflüsse der neuen Medien auf die Jugend haben schon alle Generationen vor uns geklagt. Während es heute Facebook, Google und Co sind, waren es früher das Fernsehen, der Plattenspieler, der Rock ans Roll, die Dampflok . . . Fazit: Eine ironische Lektüre, bei der ich mich köstlich amüsieren konnte. Es wird dabei nicht das Internet als solches verdammt, sondern nur zum Nachdenken über seinen eigenen Umgang mit den digitalen Medien angeregt.

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Bücherwahnsinn

    02. November 2010 um 13:24

    Zum Buch -------------- Alex Rühle hat eine Idee, er möchte ein Experiment startet. Ist es heute möglich ein halbes Jahr offline zu leben? Ohne Internetzugang, ohne E-Mail, ohne die schicken Smartphons? Es es möglich privat wie auch im Job nur noch analog zu leben? Das sollte doch gehen, schliesslich hat man ja noch Telefon, Fax, Briefpost, Bibliotheken... Vor 20 Jahren musste man das ja auch alles so bewältigen also kann er das doch auch!! . So gibt also Alex Rühle seine Internetpräsenz auf. Das Blackburry wird eingetauscht gegen ein lahmes Handy mit dem man grade mal telefonieren und simmsen kann. Auf der Arbeit wird das Mailprogramm mit Abwesenheitsmails gefüttert, Firefox und sonstiges was mit dem Internet zu tun hat wird runter geschmissen, verbannt für 6 lange Monate. Auch zu Hause wird das Lapi prepariert, man will ja allen Versuchungen aus dem Weg gehen. Und doch beschleicht schon während dessen ein Angstgefühl auf. Wird es Entzugserscheinungen geben? Langeweile? Oder wird alles noch viel Stressiger?!? . Fragen über Fragen die der Autor in einem Tagebuch niederschreibt. Gefühle, Gedanken, nerviges, kurioses... Alles wird protokolliert, für die Nachwelt, für die, die genau so verrückt sind wie er und es mal versuchen wollen, oder es zumindest in betracht ziehen. So zu sagen als psychische Vorbereitung auf dass was kommen könnte. . . Erster Satz: . ....Der Proband bereitet sich vor Zeugen auf dein Experiment vor, verabschiedet sich von all seinen Freunden und hat im Aufzug Angst, so zu enden wie ein sibirischer Einsiedler. . . . Meine Meinung -------------------- Alex Rühle hat mit seinem locker, lässigen Humor das ganze echt toll geschrieben!! Das ein oder andere mal ertappt man sich selber wie man seine eigenen Verhaltensweisen, was das Internet anbelangt, entschuldigt, wie man sich selber einredet das es ja bei einem selber gar nicht sooooo schlimm ist wie bei dem armen Hund hier. Gut, ich bin nicht berufstätig, ich schreibe ja nur Hobbymässig an meinem Blog, Facebook hab ich auch erst vor kurzem gemacht, aber auch da nur in Zusammenhang mit meinem Blog, schliesslich finde ich für mein Autorenprojekt..... Ah... und schon wieder am rechtfertig und schönreden. . Vieles was Alex Rühle schreibt kennen wir, also wenn wir ehrlich sind, selber nur zu genüge. Vielleicht nicht immer ganz so ausgeprägt wie andere aber so suchtfrei sind wir ja doch nicht. Aber sind wir doch mal ehrlich, wollen wir überhaupt ohne? Also ich nicht. Handy könnte ich jetzt gleich weg geben. Ich brauch das eh nur seltenst, aber Internet? Ne, all die Kontakte, all die Möglichkeiten zu kommunizieren, nach Infos zu suchen und finden, auf das möchte ich eigentlich nicht verzichten wollen. Auch wenn ich ab und an noch Briefe schreibe, ist das mailen doch sehr viel praktischer, meist geht das schneller weil die Antwort nicht erst 2 oder 3 Wochen später kommt und man dann schon nicht mehr weiss was man eigentlich geschrieben hat. . Nein, das Internet ist für mich nicht mehr weg zu denken und ich finde das hat auch der Autor gut erkannt und rüber gebracht. Doch sollte man vielleicht öftersmal einfach abschalten und sich nicht den Druck machen unter dem man steht, denn ich als Bloggerin weiss das man sich den eben macht, auch wenn viele behauptend das es nicht so ist. . Das Buch regt an nachzudenken und sein eigener Konsum zu hinterfragen, man fühlt sich nicht mehr ganz so alleine. Ich kann jedem das Buch nur wärmstens ans Herz legen. . . FAZIT: Ein erfrischendes, humorvolles Tagebuch über die Internetastinenz und seine Tücken.

