Der Stammhalter

von Alexander Münninghoff 
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Der Stammhalter
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Abenteuerliche Familiengeschichte, interessant auch für deutsche Leser

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Interessante Familiengeschichte über mehrere Generationen, die erschütternde Details offenbart.

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Inhaltsangabe zu "Der Stammhalter"

Der findige Großvater mit seiner Firma, ein lebenshungriger Sohn und ein Enkel, der Stammhalter, der entführt werden muss: Zwischen diesen drei Generationen entspinnt sich die wahre Geschichte vom Niedergang einer Familie im 20. Jahrhundert, nicht durch den Krieg, der gut für die Geschäfte ist, sondern weil jeder für den anderen «nur das Beste» will. Alexander Münninghoff hat aus den vielschichtigen Beziehungen einer Familie, aus der versunkenen Welt zwischen Riga und Den Haag, einen zauberhaften, bewegenden Roman geschaffen.
Der niederländische Kaufmann Joannes Münninghoff führt im baltischen Riga an der Seite seiner schönen russischen Gattin Erica ein mondänes Leben. Allmählich bahnt sich ein Drama an, das mit dem Krieg seinen Lauf nimmt: Sein Sohn Frans geht zur Waffen-SS, der alte Herr setzt sich nach Den Haag ab. Weil Frans nicht zum Erben taugt, gerät der Enkel als Stammhalter ins Visier, doch seine Mutter flieht mit ihm nach Deutschland …
Alexander Münninghoff hat mit dieser wahren Geschichte eine große Familiensaga geschrieben. Mit wunderbarer Leichtigkeit lässt er seine Figuren in unvergesslichen Szenen lebendig werden, immer begleitet von einem leisen Donnergrollen im Hintergrund. Es kündigt nicht die eine große Katastrophe an, sondern die fast unmerkliche Auflösung von Beziehungen, Hoffnungen und Leidenschaften.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406727320
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:20.07.2018

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    Sigismundvor einem Monat
    Kurzmeinung: Abenteuerliche Familiengeschichte, interessant auch für deutsche Leser
    Abenteuerliche Familiengeschichte, interessant auch für deutsche Leser

    Eine solche Familiengeschichte kann sich ein Autor fiktiver Romane kaum ausdenken; das muss man einfach erlebt haben: Auf eine Zeitspanne von hundert Jahren oder drei Generationen blickt der niederländische, 1944 noch in Posen geborene Journalist und Autor Alexander Münninghoff (74) in seiner Autobiografie „Der Stammhalter“ zurück, deren holländisches Original (2015) zweifach prämiert wurde, in den Niederlanden gerade als zehnteilige TV-Serie verfilmt wird und im Juli beim C.H. Beck-Verlag in deutscher Übersetzung erschien. Es ist eine abenteuerliche Familiensaga über den teils historisch bedingten, größtenteils aber selbst verschuldeten Niedergang seiner einst wohlhabenden Industriellenfamilie.
    Mitten im Ersten Weltkrieg baut sich Großvater Joannes Münninghoff als Niederländer im lettischen Riga ein mächtiges Industrie-Imperium, wozu vermutlich auch der Waffenhandel gehört, sowie ein weit verzweigtes Netzwerk in den deutsch-baltischen Adel auf. Mit Ehefrau Erica, einer russischen Gräfin, führt er in den Jahren zwischen den Kriegen ein entsprechend mondänes Leben auf eigenem Gutshof. Erst durch die sowjetische Okkupation verliert die Familie alles und muss in die Niederlande zurückkehren. Joan ist es in diesen Jahren nicht gelungen, seinen Erstgeborenen Frans zu einem echten Niederländer zu machen, um ihn zum Stammhalter seines in den Niederlanden neu geschaffenen Imperiums zu machen, das er sich dank seiner alten Verbindungen in höchste katholische und politische Gesellschaftskreise sowie nicht immer mit legalen Mitteln aufbauen konnte.
    Denn Frans Münninghoff fühlt sich trotz niederländischer Staatsangehörigkeit als echter Deutscher, bedingt durch seine Jugend im deutsch-baltischen Adel. Er tritt als der Waffen-SS bei, kämpft an der Ostfront und heiratet gegen den ausdrücklichen Willen seines Vaters eine Deutsche. Da Frans demnach nicht zum Erben taugt, sieht Joan bald seinen Enkel Alexander als Stammhalter. Doch seine Mutter, inzwischen von Frans geschieden, flieht mit ihrem kleinen Sohn nach Deutschland zu ihrer Mutter. Allerdings lässt ihn sein Großvater in die Niederlande entführen, wo der „Stammhalter“ zunächst beim Vater Frans aufwächst.
    Alexander Münninghoff beschreibt einerseits spannend, andererseits sachlich den Niedergang seiner Familie, die durch familiäre Verbindungen nach Dänemark, Russland und in den deutsch-baltischen Adels und nach Wohlstandsleben in Lettland nun in den wirren Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg erfolglos versucht, in den Niederlanden neue Wurzeln zu schlagen. Aber gerade diese Wurzellosigkeit des Autors, der zudem fern der leiblichen Mutter und ungeliebt vom Vater von Kindesbeinen an auf sich allein gestellt ist, macht es ihm wohl möglich, mit erstaunlichem Abstand und völlig unaufgeregt, gelegentlich sogar mit humoristischem oder satirischem Unterton, den Lebensweg seiner beiden Vorfahren und ihres familiären Umfeldes wie fremde Personen in den geschichtlichen Turbulenzen des 20. Jahrhunderts zu beschreiben. Vieles ist von ihm selbst beobachtet, vieles aus Briefen angelesen, manches von Angehörigen zugetragen. Münninghoff lässt die Leser seiner Autobiographie nachempfinden, wie sich seine Familie spätestens nach dem Tod ihres Patriarchen, seines Großvaters, allmählich auflöst und die in einst besseren Zeiten noch eingeschworene Gemeinschaft zerfällt.
    Nicht immer ist es als unbeteiligter Leser einfach, dem Geschehen in jeder Konsequenz zu folgen und alle Ereignisse in ihren chronologischen oder causalen Zusammenhang zu stellen, da Münninghoff allzu viele Nebenfiguren – entfernte Verwandte und Freunde, Schul- oder Kriegskameraden – in seine Familiengeschichte einbezieht. Manche Fakten, die für seine eigene Biografie und die seiner Familie wichtig sein mögen, sind für uns unbeteiligte Leser verzichtbar. Der Spannungsbogen wäre dichter gewesen, hätte der Autor auf solche Abschweifungen verzichtet. Davon abgesehen, ist „Der Stammhalter“ eine lesenswerte Autobiographie und Familiengeschichte auch für deutsche Leser, zumal vor allem das politische Verhältnis in den Nachkriegsjahren zwischen den Niederlanden und Belgien auf der einen und Deutschland als einstige Besatzungsmacht auf der anderen Seite treffend geschildert wird.

