Alexander Raabe

 3.8 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von Alexander Raabe

Alexander Raabe, Jahrgang 1967, begeisterte sich schon in seinem Geschichtsstudium für die steinernen Zeugen der römischen Zivilisation im Rheinland. Mit ebenso viel historischer Akribie wie dramatischer Erzählkunst erweckt er die Bewohner des Kastells Bürgel, in dessen Nähe er lebt, wieder zum Leben.

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Gesa - Verrat im Kastell Bürgel

Gesa - Verrat im Kastell Bürgel

 (17)
Erschienen am 01.10.2013

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Rezension zu "Gesa - Verrat im Kastell Bürgel" von Alexander Raabe

Gesa und der Verrat im Kastell Bürgel
Svanvithevor 5 Jahren

Die Römische Provinz im September 356. Die junge Bauersfrau Gesa entkommt den Männern, die ihr Dorf überfallen und nicht nur ihren Ehemann Bernulf und ihre beste Freundin Osrun getötet haben. Doch gerät sie quasi vom Regen in die Traufe und wird innerhalb kürzester Zeit mehrmals vergewaltigt. Zunächst von Soldaten, die sie im Wald aufgreifen. Später begegnet sie Ulfert, den Drillmeister des Kastells Bürgel, in dessen Schatten Gesa wie viele andere Flüchtlinge Schutz und Nahrung sucht. Gegen einen trockenen Platz zum Schlafen und das Versprechen, dass niemand sie anrührt, der es nicht darf, lässt sie sich zur Prostitution zwingen. Währenddessen reift im Kopf des Tribuns Rikulf, des Befehlshabers über die Soldaten des Kastells Bürgel ein Plan zur Ermordung des Neffen und Nachfolgers des Kaisers...

Der Einstieg in den Roman ist "gewaltig", und das Geschehen liest sich zügig und ohne Hänger. Der Autor hat einen flotten, leichten Schreibstil. Die Schilderungen waren für mich sehr deutlich, und mittels meiner Vorstellungskraft hatte ich auch all die üblen Gerüche in der Nase, die genau beschrieben werden. Manchmal stellte sich das ständige Beschreiben von Körperflüssigkeiten doch als anstrengend und damit zu viel heraus. 

Die handelnden Personen sind überschaubar und überfordern den Leser nicht. Denn alle Hauptfiguren hätten eine deutlich vertiefende Charakterisierung vertragen.

Da ist zunächst Gesa. Bewundernswert finde ich, dass sich die 17-Jährige nicht unterkriegen lässt und versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Ihr Lebenswille scheint ungebrochen zu sein.  Bis auf die Tatsache, dass Gesa viel Durchhaltevermögen beweist und mir deshalb sympathisch ist, konnte ich jedoch keine wirkliche Verbindung aufbauen. Ein bisschen mehr Hintergrundinformation über das Wenige und Bekannte über die junge Frau (17, blond, Ehemann, Freundin) hinaus wäre - für mich persönlich - wünschenswert gewesen. Vielleicht würde es erklären, warum sie ihre Situation nicht verzweifeln lässt und woher sie die Kraft nimmt, mit den Geschehnissen klar zu kommen.

Daneben fällt Kreka, die Ehefrau Ulferts, auf, deren Vergangenheit als Kriegerin angedeutet, aber dennoch im Dunkeln bleibt und von der ich den Eindruck habe, dass sie vor allem den "Schutz " ihres Ehemannes in dieser von Männern dominierten Zeit und Gegend zu schätzen weiß und darum alles daran setzt, dieses Schutz nicht zu verlieren. 

Ansonsten treten viele Männer auf, die - so scheint es mir - bis auf wenige Ausnahmen nur daran denken, bei Gesa Befriedigung zu finden. Zu diesen erfreulichen Ausnahmen gehört Lutto, der damit trotz seiner blutigen und grausamen Vergangenheit ein Lichtstrahl am Horizont ist.

Zum Ende hin geht dann alles sehr schnell. So schnell, dass gar nicht mehr ins Gewicht fällt, dass der Verlag im Klappentext ankündigt, Gesa würde den Verrat aufdecken. Denn wer dies erwartet, wird enttäuscht werden. Und zum weiteren Schicksal von Gesa fällt mir nur "Vom Winde verweht" ein?

Den Einband finde ich in Ordnung. Er passt zum Inhalt. Hilfreich war für mich die handgezeichnete (mal etwas anderes) Karte, mit der ich eine guten Blick bezüglich des Aufbaus eines Kastells bekam. 

Alles in allem lässt sich die Geschichte gut lesen, sie ist unterhaltsam, stellt jedoch keine große Leseherausforderung dar.

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aftersunblaus avatar

Rezension zu "Gesa - Verrat im Kastell Bürgel" von Alexander Raabe

Geschichtsunterricht
aftersunblauvor 5 Jahren

Wir befinden uns im Jahr 351 als das Dorf von Gesa überfallen wird. Alle bis auf Gesa werden hingemetzelt, nur ihr gelingt die Flucht. Ihr gelingt es bis zum Kastell Bürgel zu kommen, aber sie hat sich ihre Rettung anders vorgestellt. Von nun an muss sie für Ulfert anschaffen gehen.
Dabei bekommt Gesa so einiges mit und ist die Einzige die einen Mordanschlag auf Cäsar Julian verhindern kann. Wird ihr dies gelingen?
Ehrlich gesagt konnte ich mit dem Buch nicht so richtig warm werden, denn für mich war es eher eine Geschichtsstunde und der Krimi war eher Nebensache. Zwar war alles hervorragend recherchiert, aber ich hatte etwas anderes erwartet und wurde daher enttäuscht.
Die Zeiten damals waren hart und dies ist auch sehr deutlich zum Ausdruck gekommen, dennoch hat es mich nicht erreichen können wie die Menschen damals gelitten haben.
Das Ende kam mir dann viel zu schnell, da hätte ich ein wenig mehr Aufklärung erwartet.
Für Leser die stark an Geschichte interessiert sind würde ich das Buch empfehlen, Krimilesern eher abraten.

