Alexander Lohner

 3.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Das Jesustuch, Die Jüdin von Trient und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Alexander Lohner

Alexander LohnerDas Jesustuch
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das Jesustuch
Alexander LohnerDie Jüdin von Trient
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Die Jüdin von Trient
Alexander LohnerOctavia
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Octavia
Octavia
 (0)
Erschienen am 09.05.2013
Alexander LohnerDer Tod im Existentialismus
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der Tod im Existentialismus
Alexander LohnerPersonalität und Menschenwürde
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Personalität und Menschenwürde
Alexander LohnerPeter Wust: Gewissheit und Wagnis
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Peter Wust: Gewissheit und Wagnis

Neue Rezensionen zu Alexander Lohner

Neu

Rezension zu "Das Jesustuch" von Alexander Lohner

Rezension zu "Das Jesustuch" von Alexander Lohner
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

In seinem Roman "Das Jesustuch" macht Alexander Lohner was er am Besten kann: Über Religion schreiben. Besonders spannend ist das allerdings nicht.

Der französische Ritter Jean-Pierre de Voisin blickt mit seinen neunundneunzig Jahren auf ein stolzes Leben zurück. Doch im Jahr 1349 macht er sich noch einmal auf die Reise, um zum angeblichem Grabtuch Jesu Christi zu pilgern. Auf dieser Reise rekapituliert er seine Teilnahme am Kreuzzug König Ludwigs IX. gut siebzig Jahre zuvor, die ihn erst über Umwege ins Heilige Land geführt hat. Eine Reise, auf der er fremde Kulturen kennenlernte und die ihn nicht nur seiner eigenen Religion näher gebracht hat.

Das titelgebende Jesustuch kommt jedoch nur am Rande des Buches vor, zu Beginn etwa, als der Protagonist von der Existenz der Relique in einem Ort in der Champagne erfährt. Mit der Pilgerfahrt dorthin wird dann erst die eigentliche Geschichte in Gang gesetzt, die während des siebten Kreuzzugs spielt, der die Kreuzzügler zuerst nach Tunis führte, anstatt direkt in die Levante. Doch die Überfahrt der Flotte über das Mittelmeer läuft nicht wie geplant. Das Schiff, auf dem der junge de Voisin reist, wird von Piraten gekapert. Durch seine adelige Herkunft kann sich Jean-Pierre in die Sklaverei retten und kommt so als Geisel an den Hof des Emirs von Tunis. Für den Franzosen eine unbekannte Welt voller Exotik.

"Das Jesustuch" ist historisch äußerst korrekt gestaltet und versucht nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern auch Geschichte zu erklären. Lange Passagen widmen sich der Vorgeschichte der Kreuzzüge oder der Situation im Westen Europas im 13. Jahrhundert. So können sich auch die Leser, denen die Epoche eher wenig sagt, schnell ein Bild vom hochmittelalterlichen Leben machen. Lohner versteht es hier, Historisches ansprechend und noch vergleichsweise kompakt zu erklären. Mit weniger Wissen wird wohl niemand diesen Roman beenden.

Geschichte und Religion erklären zu wollen ist allerdings auch ein Schwachpunkt des Romans, denn oftmals kommt die Handlung zu kurz. Auf den weit über fünfhundert Seiten passiert bis auf wenige Ausnahmen nicht besonders viel. Betrachtet man nur die eigentliche Handlung, so hätte man das Buch vielleicht auf die Hälfte zusammenstreichen können. Zu oft ufern Gespräche über die Weltreligionen ins Unendliche aus, ohne das dadurch die Handlung weitergesponnen wird. Der Leser lernt viel über Christentum, Islam und Judentum, doch strengt der Wunsch des Buches nach Verständigung und gegenseitigem Kennenlernen der Religionen schnell an. Das ist ein wenig Schade, denn sowohl die Charaktere, als auch die Schreibe Lohners sind stimmig.

Die Charaktere wirken durchaus wirklichkeitsnah, sowohl in ihren Handlungen, als auch in ihrer Gedankenwelt, wenn ich den Protagonisten ab und an jedoch als zu modern denkend wahrnahm. Für einen historischen Roman reicht die Charaktergestaltung in dieser Geschichte aus. Viele Facetten hat aber keine der Figuren. Die Rollen der Charaktere im Buch sind wie in vielen historischen Romanen klar verteilt: Auf der einen Seite der noch unwissende Jüngling, auf der anderen Seite die weisen Bartträger. Die Diskussionen dieser beiden Fraktionen über ihren Glauben gehen in die Tiefe, wirken aber oft auch belehrend. Und am Ende fehlt auch hier eine Prise Coelho nicht.