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    Sikals avatar
    Sikalvor einem Monat
    Kurzmeinung: Interessante Familiengeschichte über mehrere Generationen, die erschütternde Details offenbart.
    Eine erschütternde Familienchronik


     

    Der niederländische Autor Alexander Münninghoff, Journalist, Schriftsteller und Schachspieler lässt uns hier in seine Familienchronik eintauchen, die zum Teil bedrückende Details aufzuweisen hat. Eine Geschichte, die über mehrere Generationen ihre Netzwerke zieht und die hervorhebt, welche Auswirkungen es haben kann, wenn alle „nur das Beste“ wollen.

     

    Im Zentrum der Familie steht der tonangebende Großvater des Autors – Joannes Münnighoff, der im baltischen Riga zu Wohlstand kommt. Mit seiner russischen Frau Erica führt die Familie ein angenehmes Leben, die Geschäfte laufen gut, der Zweite Weltkrieg treibt den Erfolg weiter voran. Doch obwohl das Baltikum gut fürs Geschäft ist, bleibt Joannes Münnighoff im Herzen Niederländer – und das verlangt er auch von seiner restlichen Familie, die er mit harter Hand und scheinbar gefühllos führt. Dabei merkt er erst spät, dass sein Sohn Frans dagegen rebelliert. Erst versteckt, danach ganz offen durch seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS, stellt er sich gegen seinen Vater, der sich seinerseits nun verraten fühlt. Frans scheidet somit als Erbe des Familienunternehmens aus, was den Großvater veranlasst, seinen Enkel Alexander Münninghoff (den Stammhalter) ins Nachfolge-Visier zu nehmen. Als Alexanders Mutter mit dem Kleinen nach Deutschland flieht und es scheint, dass die beiden dem Netzwerk des Großvaters entkommen sind, greift dieser zu einer drastischen Maßnahme…

     

    Der Autor (und Stammhalter) erzählt hier eine unglaubliche Geschichte über Intrigen, Verwicklungen, dubiose Machenschaften und langsames Zerbrechen einer Familie. Vielschichtige Familienstrukturen geben hier einen spannenden Einblick und lassen den Leser in eine besondere Atmosphäre eintauchen. Man versucht Handlungsweisen zu verstehen und auch Verständnis für den Großvater aufzubringen – der zu seiner Zeit ja dachte, das Richtige und Beste zu tun. Alexander und seine Mutter mussten beide vieles ertragen und können einem leidtun.

