Alex Wheatle

 4 Sterne bei 37 Bewertungen
Autorenbild von Alex Wheatle (©Walter White)

Lebenslauf von Alex Wheatle

Geschichten, geprägt von einer bewegten Jugend: Alex Alphonso Wheatle ist 1963 im Londoner Süden als Sohn jamaikanischer Eltern geboren. Mit 16 Jahren war er als Musiker tätig, sein DJ Name war Yardman Irie. Er schrieb unter anderem Songtexte über den Alltag in Brixton. 1981 nahm er an den Brixton Aufständen teil und wurde verhaftet und zu einer Haftstrafe verurteilt. Bei den Aufständen ging es vor allem um die schlechten Lebensbedingungen der afrikanisch-karibischen Community. Diese war gezeichnet von besonders hoher Arbeitslosigkeit, schlechten Wohnbedingungen und einer hohen Kriminalitätsrate. Während seiner Haft las Wheatle Bücher von Autoren wie Chester Himes, Richard Wright und John Steinbeck. Wheatles eigene Bücher basieren teilweise auf seinen Erfahrungen, insbesondere auf seiner Teenagerzeit in Brixton. Für seine Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise wurde sein Debütroman „Brixton Rock“ 1999 mit einem London Arts Board New Writers Award geehrt. 2008 wurde ihm für seine Dienste in der Literatur der Titel Most Excellent Order of the British Empire (MBE) verliehen. Sein Jugendroman „Liccle Brit“ stand auf der Longlist für die Carnegie Medal im Jahr 2016. Heute lebt Wheatle noch immer in London und ist als Schriftsteller tätig.

Alle Bücher von Alex Wheatle

Cover des Buches Home Girl (ISBN: 9783956143557)

Home Girl

 (5)
Erschienen am 18.03.2020
Cover des Buches Liccle Bit. Der Kleine aus Crongton (ISBN: 9783956142314)

Liccle Bit. Der Kleine aus Crongton

 (3)
Erschienen am 07.03.2018
Cover des Buches Die Ritter von Crongton (ISBN: 9783956142550)

Die Ritter von Crongton

 (3)
Erschienen am 26.09.2018
Cover des Buches Brenton Brown (ISBN: 9781908129864)

Brenton Brown

 (0)
Erschienen am 01.08.2012

Neue Rezensionen zu Alex Wheatle

Cover des Buches Home Girl (ISBN: 9783956143557)howerps_coms avatar

Rezension zu "Home Girl" von Alex Wheatle

Rezension Home Girl
howerps_comvor 6 Monaten

Inhalt:  Naomi ist 14 Jahre alt und wohnt in einem Heim, bis ihre Sozialarbeiterin Louise eine “angemessene” Pflegefamilie findet. Naomi zieht von Pflegefamilie zu Pflegefamilie und sieht kein Ende. Doch durch die Geschichten, die ihr ihre besten Freunde aus dem Heim Kim und Nats erzählen, sieht sie in fürsorglichen Handlung einer Pflegefamilie, vor allem bei dem Vater, Gefahr. Während Louise auf der Suche ist, bringt sie Naomi in einer temporären Familie unter, welche aber “dunkelhäutig” ist, was zu aller erst für Bedenken sorgt. Doch schnell merkt Naomi, dass die Goldings super cool für Pflegeeltern sind und fängt an sich bei Ihnen wohlzufühlen. Bald fängt sie an sich zu fragen, ob Kim und Nats wahre Freunde sind und sie ihnen überhaupt nicht trauen kann. Wird sich Naomi am Ende richtig entscheiden oder doch in die falsche Richtung laufen?

