Alexander Gorkow

 3,8 Sterne bei 104 Bewertungen
Autor von Die Kinder hören Pink Floyd, Mona und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alexander Gorkow

Alexander Gorkow, geboren 1966, arbeitet seit 1993 bei der Süddeutschen Zeitung. Buchveröffentlichungen: »Kalbs Schweigen« (2003), »Mona« (2007), »Draußen scheint die Sonne. Interviews« (2008), »Hotel Laguna« (2017). Als Herausgeber: Till Lindemanns »In stillen Nächten« (2013) und »100 Gedichte« (2020).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alexander Gorkow

Cover des Buches In stillen Nächten (ISBN: 9783462045246)

In stillen Nächten

 (42)
Erschienen am 02.10.2013
Cover des Buches Die Kinder hören Pink Floyd (ISBN: 9783462052985)

Die Kinder hören Pink Floyd

 (19)
Erschienen am 11.02.2021
Cover des Buches Mona (ISBN: 9783596163823)

Mona

 (17)
Erschienen am 01.12.2009
Cover des Buches Hotel Laguna (ISBN: 9783462053067)

Hotel Laguna

 (9)
Erschienen am 11.04.2019
Cover des Buches 100 Gedichte (ISBN: 9783462053326)

100 Gedichte

 (7)
Erschienen am 05.03.2020
Cover des Buches Draußen scheint die Sonne (ISBN: 9783462040630)

Draußen scheint die Sonne

 (4)
Erschienen am 24.11.2008
Cover des Buches Kalbs Schweigen (ISBN: 9783453406414)

Kalbs Schweigen

 (4)
Erschienen am 01.04.2009
Cover des Buches Wieso fragen Sie das? (ISBN: 9783636061195)

Wieso fragen Sie das?

 (1)
Erschienen am 25.08.2004

Neue Rezensionen zu Alexander Gorkow

Cover des Buches Die Kinder hören Pink Floyd (ISBN: 9783462052985)S

Rezension zu "Die Kinder hören Pink Floyd" von Alexander Gorkow

Leider nicht mein Stil
SeemannAvor 19 Tagen

Ich bin weder ein Kind der 70er Jahre, noch komme ich aus Deutschland, aber dieses Buch konnte ich mir trotz allem nicht entgehen lassen. Viel gelobt wurde es überall (es wurde ja in zahlreichen Sendungen auch vorgestellt, ich denke, ich habe es beim Literarischen Quartett gesehen), fast nachgeschmissen hat man es dem zukünftigen Publikum. Wer kann da schon Nein sagen? Ich offensichtlich nicht.

Leider! Denn dieses Buch hätte ich mir echt sparen können. Es hat mir schon zu Beginn viel abverlangt überhaupt weiter zu lesen, da es gleich sehr verwirrend beginnt. Die Geschichte wird aus Alexanders Sicht erzählt (autobiografisch, Ich-Erzähler, im Präsens) und ist sehr speziell. Alexander ist altklug, die Sprache passt überhaupt nicht zu einem 10-Jährigen, das unterkühlte Verhältnis zu seiner Schwester, aber auch das zu seinen Eltern ist sehr eigenartig, und die immer wiederkehrenden Erwähnung eines speziellen Films aus dieser Zeit ergeben vielleicht einen roten Faden, aber für mich einfach keinen Sinn. Die ständigen Beileidigungen, gleich zu Beginn des Buches, der "anderen" Kinder in der Klasse (sie werden andauernd Spasti oder Mongo genannt) mag zwar damals so stattgefunden haben, ich war mir nur nicht sicher, ob der Autor damit Humor in die Story einbauen wollte, ich finde es nur abstoßend.

Möglicherweise ist es supermodern geflügelte Worte wie "Die Kinder hören Pink Floyd" in einem Roman zu verwenden, das macht die Sache aber auch nicht besser. Mir ist der Hype zu diesem Buch tatsächlich unerklärlich, ich konnte damit absolut nichts anfangen.

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Cover des Buches Die Kinder hören Pink Floyd (ISBN: 9783462052985)sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "Die Kinder hören Pink Floyd" von Alexander Gorkow

Autobiografisches zwischen Hitparade, Auflehnung und Pink Floyd
sleepwalker1303vor einem Monat

Der Roman „Die Kinder hören Pink Floyd“ von Alexander Gorkow ist ein eher kurzes und autobiografisch aufgebautes Buch aus der Kindheit des Autors. Ich mag Pink Floyd nicht zuletzt, weil ein Bekannter von mir eine Pink-Floyd-Hommage inszeniert hat, daher bin ich auf das an das Album „Dark Side of the Moon“ erinnernde Cover direkt angesprungen. Und mit „Wish you were here“ in der Endlosschleife habe ich versucht, mich auf das Buch einzustimmen – vergeblich. Am Ende der nicht mal ganz 200 Seiten bleibt für mich von dem Buch nur ein großes Fragezeichen: Was will mir der Künstler damit sagen?

Alexander Gorkow ist Jahrgang 1966, seine Schwester war sechs Jahre älter. Als er etwa zehn Jahre alt war (das Buch handelt von der Zeit kurz vor dem Übertritt aufs Gymnasium), hatte sie einen großen Einfluss auf ihn, musikalisch, aber auch (pseudo) politisch und bezüglich seiner Persönlichkeitsentwicklung. Sie, die das ganze Buch über nur „die Schwester“ genannt wird, gehört der Boomer-Generation an, hat einen Contergan-bedingten Herzfehler, der sie immer wieder zu Klinikaufenthalten zwingt, und sie kennt sich aus. Eingekeilt zwischen Tagesschau, ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck und Heino, probt sie einen pseudointellektuellen Kampf gegen das Establishment. Sie weiß über Dinge Bescheid, von denen der kleine Alexander so gar keine Ahnung hat und die er in seiner kindlichen Naivität manchmal auch falsch versteht. 

