Alexander Kluge Das Labyrinth der zärtlichen Kraft

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Inhaltsangabe zu „Das Labyrinth der zärtlichen Kraft“ von Alexander Kluge

Es gibt keine menschliche Eigenschaft, die älter und fürs Überleben notwendiger ist als die Liebe. Wer liebt, sagt man, ist verkauft mit Haut und Haar. Zugleich ist Liebe, so heißt es in Bizets Carmen, „frei wie ein Vogel“. Wie verschieden ist sie von anderen guten Dingen, von ruhiger Freundlichkeit, unerschütterlicher Ruhe, Vertragstreue und von ausgeglichenen Bilanzen! Sie ist ein ‚Attraktor’, unbezwinglich wie die Gravitation, nach der die Sterne tanzen. Zugleich aber der dunklen Energie ähnlich, die uns in eine unbekannte Zukunft vorwärtstreibt. In diesem Labyrinth der Gegensätze kann man sich verirren. In Zeiten der Not und der Finanzkrise versammelt sich die zärtliche Kraft an deren Gegenpol im Erzählten. Denn sie besitzt ihre ganz eigene Ökonomie. Die meisten der hier versammelten 166 Liebesgeschichten sind längst geschrieben. Sie verbargen sich bisher in den 2000 Texten von Alexander Kluge. „Basisgeschichten“ war einer ihrer Namen. Nun ordnen sie sich thematisch neu und in Gesellschaft neuer Geschichten und Reflexionen zu einem Flug über die Landkarten der Liebe. Auf einem Hochplateau endet dieser Flug, im Herzen des schönsten Liebesromans der nichtsentimentalen Tradition und einem Kardinaltext der Moderne über Beziehungsökonomie: der Princesse de Clèves der Madame de La Fayette. Mit einer DVD - Nachrichten vom Tausendfüßler. 21 unveröffentlichte Filme Länge: 158 Minuten Liebe baut ihre Gärten und Nester in den Formen der poetischen Kraft: Mit Hilfe von Büchern, von Filmen und Musikstücken. Zwei dieser Parameter fehlen in einem gedruckten Text. Deshalb ergänzt die folgende DVD die Geschichten durch bewegte Bilder, Filme und durch Schriften, die sich zu Musik bewegen. 1. Reimlexikon von 1826. Stichwort Liebe. (2’ 24’’) Die besten Reime von „Liebe“ bis „Getriebe“. Musik: If All of the Dead are Coming Ahead. Von Gustav & Band (Eva Jantschitsch). 2. Ein Liebespaar in Babylon. (2’ 27’’) Das Bergmädchen. Vor 6.000 Jahren. Das „Bergmädchen“ trifft in Babylon auf ihre erste Liebe. So beschreibt es D. W. Griffith in seinem Film Intolerance. Der Kampf der Liebe durch die Jahrtausende. Musik: Gioachino Rossini, Mosè in Egitto. Der Film ist dem Komponisten Frank Michael Beyer gewidmet. 3. Der Liebesbeweis. (12´14’’) Niklas Luhmann über Beobachtung zweiter Ordnung in der Liebe. 4. In ihrer letzten Stunde. (8’ 34’’) Eine junge Frau, rüde verlassen von ihrem Geliebten, will ihrem Leben ein Ende setzen. Ein lusthungriger Handelsvertreter ergreift die Gelegenheit und schändet die bereits Bewußtlose. So rettet er ihr Leben, steht aber jetzt, angeklagt, vor einer Richterin. Die Vergewaltigte sagt aus, sie habe die Tat wegen der von ihr geschluckten Tabletten nicht als verletzend wahrgenommen. Sie sei durch sie nicht so erschüttert worden wie durch die Tat ihres Geliebten, der sie wegwarf, weswegen sie die Tabletten genommen habe. 5. Das Verhältnis einer Liebesgeschichte zur Geschichte. (3’ 11’’) Zwei Menschen heiraten im Sommer 1939 in Rom. Im September wird der Mann zum Krieg eingezogen. 1953 kommt er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Jetzt sollen die zwei die Liebesgeschichte von 1939 fortsetzen. Sequenz aus Die Patriotin (1979). 6. Tsunami der Emotion. (22’) Tosca von Giacomo Puccini ist das klassische Emotionsdrama in der Musik des Verismo. Die Handlung spielt in Rom an einem einzigen Tag des Jahres 1800. Im Norden Italiens schlägt die Zeitgeschichte zu: Napoleon siegt bei Marengo. In Rom verfolgen die Reaktionäre, an deren Spitze der Polizeichef Scarpia, Rebellen und Republikaner. Vor diesem Hintergrund spielt die Dreiecksgeschichte: zwischen Cabaradossi (Toscas Geliebter), Scarpia (dem Machtmenschen, der Tosca begehrt) und Tosca (die den Polizeichef tötet und ihrem Leben ein Ende setzt). Josef Vogl entwickelt am Beispiel dieses Dramas das Prinzip der „Einfühlung“ und der „Überflutung“, die zum Ausdruckskanon des Theaters und des Romans gehören. 