Alexander Osang Comeback

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Inhaltsangabe zu „Comeback“ von Alexander Osang

Der Gitarrist Alex, der Bassist Paul, der Keyboarder Vonnie, der Schlagzeuger Axel und die charismatische Sängerin Nora sind 'Die Steine'. Eine ostdeutsche Rockband aus den 80ern zwischen Protest und Anpassung. Als die Mauer fällt, zerbricht die Band. Nora versucht es allein in New York. Paul steht zwölf Jahre an seinem Fenster. Alex denkt an Nora, die seine große Liebe wurde, als sie schon bei Paul war. Paul liebt nur eine Frau, seine Tochter. Dann gehen sie auf Comeback-Tour.

Alexander Osangs mitreißender Roman erzählt mehr als die Geschichte einer Band in drei Jahrzehnten, seine Kapitel sind Songs über Liebe, Verrat und das, was die Zeit aus uns macht. Und darüber, dass das Leben weitergeht, wenn ein Song zu Ende ist.

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  • Steine

    Comeback

    walli007

    Die Steine waren eine Rockband in der ehemaligen DDR, natürlich als sie noch nicht ehemalig war. In den 80ern hatten sie einige Hits. Allerdings wurden sie von der Wende überrollt und dann nicht mehr gebraucht. Die Band war auch innerlich zerrissen, Streitereien, Unstimmigkeiten, Machtspiele. Die ganzen Querelen führen schließlich zur Trennung. So wie sie miteinander nicht können, so können sie auch nicht ohne einander. Im Jahr 1994 stirbt ihr Manager Conny bei einem Autounfall und möglicherweise könnte dies als der Anfang verschiedener Wiedervereinigungen der Band und etlicher Revivaltourneen sein.  Über dreißig Jahre kann man unterschiedliche Episoden aus dem Leben der Bandmitglieder oder einiger nahestehenden Personen verfolgen. Man empfindet die Momente, in denen die Band funktioniert, man fühlt ihren Zauber, man erinnert sich an die Musik, die für einen selbst funktionierte. Gerne denkt man an die eigne Jugend zurück, an die Geschichte der Maueröffnung, mit der nie zu rechnen war, auf die man nicht zu hoffen wagte und die doch schließlich möglich wurde. Vielleicht hat man einige Botschafter des Ostens auf der Bühne gesehen, sie und ihre Musik gefeiert. Als Jugendlicher hat man es genommen wie es war und sich keine großen Gedanken um das Leben der Musiker gemacht. Und hier nun schließt der Roman eine Lücke. Auf sympathische Weise lässt er einen Blick hinter die Kulissen zu. Er dokumentiert die Versuche der Band sich selbst treu zu bleiben, die Streitereien untereinander, die wechselnden Beziehungen. Man ist gezwungen die rosa Brille abzusetzen, um ein realistisches und stimmiges Bild zu erkennen. Zwar scheitern die Musiker, jeder auf seine Weise. Man könnte den Eindruck gewinnen, sie seien ohneeinander besser dran. Und doch ist dieses Buch eine manchmal heitere, meist melancholische Reise in die Vergangenheit, die man gerne unternimmt.

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    • 2
  • (N)ostalgie

    Comeback

    hasirasi2

    Ich bin wieder mitten drin in der DDR. Das Gefühl, der Geruch, der Geschmack, die Farblosigkeit. Wobei einem das damals gar nicht so schlimm vorkam. Man kannte es ja nicht anders und man kann nur vermissen, was man kennt. Aufgefallen ist mir das alles erst nach „der Wende“. Das Warenangebot, die Farben und Gerüche, die Freiheit. Und wenn wir mal ehrlich sind, lag es wohl auch hauptsächlich an den überwiegend grauen Häuserfassaden und das es nur wenige Autotypen (Trabbi und Wartburg) in nicht gerade vielen Farben gab.   Comeback ist die Geschichte der großen ostdeutschen Rockband „Steine“, die nach der 25 Jahre Wende nochmal durchstarten will. Natürlich ist die Band nur fiktiv, aber es gibt genügend Parallelen zu real existierenden Band und Musikern. Alexander Osang verweist auch explizit auf Rockhaus und Silly. Und natürlich Tamara (Danz): „…was sicher an ihrem roten Ledermantel lag, den dunkel geschminkten Augen und ihrer blonden, hochgesprühten Löwenmähne, die in der kristallklaren New Yorker Mittagsluft leuchtete wie eine Sonnenblume.“   Alexander Osang erzählt die Geschichte der „Steine“ aus 11 verschieden Perspektiven über einen Zeitraum von 30 Jahren (1982-2014). Ihr Entstehen, ihre größten Triumphe und Misserfolge, ihre Stärken und Schwächen, ihre größten Momenten und die besonders grauen, kalten, wenn die Band wieder einmal zerfällt. Er lässt die Bandmitglieder zu Wort kommen, aber auch ihren Manager, den Booker, den Stasi-Führungsoffizier, die Familien und die Journalistin, welche die Comeback-Tour begleitet. Sie kennen sich seit vielen Jahren, sind zusammen alt geworden und haben doch die Hoffnung nie aufgeben. Es geht natürlich auch um Liebe, Verrat und Eifersucht – eben die großen Dramen des Lebens, aus denen die Musik geboren wird . Und schnell wird klar, alles hängt zusammen.   Der Roman ist aber auch eine schonungslose Abrechnung mit der DDR. Er geht offen und ehrlich mit der Musikszene damals und heute um, alternden Stars und der Stasi. Gleichzeitig beschreibt er die Künstlern und ihre Art sehr liebevoll, fast zärtlich - es sind eben auch nur Menschen.   Ich habe das Buch und den Autor im Rahmen einer Lesung kennenlernen dürfen und mich sofort in das Buch verliebt, da ich ein großer Musikfan und in der DDR groß geworden bin. Das Buch ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack, aber meinen hat es voll getroffen: es ist dreckig, rockig, laut, mitten aus dem Leben gegriffen – hat aber auch leise Seiten vorzuweisen und weckt nostalgische Erinnerungen. Deshalb bekommt es von mir auch 5 Sterne.   PS: Meine Hörempfehlung zum Buch sind die Sampler „Deutscher Demokratischer Beat“ und „Melodie & Rhythmus Vol.1“ J.

