Alexander Krützfeldt

 4.5 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Alexander Krützfeldt

Alexander Krützfeldt, geb. 1986 in Achim, arbeitet u.a. für die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, Krautreporter, Vice und die taz und kuratiert für piqd.de besonders gute Reportagen. Zuletzt hat seine hochgelobte und für mehrere Journalistenpreise nominierte SZ-Serie «Acht Häftlinge» für große Aufmerksamkeit gesorgt. Er lebt in Leipzig.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alexander Krützfeldt

Cover des Buches Letzte Wünsche9783499634024

Letzte Wünsche

 (3)
Erschienen am 20.11.2018
Cover des Buches Acht Häftlinge9783644405295

Acht Häftlinge

 (1)
Erschienen am 20.02.2018

Neue Rezensionen zu Alexander Krützfeldt

Neu

Rezension zu "Letzte Wünsche" von Alexander Krützfeldt

Letzte Wünsche
stachelbeermondvor 7 Monaten

Eigentlich bin ich eine leidenschaftliche Bücherei-Nutzerin (oder Bibliotheks-Nutzerin, suchen Sie sich den Begriff aus, der Ihnen lieber ist). Andere Bücher werden mir in die Hand gedrückt, mit der Hoffnung, dass ich sie lesen werde, weil die Leute mittlerweile wissen, dass ich relativ viel gedrucktes Wort verschlinge. Bei diesem Buch war das anders: Ich musste es kaufen und selber haben, und zwar sofort. Eine Freundin hat mich zu einer Lesung mitgeschleift, weil sie den Autor kennt und schätzt, und weil ich neugierig war, ging ich mit. Die Lesung fand an einem sonnigen Sommerabend statt, der Laden war voll, schon zum zweiten Mal, weil die erste Lesung quasi überrannt worden war. Vorne saßen der Autor und der Mann, den er ein Jahr lang begleitet hat. 

Hier der Klappentext des Buches:

„Frank Wenzlow hat seine große Liebe an einen hochaggressiven Krebs verloren. Aber anstatt aufzugeben und in Trauer zu versinken, hat er einen Verein gegründet, der sterbenden Menschen ihren letzten Wunsch vor dem Tod erfüllt: einmal noch ins Stadion, Weihnachten bei der Familie, das letzte Mal ans Meer.
Der Journalist Alexander Krützfeldt hat Wenzlow über Monate begleitet, um dem nachzuspüren, was Sterbende bewegt und zu erfahren, was wir hoffen, vermissen, bereuen, wenn wir wissen, dass wir gehen müssen. Dieses Buch zeigt uns, was letzte Wünsche über das Leben verraten und was wir selbst für uns und andere tun können. Was wirklich zählt. Ein augenöffnendes Buch, das vor allem dazu ermuntern will, bewusster zu leben.“

Bei diesem Thema wird es einem gern ein wenig eng in der Kehle, man neigt dazu, lieber doch nichts hören zu wollen, aber der Abend entwickelte sich völlig unerwartet: Das ernste Thema wurde behutsam und humorvoll angegangen, die einzelnen Kapitel beschreiben mit großem Respekt die Menschen und ihre letzten Wünsche und auch die Menschen, die sie dabei begleiten. Das Buch ist nicht distanzlos und betreibt auch keine Effekthascherei, es beschreibt die Dinge einfach, wie sie sind. Der Schreibstil ist lakonisch, manchmal scheint das ein oder andere Gefühl aber doch zwischen den Zeilen auf, was dem Buch gut tut. Der gegenseitige Respekt zwischen Alexander Krützfeldt und Frank Wenzlow ist spürbar, aber er verschleiert nichts. Ich war mehr als nur ein bisschen beeindruckt, habe das Buch gekauft und zuhause sofort weitergelesen. Es ist trotz allem zwischenzeitlichen Humor und trotz Leichtigkeit des Schreibstils ein schwerer Stoff, und ich habe nicht mehr als ein Kapitel auf einmal gelesen, aber es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Ich bin klüger, sehr viel informierter und habe riesigen Respekt vor den Menschen, die sich in diesem Verein ehrenamtlich engagieren. Und, tatsächlich, ich weiß es mehr zu schätzen, dass es mir jetzt gerade gut geht, und mir ist bewusster als früher, dass das nicht selbstverständlich ist. Das Leben ist schön. Man vergisst es nur manchmal zwischen all dem Alltag.

