Alexander Häusser , Gordian Maugg Hungerwinter

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Inhaltsangabe zu „Hungerwinter“ von Alexander Häusser

Es war der kälteste Winter des Jahrhunderts. Der Zweite Weltkrieg war vorüber, Deutschland besetzt, die Städte zerbombt. Es fehlte an allem: Wohnungen, Nahrung, Heizmaterial. Als dann die Kälte hereinbrach, starben mehrere hunderttausend Menschen an Unterernährung, Erfrierung und Epidemien. Nun erzählen Betroffene zum ersten Mal von dieser Schreckenszeit. Ein bewegendes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.

»Die Kälte war wirklich schlimm. Wir Kinder waren zu dritt in einem Bett, damit wir bloß ein bisschen Wärme erzeugen konnten. Blitzblankes Eis war da an den Wänden.« Edith Eints, Flüchtlingskind, damals 9 Jahre alt

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  • Rezension zu "Hungerwinter" von Alexander Häusser

    Hungerwinter

    Nostalgia

    06. February 2011 um 18:06

    Es war der kälteste Winter des Jahrhunderts. Der Zweite Weltkrieg war vorrüber, Deutschland besetzt, die Städte zerbombt. Es fehlte an allem: Wohnungen, Nahrung, Heizmaterial. Als dann die Kälte hereinbrach, starben in den Trümmern und notdürftig hergerichteten Unterkünften mehrere hunderttausend Menschen, vor allem Alte, Frauen und Kinder, an Unterernährung, Erfrierung und Epidemien. Nun erzählen Betroffene zum ersten Mal vom Überleben in dieser Schreckenszeit. Ein bewegendes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Eigentlich gedacht als Begleitbuch zu einem ARD-Dokudrama welches ich bislang aber noch nicht gesehen habe. Mich hat der Titel spontan angesprochen da meine Mama Jahrgang 46 ist und ich von ihr schon einige Erzählungen von damals zu eben diesem Thema gehört hatte. Aufgewachsen auf dem Land decken sich ihre Erinnerungen mit vielen Betroffenen aus der Doku, allerdings hatte sie und ihre Familie das große Glück auf dem Land aufgewachsen zu sein, wo man sich in bäuerlicher Umgebung teilweise selbst mit Nahrung versorgen konnte. Gehört hatte ich wie gesagt von diesem Winter in dem viele hundertausende ihr Leben verloren, und dieses Buch erklärt detailiert wie es überhaupt zu dieser Katastrophe kommen konnte. Deutschland hat den Krieg verloren, die Städte waren zerbombt, Deutschland war in Besatzungszonen aufgeteilt. Eine Zeit in der es an allem mangelte und der heraufziehende Kalte Krieg machte die Versorgung nicht leichter. Wo der Schritt zur Kriminalität die Entscheidung zum Weiterleben war. Hamstern, Diebstahl, Schwarzmarktgeschäfte waren an der Tagesordnung. Lebensmittelkarten wurden zum Lebensberechtigungsausweis. Ein Szenario dass man sich in der heutigen Überflussgesellschaft absolut nicht mehr vorstellen kann, dass war kein Leben mehr, dass war das bloße Überleben!! Ich hab viele offene Fragen beantwortet bekommen und das geschilderte Schicksal Einzelner werde ich mit Sicherheit lange nicht vergessen können.

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  • Rezension zu "Hungerwinter" von Alexander Häusser

    Hungerwinter

    Gospelsinger

    04. February 2011 um 22:50

    Es ist Winter. Es ist saukalt. Es schneit. Der öffentliche Nahverkehr stockt, die Bahn hat Verspätung oder fällt gleich aus, auf den Autobahnen reihen sich die Staus aneinander. Das ist nervig, und deshalb wird auch viel gemeckert. Zu leicht wird dabei übersehen, dass wir trotz des harten Winters Strom haben, dass die Heizung funktioniert, dass die Geschäfte geöffnet sind und dass wir genug zu essen haben. Im Winter 1946/47 war das anders. Zu einem extrem harten Winter kamen die Folgen des Krieges und der Vertreibung. Es gab kaum Wohnungen, Heizungen schon gar nicht. Kohlen mussten geklaut werden. Die ausgegebenen Lebensmittel reichten hinten und vorn nicht, also war man auch hier auf andere Beschaffungsmethoden angewiesen. Wer moralische Skrupel hatte, verhungerte. Die Verwaltung der Alliierten war mit der Lage völlig überfordert. Durch die zerstörte Infrastruktur war es unmöglich, Lebensmittel und Heizmaterial in ausreichender Menge zu den Bedürftigen zu transportieren. Überhaupt gab es nicht genug, auch nicht bei den Alliierten selbst. Lediglich die USA waren nicht von den Folgen des Krieges betroffen und konnten Hilfslieferungen senden, ohne dass die eigenen Leute hungern mussten. Reihenweise sind die Menschen verhungert und erfroren. Wer keine Familie hatte, war verloren. Denn die Familienmitglieder konnten losgeschickt werden, um Kohlen zu klauen, auf Hamsterfahrt zu gehen, den Schwarzmarkt zu besuchen oder sich in die Schlangen einzureihen, um die wenigen auf Lebensmittelkarte erhältlichen Waren zu ergattern. Die Autoren beschreiben gründlich und kompetent die politische und gesellschaftliche Situation der direkten Nachkriegszeit. So wird verständlich, wie es zur Hungerkatastrophe kommen konnte. Sehr plastisch wird die Darstellung durch die eingeschobenen Erfahrungsberichte von Zeitzeugen. Ganz nah kommt einen die Verzweiflung der Menschen, zum Beispiel, wenn man liest, wie ein Ehepaar nur ein einziges Weihnachten mit ihrem Baby feiern können, weil es in der zu kalten Wohnung erfriert. Die Berichte sind mir sehr unter die Haut gegangen. Wir sollten uns öfter einmal klarmachen, wie gut wir es eigentlich haben... Diese gelungene und sehr empfehlenswerte Mischung aus fundierter sachlicher Information und erzählter Geschichte liest sich spannend wie ein Roman.

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