Alexander Osang

 3.9 Sterne bei 169 Bewertungen
Autor von Die Leben der Elena Silber, Lennon ist tot und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alexander Osang

Über Deutschland und die Welt: Alexander Osang wird 1962 in Ost-Berlin geboren und wächst in der DDR auf. Er macht nach dem Schulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker und beginnt anschließend ein Studium der Umwelttechnik, welcher er jedoch abbricht. Es folgt ein Volontariat bei der Berliner Zeitung und ein Studium der Journalistik an der Leipziger Karl-Marx-Universität.

Nach dem Studium ist er als Wirtschaftsredakteur wieder bei der Berliner Zeitung, nach der Wende wird er Berliner Lokalchef und bald zum Reporter über Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung. 1999 wechselt er zum Spiegel und arbeitet für diesen in New York. 2000 erscheint Osangs erstes Buch, »Die Nachrichten«, das 2005 unter dem gleichen Titel verfilmt wird. Als einer seiner größten Erfolge ist dagegen der Roman »Die Leben der Elena Silber« von 2019 zu werten, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 schafft.

Osang ist heute als Journalist und Schriftsteller tätig, daneben ist er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Von 2006 bis 2018 lebte Osang mit seiner Frau und drei Kindern wieder in Berlin, heute ist die Familie in Tel Aviv beheimatet.

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Cover des Buches Die Leben der Elena Silber (ISBN: 9783596704149)

Die Leben der Elena Silber

 (67)
Erscheint am 16.12.2020
Cover des Buches Lennon ist tot (ISBN: 9783596157976)

Lennon ist tot

 (26)
Erschienen am 01.09.2008
Cover des Buches die nachrichten (ISBN: 9783596152568)

die nachrichten

 (19)
Erschienen am 01.02.2002
Cover des Buches Königstorkinder (ISBN: 9783596185467)

Königstorkinder

 (9)
Erschienen am 23.08.2012
Cover des Buches Berlin – New York (ISBN: 9783862844234)

Berlin – New York

 (6)
Erschienen am 31.05.2018
Cover des Buches Comeback (ISBN: 9783596032471)

Comeback

 (5)
Erschienen am 25.08.2016
Cover des Buches Neunundachtzig (ISBN: 9783862844227)

Neunundachtzig

 (5)
Erschienen am 31.05.2018
Cover des Buches Lunkebergs Fest (ISBN: 9783596160884)

Lunkebergs Fest

 (5)
Erschienen am 01.05.2005

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Neue Rezensionen zu Alexander Osang

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Rezension zu "Die Leben der Elena Silber" von Alexander Osang

Interessant, aber auch verworren, und es zieht sich
Lilli33vor 3 Monaten

Gebundene Ausgabe: 620 Seiten

Verlag: S. FISCHER (14. August 2019)

ISBN-13: 978-3103974232

Preis: 24,00 €

auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Interessant, aber auch verworren, und es zieht sich


Inhalt:

Russland, 1905. Der Vater der zweijährigen Jelena wird von zaristischen Häschern ermordet. Die Mutter muss mit ihren beiden Kindern fliehen und findet Zuflucht bei einem Kameraden ihres Mannes, den sie schließlich auch heiratet. Doch er ist Jelena kein guter Vater. So ist es kein Wunder, dass das Mädchen sich bald von der Familie abwendet und durch Robert F. Silber schließlich nach Deutschland kommt. Doch auch hier ist ihr Leben nicht glücklich.


Berlin, 2017. Konstantin, Jelenas Enkel, seines Zeichens Filmemacher, „findet sein Thema nicht“. Daher versucht er es mit der geheimnisvollen Geschichte seiner Familie, sucht verschiedene Verwandte auf und reist sogar nach Russland, um herauszufinden, wie das alles damals wirklich war.


Meine Meinung:

Die Beschreibung dieses Romans klang in meinen Ohren sehr interessant: Familiengeschichte, Russland - Deutschland, Geheimnisse. Es begann auch recht fesselnd mit dem Mord an Viktor Krasnow, Jelenas Vater. Doch schnell verlor ich das große Interesse an der Erzählung, die sich als relativ zäh erwies. 


Die Perspektive wechselt ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Jelena und Konstantin, die mir beide anfangs noch sehr sympathisch waren und tatkräftig erschienen, sich aber immer mehr als kalt bzw. langweilig erwiesen und sich in ihrer Opferrolle durchs Leben treiben ließen. Das kann für die Leserschaft ganz schön deprimierend sein.


Hinzu kommen unzählige Wiederholungen, mal aus der einen, dann aus der anderen Sicht, mal in der einen Zeit, dann in der anderen oder auch einfach nur so. 


