Alexander Masters Das kurze Leben des Stuart Shorter

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Inhaltsangabe zu „Das kurze Leben des Stuart Shorter“ von Alexander Masters

'Stuart, ein Leben ganz unten' ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Alexander, einem Schriftsteller und Illustrator, und Stuart, einem chaotischen Obdachlosen. Mit viel Witz und Mitgefühl versucht Masters zu begreifen, warum sich ein fröhlicher kleiner Junge in eine drogen- und alkoholsüchtige Dr.Jekyll-und-Mr.Hyde-Persönlichkeit verwandelt hat.
Durch diese enge und lange Freundschaft ist Alexander Masters eine bemerkenswerte Biographie gelungen. Witzig, verzweifelt und zugleich aufbauend, brillant geschrieben und voller Überraschungen gewährt er damit einen Einblick in Verhältnisse des Lebens auf der Straße.

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  • Rezension zu "Das kurze Leben des Stuart Shorter" von Alexander Masters

    Das kurze Leben des Stuart Shorter

    aichlinn

    27. June 2008 um 14:57

    „Menschen gehen drauf. Was wissen diese Scheiß-Bürotypen davon? Irgendjemand muss es ihnen sagen! Buchstäblich jeden Tag gibt es Tote! Und jeder dieser Toten ist der Sohn oder die Tochter von jemandem!“ Stuart Shorter aus Cambridge/England weiß, wovon er spricht. Wenn er noch 10 Jahre lebt, liegt er im Schnitt, denn Obdachlose haben in dieser Gegend eine Lebenserwartung von gerade mal 42 Jahren. In mancherlei Hinsicht ist Stuart ein sehr gelehrter Mann. Er weiß, welcher Klebstoff beim Schnüffeln die wenigsten Nebenwirkungen verursacht, kann Autoalarmanlagen kurzschließen, über die Unterschiede von Milben und Läusen referieren und erklären, warum viele drogensüchtige Kriminelle von Haschisch auf Heroin umsteigen. Stuart ist obdachlos, alkohol-, klebstoff-, und heroinabhängig. Er klaut, prügelt, nimmt seinen eigenen Sohn als Geisel und will gemeinsam mit dem 25-jährigen Rekordhalter im Kaugummiblasen eine Poststelle ausrauben, was natürlich daneben geht. Gewalt war schon immer ein Thema in Stuarts Leben. Sein leiblicher Vater verprügelte die Mutter regelmäßig, Stuart wurde als Kind vergewaltigt, sogar vom eigenen Bruder. Und als er wegen seiner Muskeldystrophie von den anderen Kindern ständig gehänselt wurde, begann er, sich mit Gewalt Respekt zu verschaffen. Nein, das Schicksal meinte es nicht gut mit Stuart. Und doch geht er hart mit sich selbst ins Gericht. Nicht nur körperlich, denn seine Borderline-Persönlichkeitsstörung treibt ihn immer wieder zu Selbstverletzungen. Er selbst sagt, er hätte trotz allem normal werden können, sich aber entschieden, verrückt zu sein. Als Leser fragt sich hingegen, was wäre ohne die Krankheit und die schwere Kindheit aus Stuart geworden? Das Buch ist keine gewöhnliche Biographie. Es arbeitet Stuarts Leben nicht chronologisch, sondern in der Gegenwart beginnend rückwärts auf. Alexander Masters dokumentiert die Gespräche mit Stuart, die ihn über Jahre hinweg immer mehr an seinem Leben teilhaben ließen. Die anfängliche Unwissenheit, wie alles anfing, überträgt sich vom Verfasser auf den Leser und erzeugt einen Spannungsbogen, der bis zum Ende nicht abreißt. Durch die schnörkellose dialogreiche Sprache liest sich das Buch wie eine spannende Geschichte, deren Realität sich erst erschließt, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht und auch die Menschen wahrnimmt, die nur allzu oft als Abfallprodukt der Gesellschaft gesehen werden, nur weil sie wohnungslos sind.

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