Dieses Buch ist unfassbar und nicht leicht in Worte zufassen. Ich hab die Rezension ganze dreimal geschrieben, weil ich einfach nicht die richtigen Worte finde. “Home Girl” ist so aktuell und emotional geschrieben, dass es einfach wichtig und gut ist mal so ein Buch zu lesen. Jeder weiß, dass es Kinder im Heim geht aber, wie geht es denen? Ich wusste, dass zum Beispiel nicht so genau. Solche Bücher lassen einen aus einer ganz anderen Perspektive gucken. Wheatle hat einen sehr großen Wert darauf gelegt, dass Naomi breit und facettenreich beschrieben ist, was ihm auch sehr gut gelungen ist. Was mir ein bisschen gefehlt hat war, dass er die Personen im Heim und bei den Goldings etwas oberflächlich beschrieben hat, weswegen mir da die Tiefe gefehlt hat. Sonst ist das Buch sehr schön und fesselnd geschrieben. Die Handlung war kein sonst üblicher Roman, sondern eine Verarbeitung verschiedener Problematiken. An erster Stelle stand Rassismus, der auch im Heim sehr gehäuft auftrat. Mit seinem Buch hat Wheatle nochmal die Notlage und den immer stärker werdenden Rassismus thematisiert. Dieses Buch braucht viel Verständnis und einen guten Blick auf die aktuell passierenden Dingen, weswegen ich es erst ab 14 Jahren empfehlen würde.

Zusammengefasst ist dieses Buch gelungen und sehr aktuell, jedoch etwas oberflächlich gehalten :)


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Cover des Buches Home Girl (ISBN: 9783956143557)Buecherseele79s avatar

Rezension zu "Home Girl" von Alex Wheatle

Home Girl sucht ein Zuhause
Buecherseele79vor einem Jahr

Naomi ist erst 14,  hat aber schon einiges mitgemacht. Nachdem ihre Mutter verstorben ist kümmerte sie sich alleine um den Haushalt und ihren alkoholkranken Vater…bis das Jugendamt sie in Obhut nahm. Seitdem hat Naomi schon viele Heime und Pflegefamilien erlebt, mit Enttäuschungen und viel Wut. Doch mit der neuen Pflegefamilie, den Goldings, läuft es anders, besser…wäre da nicht ihre Freundin Kim die sie ständig vor den Pflegefamilien warnte und dass die Goldings schwarz sind..

„Ich steh auf der Adoptionsliste, seit ich zwölf bin. Genauso gut hätten sie mich auf die Warteliste für den ersten Flug zum Mars setzen können. Jetzt will ich gar nicht mehr adoptiert werden.“ (Seite 116)

Alex Wheatle ist, größtenteils, in Kinderheimen aufgewachsen. Man kann also sehr gut annehmen dass vieles was der Autor hier in diesem Buch be – und aufschreibt, der Wahrheit entspricht, das Innenleben eines Kindes widergibt welches eigentlich nur einen sicheren Hafen sucht.

Der Schreibstil ist cool, locker, manchmal frech, zum schmunzeln, zum aufregen, mitfühlen und hier und da möchte man das Buch einfach an die Wand werfen, man erlebt als Leser auch einiges an Gefühlsfacetten.

Naomi. Mit ihren 14 Jahren. Schon viel erlebt, was genau wird im Laufe der Geschichte deutlich, ihre Kindheit endete sehr abrupt als ihre Mutter verstarb und sie die Verantwortung des Erwachsenen in der Familie übernehmen musste. Man fühlt mit ihr mit und gleichzeitig ist es schwer Naomi von Beginn an zu mögen denn sie mault, meckert, zetert und jammert an allem und jedem, manchmal möchte man sie schütteln und doch in den Arm nehmen und ihr die gewünschte Sicherheit geben.

Die Goldings fand ich im Gesamtbild sehr interessant dargestellt, alleine weil auch die Eltern Golding einiges in ihrer Kindheit mitgemacht haben, also sich in viele Situationen von ihren Pflegekindern hineinversetzen können. Auch die Vergleiche mit anderen Familien die Naomi aufgesucht hat waren interessant, liebevoll und hier und da erschreckend aus welchen eigennützigen Gründen Menschen Pflegekinder aufnehmen möchten.

Es ist kein Buch welches Sympathien wecken wird, schon gar nicht von Beginn an. Man hat nicht nur mit Naomi zu kämpfen sondern auch mit ihren zwei Freundinnen Kim und Nats die ihr viele Ohrwürmer ins Ohr setzen nur damit sie die Oberhand behalten, die Macht der Freundschaft, auch in die falsche Richtung, wenn auch gut gemeint, wird hier sehr klar. Eben Kinder in allen Altersklassen die einfach nur eine Familie suchen wie es selbstverständlich in der Gesellschaft sein sollte.

Das System ist kaputt, es ist marode, hat seine Lücken und Fehler, seine Vorurteile und zu wenig Hilfe, Geld, Mitarbeiter und den offenen Blick für das oft Offensichtliche. Dies prangert der Autor nicht direkt an, nein, es fließt mit in die Geschichte und lässt einen den Kopf sehr oft schütteln. Gerade diese Kinder, egal in welchem Alter sie sich befinden, brauchen Sicherheiten und keine warmen Worte und Taten die erst folgen wenn zig Formulare ausgefüllt und genehmigt wurden. Wie wichtig und verletzlich dieses System ist wird von Alex Wheatle sehr einfühlsam, doch mit aller Wucht und der kalten Realität in seinem Buch „Home Girl“ umgesetzt.

Äusserst Lesenswert!

„ In dem Ganzen müssen solche wie wir aufeinander aufpassen. Zu viele Pflegeeltern interessiert nur, wie sie selbst dabei aussehen, nicht das Wohl der Kinder, um die sie sich ja angeblich kümmern wollen.“ (Seite 117)

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Cover des Buches Wer braucht ein Herz, wenn es gebrochen werden kann (ISBN: 9783956142864)a_thousand_and_one_bookss avatar

Rezension zu "Wer braucht ein Herz, wenn es gebrochen werden kann" von Alex Wheatle

Ein Mädchen und ihre Rebellion gegen das „Ich-sitze-hier-in-diesem-dunklen-Loch-fest-Gefühl“
a_thousand_and_one_booksvor einem Jahr

Das Buch hat der britische Autor Alex Wheatle unter dem englischen Originaltitel "Straight Outta Crongton"  2017 veröffentlicht.


Darum geht’s: Mo Baker ist 15 und lebt mit ihrer Mutter zusammen in einem verwahrlosten Viertel von South Crongton. Dort gehören Verbrechen zum Alltag und zwei Gangstergruppen regieren die Stadt. Doch neuerdings sind Mo und ihre Mutter nicht die einzigen Bewohner ihrer kleinen Wohnung: Mo’s Mom hat nämlich einen neuen Freund, Lloyd. Allerdings kann Mo Lloyd überhaupt nicht ausstehen, er schlägt sie und verprasst zudem auch noch das Geld der Mutter. Außerdem überkommt sie zunehmend das Gefühl, dass ihre Mutter Lloyd mehr liebt als Mo. Dennoch kann sie ihre Mom nicht dazu bewegen, Lloyd aus der Wohnung und aus ihrem Leben zu verbannen. So führt sie weiter Krieg mit ihm. Das ist aber nicht die einzige miese Situation in ihrem Leben, denn ihr bester Freund Sam ist in ihrem Herzen schon länger mehr als nur ein „Freund“… In den letzten Ferien hatte sie nun endlich etwas mit ihm, doch jetzt hat Sam eine andere, was Mo überhaupt nicht verstehen kann.  Zeitgleich spitzt sich die Lage mit Lloyd zu und als seine Aggressionen überhandnehmen, trifft Mo eine schwerwiegende Entscheidung. In diesem ganzen Dilemma stehen ihre Freundinnen Elaine und Naomi ihr zum Glück immer bei und halten in brenzligen Situationen ihre Hand.


Meine Bewertung: Das Buch hat mich echt überrumpelt!! Mo‘s Geschichte spielt in einem Art Slum und stellt dieses Enge-Gefühl, dieses „Ich-sitze-hier-in-diesem-dunklen-Loch-fest-Gefühl“ sehr gut dar! „Wer braucht ein Herz, wenn es gebrochen werden kann“ ist aus der Ich-Perspektive von Mo geschrieben, die auf eine sehr sarkastische und eher pessimistische Art die Situation schildert, in der sie lebt. Auch der raue Umgang miteinander ist gut nachempfunden, man kann sich also sehr gut in das Geschehen vor Ort hineinversetzen. Doch so hart, wie das Buch dann letztendlich doch ist, hätte ich es zu Anfang nicht eingeschätzt. Denn Themen wie häusliche Gewalt, Armut und die fehlende Hoffnung auf eine bessere Zukunft werden sehr realistisch wiedergegeben, das hat mich manchmal sogar ein wenig schockiert. Wahrscheinlich liegt das daran, dass der Autor, Alex Wheatle, in Brixton, einer armen Gegend in London geboren wurde, in einem Kinderheim aufgewachsen ist und somit selbst ähnliche Verhältnisse erleben musste.


Fazit: Ich empfehle „Wer braucht ein Herz, wenn es gebrochen werden kann“ Jungen und Mädchen ab 14, die gerne Geschichten von starken Mädchen lesen, die selbst in den trostlosesten Situationen nicht aufgeben und für die Liebe kämpfen. Dabei ist die Geschichte gar nicht kitschig, im Gegenteil, ohne Schonung wird einem das harte Leben der Teenager in South-Crong vor die Füße geworfen. Und manchmal muss man gut überlegen und sich klarwerden, dass man sich selber immer noch im trauten Heim befindet und nicht in irgendeinem mysteriösen Kellerclub der North-Crong-Krieger…

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Gespräche aus der Community

Ein herzzerreißender und hoffnungsvoller Roman über die erste Liebe, das Aufwachsen in schwierigen Verhältnissen und die Kraft und Liebe, die alle jungen Mädchen brauchen.


Mit "Wer braucht ein Herz, wenn es gebrochen werden kann" hat der in London lebende Autor Alex Wheatle einen neuen Jugendroman von großer literarischer Kraft im Kunstmann Verlag veröffentlicht. Darin kombiniert er die berührende Geschichte einer Teenagerliebe mit ernsten Themen wie häuslicher Gewalt und Straßenkriminalität mit einer Sprache, die durch eine besondere Zärtlichkeit und einen einzigartigen Humor besticht.

Mehr zum Inhalt:
Mo Baker ist fünfzehn und ziemlich wütend. Ständig streitet sie sich mit ihrer Mutter, die sich nur um ihre eigenen Probleme kümmert und jetzt auch noch diesen neuen Freund hat, den Mo einfach nur daneben findet. Lloyd ist für sie nur ein weiterer Kerl, der Frauen schlägt und ihr Geld verprasst. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben ist Sam, ihr Kindheitsfreund, dem sie sich so nah fühlt wie keinem anderen Menschen auf der Welt und mit dem sie in den Sommerferien endlich was hatte. Doch Sam hat inzwischen eine Andere. Zum Glück halten ihre besten Freundinnen Elaine und Naomi zu ihr, egal was ist oder kommen mag. Selbst als die Situation mit Lloyd eskaliert und in Mo nur noch der Wunsch nach Rache brennt ... 

Gemeinsam mit dem Kunstmann Verlag suchen wir 25 Testleser, die die 15-jährige Mo kennen lernen und ein Stück weit begleiten möchten. Wer hat Lust diesen tiefgründigen Jugendroman zu lesen und sich darüber auszutauschen?

Wenn du dabei sein möchtest, klicke auf "Jetzt bewerben" und beantworte bis zum 20. Februar 2019 die folgende Frage:

Was brauchen Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit am meisten, um gut aufwachsen zu können und eine positive Zukunft vor sich zu haben?

Ich bin gespannt auf eure Antworten & drücke euch die Daumen!

Bitte beachtet für eure Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden!
478 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Alex Wheatle wurde am 03. Januar 1963 in London (Großbritannien) geboren.

Alex Wheatle im Netz:

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