Alexander Kluge Das Bohren harter Bretter

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Inhaltsangabe zu „Das Bohren harter Bretter“ von Alexander Kluge

Von Max Weber stammt der berühmte Satz, die Politik sei »ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich«. Von ihm ausgehend, untersucht Kluge in 133 Geschichten jene Werkzeuge, die politisch agierenden Menschen im harten Kampf um die Macht zur Verfügung stehen. Für intelligente Zähigkeit als Voraussetzung politischer Veränderung ist Max Webers Bohrer gewiß ein geeignetes Bild. Was ist aber ein Hammer im politischen Geschäft? Was heißt ›Feingriff‹? Und zuletzt führen alle Fragen auf die eine: Was ist dieses ›Politische‹ überhaupt? Inmitten der aufgeregten Debatten über Stuttgart 21 und Sarrazin behält Kluge kühlen Kopf. Ihn als Literaten interessiert die Frage: »Wie erzählt man davon?« Politik, sagt er, ist ein besonderer Aggregatzustand alltäglicher Gefühle. Sie ist überall. Sie bewegt private Lebensläufe ebenso wie die Öffentlichkeit. Und so behaupten sich in seiner Geschichte neben den Großen auch die Kleinen, Unbekannten, fast Namenlosen: Elfriede Eilers neben Perikles und Putin und die in 700 Meter Tiefe versunkenen chilenischen Bergleute neben Napoleon, Obama und Angela Merkel, der »Kanzlerin am falschen Ort«.

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  • Rezension zu "Das Bohren harter Bretter" von Alexander Kluge

    Das Bohren harter Bretter
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    11. April 2011 um 14:59

    Der berühmte deutsche Soziologe Max Weber hat einmal den Satz geprägt, die Politik sei „ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich“. Wer die aktuelle Politik verfolgt und genau hinhört und liest, kann immer wieder bei den unterschiedlichsten Parteien und ihren Spitzenpolitikern Zitate dieses Diktums von Max Weber lesen oder hören. Dabei wird es nie in voller Länge zitiert. Auffallend ist, dass das Attribut „stark“ meistens fehlt und immer nur auf das langsame Bohren von vor allen Dingen sehr dicken Brettern(das Maß der Bretter fehlt im Original) hingewiesen wird. Auch die Leidenschaft, die man bei dieser langsamen Tätigkeit aufbietet, wird nie erwähnt, vielleicht auch deshalb, weil sie von kaum einem der Spitzenpolitiker noch wirklich gespürt wird. Auf das Augenmaß allerdings wird immer öfter hingewiesen, zuletzt von Angela Merkel, wenn sie im Zusammenhang mit dem nun auch von der CDU und der FDP auf die Fahnen geschriebenen Atomausstieg von einer „Energiepolitik mit Augenmaß“ spricht. Welche Kriterien und Einheiten dieses Maß bestimmen, das bleibt allerdings im Dunkel der Wirtschafts- und Lobbyinteressen und der innerparteilichen Meinungstaktik verborgen. Alexander Kluge, seit Jahrzehnten einer wichtigsten und originellsten Intellektuellen in Deutschland, hat sich in dem hier vorliegenden neuen Buch jenes Diktum von Max Weber zur Vorlage genommen und fragt in „133 politischen Geschichten“ nach den Werkzeugen, die politisch agierenden Menschen in der Vergangenheit und der Gegenwart zur Verfügung standen und stehen. Doch Kluge betreibt keine Politikwissenschaft. Er fragt sich als Literat, wie man davon erzählen kann, wie sich das „Politische“, mit dem er sich auch in seinem Gesamtwerk immer wieder beschäftigt (vgl. vor allem das mit Oskar Negt geschriebene große Werk „Geschichte und Eigensinn“) beschreiben lässt. Dabei benutzt er wie schon damals einen weiten Politikbegriff. Kluge nennt die Politik einen „besonderen Aggregatzustand alltäglicher Gefühle“. Sie sei überall anzutreffen und bewege die privaten Lebensläufe genauso wie die Öffentlichkeit. In seinen hier vorliegenden, mit zahlreichen schwarz-weiß-Fotos versehenen politischen Geschichten erzählt er, einen weiten Bogen von der Antike bis zur aktuellen Gegenwart spannend, und berühmte wie unbekannte Menschen beschreibend, davon. Es sind zum Teil sehr kurze Geschichten, voller Überraschungen und tiefer Erkenntnis, auf sprachlich hohem Niveau. Ihre Lektüre ist, wie bei Kluge sehr oft, ein intellektueller Genuss.

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