Alex Rogers

 4,5 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Alex Rogers

Alex Rogers verbrachte als Kind die Ferien zumeist bei seinem Großvater, einem Fischer an der irischen Küste, und die Faszination der See hat ihn tief geprägt. Heute ist er Meeresbiologe, Professor für Conservation Biology in Oxford und einer der international bedeutendsten Ozeanforscher. Er ist Mitglied diverser Forschungsgruppen, wissenschaftlicher Direktor des Internationalen Programms zur Lage der Ozeane (IPSO) und berät die UN, Greenpeace, den WWF und die G8-Länder.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alex Rogers

Cover des Buches Das große tiefe Blau (ISBN: 9783423282048)

Das große tiefe Blau

 (6)
Erschienen am 15.11.2019

Neue Rezensionen zu Alex Rogers

Cover des Buches Das große tiefe Blau (ISBN: 9783423282048)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Das große tiefe Blau" von Alex Rogers

Rettet die Meere!
Gwhynwhyfarvor 10 Monaten

«Der tiefste Teil des Ozeans hat bislang noch nicht einmal so viel menschlichen Besuch bekommen wie der Mond. Bis ins Challengertief im westpazifischen Marianengraben sind bis heute ganze drei Personen hinabgetaucht, während auf dem Erdtrabanten schon Astronauten standen. Dieses Missverständnis hat komplizierte Gründe. … So gewaltig sind viele dieser Probleme, dass manche von uns sie einfach ausblenden. Wir blicken lieber nicht in die Tiefe auf das Desaster, das wir selbst anrichten, sondern hinauf in den wunderbaren Weltraum.»


Die Tiefsee ist das geheimnisvollste Ökosystem der Erde. Schade, dass hier der Originaltitel nicht übersetzt wurde, denn der ist punktgenau für dies Buch: «The Deep: The Hidden Wonders of Our Oceans and How We Can Protect Them». Ich hatte etwas anderes erwartet – aber ich war angenehm überrascht – in der Hauptsache beschäftigt sich dieses Buch mit der Frage, wie wir unsere Erde, speziell die Meere, noch retten können. Die Weltmeere bedecken den größten Teil unseres Planeten: 1,3 Milliarden Kubikmeter Wasser, mehr als 4000 Meter tief. Aber nur ein winziger Bruchteil davon ist erforscht. Die Ozeane bilden somit den größten Teil der Erde, mit Bergen, höher als die höchsten Gipfel an Land, und Schluchten, die tiefer sind, als der Mount Everest hoch ist.


Alex Rogers, einer der international führenden Meeresforscher, hat auf zahllosen Expeditionen in die Tiefsee noch unbekannte Lebewesen am Grund des Pazifiks untersucht, Korallenriffe im Nordantlantik entdeckt, heiße Quellen antarktischer Seen erkundet und nachgewiesen, dass es entgegen bisheriger Annahmen auch in 6.000 Metern Tiefe vielfältiges Leben gibt. Von diesen Forschungsreisen berichtet er lebendig und emotional, fachlich sachlich, wenn es um Raubbau der Meere, Zerstörung von Lebenswelten und Umweltverschmutzung geht. Er ist für Greenpeace als Zeuge vor Gericht geladen, und er engagiert sich intensiv für die Wiederherstellung und Genesung der Meere. Ein Wissenschaftler, der sich unermüdlich für die Rettung der Meere einsetzt.


«… an dieser Unterwassererhebungen ‹rotes Gold› gefunden wurde – ein Tiefseefisch mit Namen Kaiserbarsch, der für die Fischerei von großer Bedeutung ist. Aber wir sahen hier mit eigenen Augen, die verheerenden Folgen, die Grundschleppnetze für Kaltwasserkorallenriffe haben. Noch bevor Wissenschaftler überhaupt die Möglichkeit gehabt hatten, diese abgelegenen Seeberge zu erforschen und ihr fragiles Ökosystem zu erkunden, mussten wir jetzt schon Informationen über die auf ihnen angerichteten Zerstörungen sammeln.»