     

    Alexander Münninghoff schaffte es mit dieser Familienchronik, eine spannende, fesselnde Geschichte zu schreiben, die ich sehr gerne gelesen habe. Zwischendurch eingeflochten findet man interessante historische Begebenheiten.

    Gerne vergebe ich 4 Sterne für diese Romanbiografie.

     

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    Buecherschmauss avatar
    Buecherschmausvor einem Monat
    Familiengeschichte

    Alexander Münninghoff ist ein niederländischer Journalist, der auch verschiedene Bücher veröffentlicht hat, unter anderem über Schach, in dem er eine ziemliche Koryphäe ist. Außerdem war er als Kriegsreporter unterwegs.
    2014 erschien in den Niederlanden ein autobiographisches Buch, das sehr viel Beachtung und einige Preise erlangte und nun auch auf Deutsch erschienen ist. Es ist im Original „Een Familiekroniek“, im Deutschen wurde daraus der „Roman einer Familie“. Dabei trifft die Bezeichnung Chronik den nüchternen, berichtenden Ton, der sehr eng nicht nur auf Erinnerungen, sondern vor allem auch auf Zeitzeugnisse zurückgreift, recht gut.
    Tatsächlich ist aber die Geschichte, die Alexander Münninghoff erzählt, und die seine eigene und die seiner Eltern und Großeltern ist, derart unglaublich, abwechslungsreich, spannend, überraschend und schillernd, dass sie mit all ihren Absurditäten und tragischen Wendungen, mit all ihrem unkonventionellen und manchmal zwielichtigen Personal wie eine fiktive Geschichte erscheint. Und auch deren Unterhaltungswert besitzt. In den Niederlanden wird daraus gerade eine Fernsehserie produziert.
    Die Erzählung beginnt mit dem Großvater Joan, einem streng katholischen Niederländer, der Ende des ersten Weltkriegs zunächst in Dänemark sein Glück mit Obst- und Gemüsehandel versuchte. Auch nicht ganz saubere Geschäftspraktiken nicht scheuend, hatte er reichlich Erfolg und investierte in ein Handelsschiff, das seine Waren bis nach Riga brachte. Hier in Lettland ließ er sich nieder und gründete bald ein wahres Wirtschaftsimperium mit verschiedenen Fabriken, Handelsschiffen, einer eigenen Bank und einer Handelsgesellschaft. Dies gelang auch dank guter Beziehungen zum Ministerpräsidenten Ulmanis, dessen Gunst sich der diplomatisch geschickte Joan regelrecht erkaufte. Im Laufe der Jahre wurde er zu einem der reichsten Bewohner Lettlands. Dabei blieb er im Herzen aber immer Holländer, auch nach seiner Heirat mit einer mondänen russischen Gräfin. Auf dem Landgut Von Lomani trafen sich bald die bessergestellten Balten, die Jeunesse Dorée, und führten ein Leben im Luxus und in Ausschweifungen. Die Familiensage lautet, dass die auf die Kinder Titty und Frans folgenden Zwillinge Xeno und Jimmy in einer Festnacht von zwei verschiedenen Vätern gezeugt wurden.
    Der zweitälteste Sohn, Frans, Alexander Münninghoffs späterer Vater, wurde wie seine Schwester Titty bereits mit zwölf Jahren auf ein katholisches Internat in den fernen Niederlanden geschickt. Ein kleiner Holländer sollte aus ihm werden. Dabei fühlte er sich so wohl in seinem baltischen Luxusleben, fühlte sich strikt als Deutschbalte und entwickelte einen regelrechten Hass auf die Niederlande. Ein Grund, weswegen er sich, nachdem die Familie sich 1939 kurz vor Kriegsanbruch gen Westen absetzte, von dieser abwandte und sich so bald als möglich der deutschen Waffen-SS anschloss. Für seinen Vater Joan, der zwar nicht davor zurückschreckte, mit den neuen Herren während der Besatzung seine Geschäfte zu machen, diese aber innerlich zutiefst verabscheute, war das ein Unding. Es kam zum Bruch mit Frans.
    Frans heiratete die schöne Wera, deren Mutter eine großbürgerliche Russin und deren Vater ein deutschbaltischer Ingenieur war. 1944 wird Alexander auf der Flucht vor den bereits heranrückenden russischen Truppen in Posen geboren. Von Großvater Joan wird er wegen seines Streits mit Frans sogleich zum „Stammhalter“ gekürt. Eine zweifelhafte Ehre, vor allem, da die Vaterfamilie Mutter Wera heftig ablehnt, nach deren Trennung vom Vater, ihr den Sohn sogar entzieht. Einen Großteil seines Lebens wird Alexander keinen Kontakt zur Mutter haben und schließlich auch zu folgendem Schluss kommen:
    "Was ich damals nur gefühlsmäßig erfasste, sehe ich heute, während ich dies schreibe, endlich klar: Ich hatte einen Vater, der sich nicht für mich interessierte, der ganz von der Idee besessen war, einmal reicher zu werden, als der Alte Herr – erst dann würde er glücklich sein können."
    Eine traurige, eine einsame Kindheit, hin und her gestoßen in einer Familie, in der jeder in erster Linie mit sich selbst beschäftigt ist. Dabei schreibt Alexander Münninghoff davon ganz unaufgeregt, ja beinahe sachlich. Das ist ungemein interessant, spannend und unterhaltsam.
    Bei einer Sache habe ich mich aber nicht ganz wohlgefühlt. Sicher ist es einfach als Nachgeborener die „Moralkeule“ auszupacken. Abrechnungsbücher mit der Vätergeneration konnte man in den Siebziger- und Achtzigerjahren zuhauf lesen. Dennoch: Die Mitgliedschaft in der Waffen-SS wird mir hier zu unkritisch gesehen, niemals wirklich beleuchtet, ja, als Trotzreaktion gegen den übermächtigen Vater mehr oder weniger entschuldigt. Von einem Kriegskameraden seines Vaters lässt sich der Autor leicht beruhigen.
    „Auch charakterlich halte ich ihn keiner Untaten für fähig. Dafür hat er beispielsweise viel zu viel Humor, so seltsam das vielleicht klingen mag. Natürlich hat er Menschen getötet. Dutzende, vielleicht sogar mehr als hundert, glaube ich. Der von ihm geführte Trupp hatte sich einen beachtlichen Ruf erworben, und er hatte damals, 1943, schon das Eiserne Kreuz. Aber das macht ihn doch nicht zum Kriegsverbrecher. Er liebte auf eine jungenhafte Art das Kämpfen, und er war gut darin.“
    Auch die Geschäfte, die der Großvater auf dem Rücken vertriebener oder deportierter Juden machte, werden eher als clevere Geschäftspraktiken geschildert denn als die Ungeheuerlichkeiten, die sie waren.
    Dabei erlaubt sich der Autor im persönlichen Bereich, sei es bei der Egozentrik der Eltern, dem Desinteresse des Vaters oder der mangelnden Durchsetzungskraft der Mutter durchaus deutlich kritischere Töne. Die Nähe zu den Nationalsozialisten hingegen wird den Familienmitgliedern vergeben, ja sogar der ganze (baltische) Adel herangezogen zum Bollwerk gegen die
    „offensichtlichen Unzulänglichkeiten eines „Führers“ aus kleinbürgerlichem Milieu, der in seiner Beschränktheit den gesamten Russlandfeldzug verpfuscht habe, statt auf seine fähigen deutschbaltischen Generäle zu hören, und dessen Hang zu leerem Pathos und rücksichtsloser Gewalt, typisch für Menschen seines Schlags, letztlich Millionen das Leben gekostet habe.“
    Wohlgemerkt keine Aussage des Autors, sondern ein Kamingespräch, das, wie vieles andere, aber völlig unkommentiert so stehen bleibt. So auch des Vaters Schilderung:
    „Aber jetzt war es anders: Wir hatten Stalingrad verdauen müssen und waren auf dem Rückzug. Die Moral war schlecht, und wir waren nervös und gereizt. Das hatte Folgen für die russischen Gefangenen. In einer Rauchpause hörte ich von einem baltischen Bekannten, dass die Gefangenen nach dem Verhör in Zwanzigergruppen auf Lastwagen verladen und am Rand von Tscherkassy vor einer Grube abgeknallt würden.“
    Solche Passagen bereiten mir Bauchschmerzen. Gerade bei einem solchen nüchtern erzählten Buch wünschte ich mir da mehr kritische Stellungnahme.
    Dennoch: Wie der Autor von seiner alles andere als gewöhnlichen Familie, ihren Exaltiertheiten, der gnadenlos pragmatischen Geschäftstüchtigkeit des Großvaters, der Verletztheit des Vaters, der immer nur in Konkurrenz zum "Alten" stand und darüber hinaus kaum Liebesfähigkeit und gesundes Selbstvertrauen entwickeln konnte, was dann wieder Sohn Alexander durch Gefühlskälte und Gleichgültigkeit zu spüren bekam - das alles ist beeindurckend offen und schonungslos geschildert und macht den Stammhalter zu einem hochinteressanten, lesenswerten und nicht zuletzt unterhaltsamen Buch, das zudem noch viel Zeit- und Milieukolorit verbreitet.

