Alexander Gorkow

 3.3 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor von Mona, Hotel Laguna und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Alexander Gorkow

Mona

Mona

 (17)
Erschienen am 01.12.2009
Hotel Laguna

Hotel Laguna

 (7)
Erschienen am 17.08.2017
Draußen scheint die Sonne

Draußen scheint die Sonne

 (4)
Erschienen am 24.11.2008
Kalbs Schweigen

Kalbs Schweigen

 (4)
Erschienen am 01.04.2009
Wieso fragen Sie das?

Wieso fragen Sie das?

 (2)
Erschienen am 25.08.2004
Hotel Laguna

Hotel Laguna

 (0)
Erschienen am 11.04.2019
Hotel Laguna

Hotel Laguna

 (1)
Erschienen am 11.12.2017

Neue Rezensionen zu Alexander Gorkow

Neu
Wedmas avatar

Rezension zu "Hotel Laguna" von Alexander Gorkow

Ein großartiger Familienroman.
Wedmavor 7 Monaten

Von dieser Familiengeschichte bin ich begeistert! So eigenartig, so urig wie sie ist, so großartig und authentisch erzählt! Ich habe sie auf der gesamten Länge genossen.


Klappentext beschreibt den Inhalt recht gut: „Gibt es sie wirklich, die Traumorte unserer Kindheit?

Nach mehr als 30 Jahren Abwesenheit kehrt Alexander Gorkow ins Paradies zurück; in das Dorf Canyamel, an die Nordostküste Mallorcas. Gemeinsam mit Mutter, Schwester und Vater - einem so gütigen wie exzentrischen Patriarchen - verbrachte das Kind hier prägende Urlaube. Nun reist Alexander Gorkow wieder an, als preisgekrönter Reporter und vom Leben gezeichneter Familienvater. Eine moderne Tragikomödie nimmt ihren Lauf, über unsere Urlaube, damals und heute, die Menschen unseres Lebens - und unsere ewige Sehnsucht nach dem Meer.“


Heute ist Alexander 50. Damals war er 6, als er zum ersten Mal von seinen Eltern nach Canymel mitgenommen wurde. Heute ist seine Tochter 6, als sie sich mit ihrer Mutter Alexander später anschließt. Erst ist er allein auf der Insel, da er an seinem Roman arbeiten möchte. Da gibt es viele spannende Beobachtungen, wie es ist, allein Urlaub zu machen. Nun, als die Familie da ist, ist der Boden für Parallelen geschaffen. Wie es für Alexander damals war, als er mit 6 diese Insel erblickte? Wie waren die Menschen? Ihre herrliche Gastfreundschaft, ihre Eigenart wird für immer bei Alexander und bei den Lesern/Hörern bleiben. Was hat sich seit damals geändert? Die Anzahl der Touristen ist auf jeden Fall gewachsen. Obwohl so viele angaben, dass sie 2015 nicht zufrieden waren, kamen 2016 noch mehr Urlauber auf die Insel. Hier gibt es viel Satire und Gesellschaftskritik, sehr nett verpackt.


Die Vergangenheit war für mich doch viel beeindruckender, denn da wurde auch ein Teil der dt. Geschichte erzählt, v.a. der Nachkriegszeit. Alexanders Eltern habe ich gern kennengelernt. Der Vater war schon eine spannende Persönlichkeit. Erst ein Schauspieler im Theater, der die Bühne für die Familie verlassen hatte, da er seiner Frau und der herzkranken Tochter nahe sein wollte, war er ein erfolgreicher Unternehmer, der mit seiner Familie jeden Sommer verreiste. Zum Schluss gibt es auch Berichte über die Urlaube in Frankreich und in Spanien. Paar politisch- geschichtliche Dinge kommen auch hier sehr gut zur Geltung. Alles nett, aber recht ironisch-satirisch aufgearbeitet.


Man kann noch viel über diesen Roman schreiben, besser, man lernt ihn selbst kennen.


Fazit: Eine großartig erzählte, eigenartige, beeindruckende Familiengeschichte, die ich sehr gern gehört habe.


