Mercedes-Benz ist weit mehr als nur eine Automarke; der Name steht (oder stand?)weltweit als Synonym für deutsche Ingenieurskunst, hohe Sicherheit für die Insassen bei Unfällen und unvergleichlichen Luxus. Doch innerhalb der Modellpalette gibt es Fahrzeuge, die selbst diesen hohen Standard noch übertreffen. Genau diesen Legenden widmet sich das im Motorbuch Verlag erschienene Werk „Die grossen Mercedes“.
Eine Zeitreise durch die Luxusklasse
Das Buch nimmt den Leser mit auf eine faszinierende Zeitreise durch die Geschichte der exklusivsten Repräsentationswagen aus Stuttgart. Der Fokus liegt dabei auf den Fahrzeugen, die Geschichte schrieben: Vom Typ 770 der 1930er-Jahre existiert nur ein Schwarz/Weiß-Foto, die eigentliche Geschichte 'vom Daimler' beginnt mit dem berühmten „Adenauer-Mercedes“ (Typ 300), der von 1951 bis 1957 produziert wurde. Die Geschichte endet bei Weitem nicht mit dem ultimativen Statussymbol, dem Mercedes 600 (W 100). Es sind Autos, die nicht einfach nur fuhren, sondern die Weltbühne beherrschten – genutzt von Staatsmännern, Monarchen und Kapitänen der Industrie. Zu den Besitzern eines 600ers gehörten auch Persönlichkeiten wie Elisabeth Taylor, Udo Jürgens, Paul McCartney, Elvis Presley, Aristoteles Onassis, Coco Chanel, Gunter Sachs, Leonid Breschnew, aber auch zumindest im Westen weniger angesehene Menschen wie Anvar Hoxa (Diktator Albaniens), Pablo Escobar oder Idi Amin und Mao Zedong.
Das Mode-Diktat der späten 1960er Jahre brachte die Generation der Heckflosse-Daimler hervor. Von Daimler selbst wurden die eher mur angedeuteten Heckflossen 'Peilstege'. So oder so benannt, sie wurden Anfang der ersten 70er Jahre schon wieder entschärft, also gerundet.
Tiefe Einblicke und visuelle Brillanz. So geht es Seite um Seite weiter, über den ungeliebten W 140, der so große Abmessungen aufwies, dass er nicht auf den Zug über den Hindenburgdamm nach Sylt passte bis hin zum Mercedes-Maybach S650. Einige 'Sondermodelle' von Brabus und Konsorten fehlen natürlich auch nicht.
Was dieses Buch besonders auszeichnet, ist die gelungene Mischung aus fundierter Recherche, visueller Opulenz und purem Lesevergnügen. Denn Alexander F. Storz versteht es, die trockensten Informationen erfrischend frisch zu texten. Der Motorbuch Verlag nutzt die enorme Expertise des Autoren: Hochwertige Archivbilder, detailreiche technische Datenblätter und spannende Anekdoten zur Entwicklung der Fahrzeuge machen das Lesen zum reinen Vergnügen. Besonders hervorzuheben ist, wie verständlich die komplexe Technik – etwa die legendäre Hydraulik des 600ers – erklärt wird, ohne den Leser mit zu trockenem Fachjargon zu ermüden.
Unterm Strich also ein Muss für Stern-Liebhaber
Ob als fundiertes Nachschlagewerk oder als hochwertiger Bildband zum Schmökern – „Die grossen Mercedes“ überzeugt. Es ist eine Hommage an eine Ära, in der Automobile noch „Kathedralen auf Rädern“ waren. Für Sammler, Technikbegeisterte und Fans der Marke mit dem Stern ist dieses Werk eine absolute Pflichtlektüre. Ein schöner Band, der den Glanz und die Würde dieser Fahrzeugklasse perfekt einfängt.












