Alexander Pfeiffer

 4 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor*in von Terrorballade, Geisterchoral und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Alexander Pfeiffer wurde 1971 in Wiesbaden geboren, wo er bis heute lebt. Er ist Schriftsteller, Literaturveranstalter, Moderator und Leiter von Schreibwerkstätten. Neben drei Bänden mit Kurzgeschichten und vier Gedichtbänden veröffentlichte er bislang vier Kriminalromane und gab die Anthologiereihe „KrimiKommunale“ heraus. Für den Kurzkrimi „Auf deine Lider senk ich Schlummer“ erhielt er 2014 den Friedrich-Glauser-Preis. Zuletzt erschien sein Erzählband „Mitternachtssymphonie“ (Edition Outbird, 2022). Für seinen neuen Kriminalroman, der im Frühjahr 2024 in der Edition Outbird erscheint, erhielt er eine Förderung der „Stiftung Literatur – begründet von Dieter Lattmann“. Pfeiffer ist Mitglied des SYNDIKAT – Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur, des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), des PEN-Zentrums Deutschland sowie des Kulturbeirats der Landeshauptstadt Wiesbaden. Seit 2016 präsentiert er die monatliche Videokolumne „Pfeiffers Kultur Kiosk“, mit der er die Kulturlandschaft seiner Heimatstadt Stück für Stück kartografiert. Seit 2017 zeichnet er als freier Mitarbeiter des Literaturhauses Villa Clementine für die Organisation des „Wiesbadener KrimiMärz“ mitverantwortlich. Daneben ist er unbelehrbarer Fan des Hamburger SV, musikabhängiger Vinylfetischist und Hobbyboxer.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alexander Pfeiffer

Cover des Buches Terrorballade (ISBN: 9783948887612)

Terrorballade

(2)
Erschienen am 01.02.2024
Cover des Buches Geisterchoral (ISBN: 9783954519996)

Geisterchoral

(2)
Erschienen am 19.10.2016
Cover des Buches Mitternachtssymphonie (ISBN: 9783948887360)

Mitternachtssymphonie

(1)
Erschienen am 01.09.2022
Cover des Buches Krimi Kommunale 2 (ISBN: 9783829309677)

Krimi Kommunale 2

(0)
Erschienen am 12.10.2011
Cover des Buches Krimi Kommunale 3 (ISBN: 9783829310239)

Krimi Kommunale 3

(0)
Erschienen am 01.12.2012

Neue Rezensionen zu Alexander Pfeiffer

Cover des Buches Mitternachtssymphonie (ISBN: 9783948887360)
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Rezension zu "Mitternachtssymphonie" von Alexander Pfeiffer

Lottchen
Fünfzehn tiefgründige, emotionsgeladene Kurzgeschichten

‚Mitternachtssymphonie‘ besteht aus fünfzehn Kurzgeschichten, die auf mich einen ziemlich düsteren Eindruck gemacht haben. Die Protagonisten geht es in den meisten Fällen gar nicht so gut. Sie stecken fest und schaffen es nicht sich ihre Probleme in die Augen zu schauen und sie aktiv zu lösen. Lieber stecken sie ihren Kopf in den Sand, laufen weg oder betäuben sich mit Alkohol. Oft drehte es sich um die Liebe, aber auch Drogen, eine vergangene Karriere oder schlicht und einfach ein gescheitertes Leben.

Eine Geschichte, die mir sehr beeindruckt hat, war ‚Türen‘, in der man von dem Hauptprotagonisten, einen Pyromanen, direkt angesprochen wird und er hautnah beschreibt, was seine Beweggründe sind. Man fiebert mit, weil man spürt, dass es sich an einer Grenze befindet, die er nicht überschreiten sollte. Auf der einen Seite sind da seine Faszination, seine obskure Gedankenwelt und seine kranke Überzeugungen, andererseits seine Angst und Hemmungen. Als Leser hatte ich das Gefühl, dass diese Person dringend Hilfe braucht und war gespannt, wie der Text zu Ende gehen würde.