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    EsthersBuechers avatar
    EsthersBuechervor einem Monat
    Der Stammhalter

    Laut Untertitel erzählt Alexander Münninghoff den Roman einer Familie, es geht jedoch um seine eigene Familie und die Geschichte hört sich nicht nach einem Roman an, eher nach einer Autobiographie (und laut Klappentext geht es tatsächlich um eine wahre Geschichte). Trotzdem fehlt es in dieser sich über drei Generationen spannende Geschichte aus dem 20. Jahrhundert nicht an romanhaften Schicksalen. In dieser Familie dreht sich alles um Geld geht und um Rollen, die die Familienmitglieder spielen müssen. Nur der Liebe wird keine Rolle zuteil.

    Alexander Münninghoffs Großvater war ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. In den Niederlanden geboren und aufgewachsen, verschlug es ihn 1917 nach Riga, wo er heiratete und sich niederließ. Er ist hier zu einem der reichsten Männer geworden. Seinen Erstgeborenen schickte er in den Niederlanden zur Schule, der hatte jedoch nichts für die Niederländer übrig. Er fühlte sich eher Deutschland und Russland verbunden.

    Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, rettete der alte Münninghoff Familie und Habseligkeiten in die Niederlande, Frans, sein ältester Sohn sah jedoch die Zeit gekommen, sich endlich von der Familie abzusetzen und sich denen anzuschließen, die er bewunderte. Er trat trotz aller Versuche seiner Familie, ihn davon abzuhalten, der Waffen-SS bei.

    Diese Entscheidung trieb eine tiefe Kluft zwischen ihn und seinen Vater, und der Krieg entfremdete ihn schließlich nicht nur von seinen Eltern und Geschwistern, sondern auch von seiner Frau und seinem kleinen Sohn. Die Wunden konnten nie wieder geheilt werden. Also musste sich der alte Münninghoff nach einem neuen „Stammhalter“ umsehen, den er in seinem Enkel, Alexander Münninghoff fand.

    Der Enkel muss eine Lücke füllen, koste es, was es wolle. Die Familienmitglieder sind dabei Spielfiguren eines Brettspiels, dessen Regeln vom Großvater geschrieben werden. Dass dabei zum Beispiel ein Kind von seiner Mutter rücksichtslos getrennt wird, entspricht in diesem makabren Spiel den Regeln. Der Großvater stellt die Figuren nach seinem Belieben um, so wie es seinen Vorstellungen entspricht. Während Frans dagegen noch rebellieren konnte, kann Alexander sich nur fügen.

    Es ist eine teilweise sehr herzzerreißende Geschichte, die von Alexander Münninghoff aber sehr distanziert erzählt wird. Anders wäre es wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen, über diese Kindheit zu erzählen, das Ganze aufzuarbeiten. Trotz dieser Distanziertheit kann man dieses Buch nicht lesen, ohne mitgerissen zu werden und tiefstes Mitgefühl für Münninghoff zu empfinden. Diese Diskrepanz zwischen Erzählstil und Geschehen macht dieses Buch zu einem besonderen Erlebnis, das noch lange nachwirkt.

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    Patnos avatar
    Patnovor einem Monat
    Stimmungsvoller, intelligenter Roman

    Die Romane vom C.H.Beck Verlag lese ich sehr gern, denn sie stehen für hochwertige Bücher mit literarisch anspruchsvollen Texten. Alexander Münninghoffs Roman „Der Stammhalter“ wird mit Turgenjew verglichen, der für seinen lyrischen Schreibstil und seine gefühlsbetonten Ausschweifungen bekannt ist. Das interessierte mich. Einladend wirkt das nostalgische Foto auf dem Buchcover. Alexander Münninghoff erzählt die Geschichte seiner Familie in der Ich-Form. Sein Großvater Joannes, war ein niederländischer Kaufmann, der an der Seite seiner schönen russischen Ehefrau Erica in Riga ein mondänes Leben führte. Der findigen Geschäftsmann hält das Zepter fest in der Hand. Nur sein Sohn Frans scheint völlig aus der Art zu schlagen und sich so gar nicht Vaters Willen zu beugen. Der Krieg bricht aus, Frans geht zur Waffen-SS und der alte Herr muss Riga verlassen. Er setzt sich nach Den Haag ab. Frans scheidet als würdiger Erbe aus und somit kommt für Joannes Münninghoff nur sein Enkel als Stammhalter infrage, doch dessen Mutter flieht mit ihm nach Deutschland. Der alte Herr findet auch für dieses Problem eine Lösung. Eindrucksvoll und lebendig erzählt Alexander Münninghoff seine Geschichte. Dabei beschreibt er die Charaktere eingehend mit ihren Ecken und Kanten. Er urteilt nicht, beschönigt aber auch nichts. Nüchtern und unverblümt schildert er die Ereignisse seiner Kindheit und Jugend. Der alte Herr - Großvater Joannes- war ein eigenwilliger Mann, ein Despot, der mit harten Bandagen kämpfte. Beeindruckt hat er mich trotzdem. Sein Kampfgeist und Geschäftssinn sind stark ausgeprägt, aber auch seine Heimatverbundenheit. Frans hingegen war wohl zeitlebens ein Suchender, der nach Anerkennung durstete. Denke ich an Alexanders Mutter, überkommt mich Wehmut. Ihr hätte ich einen Funken mehr Glück gewünscht. Und Alexander muss man einfach mögen. Es ist bestimmt nicht einfach, der Öffentlichkeit all diese Details über sich und seine Familie zu offenbaren. Mit seinem intelligenten Schreibstil, der durch eine exzellente Wortwahl geprägt ist, hat er mich mitgerissen. Zweifelsohne beherrscht Alexander Münninghoff die Kunst des atmosphärischen Schreibens. So kommt Spannung auf. Außerdem sind seine Milieuschilderungen vortrefflich und einprägend. Da möchte ich mich gleich auf den Weg nach Riga und Den Haag machen und auf den Spuren der Münninghoffs wandeln. Besonders aufschlussreich waren für mich die zeitgeschichtlichen Fakten des politischen und wirtschaftlichen Lebens in Lettland und den Niederlanden. „Der Stammhalter“ ist keine leichte Unterhaltungsliteratur, eher ein anspruchsvoller biografischer Roman, literarisch erzählt. Mir hat dieses kluge Buch ausgesprochen gut gefallen. 5 Sterne-Leseempfehlung!

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    monerls avatar
    monerlvor 2 Monaten
    Spannend und informativ!

    Meine Meinung
    Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte war mir klar, diese Familiengeschichte muss ich lesen! Die beiden unterschiedlichen Handlungsorte, Lettland und die Niederlande, übten einen zusätzlichen Reiz auf mich aus. Nachdem ich innerhalb ganz kurzer Zeit das Buch ausgelesen hatte, war ich sprachlos. Mir verschlug es regelrecht die Sprache, ob dieser ganzen Intrigen, Machenschaften, Unterdrückungen, Beziehungen, Machtausübungen und Geldgier, die sich bis in die 4. Generation ausdehnten und traurige Konsequenzen hatten. Ein “Familienkrimi”, wie er mir so noch nicht untergekommen ist.

    Der Autor ist gleichzeitig der Titelgebende Stammhalter. Dieses Buch ist eine Familienkronik und gleichzeitig auch ein Teil Autobiografie, wobei der Fokus auf dem Großvater, Joannes Münnighoff, liegt. Der Enkel zeigt auf, wie der Großvater, der die Familie reich und groß werden ließ, stets seinen Willen durchsetzte und alle Stricke in der Hand hielt. Er vollführte das unglaubliche Künstück, auch durch den 2. Weltkrieg hindurch, die Geschäfte, den Familiennamen und das Überleben zu sichern.

    Aber auch der Großvater, wie es bei vielen solch starken und sehr konservativ eigestellten Menschen gang und gäbe ist, kümmerte sich kaum um die Gefühle seiner Familienangehörigen. Sie hatten zu funktionieren, sollten ihren Teil zum Imperium leisten und gut war´s. Er merkte wohl zu keiner Zeit (oder es war ihm egal), dass sein Erstgeborener aufgrund dieser Bevormundung und des Desinteresses für eigene Wünsche, sein Leben lang gegen seinen Vater rebelliert hat.

    “Du bist Niederländer. […] Aber in ihm wehrte sich alles gegen das Niederländersein. Zu diesem blöden Land mit seinen uninteressanten Menschen wollte er nicht gehören, da war er sich sicher.” (S. 30)

    Diese Abneigung gegen alles, das mit den Niederlanden zu tun hatte ging schließlich so weit, dass sich Frans bei der Waffen-SS einschrieb und für diese im Russland-Feldzug als Russisch-Dolmetscher des Regimentsstabs eingesetzt wurde. Gegen den niederländischen Vornamen seines ersten Enkels wetterte er so lange, bis dieser durch eine sehr teure Namensänderung von Michiel in den deutschklingenden Namen Michael geändert wurde.

    Frans fühlte sich von seinem Vater nie angemessen behandelt und wertgeschätzt, permanent mich sich selbst beschäftigt, war er leider nicht in der Lage seinem Sohn ein liebevoller und an ihm interessierter Vater zu werden.

