Alexander Schimmelbusch Die Murau Identität

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Die Murau Identität“ von Alexander Schimmelbusch

Am 12. Februar 1989 starb der legendenumwobene Schriftsteller Thomas Bernhard in Oberösterreich. Die Öffentlichkeit erfuhr erst drei Tage später von seinem Tod, nachdem er bereits auf dem Grinzinger Friedhof in Wien beerdigt worden war. So zumindest die offizielle Version.

In Wahrheit war sein Tod, wie alles andere in seinem Leben, eine Inszenierung, die er von New York aus verfolgte, wo er sich unter strengster Geheimhaltung einer experimentellen Antikörperbehandlung unterzogen hatte, um sich von seiner lange für unheilbar gehaltenen Autoimmunerkrankung zu befreien. Zur Rehabilitation buchte er sich ins Plaza ein, unter dem Namen "Murau, Franz-Josef". Er terrorisierte den Roomservice und las im Bett seine Nachrufe. Er wusste, er war entkommen. Seinem Ruhm, seiner Heimat, seinen alten Geschichten. Es war Zeit, ein neues Leben zu beginnen.

In Die Murau Identität, einem ebenso leichtfüßigen wie unterhaltsamen Enthüllungsroman, macht sich der abgehalfterte Journalist Alexander Schimmelbusch auf die Suche nach dem weltbekannten Misanthropen. Zuerst in Manhattan, wo er Bernhards Sohn Esteban trifft, und dann in den Küstenorten der mallorquinischen Tramuntana. Ausgestattet mit den versiegelten Protokollen des Verlegers, der Bernhard half, sein Verschwinden zu planen, findet Schimmelbusch schließlich einen eleganten alten Mann, der alles, was ihm jemals bedeutsam war, der Auslöschung preisgegeben hat.

'Thomas Bernhard, der als Jetset-Greis überlebt hat und von einem Markensnob aufgespürt wird. Das ist raffiniert. Das hat was.'
Die Zeit

'Ein fiktionaljournalistisches Meisterwerk'
The European

'Ein Buch, das mit umwerfender Überzeugungskraft davon erzählt, dass Thomas Bernhard keineswegs gestorben ist.'
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

'Überzeugend bernhardesk und sehr unterhaltsam.'
Süddeutsche Zeitung

'Die Ich-Erzählung von Schimmelbuschs Spurensuche ist eine aberwitzige Suada, ein Fear and Loathing auf Mallorca, einer der komischsten, unbarmherzigsten und intelligentesten Romane des Frühjahrs.'
Welt am Sonntag

'Ein äußerst unterhaltsames Buch, das in seiner gemeingefährlichen Smartness an den jungen Christian Kracht erinnert.'
Spiegel Online

'Was für ein großartiges, schillerndes Buch! Man möchte sich suhlen in Schimmelbuschs Suada, sofort Flüge nach New York oder Mallorca buchen, Bernhard lesen, ein neues Manuskript beginnen oder wenigstens ein Glas Römerquelle trinken- kurz, die Lektüre versetzt in jene Unrast der Inspiration, die einen nach dem Genuss exquisiter Bücher überkommt. Es muss etwas unternommen werden, und zwar sofort.'
Sabrina Janesch, Autorin von 'Katzenberge'

'Sie hat - was besonders unterhaltsam ist - den Ton Bernhard'scher Übertreibungen. Es wird abgeschweift und ordentlich geschimpft - über Medien und sogar über Tomatensoße. [Dem Autor] ist Irrwitziges und Einmaliges gelungen; und so nebenbei ist das Buch eine Hommage an Bernhard geworden.'
Kurier

'Zum 25. Todestag des Schriftstellers Thomas Bernhard erscheint der Roman _Die Murau Identität_ von Alexander Schimmelbusch, der den Tod des großen Literaten unterhaltsam infrage stellt.'
ZeitMagazin

'Diese Reiseberichte lesen sich echter als die echten Reiseberichte des Suhrkamp-Verlegers und lustiger. Es stimmt alles, Ton, Selbstbewusstsein, Liebe zu Bernhard. Alles minimal kunstvoll übertreiben, so dass alles unglaublich komisch ist.'
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

'Ein Buch, das sich was traut, sich weit aus dem Fenster lehnt, aber am Ende doch nicht herausfällt. [.] "Die Murau-Identität" kann schon vorab zum gelungensten, originellsten Beitrag zu Thomas Bernhards 25. Todestag erklärt werden. Thomas Bernhard lebt!'
RBB Kulturradio

Stöbern in Romane

Der Junge auf dem Berg

Erschreckend nah an der Realität. Aber das Ende ist irgendwie zu positiv, um wahr zu sein.