Richard Barenberg hat wunderbar gelesen. Ich konnte prima in die Geschichte eintauchen. Sie hielt mich auch bis zum Schluss gefangen. Nach einer Pause höre ich es mir bestimmt nochmals.

Ungekürzte Ausgabe 10 St. 11 Min.

Kommentieren0
51
Teilen
Sigismunds avatar

Rezension zu "Hotel Laguna" von Alexander Gorkow

Urlaub auf Malle - damals und heute
Sigismundvor 10 Monaten

Ein sehr kluges, oft sentimentales, meist aber heiteres Buch sind die im August 2017 beim Verlag Kiepenheuer & Witsch veröffentlichten Erinnerungen des mit Preisen ausgezeichneten Journalisten Alexander Gorkow (51) an das „Hotel Laguna“ auf Mallorca. „Meine Familie am Strand“, wie der Untertitel lautet, ist eine überaus unterhaltsame, zum Lachen animierende, stellenweise doch auch nachdenklich stimmende Mischung aus Familiensaga, Autobiographie, Reisebericht und Liebesroman – eine Liebeserklärung an die liebste Ferieninsel der Deutschen, insbesondere an die Bucht des Dorfes Canyamell und das 1963 direkt am Strand gebaute Hotel Laguna. Nicht chronologisch, sondern dem jeweiligen Thema angepasst, springt der Autor zwischen Kindheitserlebnissen und Gegenwart hin und her. 1967 stand der damals Einjährige zum ersten Mal mit Eltern und Schwester an dieser Bucht mit türkisblauen Wasser – nein, er stand nicht, sondern saß auf dem Arm seines Vaters. Damals konnte sich die Familie das neue Strandhotel nicht leisten und wohnte in der benachbarten Pension. Bis zu Gorkows 14. Lebensjahr verbrachte die Familie dort alljährlich ihre Urlaubswochen. Nach Jahrzehnten der Abwesenheit kehrt nun der einst kleine Alexander, inzwischen selbst Vater einer siebenjährigen Tochter, nach Canyamel auf die „Insel der überfahrenen Kaninchen“ zurück und wohnt endlich in seinem Traumhotel Laguna. Täglich paddelt er „mit dem Kajak weit heraus aus der Kindheitsbuch – und wieder zurück.“ Und so wechseln sich in Gorkows Buch gegenwärtige Beobachtungen mit Versatzstücken der Erinnerung ab - manchmal ironisch, manchmal sarkastisch, manchmal voller Liebe kommentiert. Wir lernen Gorkows Eltern in den 1960ern kennen, ein vom Krieg gebeuteltes Ehepaar, das sich in den Jahren des Leids und der Entbehrungen nicht hat unterkriegen lassen und jetzt die Urlaubswochen genießt. Wir erfahren die Unterschiede, wie man vor 50 Jahren Ferien machte, als man noch im Flugzeug rauchen durfte, und wie es heute mit Sichtung von Bewertungsportalen und Jagd nach Schnäppchen sowie der Suche nach Erlebnissen am Urlaubsort mehrheitlich üblich zu sein. War der Urlaub früher schöner? Es war eine andere Zeit: „Die alte Telefonzelle neben dem Laguna ist jetzt eine Telefonhaube. Sie war sinnvoll, jetzt ist sie sinnlos. Die Drachenhöhlen in Porto Christo waren eine halb rustikale, halb wirre Attraktion. Heute sind die Drachenhöhlen eine auf der ganzen Insel beworbene Fun-Explosion, nur sind es halt immer noch Höhlen.“ Damals war man noch Gast bei Gastgebern, es „machten „Menschen auf Mallorca Urlaub, keine Zielgruppen“. Gerade die aus der Sicht des Erwachsenen geschilderten Kindheitserlebnisse lassen beim Lesen schmunzeln, erinnert doch der Vater irgendwie an Loriots „Papa ante portas“. Jahrzehnte sind vergangen, der Vater inzwischen gestorben. Jetzt steht der erwachsene Sohn an seiner Stelle: „Ich habe mich im Meer in die Spur meines Vaters gelegt, und diesen Weg bin ich nun allein geschwommen.“ Alexander Gorkows „Hotel Laguna“ ist ein Buch der Erinnerung und des Vergleichens, ein Buch für zwei Generationen – nicht nur, aber besonders für Mallorca-Fans. Und so manches Mal wird man an die eigenen Ferien mit den Eltern erinnert - oder als inzwischen Erwachsener an die Urlaube mit eigenen Kindern.

Kommentieren0
0
Teilen
Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Hotel Laguna" von Alexander Gorkow

Mallorca Anno 1967 und 2015
Buecherschmausvor einem Jahr

„Tourismus“ ist mittlerweile ein fast schon negativ besetztes Wort, besonders wenn es mit dem Präfix „Massen“ daherkommt. Dabei war es nach dem Zweiten Weltkrieg die Erfüllung der großen Sehnsucht so vieler Deutschen, sich mit dem eigenen kleinen Auto oder, je nach Geldbeutel, mit dem Flugzeug, gen Süden zu bewegen, hin zur Sonne, zur Wärme, aber auch zu mehr Leichtigkeit und Lässigkeit im Umgang mit dem Leben. Fort von den Mühen und Sorgen des Wirtschaftswunders, raus aus dem „grauen Alltag“. Auch heute noch zählen, bei allen Veränderungen beim Reisen, die „schönsten Wochen des Jahres“ für viele Menschen zu den unverzichtbarsten Dingen im Leben.
Diese Veränderungen sind ein Thema in Alexander Gorkows Buch „Hotel Laguna. Meine Familie am Strand“. Gorkows Familie, Vater, Mutter, die sieben Jahre ältere Schwester mit dem Herzfehler und der kleine Alexander, das „süße“ Kind, das es aber auch ganz faustdick hinter den Ohren haben konnte, sind in Meerbusch-Büderich beheimatet. Zusammen mit einigen anderen gut- und bildungsbürgerlichen Familien leben sie dort recht behaglich in einer Gartenwohnung, man isst gut, trinkt reichlich, raucht noch viel mehr und hört leidenschaftlich Musik, gerne auch modernen Jazz, den man sich von Stammplattenladen liefern lässt. Wäre da nicht der Flughafen Düsseldorf, der seine Einflugschneise direkt über das Haus der Gorkows führt. Ein Umstand, der zwar bei keinem der Anwohner den Gedanken am Umzug aufkommen lässt, aber so manches Gespräch unterbricht und auch prima als Grund dient, warum so mancher dort „nicht alle Tassen im Schrank hat.“
„Die üblichen Lärmintervalle waren klar ausschlaggebend für einige schwere Neurosen und Maotten in meiner Familie, mindestens war die Einflugschneise ein besonders fruchtbares Gelände, um schon vorhandene neurotische Anlagen zu kultivieren. so wird die unter Mitteilungsbedürftigen schon normale sorge, nicht ausreichend zu Wort zu kommen, zu einer manifesten Angstneurose. In den bis zu dreiundfünfzig Jahren, die meine Familienmitglieder in der Gartenwohnung der Dietrich-Bonhoeffer-Straße Nummer 1verbrachten, fiel sehr oft der Satz: „Ich möchte bitte ausreden“, gerne auch sogleich im ersten Anlauf durch die gereizte Zufügung: „Ich möchte bitte ausreden dürfen.“ Bevor das nächste Flugzeug kam, musste, was gesagt werden musste, gesagt sein.“
Vielleicht ist die etwas unentspannte Wohnlage auch ein Grund, weswegen es die Familie immer wieder in die Ferne zieht. Wahrscheinlich ist es aber eher die Sehnsucht nach dem Süden, nach dem anderen, dem leichteren Lebensgefühl, das die Eltern lockt. Nach Frankreich, nach Italien und dann immer wieder nach Canyamel auf Mallorca. Die Traumata der Kriegsjahre lasten immer noch schwer auf den Eltern, andererseits sind sie wild entschlossen, die schönen Seiten des Lebens auszukosten.
„Schon früh solidarisiere ich mich mit den kriegsbedingten Traumata meiner Eltern, ich esse alles, was ich sehe und bis mir schlecht ist, weil es vielleicht morgen nichts mehr zu essen gibt, ich tanze, sobald wer Musik auflegt, wer weiß, ob es morgen noch Musik gibt, ich liebe Helligkeit und Raum, Dunkelheit und Enge lehne ich ab.“ „
Und so geht es in einer engen Caravelle Jahr für Jahr in den kleinen Badeort an der Nordostküste Mallorcas. Damals war das Hotel Laguna, Sehnsuchtsort der Mutter, noch fest in Schweizer Hand, man selbst residierte in der kleineren „Mi vaca y yo“.
Anders heute in unserer globalisierten Gegenwart. 2015 reist Alexander Gorkow für drei Monate „Sabbatical“, er konnte seinen Verleger von der Idee eines Erinnerungsbuchs überzeugen, in eben jenes Hotel Laguna direkt an der Playa de Canyamel.
Das Buch ist keine Autobiografie und erst recht kein Roman. Eher mit seinem journalistischen Handwerkszeug geht Gorkow daran, von seinen Erinnerungen an die Familienurlaube, an seine Familie, die vor einigen Jahren verstorbene Schwester und vor allem den toten Vater zu erzählen. Dabei entsteht ein wirklich rührendes Porträt eines sicher auch nicht immer einfachen Mannes, des „Chefs“, der auch im Urlaub täglich mit der Firma telefoniert, hitzige Debatten mit der politisch links stehenden, pubertierenden Tochter führt und gutes Benehmen fordert, gerade in „Ländern, die man eben noch überfallen hatte.“
Dieses gute Benehmen ist etwas, das Alexander Gorkow bei den meisten heutigen Urlaubern vermisst. Denn neben den Erinnerungen ist sein Bericht eine meist bittere Bestandsaufnahme der Veränderungen, die die Urlaubsinsel Mallorca, der Tourismus und generell die Menschheit so erfahren haben seit jenen Kinderjahren.
Vieles ist davon zutreffend, manches auch brüllend komisch. Besonders wenn man selbst zu den Urlaubern der späten Sechziger und Siebziger Jahre gehört hat. Ich war zufälligerweise im selben Jahr wie Alexander Gorkow das erste (und leider einzige Mal) auf Mallorca, 1967. Ich war zwei Jahre alt, habe natürlich daran keine Erinnerung mehr und merkwürdigerweise gibt es nur ein einziges Foto von mir auf der Treppe zum Flugzeug. Viele der witzigen Episoden erkenne ich aber wieder von den zehn folgenden Urlauben auf dem spanischen Festland, die ich dort mit meiner Familie verbrachte. Das trifft der Autor wunderbar und hat mich nicht nur oft zum Lachen, sondern auch zu manch leicht rührseligen Erinnerung gebracht.
Insgesamt ist der Rückblick sehr nostalgisch. Einiges wird naturgemäß verklärt. Ob es beispielsweise ein Ausdruck von Freiheit war, mit seinem des Schwimmens nicht mächtigen Kind auf dem Rücken weit ins Meer hinauszuschwimmen (was interessanterweise mein Vater mit mir auch gemacht hat, ich war aber schon mit Schwimmflügeln einigermaßen gesichert) ist zumindest fraglich. Gorkow macht auch recht deutlich, was ihm am heutigen Urlauben nicht gefällt. Seine Verachtung verteilt er dabei recht großzügig über Luxushotels wie über Ballermann-Touristen, über Smartphones nutzende Familien wie über Onlinebucher.
Meiner Meinung nach vergisst er nur manchmal, dass er sich zeitweise gar nicht so anders verhält. Was unterscheidet den besoffenen Urlauber Gorkow groß von den Feierwütigen in Cala Ratjada, was den wegen Flugverspätung einen Aufstand anzettelnden Autor von den ihren Missmut ausgießenden Bewertungsportalnutzern?
Etwas weniger Selbstgerechtigkeit und Häme hätte dem ansonsten sehr amüsant zu lesenden Buch gut getan. Ein zärtliches, rührendes Porträt für seine Familie und allen voran den Vater ist es aber dennoch geworden.

Kommentare: 2
74
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 50 Bibliotheken

auf 7 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks