Alexander Osang

 4 Sterne bei 99 Bewertungen
Autor von Lennon ist tot, die nachrichten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alexander Osang

Alexander Osang wurde im April 1962 in Ost-Berlin geboren. Er machte zunächst eine Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker und begann anschließend, Umwelttechnik zu studieren. Dies gab er jedoch bald wieder zugunsten eines Volontariats auf und entschied sich hinterher für ein Journalistik-Studium in Leipzig. Später war er zunächst bei der Berliner Zeitung, dann für den Spiegel in New York tätig. Sein erstes Buch "Die Nachrichten" wurde im Jahr 2000 veröffentlicht und wenig später unter dem gleichnamigen Titel verfilmt.

Alle Bücher von Alexander Osang

Sortieren:
Buchformat:
Lennon ist tot

Lennon ist tot

 (26)
Erschienen am 01.09.2008
die nachrichten

die nachrichten

 (19)
Erschienen am 01.02.2002
Königstorkinder

Königstorkinder

 (9)
Erschienen am 23.08.2012
Berlin - New York

Berlin - New York

 (6)
Erschienen am 01.05.2006
Comeback

Comeback

 (5)
Erschienen am 25.08.2016
Neunundachtzig

Neunundachtzig

 (5)
Erschienen am 01.12.2004
Lunkebergs Fest

Lunkebergs Fest

 (5)
Erschienen am 01.05.2005

Neue Rezensionen zu Alexander Osang

Neu
Anteks avatar

Rezension zu "Winterschwimmer" von Alexander Osang

Resümee ziehen, Neuanfang wagen, oder nicht?
Antekvor einem Jahr

Winterschwimmer ist eine Sammlung von vierzehn Weihnachtsgeschichten, die der Autor Alexander Osang zum großen Teil bereits in der BERLINER ZEITUNG veröffentlicht hat.

Als Leser bekommt man hier keine Weihnachtsgeschichten, die von einem tollen, besinnlichen Fest, dem Festtagsbraten oder schönen Familientreffen berichten. Wenn von Geschenken die Rede ist, dann eher von den falschen. Alexander Osang stellt in jeder seiner Geschichten einen Menschen in den Mittelpunkt, den man inmitten unserer Gesellschaft finden könnte. Er blickt mit ihm auf sein Leben und gräbt aus, mit was man eigentlich unzufrieden ist. Themen wie Erfolgsdruck, Frust und Zukunftsängste im Beruf, Gier, übermäßiger Aufstiegswille oder zufrieden mit dem was man hat, auch ein Nebeneinanderher-Leben in der Beziehung, bzw. Trennung, werden hier aufs Tapet gebracht und damit der Leser angeregt, vielleicht auch einmal selbst zu reflektieren und in seinem Leben aufzuräumen, wenn Bedarf herrscht.

Gemeinsam haben die Protagonisten, dass sie die besten Jahre bereits hinter sich haben, sollten sie je welche gehabt haben und deshalb mehr oder weniger unzufrieden sind. Nichtsdestotrotz könnten sie unterschiedlicher nicht sein, ein Unternehmensleiter, eine Schauspielerin, eine Bankangestellte, ein Radiomoderator, ein Altenpfleger, ein Bestatter, ein Makler oder ein Swimmingpool Vertreter. Auch die Vielfalt der Handlungsorte steht dem nicht nach, Weihnachten und Heilig Abend im Flieger, im steckengebliebenen Lift, nackt vor verschlossener Haustür, bei der Arbeit im Altenheim oder Radiosender, oder auch bei den Schwiegereltern in Florida bei den drei deutschen Eichen. Der Autor sorgt hier gelungen für Abwechslung.

Die Geschichten spielen in Berlin und Brandenburg was deutlich zu merken ist. Erinnerungen an die DDR-Zeit, trübe Zukunftsaussichten, der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, ein Blick auf den Gendarmenmarkt oder Fernsehturm und auch ab und an ein bisschen Dialekt, „Ick kann doch nüscht dafür, diste heute ranmusst.“, schaffen gelungenes Regionalkolorit.

Der Sprachstil des Autors liest sich locker, leicht. Gut gefallen haben mir vor allem spitze Bemerkungen wie „Ein Mann, der aussah, als habe Ikea ihn sich ausgedacht. Igmar, der Mann, der nach anderthalb Jahren auseinander fällt.“  oder auch ausgefallene Beschreibungen wie das „Verdeck öffnetet sich in ihrem Rücken wie eine fleischfressende Pflanze und bedeckte sie.“

Ich konnte nicht mit allen Geschichten gleich viel anfangen und musste mich anfangs auch erst auf die etwas andere Art von Weihnachtsgeschichten einstellen. Die überwiegende Mehrheit hat mich gelungen unterhalten und zum Nachdenken angeregt. Ich hatte auch richtige Highlights, wie z.B. „Die Schneekönigin“, eine Art moderne Herbergssuche, dich mich zum Schmunzeln brachte, aber auch sehr berührte. Ebenfalls richtig getroffen hat mich u.a. auch „Tod eines Fernreisenden“, bei dem ein Sohn an Heilig Abend nach Thailand fliegen soll um seinen tödlich verunglückten Vater zu identifizieren und bei all der Tragik aber zum Glück auch positive Erkenntnisse gewinnen kann.

Sicher eine Empfehlung für alle, die einmal Weihnachtsgeschichten einer etwas anderen Art lesen wollen.