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LadySamira091062s avatar

Rezension zu "Gesa - Verrat im Kastell Bürgel" von Alexander Raabe

Hartes Frauenschicksal im 4.jahrhundert
LadySamira091062vor 5 Jahren

Gesa eine junge Bäuerin muss nach dem Überfall auf ihrem Dorf fliehen. Mit nichts ausser ihrem Leben entkommt sie der plündernden Meute,doch  damit nicht genug.Sie schafft es  bis zum Kastel Bürgel,wo  schon viele andere Flüchtlinge versuchen aus den Abfällen des Forts noch etwas Essbares zu finden.Gesa fällt dort wegen ihres blonden Haares auf und wird prompt von zwei Männern vergewaltigt.


Drillmeister Ulfert kommt ihr zu Hilfe ,doch nicht aus Freundschaft sondern  um sie  erneut   zu unterjochen.Er  nimmt sie mit ins Kastel wo sie nun  gezwungen wird gegen  Obdach und Kost als Prostituierte zu leben.Gesas Leben ist hart ,denn als Frau ist sie nicht viel wert und so ist ihr Alltag geprägt von Missgunst ,Neid und Gewalt.Es gelingt ihr die Flucht aus Kastel Bürgel  mithilfe des Waldmenschen Lutto.Die beiden machen sich auf den Weg nach  Köln ,doch da entdecken sie  einen Hinterhalt der Franken auf einen Gesandten  der Römer. 

Nun muss Gesa sich entscheiden   reist sie weiter nach Köln und ist endlich frei so zu leben wie sie wil oder kehrt sie zurück nach Kastel Bürgel und warnt die Menschen dort vor der Invasion der Franken?
Das Buch beschreibt auf schonungslose Art und  Weise den rauhen  und oft mörderischen Alltag der Menschen  und besonders der Frauen im 4.jahrundert.Man merkt das hier gründlich recherchiert wurde und die  Handlungen werden sehr  detailliert beschrieben .Manche  Szenen sind fast zu deutlich  im Kopfkino zu sehen ,doch damals waren die Zeiten hart.Die Geschichte der Römer, Franken und Germanen wird einem mehr als deutlich nahe gebracht .Ein lesenswertes Buch das schonungslos offen überdie  grausame Zeit  der Römer, Franken und Germanen berichtet

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Gespräche aus der Community

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katja78s avatar

Lust auf einen historischen Krimi?

Alexander Raabe entfaltet seine mitreißende Geschichte auf der Grundlage sorgfältiger Recherchen zur spätrömischen Geschichte im Rheinland und vor Ort in Bürgel. Meisterhaft entführt er den Leser in eine Zeit dramatischer Umbrüche und großer Leidenschaften.

Im Jahre 351 gerät die Grenze des römischen Reiches unter dem Ansturm von Franken und Alamannen ins Wanken. Selbst das mächtige Köln fällt kurzfristig den Barbaren in die Hände.

Mit knapper Not entkommt die junge Bäuerin Gesa einem Überfall marodierender Germanen. Nur das Kastell Bürgel verspricht ihr und den anderen Flüchtlingen Schutz. Doch Ulfert, der Drillmeister der verwahrlosten Garnison, nutzt ihre Notlage gnadenlos aus und zwingt sie zur Prostitution.

Unterdessen reift im Kastell der Plan für ein Komplott gegen den Neffen, Erben und Stellvertreter des Kaisers: Julian soll nach Bürgel gelockt und in die Hände seiner Feinde gespielt werden. Kann Gesa den Verrat rechtzeitig aufdecken? Und wer wird ihr glauben?

Leseprobe

Zum Autor

Alexander Raabe lebt in Düsseldorf und begeisterte sich schon während seines Geschichtsstudiums für die steinernen Zeugen der römischen Zivilisation im Rheinland.

Wir vergeben für die Leserunde nun 15 Rezensionsexemplare.
Schreibt uns einfach euren Eindruck zur Leseprobe und schon seid ihr im Lostopf :-)

Gerne könnt ihr euch auch auf der Seite vom Sutton Verlag mal umschauen, was es so Neues gibt

Wir sind gespannt auf eure Eindrücke und wünschen
viel Glück!


 Katja


*** Wichtig ***

Ihr solltet Minimum eine Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig sie sind.
Nehmt doch einfach eurer zuletzt gelesenes Buch und schreibt darüber.
Ein Leitfaden, wie eine Rezension aufgebaut ist, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf oder auch hier in diesem Thread, wo alles Wissenswerte zusammengefasst ist: http://www.lovelybooks.de/thema/Leitfaden-f%C3%BCr-Rezensionen-und-Leserunden-1017409772/ .

Bewerber mit Null Rezensionen werden nicht berücksichtigt!



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