‚Mitternachtssymphonie‘ besteht aus fünfzehn Kurzgeschichten, die auf mich einen ziemlich düsteren Eindruck gemacht haben. Die Protagonisten geht es in den meisten Fällen gar nicht so gut. Sie stecken fest und schaffen es nicht sich ihre Probleme in die Augen zu schauen und sie aktiv zu lösen. Lieber stecken sie ihren Kopf in den Sand, laufen weg oder betäuben sich mit Alkohol. Oft drehte es sich um die Liebe, aber auch Drogen, eine vergangene Karriere oder schlicht und einfach ein gescheitertes Leben.
Eine Geschichte, die mir sehr beeindruckt hat, war ‚Türen‘, in der man von dem Hauptprotagonisten, einen Pyromanen, direkt angesprochen wird und er hautnah beschreibt, was seine Beweggründe sind. Man fiebert mit, weil man spürt, dass es sich an einer Grenze befindet, die er nicht überschreiten sollte. Auf der einen Seite sind da seine Faszination, seine obskure Gedankenwelt und seine kranke Überzeugungen, andererseits seine Angst und Hemmungen. Als Leser hatte ich das Gefühl, dass diese Person dringend Hilfe braucht und war gespannt, wie der Text zu Ende gehen würde.
‚Mitternachtssymphonie‘, die titelgebende Geschichte des Buches, hat mich auch ziemlich traurig gemacht. Da lernt man eine Schauspielerin kennen, die aber keine Rollen mehr bekommt. Sie sitzt in einem Hotelzimmer und vegetiert vor sich hin, wartend, bis sie endlich wieder einen Auftrag kriegt. Ein Fahrer kommt ab und zu vorbei und bringt sie was zu essen und zu trinken. Man kann sich schon denken, das das Trinken besser ankommt. In diesem Text nimmt er sie mit und kommt sie noch mal kurz raus. Da spürt man hautnah ihre Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit des Ganzen. Es tut weh, aber helfen kann man ihr nicht. Mich hat diesen Text tief beeindruckt und ziemlich mitgenommen.
Die anderen Geschichten in dem Buch gefielen mir auch super und während des Lesens hatte ich öfter mal das Gefühl, dass sie miteinander in Verbindung standen, weil bestimmte Sätze oder Wörter wiederholt wurden. Da habe ich mich manchmal die Frage gestellt, ob es in bestimmten Texten um eine und dieselbe Person handelte.
In dieser Kurzgeschichtensammlung steht nicht die Schnelligkeit im Vordergrund, aber die Tiefe der starken Emotionen, die die Protagonisten erfahren und an denen wir als Leser teilhaben dürfen. Die Geschichten wirkten auf mich düster und stimmten eher traurig. Sie haben mich berührt und nachdenklich gemacht. Deswegen gefielen sie mir auch so gut und möchte ich sie gerne weiterempfehlen.












