Alexander Kluge Geschichten vom Kino

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Inhaltsangabe zu „Geschichten vom Kino“ von Alexander Kluge

Seit etwa 120 Jahren rattern die Kinoprojektoren, geräuschvoll und unaufhaltsam. Die Filmgeschichte ist jung. »Sie ist nicht älter«, sagt Alexander Kluge, »als meine Großmutter mütterlicherseits.« Die 120, zum überwiegenden Teil neuen Geschichten dieses Buches sind literarische Erzählungen in der kurzen und gewohnt lakonischen Art des Autors Kluge. Zugleich aber zeigen diese Geschichten die tiefe Zuneigung, die den Regisseur Kluge über mehrere Jahrzehnte seines Berufslebens (immerhin ein Fünftel der Filmgeschichte) mit dem Filmemachen verbunden hat.

Die Geschichten handeln davon, wie die Kamera erfunden wurde, und von dem Elan, mit dem sich die Menschenmassen das frühe Kino aneigneten. Es wird gezeigt, wie der Film alles Unheil des 20. Jahrhunderts »getreu«, aber »blind« begleitete. Es geht um den Anti-Realismus des Gefühls, mit dem das Kino darauf beharrt, ein »Magazin des Glücks« zu errichten, und wie zäh und fachkundig die Zuschauer darauf achten, daß die Happy-Ends und die Trauer an der rechten Stelle stehen. Erzählt wird vom Filmemachen und von Filmemachern, von der Vielfalt der Grautöne im Schwarzweißfilm und von der Utopie, die im »Prinzip Kino« versteckt ist. Und die nicht untergeht, wenn jüngere Medien das Kino zu überholen suchen.

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    Geschichten vom Kino

    complitse

    29. July 2016 um 15:36

    Als der promovierte Jurist Alexander Kluge Ende der 50er Jahre ein Volontariat bei Fritz Lang machte, der gerade Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal drehte, saß er viel in der Kantine und schrieb Geschichten, die später unter dem Titel Lebensläufe bei Suhrkamp erschienen. Kluge ist in beide Professionen, als literarischer Autor und als Filmemacher, auf höchstem Niveau eingestiegen und führt beide bis heute extensiv fort. Dabei ist ein wahrhaft einzigartiges Werk entstanden.Die große Faszination, die Alexander Kluges Werk insgesamt auf mich ausübt, hat sich nicht gleich auf den ersten Seiten entwickelt. Ich fing erst an, seine Literatur zu begreifen, nachdem ich seine Filme Abschied von gestern (1966) und besonders Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos (1968) gesehen hatte. Für Kluge konstitutive Konzepte – die Kategorie Zusammenhang, der Antirealismus des Gefühls, das spezielle Montageprinzip – erschließen sich nicht im einzelnen Text, sondern nur über die Vielfalt seines Werks, das Kluge selbst mit einem Korallenriff vergleicht und das den Ausmaßen des Great Barrier Reef entspricht. Der 2007 bei Suhrkamp erschienene Band Geschichten vom Kino ist ein besonders schöner Abschnitt dieses kaum zu überblickenden Ökosystems, weil es zwei der wesentlichen Ausdrucksformen Kluges – Literatur und Film – verbindet, und dabei zugleich die individuelle Form vor Augen führt, die sein literarisches Werk unverwechselbar charakterisiert: Was Kluge lakonisch Geschichten nennt, sind autonome, oft sehr kurze Erzählungen, Dokumentationen, Beschreibungen, Gespräche ohne Inquitformeln, bei denen der Sprecherwechsel lediglich durch Gedankenstriche angezeigt wird. Kleine Einheiten, die, in der Literatur wie im Film, zu größeren Einheiten montiert werden und so Zusammenhang entstehen lassen. Kluges ewige Themen – Krieg, Krisen, persönliches Unglück, die Kälte der gesellschaftlichen Institutionen; aber auch Rettung in letzter Sekunde und glückliche Zufälle – finden sich natürlich auch in den Geschichten vom Kino, immer in ihrem Bezug zum Film. Seine knappen, sachlichen Geschichten zeigen, erzeugen und reflektieren große Gefühle ohne falsche Sentimentalitäten.Anlässlich seiner Retrospektive in der Cinématèque Française bezeichnete Kluge sich selbst als „Patriot der Filmgeschichte“, die er ganz offenkundig liebt, die er seit 50 Jahren mitgestaltet und über die er sehr viel zu erzählen hat: Das macht Geschichten vom Kino für mich zu Kluges schönstem Buch.

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