7. Das tödliche Dreieck. (1’) Sopran, Bariton, Tenor. Das entspricht in der Dramatik dem Verhältnis zwischen Vätern, die ihre Töchter verteidigen und dadurch töten, den Verführern, die diese Töchter begehren, und den Töchtern, die aus Liebe sterben. Ein Minuten-Film. 8. Der Glücksvermittler. (11’ 08’’) Cabeza de Pez (Helge Schneider) hat jahrelang seinen Cousin Rodriguez Fazanatas unterstützt, der ein Heiratsschwindler war und sich in der Anzahl der von ihm umworbenen Frauen vergriffen hatte. Nunmehr, nach dem Tod des Fazanatas, ist er als Heiratsvermittler tätig. Auch tritt er als Erwachsenenbildner in Volkhochschulkursen auf, in denen er von seinen praktischen Erfahrungen berichtet. 9. Text aus „Die Teuflischen“. Jules Amédée Barbey d’Aurevilly. (1’ 13’’) Eine der präzisesten Formulierungen eines ehelichen Streits in der Weltliteratur. 10. „Einmal in Kommunikation verstrickt, gelangt man nie wieder in das Paradies der einfachen Seelen zurück.“ Niklas Luhmann über die rasante Evolution des menschlichen Unterscheidungsvermögens. 11. Warum Menschen zwei Gehirne und nicht eines brauchen. (1’ 57’’) Nietzsche über die Evolution eines Doppelgehirns: eines für die Lustsuche, eines für die Wahrheitssuche. 12. Die Gärtnerin aus Liebe. (3’ 50’’) Ein Graf bringt aus Eifersucht seine Geliebte um. Die tote junge Gräfin, sie nennt sich jetzt Sandrina, kehrt später ins Leben zurück und erkennt sofort den Mann, der sie umgebracht hat, als das Objekt ihres dauerhaften Begehrens: In seiner Oper Die Gärtnerin aus Liebe geht Mozart davon aus, daß Liebende, die durch Unglück oder durch die Hand des Geliebten umkamen, im nächsten Leben einander sofort wiedererkennen. Inszenierung von Jean Jourdheuil, Staatsoper Stuttgart. 13. Der Baum, der grünt. (1’ 04’’) Fragment von Hölderlin. 14. In einem kühlen Grunde. (1’ 51’’) Moritat. Trauriges Leben und hoffnungsvoller Neuanfang. Musik: Biermösl Blosn. ¿ Wandernde Schicksale. Eine Moritat… 15. Il ritorno d’Ulisse in patria. Claudio Monteverdi. Drei Szenen. (3’) Eine der frühesten Opern, Die Rückkehr des Odysseus in sein Vaterland, von Claudio Monteverdi wird von einer südafrikanischen Theatertruppe mit dort geschnitzten Marionettenfiguren aufgeführt. 16. Eine Ehe vor 4 000 Jahren. Penelope, Odysseus und die grausam umgebrachten Sklavinnen. (21’) Die kanadische Romanautorin Margaret Atwood über die näheren Umstände der Rückkehr des Odysseus zu seiner Frau Penelope nach 20 Jahren abenteuerlicher Reise. Der Fokus findet sich im Schicksal der Haussklavinnen, die von den Freiern zu Liebesdiensten gezwungen wurden und jetzt, nach der Beschreibung Homers, einer besonders heftigen Strafaktion durch Ulysses und seinen Sohn Telemach ausgesetzt sind. Eindrucksvolle EPISODE im Schlußgesang der Odyssee. 17. Gefährliche Heimkehr. Aus Ernst Jüngers Tagebüchern zur Rückkehr des Agamemnon. (2’) 18. Im Dickicht der Zeichen. (11’ 20’’) Ulrike Sprenger, Verfasserin des Proust ABC, analysiert die Zeichensprache der Kontrahenten im Dreiecksverhältnis zwischen Bill Clinton, Monica Lewinsky und dem Sonderankläger Kenneth Starr. Was bedeutet in diesem Zeichensystem die Krawatte, die Lewinsky Clinton schenkte und die dieser an einen seiner Assistenten weiterverschenkte? Mit Hinweisen auf die Schrift des Strukturalisten Marcel Mauss: DIE GABE (Essai sur le don), den Potlatsch und die Verbindung von Herrschaft, Großzügigkeit und vermutetem Liebesvermögen. 19. Adieu mon cœur. Mit Hannelore Hoger. (15´30’’) Mit Musik von Verdi, Schubert, Scarlatti und Bach. 20. Der schönste Schatz der Evolution. Liebe in Zeiten der Weltgesellschaft. Mit Karl Otto Hondrich. (23’) Die Liebe hat ihr Reich in der Intimität. Sie orientiert sich am individuellen und am besonderen. Tatsächlich ist sie aber zugleich auch weniger individuell, als man meint. Sie beruht auf einer starken kollektiven Grundströmung, die in der Mehrheit der Menschen existiert. Diejenigen, welche die Sprache der Liebe nicht verstehen, sind in der Evolution nicht übrig geblieben. 21. Ingrids Rache. (4’) Eine Frau, die nach 1945 ihren Mann durch die Notzeit bringt und dann durch eine jüngere ersetzt wird, übt am Auto ihres untreuen Ehemannes Vergeltung. „Nicht die Stärke der Gefühle, sondern ihre Dauer macht die großen Menschen“. Niklas Luhmann gewidmet.

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