Das Alexander Lohner als Honorarprofessor für Systematische Theologie sich in der Martertie auskennt dürfte klar sein und es zeigt sich auch in diesem Buch. Leider hat mir im "Jesustuch" die Mischung aus Erkenntnis und Lesespaß nicht ganz zugesagt. Denn Letzteres kommt ein wenig zu kurz.

Kommentieren0
6
Teilen
anushkas avatar

Rezension zu "Die Jüdin von Trient" von Alexander Lohner

Rezension zu "Die Jüdin von Trient" von Alexander Lohner
anushkavor 11 Jahren

In Trient gibt es eine kleine jüdische Gemeinde, bestehend aus drei Familien. Bisher sind Juden und Christen in Trient gut miteinander ausgekommen. Doch im Jahr 1475 predigt ein fremder Mönch in Trient. Und er predigt Hass, Hass gegen die Juden. Als eine eine grausame Tat der Juden voraussagt und kurz darauf der knapp zweijährige Simon verschwindet, geht in Trient die Angst um. Als die Leiche des Jungen im Haus der Juden gefunden wird, scheint allen klar zu sein, dass die Juden einen Ritualmord begangen haben. Nun gibt es kein Halten mehr. Die männlichen Juden werden festgenommen, gefoltert und aufgrund ihrer Geständnisse zum Tode verurteilt. Das getötete Kind soll zum Märtyrer gemacht werden. Es beginnt eine gnadenlose Verfolgung der Juden in Trient und ein wahrer Kult um den kleinen Märtyrer.
Eigentlich genießen die Juden den Schutz Roms, vieler wichtiger Fürsten und des Kaisers. Doch das interessiert den Fürstbischof von Trient und den anti-jüdisch predigenden Mönch nicht. Sie lehnen sich gegen die Macht Roms auf und behindern die Arbeit des päpstlichen Ermittlers. Längst geht es nicht mehr um Schuld und Unschuld der Juden und außer den päpstlichen Gesandten und einen mutigen jungen Mönch scheint niemanden die Wahrheit zu interessieren. Wird sie dennoch ans Licht kommen?
Alexander Lohner schildert in diesem Buch ein wahres historisches Geschehen. Im Jahr 1588 wurde der kleine Simon vom Papst heiliggesprochen. Erst im 21. Jahrhundert sieht die Kirche das von ihr begangene Unrecht ein. Dieses Buch ist schockierend und lehrreich zugleich. Das Intrigenspiel macht deutlich, wie sehr die Machtkämpfe zwischen kirchlichen und weltlichen Fürsten tobten, aber auch innerhalb der Kirche selbst. Aberglaube und Kult entwickeln sich zu Selbstläufern und kosten viele unschuldige Menschen das Leben. Beides wird jedoch von einzelnen Kirchenoberhäuptern im Kampf um Macht und Geld angestachelt, die selbst irgendwann so verblendet sind, dass für sie keine Wahrheit mehr existiert.
Dieses Buch ist sehr gut recherchiert und beleuchtet die Hintergründe aus verschiedenen Perspektiven. Beispielsweise wird auf der Basis der unterschiedlichen Entwicklung deutlich, warum die beiden Religionen von ihren Anhängern als konkurrierend empfunden werden und warum sich immer wieder Feindseligkeiten entwickelten. Auch die Motivation der Kirche, den judenfeindlichen Tendenzen nicht entgegen zu wirken, werden deutlich und scheinen in keinster Weise den christlichen Idealen zu entsprechen. In philosophischen Passagen werden Glauben, Handeln und der Kult um den Märtyrer Simon analysiert.
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert und aufschlussreich, gleichzeitig aber auch spannend. Einen Punkt Abzug gibt es allerdings dafür, dass Handlung und Spannung manchmal aufgrund der ausführlichen Selbstreflektion und philosophischen Analysen auf der Strecke bleiben.

Kommentieren0
18
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 8 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks