A. Röslers ICH BIN NUR MAL KURZ MEIN GLÜCK SUCHEN ist eines dieser Bücher, die man aufschlägt – und plötzlich viel langsamer liest, weil man merkt, dass hier etwas Eigenes passiert. Etwas Ehrliches. Etwas, das nicht gefallen will, sondern trifft. Und zwar mitten ins Herz.
Mit einer klaren, unprätentiösen Sprache erzählt Rösler von Aufbrüchen, vom Verlieren und Wiederfinden, von Menschen, die unterwegs sind – nicht unbedingt geografisch, sondern innerlich. Das Glück ist in diesem Roman kein kitschiges Versprechen, sondern eine fragile, oft widersprüchliche Bewegung: manchmal greifbar nah, manchmal schmerzhaft fern. Genau darin liegt die große Stärke des Textes.
Rösler schreibt mit feinem Gespür für Zwischentöne. Für das Ungesagte. Für die leisen Momente, in denen Figuren mehr über sich verraten als in großen Gesten. Man spürt beim Lesen eine tiefe Menschenkenntnis und eine seltene Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten, statt sie glattzubügeln. Das macht diesen Roman so glaubwürdig – und so berührend.
ICH BIN NUR MAL KURZ MEIN GLÜCK SUCHEN ist kein Buch, das schnelle Antworten liefert. Es stellt Fragen. An seine Figuren – und an uns. Was bedeutet Glück wirklich? Was sind wir bereit dafür zu riskieren? Und wie viel Verlust gehört manchmal dazu?
Zugegeben, die Handlung scheint auf den ersten Blick absurd. Aber sind nicht alle Traumreisen fern jeglicher Realität? Wo wenn nicht im literarischen Raum können wir unserer Fantasie und Sprache frei entfalten?
Ich liebe dieses Buch und kann nicht verstehen, warum es bis heute ein Geheimtipp ist. Wer einen völlig anderen Coming-of-Age Roman lesen möchte, schön abgedreht mit wilder Story und wunderbaren Bildern, sollte hier zuschlagen.
