Ich wünsche dem Buch großen Erfolg und hoffe, dass viele es lesen werden. Vermutlich wird das nicht einfach, denn das Thema ist herausfordernd, und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich es ohne die Lesung und ohne den direkten Kontakt auch gekauft hätte – vermutlich nicht. Wir weichen diesem Thema doch alle gern aus, wenn es möglich ist. Und das wäre für mich wirklich ein Verlust gewesen. Fünf von fünf möglichen Sternen von mir. Wenn es mehr gäbe, würde ich auch mehr geben.


Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Letzte Wünsche" von Alexander Krützfeldt

Schön, noch zu leben
theophiliavor einem Jahr

Klappentext vom Rowolt Verlag
„Letzte Wünsche
Was Sterbende hoffen, vermissen, bereuen – und was uns das über das Leben verrät
Frank Wenzlow hat seine große Liebe an einen hochaggressiven Krebs verloren. Aber anstatt aufzugeben und in Trauer zu versinken, hat er einen Verein gegründet, der sterbenden Menschen ihren letzten Wunsch vor dem Tod erfüllt: einmal noch ins Stadion, Weihnachten bei der Familie, das letzte Mal ans Meer.
Der Journalist Alexander Krützfeldt hat Wenzlow über Monate begleitet, um dem nachzuspüren, was Sterbende bewegt und zu erfahren, was wir hoffen, vermissen, bereuen, wenn wir wissen, dass wir gehen müssen. Dieses Buch zeigt uns, was letzte Wünsche über das Leben verraten und was wir selbst für uns und andere tun können. Was wirklich zählt. Ein augenöffnendes Buch, das vor allem dazu ermuntern will, bewusster zu leben.“

Meine Meinung:
Wie ich das Cover finde:
Das Cover ist sehr schlicht gehalten. Beim Thema Sterben braucht man auch nicht mehr viele Worte machen. Herr Wenzlow hat den Wunsch mit seiner Aktion „Sternfahrten“ den Sterbenden letzte Wünsche zu ermöglichen. Die grüne Wiese steht für mich für den erfüllten Wunsch.

Wie das Buch aufgebaut ist:
Das 240 Seiten lange Ebook 25 unterschiedlich lange Kapitel unterteilt.

Den Lesern wird die Arbeit von Herrn Wenzlow und seinem Ambulance Service Nord vorgestellt. Zwischendurch werden einzelne Sternfahrten beschrieben und auch Helfer wie Dr. Aeffer, Linde usw.

Die Texte sind packend geschrieben. Sie sind sehr gut vorstellbar. Ich konnte gut meine eigenen Gedanken und Erfahrungen einbauen und mit den Erfahrungen der Palliativmedizin vergleichen.

Was ich gelernt habe:
Ab dem Zeitpunkt der Geburt befindet sich unser Körper in einem Sterbeprozess. Doch können viele einzelne Zellen wieder nachgebaut werden.

Wer eine Straftat begangen hat, kommt ins Gefängnis. Doch ob unter den aktuellen Umständen die Leute sich bessern oder nur aufbewahrt werden, ist fraglich. Das Leben im Knast ist schwer und für viele die Hölle. Erniedrigung bis zum Tod kommen vor oder sind an der Tagesordnung.

Menschen sterben den sozialen, den Geistes und den körperlichen Tod. Für viele Menschen ist der körperliche Tod nur noch eine Erlösung und besonders für die Angehörigen schlimm. Sie stehen hilflos und ohnmächtig da und können nichts tun. Das ist nicht ganz richtig Denn dem Sterbenden ist schon viel geholfen, wenn er keine Schmerzen haben muss und nicht alleine sterben braucht.

Wie ich das Buch bewerte
In diesem Buch kommen die unterschiedlichsten Gesichtspunkte zum Thema Sterben zur Sprache. Den Klappentext sehe ich erfüllt. Aus dem Grund vergebe ich gerne 5 Sterne.