‚Mitternachtssymphonie‘, die titelgebende Geschichte des Buches, hat mich auch ziemlich traurig gemacht. Da lernt man eine Schauspielerin kennen, die aber keine Rollen mehr bekommt. Sie sitzt in einem Hotelzimmer und vegetiert vor sich hin, wartend, bis sie endlich wieder einen Auftrag kriegt. Ein Fahrer kommt ab und zu vorbei und bringt sie was zu essen und zu trinken. Man kann sich schon denken, das das Trinken besser ankommt. In diesem Text nimmt er sie mit und kommt sie noch mal kurz raus. Da spürt man hautnah ihre Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit des Ganzen. Es tut weh, aber helfen kann man ihr nicht. Mich hat diesen Text tief beeindruckt und ziemlich mitgenommen.

Die anderen Geschichten in dem Buch gefielen mir auch super und während des Lesens hatte ich öfter mal das Gefühl, dass sie miteinander in Verbindung standen, weil bestimmte Sätze oder Wörter wiederholt wurden. Da habe ich mich manchmal die Frage gestellt, ob es in bestimmten Texten um eine und dieselbe Person handelte.

In dieser Kurzgeschichtensammlung steht nicht die Schnelligkeit im Vordergrund, aber die Tiefe der starken Emotionen, die die Protagonisten erfahren und an denen wir als Leser teilhaben dürfen. Die Geschichten wirkten auf mich düster und stimmten eher traurig. Sie haben mich berührt und nachdenklich gemacht. Deswegen gefielen sie mir auch so gut und möchte ich sie gerne weiterempfehlen.

Cover des Buches Terrorballade (ISBN: 9783948887612)
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Rezension zu "Terrorballade" von Alexander Pfeiffer

Lottchen
Ein rasanter RAF-Krimi

In ‚Terrorballade‘ lernen wir Sänger kennen. Er ist ein ehemaliger Filmvorführer und im Augenblick arbeitslos. In der Vergangenheit hat er mal einen Kriminalfall gelöst und deswegen sehen ihn viele als Privatdetektiv an. Das aber möchte er nicht sein. Als er aber in einer Kneipe von einer Frau, die er von früher kennt, angesprochen und gefragt wird, für sie Robert Zimmermann aufzuspüren, nimmt er nach einigen Zweifeln ihr Angebot an und macht sich auf der Suche nach dem ehemaligen V-Mann, der, nachdem er für den Verfassungsschutz die dritte Generation der RAF ausspioniert hat, untergetaucht lebt. Seine Recherchen bringen ihn von Wiesbaden nach Hamburg. Dabei trifft er auf einige skurrile und nicht unbedingt harmlose Personen und gerät auch selbst in Gefahr.

Mir hat dieser Krimi gut gefallen, obwohl ich sie nicht super spannend fand. Das hat aber viel mit dem Hauptprotagonisten Sänger zu tun. Auf mich wirkte er immer so unglaublich ruhig, als ob nichts ihm etwas anhaben konnte. Sogar in extrem brenzeligen Situationen schafft er es einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich fand ihm auf jeden Fall unglaublich sympathisch. Die lockere Art, wie er mit seiner Tochter umgeht und die wilde Beziehung, die er mit seiner frisch angetraute Frau führt sind eine angenehme Abwechslung zu dem düsteren Fall, in dem er recherchiert. Als Leser lernt man einiges über Sängers Vergangenheit und die Szene, in der er sich am Rande befand.

Die dritte Generation der RAF stand in diesem Buch zentral. Und obwohl es eine rein fiktionale Geschichte war, war es trotzdem sehr interessant mehr über die damalige Szene zu erfahren, wofür sie standen und dem Gedankenspiel zu folgen, wie es denen heute so gehen könnte.