Kommentieren0
13
Teilen
walli007s avatar

Rezension zu "Comeback" von Alexander Osang

Steine
walli007vor 3 Jahren

Die Steine waren eine Rockband in der ehemaligen DDR, natürlich als sie noch nicht ehemalig war. In den 80ern hatten sie einige Hits. Allerdings wurden sie von der Wende überrollt und dann nicht mehr gebraucht. Die Band war auch innerlich zerrissen, Streitereien, Unstimmigkeiten, Machtspiele. Die ganzen Querelen führen schließlich zur Trennung. So wie sie miteinander nicht können, so können sie auch nicht ohne einander. Im Jahr 1994 stirbt ihr Manager Conny bei einem Autounfall und möglicherweise könnte dies als der Anfang verschiedener Wiedervereinigungen der Band und etlicher Revivaltourneen sein. 


Über dreißig Jahre kann man unterschiedliche Episoden aus dem Leben der Bandmitglieder oder einiger nahestehenden Personen verfolgen. Man empfindet die Momente, in denen die Band funktioniert, man fühlt ihren Zauber, man erinnert sich an die Musik, die für einen selbst funktionierte. Gerne denkt man an die eigne Jugend zurück, an die Geschichte der Maueröffnung, mit der nie zu rechnen war, auf die man nicht zu hoffen wagte und die doch schließlich möglich wurde. Vielleicht hat man einige Botschafter des Ostens auf der Bühne gesehen, sie und ihre Musik gefeiert. Als Jugendlicher hat man es genommen wie es war und sich keine großen Gedanken um das Leben der Musiker gemacht.


Und hier nun schließt der Roman eine Lücke. Auf sympathische Weise lässt er einen Blick hinter die Kulissen zu. Er dokumentiert die Versuche der Band sich selbst treu zu bleiben, die Streitereien untereinander, die wechselnden Beziehungen. Man ist gezwungen die rosa Brille abzusetzen, um ein realistisches und stimmiges Bild zu erkennen. Zwar scheitern die Musiker, jeder auf seine Weise. Man könnte den Eindruck gewinnen, sie seien ohneeinander besser dran. Und doch ist dieses Buch eine manchmal heitere, meist melancholische Reise in die Vergangenheit, die man gerne unternimmt.

Kommentare: 1
20
Teilen
hasirasi2s avatar

Rezension zu "Comeback" von Alexander Osang

(N)ostalgie
hasirasi2vor 3 Jahren

Ich bin wieder mitten drin in der DDR. Das Gefühl, der Geruch, der Geschmack, die Farblosigkeit. Wobei einem das damals gar nicht so schlimm vorkam. Man kannte es ja nicht anders und man kann nur vermissen, was man kennt. Aufgefallen ist mir das alles erst nach „der Wende“. Das Warenangebot, die Farben und Gerüche, die Freiheit. Und wenn wir mal ehrlich sind, lag es wohl auch hauptsächlich an den überwiegend grauen Häuserfassaden und das es nur wenige Autotypen (Trabbi und Wartburg) in nicht gerade vielen Farben gab.

 

Comeback ist die Geschichte der großen ostdeutschen Rockband „Steine“, die nach der 25 Jahre Wende nochmal durchstarten will. Natürlich ist die Band nur fiktiv, aber es gibt genügend Parallelen zu real existierenden Band und Musikern. Alexander Osang verweist auch explizit auf Rockhaus und Silly. Und natürlich Tamara (Danz): „…was sicher an ihrem roten Ledermantel lag, den dunkel geschminkten Augen und ihrer blonden, hochgesprühten Löwenmähne, die in der kristallklaren New Yorker Mittagsluft leuchtete wie eine Sonnenblume.“

 

Alexander Osang erzählt die Geschichte der „Steine“ aus 11 verschieden Perspektiven über einen Zeitraum von 30 Jahren (1982-2014). Ihr Entstehen, ihre größten Triumphe und Misserfolge, ihre Stärken und Schwächen, ihre größten Momenten und die besonders grauen, kalten, wenn die Band wieder einmal zerfällt. Er lässt die Bandmitglieder zu Wort kommen, aber auch ihren Manager, den Booker, den Stasi-Führungsoffizier, die Familien und die Journalistin, welche die Comeback-Tour begleitet. Sie kennen sich seit vielen Jahren, sind zusammen alt geworden und haben doch die Hoffnung nie aufgeben. Es geht natürlich auch um Liebe, Verrat und Eifersucht – eben die großen Dramen des Lebens, aus denen die Musik geboren wird . Und schnell wird klar, alles hängt zusammen.

 

Der Roman ist aber auch eine schonungslose Abrechnung mit der DDR. Er geht offen und ehrlich mit der Musikszene damals und heute um, alternden Stars und der Stasi. Gleichzeitig beschreibt er die Künstlern und ihre Art sehr liebevoll, fast zärtlich - es sind eben auch nur Menschen.

 

Ich habe das Buch und den Autor im Rahmen einer Lesung kennenlernen dürfen und mich sofort in das Buch verliebt, da ich ein großer Musikfan und in der DDR groß geworden bin. Das Buch ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack, aber meinen hat es voll getroffen: es ist dreckig, rockig, laut, mitten aus dem Leben gegriffen – hat aber auch leise Seiten vorzuweisen und weckt nostalgische Erinnerungen. Deshalb bekommt es von mir auch 5 Sterne.

 

PS: Meine Hörempfehlung zum Buch sind die Sampler „Deutscher Demokratischer Beat“ und „Melodie & Rhythmus Vol.1“ J.

Kommentare: 5
42
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Alexander Osang wurde am 30. April 1962 in Ost-Berlin (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 133 Bibliotheken

auf 13 Wunschlisten

von 5 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks