Alexander Markowetz

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Rezension zu "Digitaler Burnout: Warum unsere Smartphone-Nutzung gefährlich ist" von Alexander Markowetz

Digitale Diät zur Abgrenzung und Rückfindung in die reale Welt. Eine Hilfestellung
Buecherspiegelvor 3 Jahren

Wie oft schauen wir auf unser Smartphone, um zu sehen, was es neues gibt. Nicht nur, ob wir Anrufe, SMSe, WhatsApp-Nachrichten erhalten haben, sondern auch was auf den Socialmedia-Kanälen neues gepostet worden ist sowie Nachrichten aus aller Welt auf allen möglichen Internetseiten. Wissen Sie es?, wie oft lassen wir uns ablenken? Können uns nicht mehr für längere Zeit auf eine Aufgabe konzentrieren, weil ja doch bestimmt wieder …
Ob wir uns so noch sinnvoll unseren Beschäftigungen hingeben können? Den sogenannten „Flow“ erreichen, wobei wir Zeit und Ort vergessen, nur noch mit Hingabe, Interesse einem Ziel entgegenwirken und es unbedingt schaffen wollen dieses zu erreichen?
Alexander Markowetz, der Autor des Buches „Digitaler Burnout – Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist“ ist genau diesen Fragen im Rahmen einer Studie nachgegangen und hat uns hier Antworten und Lösungsansätze geliefert. Mithilfe einer App www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/009-2014 hat Markowetz rund 300 000 Smartphone-Nutzer analysiert und einiges über unser Verhalten diesbezüglich festgestellt. Auch auf das Thema Spiele am PC und anderen Geräten geht der Autor verstärkt ein, was und wie diese im Gehirn wirken und so Abhängigkeiten entstehen können. Das Smartphone ist zurzeit das Allroundgerät für Beruf und Alltag und in vielen Händen. Dass es aber mehr Schaden anrichten kann als uns nutzen bringt, zeigt der Autor anhand der Studie auf. Ob nun Jugendliche oder junge Erwachsene, beide Gruppen nutzen verstärkt dieses Gerät, oder Ältere, wir brauchen Grenzen, Pausen, Ablenkung in die real existierende Welt. Durch die ständige Reizüberflutung können wir nicht mehr wichtiges von unwichtigem Unterscheiden, haben Angst, etwas zu verpassen. Kinder beziehungsweise Jugendliche stehen unter permanentem Stress auf jedes Post zu reagieren und wehe, es gibt ein Häkchen zu wenig oder vergisst ein Smiley zu setzen. Sich einfach gegenseitig anzurufen, oder persönlich zu treffen, auf die Idee kommen viele nicht mehr, echte Gefühle werden durch Zeichen ersetzt. Im Büro wird jeder mit jedem durch Kalenderfunktionen verbunden, SMSe werden verschickt, der Empfang bestätigt, eine Antwortmail an alle wieder gesendet, CC-gesetzt und so weiter und so weiter. Und ständig winkt das Fähnchen und das Smartphone gibt Geräusche von sich, fordert die Aufmerksamkeit des Benutzers. Markowetz zeigt in seinem Buch eindrucksvoll die Schwachstellen der ständigen Erreichbarkeit, ständigen Nachrichtenempfangs und den dadurch entstehenden Druck auf, aber auch Entwicklungen der Zukunft und wie wir unser Verhalten verändern können. Das Glückstagebuch ist für mich eine schöne Sache, die ich bestimmt ausprobieren werde. Der Vorschlag einer Digitalen Diät ist ebenfalls ein gangbarer Weg. Das Multitasking nicht möglich ist, auch nicht für Frauen, beschreibt er zwar, redet aber immer wieder davon, dass wir „uns bereitwillig ins Multitasking stürzen“ anstatt „ins vermeindliche Multitasking“, das hätte ich mir stärker betont gewünscht. Beim Thema schlechte Gewohnheiten macht er den Vorschlag für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, unter anderem auch zum Lutscher zu greifen anstatt Sport als Alternative anzubieten. Das sind aber Kleinigkeiten, die nicht davon ablenken sollen, das dies ein gutes Sachbuch ist, leicht verständlich, informativ und hilfreich.

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Faancys avatar

Rezension zu "Digitaler Burnout: Warum unsere Smartphone-Nutzung gefährlich ist" von Alexander Markowetz

Lässt den eigenen Smartphone Konsum überdenken
Faancyvor 3 Jahren

Die Digitalisierung unserer Welt ist mittlerweile nicht mehr aufzuhalten. Wir werden tagtäglich damit konfrontiert und fügen uns dieser Entwicklung, ohne sie zu hinterfragen. Ist es überhaupt gesund alle 18 Minuten auf unser Smartphone zu schauen?  Alexander Markowetz sammelte mit seiner Menthal App Daten zum Gebrauch von Smartphones und leitet anhand dieser Ergebnisse ein Verhalten ab, dass uns auf Dauer krank machen wird.  Die Thematik mit der sich Markowetz beschäftigt betrifft alle, die ein Smartphone besitzen und da das heutzutage sehr viele Menschen sind, ist die Zielgruppe für dieses Buch ziemlich groß. Schritt für Schritt erklärt er uns, was denn überhaupt dazu führt, dass wir so oft zum Smartphone greifen und wieso uns das psychisch krank machen kann. Es ist sehr interessant wie er an das Thema herangeht. Obwohl es sich um ein Sachbuch handelt, ist der Schreibstil eher umgangssprachlich. Mich persönlich hat das nicht gestört, im Gegenteil, so waren seine Argumente und Schlüsse gut nachvollziehbar. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es für manche Leser nicht wissenschaftlich genug geschrieben ist. Da muss dann jeder für sich selbst wissen, was ihm lieber ist. Der Autor erwähnt zwar hin und wieder Studien und weitere Literatur, allerdings fehlen mir im Text manchmal Quellenverweise. Ich konnte an einigen Stellen nicht sehr gut erkennen, ob das, was er schreibt, auf den Ergebnissen der App basiert oder aus anderen Quellen herrührt.  Es fiel mir auch schwer, das Buch an einem Stück zu lesen, weil eben viel Input gegeben wird, den der Kopf erstmal verarbeiten musste. Deshalb habe ich trotz der 224 sehr lange gebraucht. Für mich stellt das jedoch keinen Kritikpunkt dar, weil ich nicht unbedingt durch ein Buch rasen muss. Ich habe gerne dazu gegriffen und musste eben mehrere Pausen machen. Dafür habe ich viele interessante Dinge mitgenommen und das sollte mehr wert sein, als es in kürzester Zeit zu lesen.
Der Leser sollte sich allerdings auch voll und ganz auf das Buch einlassen und es nicht nur als Unterhaltungslektüre sehen. Dafür bietet sich "Digitaler Burnout" nicht an. Ich für meinen Teil hätte mir auch gerne Diagramme oder Grafiken gewünscht, damit der ganze Input, den der Leser erhält, ein bisschen deutlicher wird. Grafiken bleiben bei mir besser im Gedächtnis als das gelesene Wort. 
"Digitaler Burnout" lässt den eigenen Konsum vom Smartphonekonsum überdenken und macht Lust auf weitere Literatur zum Thema. Es ist ein sehr lehrreiches Buch, sofern man sich für das Thema interessiert. Der Leser wird nicht mit Fachbegriffen beworfen, sondern wird Stück für Stück an die Thematik herangeführt. Dabei versucht der Autor die "Mechanismen" so detailliert wie möglich, aber nicht lang gezogen, zu erläutern. Hier und da hätte ich mir eine Grafik gewünscht, was das Lesen aufgelockert hätte. 
Insgesamt würde ich das Buch jedem empfehlen, der vielleicht selber das Gefühl hat, dass es nicht mehr gesund ist, wie das Handy genutzt wird und auch denen, die sich generell dafür interessieren, wie sich die Digitalisierung auf unsere Gesundheit auswirkt.  Man darf dabei nicht außer Acht lassen, dass dieses Buch sehr einseitig ist. Der Autor beschäftigt sich sehr bewusst nur mit den negativen Auswirkungen und erwähnt nur am Rande, dass es neben den Nachteilen ebenso Vorteile gibt. Es geht nicht darum, den Handykonsum komplett einzustellen, sondern bewusster damit umzugehen und ein Mittelmaß zu schaffen, das unserer Gesundheit nicht schadet!