Der Fall an sich gefiel mir, obwohl ziemlich schnell klar wird, dass da noch mehr spielt und, dass das Auffinden von Robert Zimmermann nicht unbedingt an erster Stelle steht. Sänger wird nämlich ungewollt in eine Mordermittlung hineingezogen und kommt nicht darum herum auch da mitzurecherchieren, damit er an Informationen für seinen eigenen Fall kommt. Dadurch wird er aber immer tiefer in der ganzen Sache mit hineingezogen. Die Auflösung kam für mich nicht als eine große Überraschung, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht, mit zu verfolgen, wie er seine Ermittlungen führt und schlussendlich alle Puzzlestücke zusammenfügt.

‚Terrorballade‘ habe ich unglaublich schnell durchgelesen. Man bekommt einfach keine Atempause. Alles passiert Schlag auf Schlag und nie hatte ich Lust das Buch mal kurz aus der Hand zu legen. Sowohl Sängers Privatleben aus auch der Fall um Robert Zimmermann wurden nie langweilig. Auf jeden Fall lesenswert!

Cover des Buches Terrorballade (ISBN: 9783948887612)
thenights avatar

Rezension zu "Terrorballade" von Alexander Pfeiffer

thenight
Terrorballade

Ich erinnere mich zwar noch gut an die Fahndungsplakate, mit denen nach den Mitgliedern der RAF gefahndet wurde, Christian Klar, Ulrike Meinhof, Andreas Baader und viele andere waren für die Morde an Politikern und Polizeibeamten und für diverse Anschläge verantwortlich.

Viel mehr ist mir allerdings nicht in direkter Erinnerung geblieben. Ich war erstens mehr als unpolitisch und wohl auch noch zu jung, um das Ausmaß des Terrors auch nur annähernd zu begreifen.


 
Alexander Pfeiffer hat nun um die 3. Generation der RAF einen Kriminalroman geschrieben, der damit beginnt das Bettina Holz, eine frühere Bekannte des Privatdetektivs Widerwillen Sänger, ihn beauftragt, nach ihrem früheren Geliebten Robert "Robby" Zimmermann zu suchen, der als ehemaliger Spitzel für den Verfassungsschutz im Zeugenschutzprogramm untergebracht wurde. Briefe, die Robby an Bettina schickt, führen Sänger nach Hamburg. Und damit zu den Rentnern der 3. Generation, der RAF. Und dann ist da noch der Mord an Vera Angermann, auch sie eine Sympathisantin der Roten Armee Fraktion, für die augenscheinlich die 3. Generation verantwortlich ist, doch die RAF behauptete schon 1993 das Morden hinter sich gelassen zu haben.

Pfeiffer verwebt fiktive Personen mit realen Ereignissen, das hat mich immer wieder dazu gebracht mich etwas näher mit den damaligen Vorkommnissen zu befassen. Es hat Spaß gemacht, trotz des ernsten Hintergrunds, Sänger bei seinen Ermittlungen zu begleiten, seinen Gedankengängen zu folgen. Auch sein Privatleben kam bei all dem nicht zu kurz, schließlich ist er frisch mit der Journalistin Marlene verheiratet, um es mal so auszudrücken. :o)


Und fast habe ich Mitleid mit den RAF-Mitgliedern entwickelt, die ein Leben in Einsamkeit und Isolation führen müssen, immer auf der Flucht und immer auf der Suche nach einer Möglichkeit den Lebensunterhalt zu bestreiten. Was im Falle der RAF-Rentner wohl bedeutet Raubüberfälle zu begehen, denn eine legale Möglichkeit gibt es, für sie ja nicht.


Insgesamt ist "Terrorballade" ein packender Kriminalroman, der nicht nur mit seiner spannenden Handlung, sondern auch mit seinen vielschichtigen Charakteren und cleveren Anspielungen überzeugt. Alexander Pfeiffer beweist einmal mehr sein Talent als Autor und lässt den Leser in eine faszinierende Welt eintauchen, die noch lange nach dem Zuschlagen des Buches in Erinnerung bleibt.


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In Dreck im Blut geht es um Freundschaft, Verrat und das Leben am Rand der Gesellschaft. Authentisch, direkt und emotional erzählt – Jugendliche, die kämpfen, stolpern und ihren eigenen Weg suchen. Ich freue mich auf eure Eindrücke, ehrliches Feedback und spannende Diskussionen!

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