Die Schwester ist für mich die heimliche Protagonistin des Buchs. Sie weiß, was Sozialismus, Faschismus und Nazis sind, hat den Durchblick in der (spieß)bürgerlichen Gesellschaft der Düsseldorfer Vorstadt und natürlich kennt sie sich mit Zwischenmenschlichem und Musik aus, besonders natürlich mit Pink Floyd. Dagegen besteht Alexanders Leben aus Schule (Casala-Tischen und seinem Freund Hubi mit Trisomie 21, der lieber Demis Russos als Pink Floyd mag), seinem Qualitätsrad, der Therapie gegen sein Stottern, Tagträumen und dem, was seine Schwester ihm nahezubringen versucht: Musik und Kampf gegen das Establishment.

Manche Abschnitte erinnerten mich beim Lesen an aktuelle Verschwörungstheorien, wenn man das Wort „Establishment“ durch „Eliten“ ersetzt, dann bekommt die Aussage, dass die „Mothers of Invention“ Kinder im Einkochtopf weichkochen, um eine „Kinderbrühe“ herzustellen, einen ganz seltsamen Unterton. Das Establishment ist für den kleinen Alexander eine Ansammlung von Monstern, denn mit dem abstrakten Begriff an sich kann er nichts anfangen. Andere Passagen sind sehr skurril und erinnern eher an Loriot. „Willst du mit dem Papi sprühen“, eine Frage, bei der der Vater sich selbst in der dritten Person nennt, fühlte ich mich beispielsweise wie bei „Weihnachten bei den Hoppenstedts“. 

 

Vielleicht bin ich mit Jahrgang 1977 zu jung für dieses Buch, aber ich kann nicht sagen, dass es mich in irgendeiner Weise begeistern konnte. Zwar mag ich die Musik von Pink Floyd, aber irgendwie kam die mir in dem Buch trotz allem zu kurz. Ich fand das Buch nicht wirklich witzig, die Sprache gewöhnungsbedürftig und manchmal las es sich für mich eher verbittert und zynisch als spaßig. Alles in allem fehlte mir auch der rote Faden. Nur die stete Wiederkehr des Films „Nacht der reitenden Leichen“ und die Tatsache, dass Alexander immer wieder auf sein Stottern angesprochen wird, sind sich konstant wiederholende Elemente. Abgesehen davon bleibt nur eine eher unzusammenhängende Aneinanderreihung von Episoden aus einer kurzen Zeit im Leben eines Zehnjährigen, ein Buch, das nicht wirklich vorankommt und mich eher ein Stillleben erinnert, als an einen Kurzfilm. Bei mir kam dabei nicht einmal ein nostalgisches Gefühl auf. Für  mich ist das Buch ein ebenso zahnloser Tiger wie der Kampf der Schwester gegen das Establishment – nett und zahm, mehr aber auch nicht. Der Epilog, in dem der Autor von seinem Treffen mit Roger Waters erzählt, der Entthronung eines (ehemaligen) Helden, kann für mich das Buch auch nicht retten. Von mir zwei Sterne.

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Cover des Buches Die Kinder hören Pink Floyd (ISBN: 9783462052985)Motzbecks avatar

Rezension zu "Die Kinder hören Pink Floyd" von Alexander Gorkow

Treffende Beschreibung der frühen 70er
Motzbeckvor einem Monat

In "Die Kinder hören Pink Floyd" beschreibt der Autor Gorkow (s)eine Kindheit im Rheinland der 70er Jahre, also tief im Westen der alten Bundesrepublik. Dabei spielt erwartungsgemäß die Musik Pink Floyds eine gewichtige Rolle, aber nicht nur die. Gurkow beschreibt Situationen und Typen, ohne dabei holzschnittartig zu wirken und als Leser, der seine Kindheit ebenfalls in den 70ern hatte, muss man sagen: Ja, so waren sie, die 70er. Unbedarfter Umgang mit Spritzgiften, die nie ausgehenden Zigaretten, der obligatorische Balkangrill sind Aspekte, die jedem, der in dieser Zeit großgeworden ist, im kollektivem Gedächtnis geblieben sind. Natürlich kennt man auch die damals allgegenwärtige RAF-Hysterie bzw. Bewunderung, je nach Standpunkt und/oder Alter. Menschen, die durch den Krieg gezeichnet waren, gehörten auch in meinem Städtchen zum Alltagsbild. Insofern ist Gorkow ein beeinduckendes Panoptikum der 70er gelungen.

Ich selbst, der ähnlich wie Gurkows Protagonist durch eine ältere Schwester an Pink Floyd herangeführt wurde, würde mich niemals als Fan der Band bezeichnen, schon gar nicht der späten Phase. "The wall" hat mir nichts mehr gesagt. Trotzdem war ich überrascht, wie viele der zitierten Titel ich dann doch kannte, obwohl ich mit "Dark Side of the moon" und ""Wish you were here" nur zwei LPs besessen habe/noch besitze (aber mangels Plattenspieler nicht mehr hören kann). Das zeigt, dass diese Band damals irgendwie allgegenwärtig war, sei es auf Feten, im Freundeskreis oder im Radio. Und, irgendwie vermisse ich das im Buch beschriebene haptische Erlebnis des Plattenauflegens sowie Ersthörens und die beeindruckenden Plattencover, die im Vergleich zu heutigen CDs einfach besser abschneiden.

Wer wissen möchte, wie die 70er Jahre waren, der sollte dieses Buch lesen.

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