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Aliras avatar

Rezension zu "Digitaler Burnout: Warum unsere Smartphone-Nutzung gefährlich ist" von Alexander Markowetz

Haben Sie die Kontrolle über Ihr Smartphone, oder kontrolliert Ihr Smartphone Sie?
Aliravor 3 Jahren

Mit einem Team aus Informatikern und Psychologen entwickelte der Informatiker und Autor des Buches eine App, die aufzeichnet, was der User mit seinem Smartphone wann und wie lange tut.

300.000 Teilnehmer haben einen genauen Einblick in ihr Nutzungsverhalten als Smartphone-Besitzer gegeben und damit die Frage “Haben Sie die Kontrolle über Ihr Smartphone, oder kontrolliert Ihr Smartphone Sie?” beantwortet.

Das Ergebnis der Datenauswertung ist besorgniserregend: Durchschnittlich 88 Mal am Tag schalten wir den Bildschirm unseres Smartphones ein und unterbrechen so alle 18 Minuten unsere Tätigkeit, um uns mit dem Smartphone zu befassen. 25 % sehen sogar alle 14 Minuten darauf.

Der Durchschnittsnutzer verbringt demnach täglich 2,5 Stunden mit seinem Smartphone, aber nur 7 Minuten telefoniert er damit. Der Großteil der Zeit wird mit sozialen Medien wie Facebook etc., und fast eine halbe Stunde mit Spielen verbracht.

Doch glücklich oder produktiv macht uns das nicht. Die digitale Dauerbereitschaft überfordert unsere kognitiven, psychischen und sozialen Fähigkeiten und gefährdet sowohl unsere Jobs als auch unsere Beziehungen zu Freunden und Familie.

Massive Smartphone-Nutzung gleicht einer Suchterkrankung. Viele Menschen sind nervös und gestresst, wenn sie ihr Smartphone nicht bei sich haben und können sich nicht auf Gespräche konzentrieren, weil sie dann immer daran denken müssen, was auf Facebook los ist.

Was die Benutzer außerdem an dieses Gerät fesselt, ist “die Belohnung”. Das Smartphone ist ein Spielautomat, den wir statt mit Geld mit unserer Aufmerksamkeit füttern. Wir schauen regelmäßig in unseren E-Mail- Account, nicht weil eine E-Mail da ist, sondern weil sie da sein KÖNNTE. Wir sehen regelmäßig auf Tinder, nicht weil unser Traumpartner dort ist, sondern weil er dort sein KÖNNTE.

Doch die “Dauerschatzsuche” hat Folgen. Zum einen hat das Smartphone die Pausen aus unserem Alltag vertrieben, die für unser Gehirn nötig sind, um leistungsfähig zu bleiben.

Zum anderen führen die ständigen Unterbrechungen bei unserer Arbeit dazu, dass wir kaum noch in einen Flow gelangen, jenen Zustand, in dem wir völlig in unserer Tätigkeit aufgehen können. Der Flow stellt sich nämlich erst nach ca. 15 Minuten konzentrierter Arbeit ein, d.h., die 16. Minute ist unsere erste wirklich produktive Minute. Werden wir also duch eine SMS aus unserem Flow gerissen, so dauert es einmal mehr 15 Minuten, bis wir wieder drinnen sind. Unterbrechen wir uns nun alle 18 Minuten, sind wir gerade drei Minuten im Flow, bevor wir ihn wieder selbst abbrechen.

Was sollen wir also tun, um konzentriert und produktiv arbeiten zu können?

Der Autor empfiehlt, genau auszuwählen, welche Informationen man aufnimmt und rät zu einer “digitalen Diät”, denn “Information ist das neue Fett”. Weiters solle man mit dem Smartphone nur den unbequemsten Stuhl der Wohnung benützen und das Schlafzimmer Smartphone-frei halten.

Wenn es also die Zauberformel für eine Lösung dieses Problems auch (noch) nicht gibt, leisten Buch und App trotzdem einen wichtigen Beitrag zur Bewusstmachung der Gefahren übermäßiger Smartphone-Nutzung.

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