Positiv anzumerken sind die Tabellen der wichtigsten Männer und Frauen der Familie vorne im Buch sowie ein Stammbaum hinten. Beides habe ich gerne zu Rate gezogen, wenn ich mich mal wieder in den Wirren des Romans verlor. 


Einige Aspekte haben mir im Endeffekt gut gefallen, aber einen Nutzen habe ich aus der Lektüre nicht gezogen. Vielleicht hat Alexander Osang diesen Roman eher für sich selbst geschrieben, um seine eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten?


★★★☆☆

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Rezension zu "Die Leben der Elena Silber" von Alexander Osang

eher enttäuscht
Kathrin_Schroedervor 7 Monaten

Das Leben der Elena Silber von Alexander Osang
gelesen dank Netgalley im Dezember 2019
Es gibt Bücher bei denen trägt ein besonderer Schreibstil oder eine starke Art des Erzählens eine dünne Geschichte. Für mich ist dieses Buch das genaue Gegenteil.
Die Geschichte der Jelena Silber beginnt in Russlands kleinster Stadt mit einem Paukenschlag. Ihr Vater fällt dem Lynchmob zum Opfer (starker Einstiegssatz). Sie flieht mit Mutter und Bruder, erlebt die Veränderung ihrer Position zur Tochter eines Märtyrers. Bei ihrer Arbeit lernt sie dann den deutschen Ingenieur Silber kennen, den sie verführt und heiratet. Später gelangt sie nach Deutschland, erlebt das Kriegsende im heutigen Polen mit mittlerweile 5 Töchtern ... Erzählt wird die Geschichte vom Ende her, sie wechselt zwischen der Perspektive von Jelena, später Elena, den Familienlegenden der Töchter und der Recherche des Enkels etwa 20 Jahre nach ihrem Tod, der als erfolgloser Filmemacher der eigenen Familiengeschichte nachspürt um "sein Thema zu finden".
Leider sind die meisten Personen bis zur Karikatur überzeichnet dargestellt. Der einzig sympathische Charakter ist der demenzerkrankte Vater des Enkels, der ins Heim abgeschoben wurde. Jelena wird mit Fortschreiten ihres Lebens immer liebloser dargestellt. Sie wird immer mehr nur Spielball ihres Lebens, mit ihr geschieht etwas und sie hat weder Motivation ihr Leben selbst zu lenken, noch die Chance dazu. Stattdessen zwingt sie ihre Töchter in Berufe, die sie auswählt und damit in einen dauerhaften Konflikt mit dem Leben.
Aus der Geschichte hätte etwas werden können, doch ohne Personen, die man entweder lieben oder hassen mag, sondern die nur langweilen, mit endlosen Wiederholungen derselben Situationen aus verschiedenen und doch fast gleichen Blickwinkeln und einem Schreibstil, der mich bei wörtlichen Reden mehr als genervt hat, konnte das Buch mich nicht überzeugen.
Die Stoffsammlung, Recherche, Darstellung des demenzkranken Claus, geben eine Basis, für die es am Ende bei 3 Sternen bleibt.
Autor und/oder Lektor hätten bei der wörtlichen Rede den ständigen Schlagabtauscht sagte/sagte/sagte fast ohne andere Verben dringend ändern sollen.
#DasLebenderElenaSilber #AlexanderOsang #Netgalleyde #KathrinliebtLesen #Rezension #Bookstagram #Booklove #Russland #Demenz #Familiengeschichte

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Rezension zu "Die Leben der Elena Silber" von Alexander Osang

Schachfigur(en) in den Wirren der Zeit
wandabluevor 7 Monaten

Schachfigur(en) in den Wirren der Zeit 

Wer russische Folklore und Romantik a là Doktor Schiwago erwartet, muss von „Die Leben der Elena Silber“ enttäuscht sein. Aber wer relativ erwartungslos an den Roman herangeht, kann durch die Lektüre nur bereichert werden. 

Der Roman zeichnet, wenig überraschend, das Leben der Elena Silber auf. In Russland geboren, wird Elena zeitlebens eine Art Flüchtling sein. Was an den Zeiten liegt, in denen sie geboren ist, den Orten, an denen sie leben muss, an der Familie, in die sie heineingeboren wird, den Menschen, auf die sie treffen wird - und an den Herrschaftsstrukturen in den Ländern Russland und Deutschland. 1905-Revolution in Russland, 1918-Revolution in Russland, Lenin, Stalin. Das Leben der Menschen oft durch Zufall bestimmt, häufig keinen Pfifferling wert. Es kommt durch, wer den Mund hält, Glück hat und sich anpasst. Oder wer die Seiten wechselt. Oder wer brutal unterdrückt. Die Seele nimmt notwendigerweise Schaden. Man muss hart sein wie Stahl oder weich wie Wachs. Je nach den Gegebenheiten. Das hält keiner aus ohne zu zerbrechen. Aber man darf es nicht zeigen, denn das ist der sichere Untergang. 

Konstantin, als Vertreter der Enkelgeneration, die ihrerseits schon wieder Kinder gezeugt hat, versteht weder sich selber noch seine Eltern, besonders die mütterliche Seite nicht. Die fünf Töchter seiner Großmutter bleiben nebulös für ihn. Nebst seinem Mutterkomplex und tiefem Mitleid für seinen Vater, ist er unsicher, ein tapender Mensch, der an seiner Vergangenheit krankt, die er doch nicht genau genug kennt, um sie abzuhaken. An der Heldenbrust des Vaters, der einzigen männlichen Bezugsperson, findet er leider auch keinen Trost, weil der eben gar kein Held ist, wie  die Mutter den Vater gnadenlos herunterbricht, fast zelebriert sie den Zerfall ihres Ehemannes. 

Das Leseerlebnis:
Weswegen mir der Roman „Die Leben der Elena Silber“, der sehr gut geschrieben ist, völlig ohne Floskeln daherkommt und ohne Pathos erzählt wird, besonders ans Herz wächst, ist seine Realitätsnähe. Wann kennt man seine Familie denn richtig, wenn man erst einmal über die Elterngeneration hinausgeht? Welche Familienchronik ist lückenlos? Woher weiß man und in diesem Fall, woher weiß Konstantin, was wahr ist und was erfunden, erstunken und erlogen, aus der Not geboren zusammengeschwindelt wurde. Man kann nicht dahinterkommen. Es bleiben Lücken. Dieses Lückenhaft hat mir sehr gut gefallen. 

Gnädigerweise dürfen wir, die Leser, immer einen Blick mehr in die Familiengeschichte von Elena tun als der suchende Konstantin selber, der oft vor Mauern steht, mit seinen Forschungen nicht weiterkommt. Einige Dinge läßt uns Alexander Osang früh wissen, andere bleiben für immer in den Wirren von Revolution, Krieg und Flucht verborgen.

Einige Leser haben geschrieben, die vielen Wiederholungen des Romans, die immergleichen Themen, die in den Dialogen zwischen den Figuren ständig aufgeworfen und verhandelt werden, würden sie nerven. Das ist bei mir nicht der Fall. Ich kann mich in die Köpfe der Figuren gut hineinversetzen, verstehe, wie dieselben Fragen immer und immer wieder umgewälzt werden und sich nicht vertreiben lassen. Ungefragt drängen sie bei Tag und Nacht ins Bewusstsein. Das ist so gut gemacht von Alexander Osang: Chapeau!

Weder Konstantin noch wir haben die Lebensgeschichte Elenas völlig durchdrungen noch jeden Baustein der Silber/Steinschen Geschichte heben können. Ist es denn wirklich notwendig? Kann man nicht einfach die Gegenwart akzeptieren, wie sie sich darstellt? Schade, dass diese Frage gar nicht gestellt wurde. Trotzdem kam ich den Figuren sehr nahe. Sie haben mich an meine eigene Familiengeschichte erinnert. Sie haben mich nachdenken lassen, was ich über meine Großeltern eigentlich wusste. War mein Großvater ein Nazi? No idea. Meine Tanten waren jedenfalls alle in der Hitlerjugend. Zu spät, um jemanden zu fragen. 

"Leben", sagt Elena, zu ihrem Enkel eines schönen Tages, sie habe ja mit 15 gedacht, sie wüssste, wie Leben geht. Aber „Leben ist anders, ganz anders.“ Da hat sie nur allzu recht! 

Die Kritik darf nicht fehlen. 200 Seiten weniger hätten es auch getan und es sind zu viele Vergleiche. Insgesamt fallen diese kleinen Mängel aber nicht ins Gewicht. 

Fazit: Eine sehr reale Story über eine Familiengeschichte, die gut aufgebaut und durchdacht ist. Russlands Willkürherrschaft, Hitlers Deutschland, alles eher am Rande behandelt, aber dennoch prägend für jeden, der in diesen Zeiten leben musste, faszinierend. Wie Schachfiguren herumgeschoben, so ist Elenas Familie. Und nicht nur sie: denn letztlich sind wir alle Figuren des jeweils gerade gespielten Aktes der Menschheitsgeschichte, ob als Könige oder Bauern, durch Zufall hierhin- oder dorthin geschubst. 

Kategorie: Anspruchsvoller Roman
Verlag: S. Fischer, 2019

Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, 2019

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Alexander Osang wurde am 30. April 1962 in Ost-Berlin (Deutschland) geboren.

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