Es ist ein schönes Gefühl noch zu leben und gesund zu sein.

Fazit
Normalerweise hat man mit dem Tod wenig zu tun. Doch jeden trifft es. Mit diesem Buch bekommt man schon einen kleinen Einblick in die letzten Tage vieler Menschen und dass es sich lohnt letzte Wünsche zu erfüllen



Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Letzte Wünsche" von Alexander Krützfeldt

Was ist am Ende wirklich wichtig?
Kathy30vor 2 Jahren

Klappentext:
Frank Wenzlow hat seine große Liebe an einen hochaggressiven Krebs verloren, aber anstatt aufzugeben und in Trauer zu versinken, hat er einen Rettungswagen gekauft und erfüllt nun sterbenden Menschen den letzten Wunsch. Einmal noch Weihnachten bei der Familie, ein letztes Mal ans Meer oder zurück in die eigene Wohnung.

Der Journalist Alexander Krützfeldt hat Wenzlow über ein Jahr begleitet, um dem nachzuspüren, was Sterbende bewegt und um zu erfahren, was wir hoffen, vermissen und bereuen werden, kurz bevor wir sterben. „Letzte Wünsche“ ist ein Buch über Solidarität, über gegenseitige Hilfe, über das, was letztlich zählt: dass es nicht egal ist, wie wir leben. Und dass wir jederzeit selbst etwas für uns und andere tun können, um das zu ändern.

Das Cover:
Das Cover dieses Buches ist hell und sehr schlicht gestaltet.

Die Sprache:
Der Autor hat für dieses Buch eine einfache, leicht verständliche Sprache gewählt. Es ist ihm gelungen das doch sehr traurige und ernste Thema mit etwas Wortwitz und eines etwas salopperen Schreibstils aufzulockern. Dabei hat er es mit dem Humor nie übertrieben, so dass ich nie den Eindruck hatte, dass er versuchen würde das Thema ins Lächerliche zu ziehen oder das Ernsthafte daran zu überspielen.

Meine Meinung:
Das Buch hatte mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen und ich habe es fast an einem Stück durchgelesen. Alexander Krützfeld versteht es durch seinen lockeren Schreibstil und den leichten Wortwitz das Thema Sterben und Tod sachlich jedoch nicht trocken und düster zu behandeln. Ich als Leser wurde zum Nachdenken angeregt, war teils sehr betroffen von den Schicksalen der einzelnen Menschen ohne dass sch eine zu düstere bedrückende Stimmung in mir breit machte. Ganz im Gegenteil, der Autor schaffte es mir den Mut, die Motivation und die Zuversicht der betroffenen Personen näher zu bringen und mir die Botschaft zu vermitteln aus jeder Situation das Beste zu machen auch wenn sie noch so Aussichtslos scheint. Mich hat die positive Einstellung der Menschen, von denen in diesem Buch erzählt wurde, sehr beeindruckt und mich motiviert selbst etwas positiver auf mein Leben zu schauen und mich auch intensiver mit dem Thema Sterben und Tod auseinander zu setzen.

In dem Buch hat der Autor viele einzelne Schicksale und Ansichten von Sterbenden, Angehörigen, Ehrenamtlichen Helfern im Hospiz und Ärzten die täglich mit dem Tod konfrontiert sind, zusammengefügt und gezeigt wie wichtig die Menschen sind, die einem in den schweren Stunden des Abschieds und Sterbens zur Seite stehen und einfach da sind um zu helfen und somit die Situation für die Betroffenen erleichtern.

Fazit:
Ein Buch das zeigt wie schnell jeder Einzelne mit dem Thema Sterben konfrontiert werden kann und dass es jeden in jedem Alter treffen kann. Aber das auch Mut macht, den Kopf nicht in den Sand zu stecken sondern das Beste aus der Situation zu machen. Mich hat dieses Buch dankbar und demütig gemacht und mir wieder bewusst gemacht wie vergänglich das Leben ist und auf was es im Leben wirklich ankommen sollte. Ich empfehle jedem, dieses Buch zu lesen und danach über sein Leben nachzudenken und für sich selbst zu entscheiden, welche Werte für sein Leben wichtig sind.

Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 11 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks