Alexander Huber Die Angst, dein bester Freund

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Inhaltsangabe zu „Die Angst, dein bester Freund“ von Alexander Huber

Kann ich Angst als etwas Positives empfinden? Inwiefern ist sie eine intensive Lebenserfahrung? Und warum verhelfen meine Ängste mir zu mehr Unabhängigkeit? Für Extremkletterer Alexander Huber, der schwierigste Wände ohne Seilsicherung bestieg, ist Angst ein lebenswichtiger Begleiter. Er beschreibt, wie sie ihn auf seinen Touren antreibt, schützt und auch leitet. Erzählt, wie sie ihm fast das Bergsteigen nahm, als sie zur Last wurde. Und vermittelt dabei eindringlich, dass man kein Extremsportler sein muss, um aus der lähmenden Gedankenspirale herauszufinden. Und dass es sich lohnt, im Leben Risiken einzugehen und sich mit der Angst zu verbünden.

Leider bleibt das Buch hinter den Möglichkeiten zurück, die dieser interessante Ansatz bot.

— Wichmann
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  • Durchwachsen aber ein 'Gut' hat es verdient

    Die Angst, dein bester Freund

    Wichmann

    07. June 2016 um 21:43

    Redaktioneller Hinweis: Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.CoverEin Mann. Eine raue Wand. Steilheit. Darunter in großen Lettern der Titel „Die Angst Dein bester Freund“ Das weckt Neugier.Inhalt und Aufteilung des BuchesDas Buch handelt vom Profisportler Alexander Huber und beschreibt unter anderem, wie er zum Klettern kam, erzählt einige seiner Erlebnisse beim Extremklettern und berichtet von der Angst. Dabei wird dieses Wort so häufig genutzt, dass sich die Überlegung einstellte, das es schön wäre seine Definition von Angst zu kennen. Beispielsweise werden allein die Worte Angst oder Ängste auf Seite 27 volle 13 mal genannt. Übertroffen wird dies auf Seite 28 mit 17 Erwähnungen! Auch dass er ‚ohne Sicherung‘ und ‚seilfrei‘ klettert, wird gebetsmühlenartig zumindest auf den ersten Seiten immer wieder erwähnt (Seite 11, 13, 14, 15, ...). Fachbegriffe wie ‚biwakiert‘, ‚seracs‘ oder die verschiedenen Grade bei Seillängen werden nicht erklärt. Da Lukas Eberle immer wieder Beiträge zusteuerte, forschte ich im Internet nach, wer das eigentlich ist. Dessen Beiträge gehen auf Angst ein und erklären sehr schön Hintergründe und Fakten und tragen nach Sätzen des Autoren wie, ich zitiere: ‚Lebe mit der Angst und du wirst daran wachsen‘, wieder zur Beruhigung bei. Der Autor schreckt nicht vor der Aussage zurück, unser Angstsystem sei zu einer Art Spielzeug geworden um darauf das Zitat von Churchill zu nennen: „Nichts im Leben löste ein größeres Hochgefühl aus, als beschossen und nicht getroffen zu werden.“ Jedoch kann damit auch der Versuch gemeint sein das Hochgefühl eines Bergsteigers zu beschreiben, der nicht abstürzte. Nach dem ersten Drittel wird es spannend, auch wenn Klettertouren eher zu kurz erklärt werden. So bleibt auf Seite 70 unklar warum sie ‚gerettet‘ waren und auf Seite 74 was der Satzteil meint: ‚... um die härtesten der meist nicht mehr als senkrechten Alpintouren zu klettern“. Doch das Buch steigert sich. Interessante Farbbilder im Mittelteil geben einen Einblick in das freie Klettern. Der Autor berichtet offen und ehrlich von seiner Entwicklung zum Profikletterer und seiner Abwärtsspirale in die Angst, von seinem Kampf und seiner Strategie aus dem Tal herauszukommen. Dieser leider doch kurze Teil ist sehr gut gelungen und gut genug geschrieben, um echtes Interesse zu wecken.Zum Ende des Buches kommt der Autor wieder auf sein Statement zu Hasardeuren zurück, obwohl er diesen schon zu Beginn des Buches attestiert hatte, dass sie ‚noch nie weit gekommen sind‘. Die Interviews von Herrn Eberle mit dem Adidas-Chef und mit den  ‚Huberbuam‘ zum Thema Angst runden das Buch ab.FazitLeider bleibt das Buch hinter den Möglichkeiten zurück, die dieser interessante Ansatz bot.

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  • "... der Weg ist meist dort, wo die Angst ist."

    Die Angst, dein bester Freund

    R_Manthey

    15. December 2015 um 12:12

    Warum klettern Menschen mehrere hundert Meter hohe senkrechte Felswände mit zum Teil extremen Überhängen ohne Sicherungen hoch? Jeder Fehler ist tödlich. Ein bröckelnder Griff auch. Warum also? Man findet die Antworten in Alexander Hubers Buch an mehreren Stellen. In ihm gibt es aber auch noch Texte eines zweiten Autors, die man sich hätte größtenteils sparen können. Allerdings bringen sie die Antwort, die auch Huber selbst gibt kurz auf den Punkt: erstens Ruhmsuch und zweitens Streben nach Glücksgefühlen. Alexander Huber verdreht die Reihenfolge, was man ihm nachsehen kann, und betont das Glücksgefühl, das ihn erfüllt, wenn auf dem Gipfel ankommt. Aber bereits beim Klettern überkommt ihn eine konzentrierte und angstfreie Ruhe, die sich nur auf den nächsten Griff orientiert und alles andere ausblendet. Im normalen Leben erreicht man das selten, weil es zu viele Ablenkungen gibt, die verhindern, dass man in einen solchen Fluss von konzentriertem Handeln gelangt. Der Einsatz des eigenen Lebens erzwingt es. Aber ist er nicht zu hoch? Huber hält dem entgegen, dass es kaum Unglücksfälle gibt. Und offenbar weiß er sehr genau, was er tut. Für einen gewöhnlichen Erdenbürger klingt das alles unglaublich. Aber Huber ist von Kind an ins Bergsteigen hineingewachsen. Diese Welt entzieht sich dem gewöhnlichen Menschen, weshalb gewöhnliche Maßstäbe unangemessen erscheinen, will man Hubers Tun überhaupt bewerten. Immerhin konnte sich sein in derselben Welt groß gewordener Bruder nicht zum freien Klettern durchringen. Nun verkündet Huber, dass die Angst unser bester Freund wäre. Dort wo die Angst sitzt, ist der Weg, den man beschreiten muss, um zu neuen Horizonten zu gelangen. Man müsse sich seiner Angst stellen. Es klingt in diesem Zusammenhang paradox, dass Huber unter einer Angstkrankheit litt, die er nur mit einem Therapeuten besiegen konnte. Wie geht das zusammen? Die Angst, über die er spricht, ist eine ganz andere als die, die ihn in eine Abwärtsspirale und Lebenskrise führte. Wenn Huber frei klettert, hat er selbstverständlich vorher Angst. Aber er weiß, dass er sich alles sehr genau überlegt hat, über genug Fähigkeiten und die nötige Kondition verfügt, um die Wand zu meistern. Dennoch bleibt eine gewisse Angst, denn ein Restrisiko klettert immer mit. Dieser Angst stellt er sich. Sie zu überwinden und das Vorhaben zu einem erfolgreichen Ende zu führen, bringt die erhofften Glücksgefühle. Aber es existieren andere Ängste. Sie erscheinen komplexer, weniger faßbar. Und sie schleichen sich zunächst unerkannt an. Nach einer größeren Tour fiel Huber in ein Loch. Was kommt jetzt noch? Die Lust verschwand. Doch das zuzugeben, ging nicht. Die Depressionen führten zur Abkapslung, was wiederum den Angstprozeß beschleunigte und ihm immer neue Nahrung beschaffte. Dass er sich daraus befreien konnte, scheint mir eine viel größere Leistung als das Bezwingen irgendeiner Wand. Hubers kluges Buch schildert sowohl seine Beziehung zum freien Klettern und einzelne Touren als auch bestimmte Schlüsselpunkte in seinem bisherigen Leben. Wer sich fürs Bergsteigen in irgendeiner Weise interessiert, der wird hier genug Anregungen finden. Ob der gewöhnliche Zeitgenosse etwas aus diesem Buch entnehmen kann, ist mir dagegen nicht ganz klar. Gelingt es nämlich nicht, sich in die Gedanken- und Gefühlswelt des Alexander Huber hineinzuversetzen, dann bleiben vermutlich manche Zweifel. Vielleicht kann man mitnehmen, dass man sich bestimmten Ängsten tatsächlich stellen und sie überwinden muss, um ein ursprüngliches Lebensgefühl zu spüren. Wenn es gelingt, sich von Laschheit und Bequemlichkeit zu befreien, lebt es sich anders. Auf der anderen Seite zeigt Hubers Beispiel, dass ein solches (vielleicht nur partielles) Lebensgefühl nicht vor Depressionen schützt, sondern sie möglicherweise sogar befördert. Das Buch enthält neben Hubers Schilderungen auch noch einzelne Beiträge von Lukas Eberle, zum Thema Angst aus psychologischer Sicht. Sie stören nicht nur den Lesefluss, sondern enthalten dazu auch noch überflüssige Allgemeinplätze, die keinen wirklichen praktischen Erkenntnisgewinn erbringen. Wem ist zum Beispiel praktisch geholfen, wenn er weiß wo im Gehirn Angstgefühle beheimatet sind, oder wie sich Wissenschaftler mit diesem Thema strukturell befassen? Bis auf zwei oder drei kurze Bemerkungen und das Interview mit den beiden Huberbrüdern hätte man sich das ohne Verluste sparen könnnen. Für Kletterer und Bergsteiger sicher ein gutes, sehr interessantes und vor allen Dingen ein ehrliches Buch. Andere Leser sollten schon in der Lage sein, sich in die Gedankenwelt des Alexander Huber zu vesetzen, auch wenn sie nicht einmal im Traum daran denken, sich am Seil an Felswänden zu versuchen.

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