Alexander Schimmelbusch

 3.4 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Hochdeutschland, Die Murau Identität und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Alexander Schimmelbusch

Hochdeutschland

Hochdeutschland

 (24)
Erschienen am 12.08.2018
Die Murau Identität

Die Murau Identität

 (4)
Erschienen am 21.01.2014
Blut im Wasser

Blut im Wasser

 (3)
Erschienen am 10.08.2009
Kultur & Gespenster / Hochstapler II/II

Kultur & Gespenster / Hochstapler II/II

 (0)
Erschienen am 01.10.2009
Hochdeutschland

Hochdeutschland

 (0)
Erschienen am 17.09.2019
Im Sinkflug

Im Sinkflug

 (0)
Erschienen am 28.09.2005

Neue Rezensionen zu Alexander Schimmelbusch

Neu

Rezension zu "Hochdeutschland" von Alexander Schimmelbusch

Ein Buch über unserere Gesellschaft
Vampir989vor 7 Monaten

Klapptext:


Victor kann sein albernes Siegerdasein als erfolgreicher Investmentbanker schon lange nicht mehr ernst nehmen. Alle Versuche, sich zu verlieben, scheinen ebenso zum Scheitern verdammt zu sein, wie es seine Ehe war. Er ist ein Produkt der marktorientierten deutschen Gesellschaft und dieselben Fähigkeiten, auf denen sein Erfolg in diesem System basiert, weisen ihm jetzt den Ausweg – eine Revolution. 

Ich hatte eigentlich viel mehr von diesem Buch erwartet.
Viktor ein sehr erfolgreicher Investmentbanker denkt über sich und unsere Gesellschaft nach.Er der eigentlich nichts zu ertragen hat und dem es gut geht.Er schaut hinter unser Gesellschaftssystem und findet vieles sehr ungerecht und schlecht.Und doch hat er es selbst auch ausgenutzt und nichts daran geändert.
Irgendwie bin ich mit der Art und Weise wie der Autor die Dinge beschreibt nicht klar gekommen.Das bedeutet nicht das dieses Buch schlecht ist.Jedoch sind Geschmäcker und Ansichten verschieden.Einem anderen Leser wird diese Lektüre sicherlich gut gefallen.
Für mich gibt es daher nur 2 Sterne.

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Rezension zu "Hochdeutschland" von Alexander Schimmelbusch

Sprachlich meisterlich
MelaKafervor 7 Monaten

Victor ist Investmentbanker und Anteilseigner einer Bank. Er verdient eine Unmenge Geld, hat also das geschafft, was viele in unserer Gesellschaft anstreben. Aber er langweilt sich, seine Arbeit bietet ihm keine wirklichen Herausforderungen. Ihm ist auch die Ungleichverteilung des Reichtums in unserer Gesellschaft bewusst und er lehnt sie ab, obwohl er davon profitiert. Dennoch wird er auf den Reichtum und das, was er ihm ermöglicht nicht verzichten. Er beginnt ein Buch zu schreiben...

Und dann springt das Buch 15 Jahre weiter. Das ist schade, denn gerade diese Jahre dazwischen hätten mich interessiert. 

Sprachlich ist das Buch meisterlich geschrieben, das Backgroundwissen des Autors (ehemals tatsächlich Investmentbanker) beeindruckend. Das, was fehlt lässt zum einen viel Spielraum für eigene Gedanken und regt zu Diskussionen an, zum anderen bleibe ich aber auch ein bisschen enttäuscht zurück, hätte dieses Buch doch das Zeug zum Bestseller gehabt.

Lesenswert ist es aber in jedem Fall. Ich gebe 3,5 Sterne


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Rezension zu "Hochdeutschland" von Alexander Schimmelbusch

Politischer Roman oder bitterböse Realsatire? Dystopisch? Essayistisch?
Federfeevor 7 Monaten

Ein Roman ist dieses Buch in meinen Augen nicht; was eine Lektorin im Buch in einem anderen Zusammenhang sagt, passt perfekt, dass nämlich 'der beachtliche Stilwille eine eklatante Plotarmut verschleiern soll' (193). Aber wahrscheinlich muss man politischen Sprengstoff in einen Roman verpacken, um überhaupt solche Ideen äußern zu können, ohne niedergemacht zu werden.

Zuerst dreht sich alles um die bösen und zynischen Gedanken des 39-jährigen Investmentbankers und Multimillionärs Victor, die reichlich verschwurbelt und mit Denglish durchsetzt daherkommen, z.B. "… um einer urbanen Kundschaft in lifestyligen Selbstbedienungskantinen Italo-Food made in Germany zu servieren." (47)

Victor lebt alleine, ist anscheinend beziehungsunfähig außer im Umgang mit seiner kleinen Tochter, die er abgöttisch liebt und alle paar Wochen gründlich verwöhnt. Hier zeigt sich, dass die Sprache vom Autor sehr geschickt passend zu den Figuren gewählt wurde. Die Tochter spricht ganz anders als Victor in seinen Gedanken oder als Victor im Umgang mit einem alten türkischstämmigen Freund.

Überhaupt scheint sich der große Manipulator Victor immer ganz auf sein Gegenüber einzustellen, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Er sagt selbst, dass er schon seit der Kindheit Rollen spielt, hinter denen sich der wahre Victor verbirgt. Ob es den aber gibt, ist für mich fraglich, so widersprüchlich, wie er daher kommt.

Einerseits sieht er vieles zu Recht kritisch, er beobachtet genau und übt messerscharfe Gesellschaftskritik, andererseits mischt er selber in diesem System mit, ist ein Teil davon und trägt mit dazu bei, dass es funktioniert.

Einerseits kritisiert er die Menschen verachtenden Arbeitsbedingungen in einer italienischen Fastfood-Restaurantkette, andererseits saugt er seine Mitarbeiter bis zum letzten aus und nennt sie zynisch 'Häftlinge' (27) oder 'Galeerensklaven' (32).

Das Herzstück des Buches ist eine Art politisches Manifest, von Victor in Windeseile und eher aus Langeweile geschrieben, wie er überhaupt an einer Art Lebensüberdruss zu leiden scheint. Allerdings führen diese Forderungen – allen voran die, dass es eine Vermögensobergrenze geben muss – zu unerwarteten Ergebnissen.

Dieses Manifest muss man zwei-/dreimal lesen. Nickt man noch beim ersten Lesen bei vielen Dingen zustimmend, schleicht sich bei näherem Hingucken der Gedanke ein, dass vieles fehlt, einiges unausgegoren und sogar undemokratisches Gedankengut enthalten ist. Aber eines schafft dieser Text: dass man sich als Leser Gedanken macht. Solche Anregungen erwarte ich von einem Buch, das bis dahin keinen nennenswerten Plot aufzuweisen hat.

Und als ob der Autor den Einwand der Leser vernommen hätte, geht am Ende des Buches die galoppierende Phantasie mit ihm durch und er dreht richtig auf. Meiner Meinung verpuffen die guten Gedankenanstöße in einem Feuerwerk abstruser Vorkommnisse. Schade und deshalb 'nur' 4 Sterne.

Lesenswert für die, die bissige Gesellschaftskritik und gedankliche Anregungen politischer Art mögen und die eine hochgestochene, ausgefeilte Sprache, die mit vielen Fremdwörtern und Anglizismen gespickt ist, nicht stört.

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Dieses Mal zu Alexander Schimmelbuschs »Hochdeutschland«.


Zum Inhalt:

Victor kann sein albernes Siegerdasein als erfolgreicher Investmentbanker schon lange nicht mehr ernst nehmen. Alle Versuche, sich zu verlieben, scheinen ebenso zum Scheitern verdammt zu sein, wie es seine Ehe war. Er ist ein Produkt der marktorientierten deutschen Gesellschaft und dieselben Fähigkeiten, auf denen sein Erfolg in diesem System basiert, weisen ihm jetzt den Ausweg – eine Revolution.

Er bewohnt eine gläserne Villa im Taunus, hat bei Bedarf Sex im Spa-Bereich des Hotel Adlon und schafft es, die Work-Life-Balance der Mitarbeiter seiner Bank in einem rentablen Ungleichgewicht zu halten. Doch all das führt zu nichts. Zum Glück lernt er den italophilen Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland kennen, dessen Lebenstraum es ist, nach seiner politischen Laufbahn als steinreicher Investmentbanker mit dem Ferrari durch Mailand zu gleiten. Dafür braucht er Victors Hilfe und unterstützt ihn im Gegenzug dabei, eine populistische Bewegung zu gründen, deren rohe Lebendigkeit Victor erlösen wird. In seinem Roman wirft Alexander Schimmelbusch ein grelles Licht auf die deutsche Volksseele und stellt die zentralen Fragen unserer Zeit: Ist unser System kaputt? Was ist Elite? Können wir überhaupt noch kommunizieren? Haben wir Prinzipien? Welchen Preis zahlt man dafür, nach seinen eigenen Regeln zu leben? Ist es Zeit für einen radikalen Neuanfang? Für eine Stunde null, wie nach einem Krieg?

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