Eori

Die Perlenschwester

Ein großartiger Vergangenheitsstrang, aber die Handlung in der Gegenwart war so schwach, dass ich leider nur mehr 3 1/2 Sterne vergeben kann

tinstamp

Die Idiotin

Roman über den Alltag der Havard-Studentin Selin - über weite Teile leider belanglos und langweilig

schnaeppchenjaegerin

Die Stille zwischen Himmel und Meer

mich hat das Buch emotional mitgenommen an die Nordsee

Kuhtipp

In einem anderen Licht

Dunkle Schatten der Vergangenheit fallen auf Dorothea Sartorius

Bellis-Perennis

Der Wasserdieb

Eine Geschichte um Machtkampf und Kourptheit

Arietta

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Naturgemäß!

    Die Murau Identität

    OelemannC

    17. February 2014 um 11:31

    Am 12. Februar 2014 ist der fünfundzwanzigste Todestag Thomas Bernhards – Anlass für Alexander Schimmelbusch, sich einen Jux zu machen. Und was für einen! Er schlüpft in die Haut eines vor dem Nichts stehenden Journalisten namens Schimmelbusch, der kurz vor seinem beruflichen und finanziellen Ruin noch einmal Morgenluft wittert, als ihm die versiegelten Reiseberichte des Verlegers Siegfried Unseld in die Hände fallen. Und was er darin entdeckt, kommt einer Sensation gleich, die an Unterhaltungswert erheblich mehr zu bieten hat als der jahrelange Streit im Hause Suhrkamp, dem deutschen Verlag des großen Thomas Bernhard. Dessen Tod im Jahre 1989 war nämlich lediglich inszeniert. In Wahrheit hatte sich der alte Meister vermittels einer experimentellen Antikörperbehandlung von seiner für unheilbar gehaltenen Autoimmunerkrankung erholt und lebte im New Yorker Plaza Hotel, freilich unter dem angenommenen Alias Franz-Josef Murau. Dort las er vergnügt all die Nachrufe auf ihn. Siegfried Unseld hatte ihm finanziell unter die Arme gegriffen und traf seinen Starautor, der mittlerweile sogar geheiratet hatte, gelegentlich, um sich nach dem Fortschritt des letzten großen, selbstverständlich autobiografischen Romans zu erkundigen, derweil die Welt annahm, dass Bernhard auf dem Grinzinger Friedhof in Wien seine letzte Ruhe gefunden hätte. Schimmelbusch trifft in New York den global player Esteban Bernhard, der freilich vom Überleben seines Vaters keine Ahnung hat, Schimmelbusch aber in seinem Verdacht bestätigt. Unselds Reiseberichte führen ihn nach Tramuntana auf Mallorca, wo sich Bernhard mittlerweile niedergelassen hat. Dort begegnet der Journalist einem eleganten alten Herrn, der alles, was ihm einst wichtig gewesen war, der Auslöschung preisgegeben hat. Das ist fürwahr ein starkes Stück, ein Schelmenstreich, aber dermaßen glaubwürdig erfunden, dass es eine einzige Freude ist. Schimmelbusch kennt sich in der Vita Bernhard minutiös aus und ist auch dem mitunter unverschämten Witz des großen Empörers entlarvend auf die Schliche gekommen. Die Murau Identität hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert, weshalb ich den Roman all jenen herzlich empfehlen möchte, die auch mal eine Prise Salz vertragen. Erschienen ist das köstliche Buch im noch jungen Metrolit-Verlag, dem ich für diese mutige Herausgabe danken möchte.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks