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AntoniaGuender-Freytag

vor 4 Jahren

(6)

Diesmal hat es mir Alex Winter mit seinem Thriller "Blinder Hass" nicht leicht gemacht. Da ich ein ausgesprochener Fan seiner Daryl-Simmons-Australienkrimis bin, war das Lesen seines neusten Thrillers ein "Muss" für mich.

Cover: Ich finde das Cover in seiner Einfachheit sehr gut gewählt.
Schreibstil: Wie immer schreibt Alex Winter bildhaft und geschliffen. Viele Dialoge geben der Geschichte das Tempo, die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und die Landschaftsbeschreibungen von Australien, wie immer ein Genuss.

Zur Geschichte: Zunächst wird man im Prolog in das Kriegsjahr 1944 versetzt. Sicherlich wäre dies für mich bereits ein Grund das Buch zur Seite zu legen, da ich Polit-Thriller nicht mag, aber die sensationelle Art und Weise, wie dieser Prolog dargestellt wurde, ließ mich bei der Stange bleiben und weiterlesen.

Hauptgeschichte: Vince Forster, der seine Sicherheitsfirma gerade verkauft hat und sich noch nicht sicher ist, was er weiter in seinem Leben anfangen möchte, erhält einen Brief aus Australien von seinem Bruder Bryan, dem eine Tagebuchkopie beigelegt ist. Bryan bittet ihn darum, die Echtheit der Kopie in Erfahrung zu bringen.
Vince wendet sich an seinen Ex-Schwiegervater Robert und auf Grund dessen Nachforschungen wecken sie das Interesse einer weltweit operierenden Terrorgruppe, der Roten Doktrin.
Bald sieht sich Vince nicht nur von den Schergen der Roten Doktrin verfolgt, sondern auch von der Schweizer Polizei, der er seine Unschuld an reichlich Toten nicht mehr beweisen kann, da ihm die Tagebuchkopien abhanden gekommen sind.
Vince bleibt nichts anders übrig, als selbst nach Australien zu reisen, um seinen Bruder und die Originale des Tagebuches zu finden, und seine Unschuld zu beweisen.

In Australien trifft er auf seinen Seelenbruder, einen Aborigines, der mit ihm die weitere Flucht durch die Wüste und die Kimberlys bestreitet. (Wie immer bei Alex Winter, sind die Beschreibungen von Australien und seinen Ureinwohnern lehrreich und anschaulich, ohne den Zeigefinger zu erheben.)

Auf Vince Flucht und durch die Verfolgung der Roten Doktrin gibt es reichlich Tote auf beiden Seiten zu beklagen, allerdings sind die Morde nicht blutig beschrieben und somit auch für zartere Seelen geeignet.

Warum nun vier von fünf Sternen? Ich habe mir meine Beurteilung nicht leicht gemacht und möchte noch einmal darauf hinweisen, dass ich ein ausgesprochener Fan von Alex Winters Schreibstil bin.
Allerdings hat mich dieses Buch nicht ganz so überzeugt, wie es die anderen taten. Der Umstand, dass Vince Forster, ein ganz normaler Staatsbürger, sich gegen jeden Anschlag einer mafiösen Organisation erwehren kann, kam mir manchmal ein wenig konstruiert vor. Sicherlich ist es klar, dass man den Helden nicht sterben lassen kann, da das Buch ansonsten zu ende wäre, aber mir waren, wenn auch gut erklärt, die Befreiungsaktionen des Helden "zu fantastisch".
Sicherlich ändert das nichts an dem temporeichen Erzählstil, aber auch das augenscheinliche Sterben einiger Figuren, die dann doch wieder auftauchten, hinterließen bei mir einen leicht faden Geschmack. Bei einer Figur (Ich möchte aus Gründen der Spannung, nicht schreiben, welcher), war ich mir sogar sicher, dass sich Testleser beschwert hatte und Alex Winter diese wieder auferstehen ließ.
Ich kann mich täuschen. Das ist schließlich ein persönliches Gefühl.

Zusammenfassend möchte ich sagen: Wer einen wirklich spannenden, actionreichen Thriller lesen will, bei dessen Lektüre ein Roadmovie im Kopf entsteht, sei dieser Roman wärmstens empfohlen.

Autor: Alex Winter
Buch: Blinder Hass
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