Wer sich auf Grund des Titels viel über das Leben der Tiere in der Tiefsee erhofft, von Yetikrabben, leuchtenden Medusen … der wird vielleicht etwas enttäuscht sein. Das liegt aber an der schlechten Umsetzung von Titel und Klappentext bei dtv! Mir hat es trotzdem gefallen! Doch man sollte berücksichtigen, dass es hier mehr um Ausbeutung und Umweltverschmutzung geht, um die Zerstörung von Korallenriffen durch Tiefseeschleppnetze usw. Aber natürlich erfahren wir einiges über die Bewohner der Tiefsee. Alex Rogers stößt auf seinen Forschungsfahrten immer wieder auf neue Tierarten. Er entdeckte die Kiwa tyleri, die sogenannte Hoff-Krabbe (der Name spielt auf die Brustbehaarung von David Hassselhoff an), in mehreren Lagen übereinandergestapelt in heißen Tiefseequellen. Die Gliederfüßer leben in Symbiose mit Bakterien, die in diesem sauerstoffarmen Wasser dank der Wärme Nährstoffe produzieren. Die Mikroben sitzen in dem dichten Pelz der Tiere, von wo die Krustentiere sie mit ihren Scheren herauskämmen. Wir lernen den Granatbarsch, auch Kaiserbarsch (Hoplostethus atlanticus) kennen, der neuerdings auf den Tellern der Menschen landet und dank der Dummheit von Fischern bald ausgerottet werden könnte. Früher wollte den «Schleimkopf» niemand essen, da nebenbei die Haut mit den darunterliegenden Ölschichten zu Verdauungsproblemen führt. Die Haut wird heute abgezogen und in der Kosmetikindustrie für feuchtigkeitsspendende Cremes genutzt – die Fischfilets lassen sich gut einfrieren, bringen ein Menge Geld ein. Beliebt ist der teure Fisch als Delikatesse, weil er nicht nach Fisch schmeckt (weil das Fleisch keine Fischöle enthält). Diese Fische werden von den Fischern auf ihren Wegen zu den Laichplätzen abgefischt – ein Granatbarsch braucht 40 Jahre, um geschlechtsreif zu werden! Und er vermehrt sich sehr geizig. Es wurden schon 180 Jahre alte Exemplare gefangen. 


Teilweise sind die Netze der engmaschigen Tiefseefischer so voll von diversen Arten, dass die Verarbeitungsanlagen nicht mitkommen und die Fische somit wagonweise auf der Mülldeponie landen. In der Mitte finden sich einige Farbfotos zu den Unternehmungen und Meerestieren. Ich denke, dies ist ein wichtiges Buch, da es festhält, was in unseren Meeren schiefläuft. Wenn wir die Katastrophe aufhalten wollen, dann jetzt – bevor es zu spät ist! Ein Kapitel heißt darum auch: 


«Würden Sie einen Wald roden, um einen Hirsch zu fangen?»


Alex Rogers verbrachte als Kind die Ferien zumeist bei seinem Großvater, einem Fischer an der irischen Küste, und die Faszination der See hat ihn tief geprägt. Heute ist er Meeresbiologe, Professor für Conservation Biology in Oxford und einer der international bedeutendsten Ozeanforscher. Er ist Mitglied diverser Forschungsgruppen, wissenschaftlicher Direktor des Internationalen Programms zur Lage der Ozeane (IPSO) und berät die UN, Greenpeace, den WWF und die G8-Länder.

 https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/das-groe-tiefe-blau-von-alex-rogers.html


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Cover des Buches Das große tiefe Blau (ISBN: 9783423282048)GetReadys avatar

Rezension zu "Das große tiefe Blau" von Alex Rogers

Superwichtiges Thema, dtv vermarket leider ganz falsch.
GetReadyvor einem Jahr

"Das große Tiefe Blau", Untertitel "Von Yeti-Krabben, leuchtenden Medusen und andern Geheimnissen des Meeres" heißt im Original: "The Deep -  The Hidden Wonders of Our Oceans and How We Can Protect Them".

Nur der englische Titel macht sofort klar, worum es im Buch geht, mir ist unverständlich warum dtv das Buch so irreführend präsentiert.
Der deutsche Titel lässt eher ein Sachbuch über Tiefseefauna- und Flora erwarten.

Alex Rogers arbeitet seit den 90ern für Organisationen wie Greenpeace und versucht mit seinen Expertisen die noch weitgehend unerforschte Tiefsee, aber auch den Rest der Meere, vor expansiver und zerstörerischerer Nutzung (dazu zählt auch Verschmutzung) durch den Menschen zu schützen. Er erklärt im Buch wichtige gesamt ökologische Zusammenhänge, berichtet von Methoden der Fischereibehörden, Konzerne, Ölfirmen etc. Aufgelockert wird dies immer wieder mit Berichten von Expeditionen und sehr persönliche Passagen, die seine Faszination für die Meere erläutern.
Leider krankt das Buch etwas an den typischen Makeln vieler populärwissenschaftlicher Bücher: Strukturmängel, verursacht durch den Versuch Wissenschaft aufzulockern und ein etwas dröger Stil.

Das geht schon im Prolog los. Ein interessanter Tauchgang wird geschildert, und dann werde ich durch Komplettnamen und Funktionsbeschreibung eines teilnehmenden Studenten vollkommen aus dem Geschehen und den Erkenntnissen gerissen. So ehrenhaft es ist, das Rogers seine Mitarbeiter vollständig nennt, gehört das einfach nicht an diese Stelle. Ein Personenregister am Ende hätte es auch getan.
Solche Ablenkungen passieren immer wieder in unterschiedlicher Form. An anderer Stelle erklärt er ziemlich spannende biochemische Vorgänge, um diese mit der seitenweisen Schilderung einer Sitzung zu unterbrechen. Danach fange ich Laie mit dem Begreifen der Prozesse wieder von vorne an und muss zurückblättern, weil mein thematisches Denken unterbrochen wurde.

Aber das Thema ist so wichtig und interessant.
Auch die Zusammenhänge von Tiefsee und Klima werden erläutert. Ein Fakt, der mir nicht besonders im Bewusstsein war.

Besonders gut gefällt mir, dass Rogers sehr lösungsorientiert arbeitet und auch mögliche Ansätze zum Konflikt von Nutzung der Meere und Schutz aufzeigt, die ich sehr einleuchtend finde. Die Entscheider in Politik und Wirtschaft leider nicht. Und genau das macht dieses Buch zusätzlich wahnsinnig frustrierend.

Trotz des Stils und der empfundenen Mängel eine dringende Lektüreempfehlung für alle Umweltschützer, FFF Anhänger oder Menschen, die sich schlicht eine längerfristige Zukunft für Leben auf der Erde wünschen.

Kommentare: 3
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Cover des Buches Das große tiefe Blau (ISBN: 9783423282048)losgelesens avatar

Rezension zu "Das große tiefe Blau" von Alex Rogers

„Was erwartet..? Ach, Wasser wartet…“
losgelesenvor einem Jahr

Wer diesen alten Otto Witz noch kennt, ist auch alt genug das Buch „Das große tiefe Blau – Von Yeti-Krabben, leuchtenden Medusen und anderen Geheimnissen des Meeres“ von Alex Rogers zu lesen und sich vor allem darüber Gedanken zu machen. Denn das 368 Seiten dicke populärwissenschaftliche Buch aus dem dtv Verlag ist ein sehr nachdenkliches Buch. Geschrieben hat es ein anerkannter Fachmann und Professor für Conservation Biology in Oxford, der weltweit Gremien wie die UN, Greenpeace, WWF und die G8-Länder berät.

Allerdings merkt man genau dies dem Buch auch immer wieder leider an. So lässt sich ein gewisser vortragender bzw. beratender Schreibstil des Autors nicht von der Hand weisen. Das muss zwar bei der Ernsthaftigkeit des Themas nicht unbedingt schlecht sein, ist aber für die Lektüre eines Buch in der Freizeit eher nur bedingt geeignet. Auch wenn dies die tägliche Arbeit des Professors und Naturschützers ist, das lässt sich stilistisch besser präsentieren.

Aber, und das ist das Wichtige, entscheidend ist schließlich der Inhalt. Und da kann Alex Rogers uneingeschränkt punkten. Mit viel persönlicher Hingabe berichtet er über den Zustand der Weltmeere und macht dabei mit aller Deutlichkeit darauf aufmerksam, dass die gesamte Menschheit gefordert ist, damit das Wasser, seine Bewohner und alle Menschen die davon abhängig sind, auch in Zukunft noch eine Überlebensgrundlage besitzen. Überfischung, Vermüllung, Raubbau und Kohlenstoffdioxid-Belastung bergen bekanntlich große Gefahren und nach der Lektüre des Buches können sich die Erwachsenen Gedanken machen, was sie persönlich für die Welt und somit auch für sich und ihre Kinder tun können, damit es allen auf unserem Planeten besser gehen kann.

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Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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