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    • 5

    hasirasi2

    30. June 2015 um 15:23
  • Musik „in der Wende“

    Comeback

    michael_lehmann-pape

    16. April 2015 um 13:51

    Musik „in der Wende“ Auch wenn Alexander Osang am Ende des Buches deutlich macht, dass im Buch nicht die Geschichte von „Silly“ oder einer anderen konkreten „Ost-Rock Band“ verarbeitet wird, die Ähnlichkeiten sind doch groß. Vor allem, was das „Binnenverhältnis“ zwischen Tamara Danz und zweien Ihrer Musiker damals anging. Ein Binnenverhältnis, was auch bei den „Steinen“, der fiktiven Ost-Band im Zentrum dieses Buches, für „Leben“ sorgen wird. Allerdings eher im Vorbeigehen, denn Osang bindet zwar die fiktive Musik und vor allem die Texte der fiktiven Band in seinen Roman mit ein („Wartesaal“ bringt die Atmosphäre in den 2-3 Jahren vor dem Fall der Mauer z.B. absolut auf den Punkt). Im Kern erzählt Osang nacheinander auf verschiedenen Ebenen die Geschichte der Menschen in und um die Band herum (die nie den ganz großen Erfolg eingefahren hat und auch auf deren aktueller Comebacktour eher keine Stadien gebucht werden müssen). Die Musiker, der Manager, die Tochter des Bassisten (die in spannungsreicher Beziehung aktuell lebt), das „Journalistengroupie“, der „Booker“, der damals mal ausgebootete Schlagzeuger, der Keyboarder, der zu keiner Zeit für ein Comeback bereit war, weil der „Zauber“ verloren gegangen ist. Endgültig. Starke Portraits, die ihre Personen tief ausloten. Die sicherlich, einerseits, noch einmal und wieder die Stimmung einer Zeit im Ostend es Landes aufnehmen, die jahrzehntelang prägend war, die wieder einmal die „Kosten“ der Wiedervereinigung thematisieren durch die „Insolvenz“ nicht nur einer Wirtschaft, sondern eines Lebensstils. Dier aber anderseits zeitlos und nicht an bestimmte Orte gebundene existenzielle Themen aufnehmen. Diese fast innere Resignation im Alkohol. Die ständig enervierend übertriebene Egomanie und Hysterie der Sängerin („sah nicht schlecht aus, war aber um Jahre zu jung gekleidet“). Diese Machtkämpfe mit den versteckten Spitzen gegeneinander gegenüber dem fast soliden Leben (samt altersbedingten Rückenscherzen) anderer Teile der Band. Es verdichtet sich im Lauf der Lektüre immer mehr, das ein „Ausbruch“ aus diesem „kleinen Leben“ nicht wirklich möglich ist, dass jeder und jede davon getrieben werden, ehemalige tiefe Erlebnisse der inneren Verbindung noch einmal zu erleben. Verbindungen, um die es letztlich geht, die das Eigentliche sind, was weder Nora in New York noch Voschi auf dem Kreuzfahrtschiff finden können. Da aber, wo der eine nicht mehr glaubt, dass es das noch geben kann, finden die anderen alle 2-3 Jahre wieder zusammen, auch wenn nur 25 Zuhörer sich im Raum verlieren. Aber kann das noch zu finden sein, diese innere „Vereinigung“ mit sich und den anderen durch die Musik? Oder ist alles untergegangen im Kommerz, wie es Connys Geschichte im Versuch des Gesprächs mit einem Plattenproduzenten nahe legt? Sprachlich dicht, mit melancholischem Unterton, viel „alter Atmosphäre“ des Ostteils Berlins, mit genau gezeichneten Figuren und einer hintergründigen Konzentration auf „das Eigentliche des Lebens“ (dem sich auch die „nächste Generation“ nicht verschließen können wird), eröffnet Osang eine Welt der inneren Verbundenheit durch Musik, der Kunstform der Liedtexte, des Scheiterns an sich selbst (mit der faltigen Haut des Alters auf dem Rücken und im Anblick der Fans, die nur noch einmal vom „Duft der eigenen Jugend“ musikalisch schnuppern wollen). Ein ehrliches Buch mit melancholischen Untertönen und dem Glauben an die Kraft der Liebe, der Musik und des Lebens in immer widriger werden Umständen (auch inneren).

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