Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und war sehr gespannt, doch leider fielen mir schnell erste Warnzeichen auf:
1. Ein gut recherchiertes Sachbuch - gerade wenn es persönliche Recherchen und Interviews gab - enthält immer eine Danksagung an jene, ohne die es nicht möglich gewesen wäre. Doch trotz all der angeblichen Kontakte und Recherchen des Autors fehlt von Dank jede Spur.
2. Trotz aller Interviews und persönlichen Reisen bleiben begleitende Recherchen in der Fachliteratur unentbehrlich, doch von einem Quellenverzeichnis oder Literaturliste keine Spur.
3. Sehr reißerischer Schreibstil, der ständig betont, unter welcher Lebensgefahr die Interviews erfolgten, gleichzeitig weist der Autor sowie seine Gesprächspartner darauf hin, dass die Yakuza diese Interviews als Propaganda und Eigenwerbung haben wollte. Wieso sollten sie einen Journalisten verletzen oder schädigen, der für sie Werbung machen soll?
4. Die Übersetzungen aus dem Japanischen sind sehr ungenau und amateurhaft. Z.B. wird "Sensei" mit "Meister" übersetzt und als "Ehrentitel in den japansichen Kampfkünsten" deklariert, dabei bedeutet es einfach nur "Lehrer" und trifft auf einen Mathematik- oder Englischlehrer ebenso zu wie auf einen Musik- oder Sportlehrer.
5. Die Fußnoten und Anmerkungen zu japanischen Begriffen und Gepflogenheiten sind ebenfalls sehr oberflächlich und ungenau und wirken eher wie aus Wikipedia als von einem Japan-Kenner. So werden zum Genuß von Sushi drei dogmatische Regeln aufgestellt, die alle drei komplett falsch sind.
6. Angeblich beherrscht der Autor Japanisch fließend - was zu den falschen Übersetzungen nicht passt. Auch der angebliche Zaubertrick seines genialen Lehrers ergibt wenig Sinn.
Je weiter ich das Buch las, desto verwunderter war ich - auf dem Klappentext deklariert sich der Autor als "einer der profundesten Japan-Kenner", das Buch entlarvt ihn jedoch als oberflächlichen Journalisten mit wenig Fachkenntnis der Materie.
Eine kurze Suche im Internet ergab zahlreiche Treffer aus der Japanologenszene, welche die Warnsignale und meinen Eidnruck bestätigten:
der Autor ist ein Selbstdarsteller, seine Japan-Kentnisse sehr oberflächlich und das Buch voller Oberflächlichkeiten, Fehleinschätzungen und sogar dreister Lügen.
Wer sich einen professionellen Eindruck über die Qualität des Buches verschaffen will, dem empfehle ich Wolfgang Herberts Artikel "Münchhausen in Japan - Alexander Detigs gefälschte Seitenblicke in die japanische Unterwelt".
Alexander Detig
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Detigs Buch zeigt und beschreibt uns die Einblicke im Leben der Yakuza in der japanischen Unterwelt. Er stellt uns einzelne Yakuza, mit unterschiedlichem Charakter vor. Er zeigt die Yakuza so wie sie wirklich sind und verschönert dieses nicht. Zwar beschreibt Detig im Buch auch seine eigenen Gedanken rund um und während der Interviews, die Betrachtung bleibt aber eine möglichst objektive, die die einzelnen Yakuza mit dem, was sie sagen, präsentiert, ohne zusätzliche Hintergründe zu Verbrechen der Organisation oder ähnlichem hinzuzufügen. Dies mag für einige sicherlich enttäuschend sein, andererseits schafft es Detig so, die Yakuza so zu zeigen, wie sie sich sehen möchten. Ich fand es sehr interessant, da es die Sicht zeigt, wie die Yakuza gerne gesehen werden möchten.
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