    Doch nicht nur auf Frans, den Erstgeborenen, wirkte sich das Handeln des Großvaters negativ aus. Auch seine beiden anderen Söhne und eine Tochter schafften es nie ganz ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und zu gestalten. Als der alte Herr 1954 gestorben war, war es zu spät. Die Kinder waren zerstritten und es gab kein zurück mehr. Familien waren auseinandergerissen und die Zeit zu weit fortgeschritten.

    Während der erste Teil vom Großvater und seinem Einfluss auf die Familie, die Politik und den Geschäftsberbindungen handelt, widmet sich der Autor im zweiten Teil seiner Mutter Wera und im dritten und letzten Teil seinem Vater Frans. Traurige Geheimnisse werden aufgedeckt, durch die Alexander Münninghoff sein Leben und die Beziehung zu seinen Eltern reflektiert. Vieles war passiert, mit dem der ursprünglich auserkorene “Stammhalter” fertig werden musste. So viel Leid machte mich sehr traurig und ich fragte mich, wie der Autor das alles “heil” überstehen konnte.

    In dieser Familien-Biografie legt Alexander Münninghoff vieles offen. Konsequent und erbarmungslos spricht er über Verfehlungen und illegale Geschäfte, die in ca. 80 Jahren Familienkronik aufgelaufen sind. Als Leser bekommen wir Informationen über politische Verflechtungen und Intrigen, von denen wir uns kaum vorstellen können, dass es sie so gegeben hat. Sehr deutlich wurde mir, wie weit ich als “normaler”, einfacher Mensch von solchen elitären Kreisen weg bin und wie froh ich darüber sein kann.

    Fazit
    Dieses Buch hat mich fasziniert, erschreckt, abgestoßen, traurig und sprachlos gemacht. Es zeigt sehr gut auf, wie wichtig eine emotionale Bindung von Familienmitgliedern ist und was passiert, wenn es diese nicht gibt. Sehr schön können Fehlentscheidungen und die Konsequenzen daraus abgelesen werden. Das Buch zeigt auch anschaulich, wie vernachlässigte, (charakterlich) schwächere Menschen sich für fanatische Ideologien begeistern lassen. Es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend! Absolute Leseempfehlung für Liebhaber von Familienkroniken, Familiengeschichten und Biografien! Zudem gibt es einen tollen Einblick in das Lettland vom frühen 20. Jahrhundert und was durch den 2. Weltkrieg passiert war und warum. Das alles aus Sicht eines Niederländers. Wunderbar!

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Familiengeschichte – ihre familiären Verflechtungen- ein für mich eher distanzierter Erzählstil
    Eine Familiengeschichte – ihre familiären Verflechtungen- ein für mich eher distanzierter Erzählstil

    In diesem Roman erzählt der Enkel des niederländischen Kaufmanns Johannes Münninghoff aus seiner Sicht als Ich-Erzähler.
    Er beschreibt, wie es seinem Großvater gelang, in Lettland ein Imperium an Firmen aufzubauen und wie er eine Familie gründete und der Ich-Erzähler als Enkel nun zu seinem Stammhalter wurde.
    In den Beschreibungen werden immer wieder die damaligen historischen Ereignisse mit  aufgenommen und finden Erwähnung.
    Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung, in dem der Autor Alexander Münninghoff über sich selbst berichtet. Am 13.04.1944 in Posen geboren, erzählt er von der Flucht und den Folgen des Krieges und dem Anteil, den seine Familie an allem hatte.
    Es ist als Roman gekennzeichnet, dieses Buch. „Roman einer Familie“. Ich fragte mich natürlich, was wohl dichterische Freiheit ist und was auf Fakten beruht.
    Als Leser spürte ich schon auf den ersten Seiten, dass ich in die Geschichte eintauchen kann. Ich empfand den Stil als sehr gelungen. Einerseits beschreibend in Bezug auf die Familie, deren Personen, die Arbeit, andererseits die Informationen zur Politik, dem Weltgeschehen zur damaligen Zeit.
    Im Verlauf des Buches fehlte mir aber manchmal für einen Roman ein wenig das Gefühl, das Emotionale. Ich hatte hier beim Lesen schon eher das Gefühl, ich lese eine Biographie, ein Sachbuch- es hatte etwas Distanziertes an sich.
    Es wird hier eine Gesellschaft der oberen Klasse beschrieben, zu der der Großvater hier gehörte. Seine Großmutter genoss das Leben. Emanzipation, Selbständigkeit, Reisen, den Reichtum und musste manchmal daran erinnert werden, dass sie noch Kinder zu Hause hatte.
    Der Erzählstil ließ bei mir ein Bild der Figuren lebendig werden. Was mich nachdenklich stimmte, waren auch die Informationen des Klappentextes. Hier wird berichtet, dass es auf einer wahren Geschichte beruht. Aber es ist dennoch ein Roman.
    Ich empfand das Lesen der Geschichte so, dass ich einen tiefen Einblick auch in die Entwicklung des Vaters des Ich – Erzählers bekam, die Erziehungsmethoden, die Gedankenwelten.
    Es liest sich für mich, wie eine Art sachlicher Bericht, eine Biographie in Bezug auf die Lebensgeschichte. Durch die vielen Beschreibungen, das tiefere Darauf eingehen auf Gründe für ein bestimmtes Verhalten, da kam es mir so vor, als erzähle nur mir ganz persönlich der Autor seine Familiengeschichte, das war intensiv zu lesen. Es war ein für mich distanzierter Erzählstil, eher nüchtern, sachlich, mir fehlte ein wenig für einen Roman die emotionale Ebene.