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Natalie77

    25. September 2010 um 21:24

    Der erste Satz: "Der Proband bereitet sich vor Zeugen auf sein Experiment vor, verabschiedet sich von all seinen Freunden und hat am Anfang Angst, so zu enden wie ein sibirischer Einsiedler." Meine Meinung: Alex Rühle startet den Selbstversuch und geht offline, in seinem Tagebuch kann man lesen wie gut oder auch teilweise schlecht er es schafft, wann und aus welchem Grund er rückfällig wird und welche Schwierigkeiten es im Alltag gibt wenn man offline ist. Gerade als Journalist. Der Schreibstil ist flüssig und trotz der Tagebuchform lässt es sich gut und flüssig lesen. Ich finde es höchst interessant mit welchen Schwierigkeiten Alex Rühle zu kämpfen hat, wie er sie bewältigt und das es anscheinend ohne Internet heutzutage so gut wie gar nicht mehr geht. Teilweise habe ich mich selber wiedererkannt (zum beispiel das man wenn man im Internet schnell mal was machen will eintaucht und noch hier und da schaut) ein Phänomen das glaube ich jeder kennt. Ein halbes Jahr ganz ohne Internet könnte ich mir kaum vorstellen, wie sollte ich dann meine Rezis schreiben? Meinen Blog pflegen etc. aber ein interessanter Selbstversuch ist es allemal und Hut ab das Alex Rühle es meiner Meinung nach so gut geschafft hat. Die ganze Zeit überlegte ich wie es für ihn wohl sein wird wieder online zu sein, die Frage stellte er sich selber in dem halben Jahr und wird zum Schluss auch beantwortet. Ein Buch das beweist das ein Leben ohne Internet kaum noch in allen Lebenslagen möglich ist aber auch zeigt das man es versuchen sollte und wenn es nur dafür ist sich selber zu zeigen das man es kann.

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. September 2010 um 09:14

    Es gibt tatsächlich Männer, die bringen einen ins Grübeln... Sechs Monate ohne Mailkontakte brachten Rühle nach seiner Rückkehr in die digitale Welt 5644 ungelesene Mails auf einen Haufen - unerwartet wenig sogar, weil viele Kontakte irgendwann begriffen haben: Der Rühle liest die eh nicht, dem brauchen wir nichts schicken. Vorsichtig tippe ich, dass bei genauerer Betrachtung maximal 25 Prozent der Mails eine nähere Betrachtung wert sind (bei mir sind es im Haufen nach einem Urlaub ca. 20 Prozent); der Rest ist cc-Kategorie oder läuft ohnehin mehrfach in der Redaktion ein. Am Ende ist das Kondensat noch viel kleiner. Aber man muss sie sich wirklich alle angucken, wenn man am Rechner sitzt und eine neue Mail gemeldet bekommt? Ist man dazu verpflichtet? Muss man das? Diese Fragen stellen sich viele, aber nur einer hat die konsequenteste Antwort darauf ausprobiert und freundlicherweise gleich noch ein Buch darüber geschrieben. Prompt bringt mich Herr Rühle zum heimlichen Überprüfen meiner eigenen digitalen Tätigkeiten, aber noch stehe ich ganz gut da. Kein Blackberry, keine 70 Mails am Tag, kein Internetzugang im Flur griffbereit. Dafür ein funktionierendes Fax und einen unglaublich guten Haustürservice der Post (... schnell auf Holz klopfen ...). Das Buch gehört in die Kategorie "muss man gelesen haben" für alle, die sich über den alltäglichen Netz-Wahnsinn wundern - selbst, wenn sie selber mit drin hängen. Eine Bekannte formulierte es vor meiner Lektüre drastisch: Warum hat der das probiert? Ich hätte ihm gleich sagen können, dass das nicht funktioniert. Sie hat schon Recht, aber ohne den Versuch gäbe es das Buch nicht und dafür hat sich der Zinnober bereits gelohnt. Ein bisschen Nachdenken vorher hätte gewiss für weniger Erstaunen über das ärmliche Netz öffentlicher Telefonzellen gesorgt. Oder darüber, dass stillschweigend jedermann erwartet, dass man sich alles aus dem Netz saugen kann, egal, ob man es wirklich wissen will oder nicht. Selbst meine Verwandtschaft, teils deutlich über 70 Jahre alt, hat begriffen, dass die liebe Bettina so ziemlich jede Information noch während des Telefonats beschaffen kann, wenn man in Kauf nimmt, dass sie während des Tippens und Querlesens nicht ganz so kommunikativ ist wie sonst. Ich habe zweierlei festgestellt: Vieles geht nach wie vor offline oder besser gesagt: Soviel braucht man gar nicht aus dem Netz, wie man immer glaubt. Aber ich habe auch gesehen, dass das Experiment nur dank der Hilfsbereitschaft und der Geduld der Kollegen machbar war und dank einer ganzen Reihe von Urlaubstagen, mit denen beruflich erzwungenen Rückfällen vorgebeugt wurde. Ein Besuch in den USA kann man zum Beispiel nur noch mit einem Besuch im WWW vorbereiten, da sind die US-amerikanischen Beamten völlig kompromissfrei, und eine Rückkehr ins Netz ließ sich nur vermeiden, weil zwei Sekretärinnen immer wieder Rühles Internet-Pflichten übernahmen. Besser hätte man über den "Entzug" nicht schreiben können. Abgesehen von diesem irren Experiment trieb mich noch etwas anderes durch das Buch: Der Schreibstil! Den mag ich und deshalb lese ich so gerne Feuilleton, auch, wenn mich ein Thema nicht brennend interessiert. Aber die Jungs können klasse schreiben, so mag ich das, das würde ich selber gerne können. Dafür gehe ich auch nicht ins Netz, zu einem Feuilleton gehört einfach knisterndes Zeitungspapier, egal, ob die Süddeutsche einen Internetauftritt hat oder nicht. Das muss ich an dieser Stelle einfach loswerden. Rühle lässt die alltäglichen telefonischen Diskussionen raus, in denen er mehrfach am Tag ungläubig staundenden Menschen erklären muss, dass sie Briefmarken kaufen müssen, um Papier an ihn zu schicken. Das wäre freilich nur eine gewisse Zeit lang witzig. Stattdessen pickt er sich Anekdoten mit einer Handvoll Bekannter raus, die ihn in der analogen Welt begleiten, stöbert in Untersuchungen zur Sucht oder zum Internet. Oder er stochert in der Zukunftsbeschimpfung von anno dazumal, als sich die Dramen noch rund um die Eisenbahn oder das gerade erfundene Telefon drehten. Alles scheint schon mal dagewesen zu sein und trotz aller Unruhe, die das ewige Handy-Zücken mit sich bringt, beruhigt vielleicht den einen oder anderen der Gedanke daran, dass sich das alles bald - wie früher auch - normalisieren könnte. Während der sechs Monate Abstinenz jedenfalls gab es keine digitale Revolution, Rühle stellt fest, dass er eigentlich nicht viel verpasst hat - nun ja, 5644 Mails vielleicht, aber jedenfalls nichts wirklich Bedeutendes...

