Alexander Hoh In kleinen Gruppen, ohne Gesänge!

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Inhaltsangabe zu „In kleinen Gruppen, ohne Gesänge!“ von Alexander Hoh

Die „Hamburg Hooligans“ (später, etwas irreführend angesichts der aktuellen Trends, „Hamburg Ultras“ genannt) waren sicher nicht der härteste deutsche Fußballmob. Aber ihre außergewöhnliche, skurrile Zusammensetzung voller schräger Typen und echter Hamburger Originale macht diesen Teil des Hamburger Anhangs auch für Fußballfans anderer Vereine interessant „In kleinen Gruppen, ohne Gesänge“ hat dabei, was vielen anderen Büchern zum Thema abgeht: Eine gesunde Prise Humor und den Ansatz, das Geschehen rund um die dritte Halbzeit nicht allzu ernst zu nehmen.

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  • Rezension zu "In kleinen Gruppen, ohne Gesänge!" von Alexander Hoh

    In kleinen Gruppen, ohne Gesänge!
    BRB-Jörg

    BRB-Jörg

    27. December 2009 um 01:37

    Bücher über Hooligans der späten 80er und frühen 90er Jahre sind in den letzten Jahren zuhauf erschienen. Manche waren wirklich lesenswert, einige absolut überflüssig, aber wirklich essentiell waren die wenigsten. Diesem hier, das die Hamburg Hooligans bzw. Hamburg UItras auf ihrem Weg begleitet, kann jenes Attribut aber verliehen werden. Warum? Weil es zum einen realistisch ist, und nichts beschönigt, auch keine herben Niederlagen. Aber vor allem, weil es mit einer gesunden Portion Humor besticht. Ja, für mich machen die lustigen Stellen sogar den eigentlichen Reiz des Buchs aus. Auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist, dass die geschilderten Situationen wirklich so passiert sind. Sei es der Nackedei im Zug zwischen Kopenhagen und Lübeck oder die Geschichte vom Busfahrer Horst, der den schlimmsten Tag seines Berufslebens erlebte. Ebenso genial sind die Geschichten von seltsamen Durchsagen im ICE nach Frankfurt, von kriminellen und raffgierigen Polizisten oder von den ersten Nachwendeausflügen in die DDR. Aufgeteilt ist das Buch in 14 Kapitel, an deren Anfang stets eine "grenzwertige" (und das ist noch harmlos ausgedrückt) Begebenheit von Leuten steht, die unvermittelt den Weg der HSV-Fans kreuzten. Im Kapitel dann wird die Situation aus Sicht der Hamburger dargestellt bzw. wie es dazu kam. In einem locker-saloppen Schreibstil wird das Geschehene stets höchst ironisch erzählt, mit zahlreichen unvergleichlichen Originalzitaten damaliger Szenegrößen. Was habe ich hier Tränen gelacht! Selbstverständlich gibt es an einigen Stellen auch Schilderungen von Hooligan-Kämpfen. Meist waren sie der Anlass der jeweiligen Ausflüge, aber fast immer stehen die drumherum erlebten Ereignisse im Vordergrund, und im Gegensatz zu vergleichbaren Erscheinungen erfährt der Leser sogar, wie es jeweils sportlich um den Lieblingsverein der Protagonisten stand. Alles in allem also ein kurzweiliges Lesevergnügen, das sich schwer kategorisieren lässt, da es sowohl klassische Fanliteratur beinhaltet, an einigen Stellen aber auch blanke Comedy ist (wenn man sich auf den zugegebenermaßen derben Humor einlässt), aber auch Action bietet sowie gegen Ende auch konsequenterweise Distanz zum eigenen jahrelangen Tun. Und ebenso Distanz zur Entwicklung der Szene in den mittleren 90er Jahren, wo plötzlich andere Dinge im Vordergrund standen als der Spaß. Kurzum: Wer sich für das Thema interessiert, kommt an dieser Veröffentlichung nicht vorbei. Eines der besten Fanbücher überhaupt.

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