    Eine Familiengeschichte – ihre familiären Verflechtungen- ein für mich eher distanzierter Erzählstil, der dem Leser einen Einblick in das Leben dieser Familie gibt.

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    lesefreude_books avatar
    lesefreude_bookvor 2 Monaten
    Schonungslose & gleichzeitig respektovolle Familiensaga

    „Der Stammhalter“ ist ein schonungslos ehrliches Buch. Alexander Münninghoff beschönigt nichts, schafft es aber zeitgleich, nicht seine gesamte Familie zu beschuldigen. Es werden viele Lebensgeschichten erzählt und dabei entsteht, beinahe Verständnis warum die Protagonisten so gehandelt haben. Dies ist ein schmaler Grad und leider klingen viel zu viele Biografien wie ein Abrechnung mit der eigenen Familie. Alexander Münninghoff erzählt die Geschichte seiner Familie mit viel Respekt und zeigt die vielen Graustufen zwischen Schwarz und Weiß.

    Man spürt förmlich wie Alexanders Vater Frans vom Großvater in die Enge getrieben wird. Fast scheinen seine Entscheidungen die einzige logische Konsequenz zu sein. Man möchte den Großvater anschreien, endlich etwas von seiner Liebe zur Familie zu zeigen, um so vielleicht das ein oder andere Schicksal in eine positivere Richtung zu bewegen. Denn immer nur das Beste für seine Familie zu wollen und echte Liebe und eine warmherzige Beziehung sind zwei gänzlich unterschiedliche Dinge.

    Die geschäftlichen Machenschaften des Großvaters und die vielen dafür aufgebauten und genutzten Beziehungen sind sehr komplex. Es ist viel politisches und wirtschaftliches Geplänkel und Lobbying notwendig. Dieser Teil der Geschichte ist sehr schwer zu lesen, da beinahe in jedem Satz neue Namen auftauchen und abseits von der Hauptgeschichte viele, kurze Nebengeschichten erzählt werden

    Das Frans als Lette zur SS geht um an der russischen Front zu kämpfen, erscheint aus dem politischen Konflikt der Letten mit der Sowjetunion logisch. „Der Stammhalter“ zeigt hervorragend wie Fanatismus entsteht und wie Menschen mit unterschiedlichen sozialen Hintergrund für den Zweiten Weltkrieg begeistert werden konnten. Vor allem bei Jugendlichen bzw. orientierungslosen Menschen ohne stabile, liebevolle Familienbande war dies leicht.

    So genoss Frans das Zusammengehörigkeitsgefühl, die klaren Strukturen und die zielgerichtete Vorgehensweise beim Militär. Vor allem da ihm familiär viel zu oft Dinge aufgedrängt wurden für die er kein Verständnis hatte. Mit dem Weitblick eines Erwachsenen wären diese Dinge für Frans vermutlich gut gewesen. Ohne Erklärung und voller jugendlicher Liebe und Leichtsinn hatte er schlicht kein Verständnis dafür.

    Die Erzählungen von Frans und seinen Einsätzen bei der Waffen SS sind sehr spannend und zeigen den Schrecken an der vordersten Front. Doch die Geschichte geht noch einen Schritt weiter und zeigt auch das Leben nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs. Die Schäden und hier vor allem den Unsichtbaren psychischen Schaden, die durch die schrecklichen verübten Taten im Zweiten Weltkrieg zurückgeblieben sind, offenbaren sich auf schmerzhafte Art und Weise.

    Besonders gut haben mir die beiden letzten Teile der Geschichte gefallen. Diese sind sehr flüßig geschrieben und lesen sich wie ein spannender Roman oder Krimi.


    In „Der Stammhalter – Roman einer Familie“ zeigt Alexander Münninghoff schonungslos ehrlich die Geschichte seiner eigenen Familie. Respektvoll schafft er es auch die Schandtaten nicht zu verschweigen. Beklemmend wie dieses Streben nach dem Besten für  jedes Familienmitglied letzten Endes zu Konflikten und zum Zerfall führt.

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