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Leserrezension2010

    17. August 2010 um 10:26

    A27 Alex Rühle - Ohne Netz: mein halbes Jahr offline Kategorie Allgemein Gibt es ein Leben ohne Google, Amazon und Facebook? Ein Leben ohne Internet? Ohne Netz? _ Der Journalist Alex Rühle versucht diese Fragen zu beantworten und trifft eine, auf den ersten Blick wahnsinnige Entscheidung. In einem Selbstversuch möchte er für einen bestimmten Zeitraum auf die Vorzüge des Internets verzichten. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein paar Tage oder Wochen, sondern gleich um ein halbes Jahr: 6 Monate, mehr als 180 Tage, über 4.300 Stunden und fast 262300 Minuten. Scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit ... _ Rühle stellt sich mutig dieser Herausforderung und trennt jeden ihn verbindenden Kontakt zum Internet in radikaler Weise aus seinem Leben. Gerade als Journalist wird er nun wieder mit ganz neuen, alten Aufgaben konfrontiert: Telefonnummern werden in Telefonbüchern gesucht, Wörterbücher als Übersetzungshilfe verwendet und Gerätschaften namens „Fax“ wieder zum Leben erweckt. Schnell merkt er, dass die Arbeit ohne Internet viel beschwerlicher ist, als er anfangs dachte und kämpft mit den Leistungen seines Gehirns, das sich jetzt mit einem „neuronalen Flipperautomaten“ vergleichen lässt. Alle Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit sind in einer Art Tagebuch zusammengestellt. Deutlich spürbar sind anfängliche Entzugserscheinungen. Das Internet wird häufig mit einer Art Sucht verglichen, gegen die es anzukämpfen gilt. Eine harte Probe für das Selbstvertrauen des Journalisten stellen außerdem die albernen Äußerungen seiner Kollegen dar, die ihn mit einem Steinzeitmenschen in Verbindung bringen. Als sie schließlich merken, wie ernst es ihm ist, wandelt sich ihre Haltung von der Verachtung zur tiefen Bewunderung. Auch Rühle selbst reflektiert nicht nur seine Einstellung zum Internet, sondern auch die der Anderen. Das Blackberry ist schon längst zu einem Crackberry geworden, ein Suchtmittel. Doch welche Sucht wird gestillt? Sind wir wirklich nur so lange im Netz, weil wir es müssen oder etwa doch, weil wir hier hängen bleiben? _ Der Schreibstil des Autors ist unverwechselbar und ein wahrer Genuss. Dieser Journalist versteht sein Handwerk, und wie! Komplexe, längere Sätze in einem Zusammenspiel mit leichten, lockeren Aussagen. Beides ist angenehm zu lesen und voller Wortwitz. Als Leser profitiert man schließlich auch von seinem umfassenden Wissen zu verschiedenen Themengebieten. Ein Beispiel dafür ist die Kritik an Odo Marquards These, dass an allen positiven Errungenschaften vom Menschen immer nur die Nachteile erkannt werden: „ Der Satz insinuiert ja, dass die hier verhandelten Dinge allesamt eingebildete Luxusprobleme einer dekadenten, undankbaren Gesellschaft seien, die das große Geschenk, den Fortschritt, so selbstverständlich einkassiert wie das Grünwalder Einzelkind den Geschenkeberg unterm Weihnachtsbaum. Ja, wir sind alle Prinzessinnen.“ Der Leser erhält einen Einblick in sein Familienleben, Berufsleben, Gefühlsleben und Alltagsleben – natürlich ohne Netz. _ Dieses Buch regt wie kein weiteres zum Nachdenken an und ist genau zur richtigen Zeit erschienen. Ein mutiger Selbstversuch, für den der Autor nur gelobt werden kann. Ändern wir uns durch das Internet? Wie war die Zeit davor und wie ist sie jetzt? Ist es wirklich so nützlich? Bereichert es unser Leben oder nimmt es uns kostbare Zeit? Zeit, die wir sinnvoller nutzen könnten? Dieser hochinteressante Erfahrungsbericht über ein Leben ohne Netz zeigt deutlich, dass dies immer noch möglich ist, auch in unserer heutigen, modernisierten Umwelt. Die Vorteile des Internets können nicht genug gelobt werden. Vieles ist einfacher geworden. Tritt das Netz allerdings an erste Stelle in unserem Leben, müssen wir stutzig werden und handeln. Auf Überflüssiges sollte verzichtet werden. Also schmeißt das Blackberry zum Fenster raus oder für die weniger Mutigen unter euch: Freundet euch mit dem Off- Knopf an. Keine Angst, er beißt nicht :) _ Fazit: Ein wunderbarer Text. Jeder tägliche Facebook – User, der Angst hat, nachts um 2 seine Ernte zu verpassen, sollte dieses Buch lesen. Unbedingt!

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Sophia!

    Gibt es ein Leben ohne Google, Amazon und Facebook? Ein Leben ohne Internet? Ohne Netz? _ Der Journalist Alex Rühle versucht diese Fragen zu beantworten und trifft eine, auf den ersten Blick wahnsinnige Entscheidung. In einem Selbstversuch möchte er für einen bestimmten Zeitraum auf die Vorzüge des Internets verzichten. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein paar Tage oder Wochen, sondern gleich um ein halbes Jahr: 6 Monate, mehr als 180 Tage, über 4.300 Stunden und fast 262300 Minuten. Scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit ... _ Rühle stellt sich mutig dieser Herausforderung und trennt jeden ihn verbindenden Kontakt zum Internet in radikaler Weise aus seinem Leben. Gerade als Journalist wird er nun wieder mit ganz neuen, alten Aufgaben konfrontiert: Telefonnummern werden in Telefonbüchern gesucht, Wörterbücher als Übersetzungshilfe verwendet und Gerätschaften namens „Fax“ wieder zum Leben erweckt. Schnell merkt er, dass die Arbeit ohne Internet viel beschwerlicher ist, als er anfangs dachte und kämpft mit den Leistungen seines Gehirns, das sich jetzt mit einem „neuronalen Flipperautomaten“ vergleichen lässt. Alle Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit sind in einer Art Tagebuch zusammengestellt. Deutlich spürbar sind anfängliche Entzugserscheinungen. Das Internet wird häufig mit einer Art Sucht verglichen, gegen die es anzukämpfen gilt. Eine harte Probe für das Selbstvertrauen des Journalisten stellen außerdem die albernen Äußerungen seiner Kollegen dar, die ihn mit einem Steinzeitmenschen in Verbindung bringen. Als sie schließlich merken, wie ernst es ihm ist, wandelt sich ihre Haltung von der Verachtung zur tiefen Bewunderung. Auch Rühle selbst reflektiert nicht nur seine Einstellung zum Internet, sondern auch die der Anderen. Das Blackberry ist schon längst zu einem Crackberry geworden, ein Suchtmittel. Doch welche Sucht wird gestillt? Sind wir wirklich nur so lange im Netz, weil wir es müssen oder etwa doch, weil wir hier hängen bleiben? _ Der Schreibstil des Autors ist unverwechselbar und ein wahrer Genuss. Dieser Journalist versteht sein Handwerk, und wie! Komplexe, längere Sätze in einem Zusammenspiel mit leichten, lockeren Aussagen. Beides ist angenehm zu lesen und voller Wortwitz. Als Leser profitiert man schließlich auch von seinem umfassenden Wissen zu verschiedenen Themengebieten. Ein Beispiel dafür ist die Kritik an Odo Marquards These, dass an allen positiven Errungenschaften vom Menschen immer nur die Nachteile erkannt werden: „ Der Satz insinuiert ja, dass die hier verhandelten Dinge allesamt eingebildete Luxusprobleme einer dekadenten, undankbaren Gesellschaft seien, die das große Geschenk, den Fortschritt, so selbstverständlich einkassiert wie das Grünwalder Einzelkind den Geschenkeberg unterm Weihnachtsbaum. Ja, wir sind alle Prinzessinnen.“ Der Leser erhält einen Einblick in sein Familienleben, Berufsleben, Gefühlsleben und Alltagsleben – natürlich ohne Netz. _ Dieses Buch regt wie kein weiteres zum Nachdenken an und ist genau zur richtigen Zeit erschienen. Ein mutiger Selbstversuch, für den der Autor nur gelobt werden kann. Ändern wir uns durch das Internet? Wie war die Zeit davor und wie ist sie jetzt? Ist es wirklich so nützlich? Bereichert es unser Leben oder nimmt es uns kostbare Zeit? Zeit, die wir sinnvoller nutzen könnten? Dieser hochinteressante Erfahrungsbericht über ein Leben ohne Netz zeigt deutlich, dass dies immer noch möglich ist, auch in unserer heutigen, modernisierten Umwelt. Die Vorteile des Internets können nicht genug gelobt werden. Vieles ist einfacher geworden. Tritt das Netz allerdings an erste Stelle in unserem Leben, müssen wir stutzig werden und handeln. Auf Überflüssiges sollte verzichtet werden. Also schmeißt das Blackberry zum Fenster raus oder für die weniger Mutigen unter euch: Freundet euch mit dem Off- Knopf an. Keine Angst, er beißt nicht :) _ Fazit: Ein wunderbarer Text. Jeder tägliche Facebook – User, der Angst hat, nachts um 2 seine Ernte zu verpassen, sollte dieses Buch lesen. Unbedingt!

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    Schiller-Buchhandlung

    09. August 2010 um 13:39

    Das Internet verändert ohne Zweifel unser Leben sehr stark - neben Fahrplanauskunft, Buchen von Reisen oder dem Einkauf aller möglicher Waren kommunizieren wir per mail schnell und unkompliziert und sind über soziale Netzwerke wie Facebook oder die VZ - Netzwerke immer stärker auch im Netz miteinander verbunden. Bei manchen Menschen hat man gar den Eindruck, daß die virtuelle Welt für sie realer ist als die wirkliche Welt. So ging es auch dem Journalisten Alex Rühle. Deshalb machte er einen Selbstvesuch: Für 6 Monate lebte er analog. Meint: kein Blackberry, keine e-mail, kein Google - der PC mutierte wieder zur "Schreibmaschine". Wie es ihm dabei erging, das beschreibt er in seinem kurzweilig zu lesenden Buch. Wie schwierig es zum Beispiel ist, eine Telefonzelle zu finden, wie oft man sich nur noch online Formulare herunterladen kann, wie wenig gelbe Post (außer Werbung) man eigentlich nur noch bekommt. Und für einen Journalisten kommt erschwerend hinzu, daß heutzutage ohne online - Recherche fast nichts mehr geht. Daß er all das nicht tut, weil er das Netz verteufelt, das betont er immer wieder. Vielmehr geht es ihm darum zu erproben, "wie es ohne ist, gerade weil ich mir ein Leben ohne Netz nicht mehr vorstellen kann. Die Welt wird eine Google, das Netz dringt wie Wasser in alle Lebensbereiche. (....) Bin ich tatsächlich süchtig und tue mir dementsprechend schwer mit dem Entzug, oder spaziere ich nach drei Tagen munter in mein analoges Leben davon und sage achselzuckend, das ganze Suchtgerede war doch wieder mal nur unbedachte Journalistenmetaphorik?" Nun, nach 3 Tagen war Alex Rühle nicht munter im analogen Leben unterwegs, sondern er tat sich hart, wurde gar zweimal "rückfällig". Beim recherchieren in Bibliotheken und Büchern stieß er jedoch auf eine Vielzahl von Texten (die er auch zitiert) aus denen hervorgeht, daß neue Entwicklungen den Menschen schon immer Angst gemacht haben - sei es die Eisenbahn oder das Telefon. Diese Zitate könnten genauso aus Texten über das Internet entnommen sein. Gefragt, wie er nach seinen 6 Monaten offline heute lebt sagt er, daß er zwar wieder viel im Netz unterwegs ist und froh ist, daß für seine Arbeit die analoge Zeit vorüber ist. Aber um sich selbst zu schützen, hat er keinen Blackberry mehr und auch der PC zu Hause mit onlinezugang steht an einem ungemütlichen Ort, um ausuferndes Surfen einzuschränken. Ein sympathisches, kluges Buch, das nachdenklich macht, bei dessen Lektüre man jedoch auch immer wieder schmunzeln muss. (Susanne Martin)

    Mehr
  • Rezension zu "Ohne Netz" von Alex Rühle

    Ohne Netz

    mezzomix

    29. July 2010 um 14:51

    Der Autor beschreibt in Tagebuchform seinen Selbstversuch - ein halbes Jahr offline zu sein. Schön geschrieben - man ertappt sich immer wieder beim Vergleich mit dem eigenen Onlineverhalten

  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks